2077 mal böse erwacht *


* Sollte sich jemand durch diesen Artikel oder die Beschreibung persönlich, ethnisch oder in sonstiger Weise getroffen fühlen, bitte ich, sich mit mir in Verbindung zu setzen um die Angelegenheit zu klären.

Heute vor 69 Jahren fand der finsterste Abschnitt unserer Geschichte ein Ende und damit auch für’s erste der Herrenwahn eines Großteils des deutschen Volkes.

Wie nahezu jeder Krieg hatte auch dieser einige schön zurechtgebogene Gründe um ihn zu beginnen. Einer waren die im Volk recht schmerzhaft empfundenen Nachwirkungen des Versailler Vertrages. Ob die darin festgelegten Reparationen angemessen waren, wurde viel diskutiert. Auf jeden Fall ist das deutsche Volk dankbar dem Herrn gefolgt, der eine Befreiung von den Lasten und eine Wiederherstellung des deutschen Volksstolzes versprach.

Im Schlepptau liefen oder humpelten seine Padawane, allen voran der Rei-Pro-Mi Goebbels.

Wer sich einmal die Mühe macht und dessen komplette Tagebücher (bzw. was davon noch erhalten ist) durchliest, kann deutlich sehen, wie aus einem engagierten Juristen während der Weltwirtschaftskrise ein verbitterter Antisemit wurde. (Definitiv lesenswert, allerdings ist bei diesem ebenso wie beim nachfolgenden Buch etwas Selbstdisziplin gefragt. Leichten Gemütern entschlüpft sonst ein „Recht hat er!“ und gerade das gilt es zu vermeiden.)

Goeb3

Und einmal mit einem klein wenig Macht ausgestattet, konnte er seinem Hass auf alles was jüdisch war oder von ihm so eingestuft wurde, freien Lauf lassen.

Seine Bücher sind da recht direkt gehalten, wer allerdings die Tagebücher gelesen hat, kann sich diese Werke schenken. (das untere ist eh nur eine Zusammenstellung seiner Tagebuch-Aufzeichnungen)

Goeb1

Goeb2

Der große Anführer der Bewegung hatte seinerzeit ja bereits seine Gedanken und Ideen in seiner erfolgreichsten Publikation kundgetan.

Meine älteste Ausgabe ist die 21. Auflage von 1933. Seit 1928 oder 1929 waren ja der ursprünglich im Juli 1925 erschienene erste und im Dezember 1926 nachfolgende zweite Band in einem einzigen Buch vereint.

MK1933

Seither sind unzählige Nachdrucke erschienen und in beinahe jedem deutschen Haushalt gab es mindestens eine Ausgabe. In späteren Jahren gab es zu jeder Hochzeit eine Ausgabe im Schuber. Die sah so aus, unterschied sich allerdings in Paginierung und Layout nicht von den Vorgängern. 424.-428. Auflage (!!!):MK1939

Die einzige Ausgabe mit abweichender Paginierung, die mir bisher in die Finger gekommen ist (weil sie schon immer im Familienbesitz war) ist diese recht großformatige Sonderausgabe anläßlich des 50. Geburtstages des Herrn H. Ich glaube, eine Hälfte vom Cover genügt als Foto.

MK1

MK1939-50

Diese Ausgabe bekam man, wenn man hier erfolgreich teilnahm:

MK-Leistungskampf

Dann bekam man es sogar mit Urkunde und Widmung vom Reichsamtsleiter:

MK1 Widmung

Ich hatte mich seinerzeit gewundert, daß in diesem Buch schon 1925/26 alles genauso beschrieben war, wie es letztendlich eintrat (abgesehen vom Ende).  Hatte Herr Hitler tatsächlich alles so hingeformt, wie er es 8 Jahre vor seiner Machterlangung in seiner gemütlichen Verwahranstalt niedergeschrieben hatte? Mitnichten! Ich habe mir dieses Buch gekauft. Der Autor vergleicht darin die frühen Ausgaben mit den nach 1933 erschienenen und zeigt eine Reihe von Nachbesserungen auf. Die Deutschen hatten hier also doch keinen Messias auf der Tribüne.

Die Urheberrechte liegen seit 1945 beim Freistaat Bayern. Der könnte mit Neudrucken eine Menge Geld verdienen, verzichtet aber dankenswerterweise darauf. Mal sehen, was nach dem Auslaufen des Copyrights 70 Jahre nach dem Tod des Autors passiert.

Eine interessante Information habe ich bei Wikipedia gefunden: „Eine Wochenschau von 1945 zeigt, wie ein amerikanischer Soldat den Bleisatz von „Mein Kampf“ in einem symbolischen Akt ins Feuer gibt, aus dessen Schmelze in der Folge am 6. Oktober 1945 die ersten Druckplatten der Süddeutschen Zeitung gegossen wurden.“ hmmm…. Was sagt uns das? Ist alles vernichtet oder lebt der Geist in der SZ weiter?

Sofern noch ein paar ganz Unverbesserliche so lange Texte lesen konnten, daß sie hier angekommen sind und noch immer an den GröFaZ glauben, denen sei dieses Büchlein anheim gestellt – es war nicht alles  braun, was glänzt:

Legenden um Hitler

Nun einen angenehmen „Tag der Befreiung“ der übrigens in Berlin-Karlshorst unterzeichnet wurde.  Hoffen wir, daß dieser Artikel des Satiremagazins Der Postillon nur Satire bleibt.

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