Zwei Durchgänge, zwei Fahrstühle, ein Lesesaal – ein Kaufhaus-Mini-Kalender von 1909


 

Taschenkalender waren schon immer hilfreich, wenn man sie zur Hand hatte. Was heute im Mobiltelefon gespeichert ist, wurde früher mühselig mittels Bleistift oder Füllfederhalter in ein kleines Kalenderbüchlein eingetragen. Damals gab es aber keine Erinnerungsfunktion und man musste selbst daran denken, auf dem Laufenden zu bleiben.

Allerdings war der Blick in den Kalender ein seinerzeit üblicher Vorgang im Tagesrhythmus. Das führte dazu, daß dem Kalender neben den eigentlichen Tages-, Wochen- oder Monats-Seiten mit der Zeit noch andere nützliche Informationen beigefügt wurden, die man gern zur Hand hatte, wenn man sie benötigte.

Und von dort war es nicht weit zur eingefügten Werbung.

Hier habe ich ein besonders kleines Exemplar des Kaufhauses „Aux Deux Passages“ in Lyon aus dem Jahr 1909, das zu Werbezwecken an die geschätzte Kundschaft verteilt wurde.

Mini-Kalender Aux Deux Passages 1909

Mini-Kalender Aux Deux Passages 1909

Neben dem Kalender gab es Angaben zum Taxi-Preis (oder waren es noch Kutschen?). Innenstadt Lyon, 2 Personen zwischen 6 Uhr morgens und Mitternacht, pro Fahrt 1,50 Franc; pro Stunde 2 Franc, zwischen Mitternacht und 6 Uhr 2F bzw. 2,50F, für 4 Personen entsprechend mehr. Auf der rechten Seite sind die Preise für Fahrten ins Umland angegeben.Mini-Kalender Aux Deux Passages 1909

 

Zwei Fahrstühle, ein Lesesaal, so viel Luxus hatte man gern.Mini-Kalender Aux Deux Passages 1909

 

Der eigentliche Kalender inklusive Namenstage. Sofern jemand eine Idee hat, was die 4 Werte rechts unten bedeuten, bitte einen Kommentar schreiben. Ebenso für die Zeile unterhalb des Monatsnamens.Mini-Kalender Aux Deux Passages 1909

 

Tarif für Briefe und Pakete: frankierte Briefe 10, unfrankierte 20 Centimes. Der Hinweis, daß unfrankierte Briefe mit einer einheitlichen Gebühr des doppelten Wertes der fehlenden Briefmarken zu bezahlen sind, sollte damals der noch immer verbreiteten Angewohnheit entgegenwirken, Briefe unfrankiert einzuwerfen und die Post mit der Eintreibung der Gebühr zu belasten. Zu diesem Zweck wurden seinerzeit (also ca. 50 Jahre zuvor – 1865) die Briefmarken eingeführt.

Rechts sind noch weitere Zusatzleistungen angegeben.

Mini-Kalender Aux Deux Passages 1909

Und ganz zum Schluß noch ein mikroskopisch kleiner Stadtplan der Lyoner Innenstadt, der aber trotzdem kein bisschen ungenau ist.Mini-Kalender Aux Deux Passages 1909

 

Andere Werbegaben französischer Kaufhäuser haben wir z.B. hier.

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Eine Antwort zu “Zwei Durchgänge, zwei Fahrstühle, ein Lesesaal – ein Kaufhaus-Mini-Kalender von 1909

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