Der Melitta Spar-Automat


 

Wer bei diesem Titel glaubt, es käme ein Artikel über Kaffee oder Filtertüten, der irrt.

Die Firma Melitta – früher Bentz & Sohn, deren größter Verkaufsschlager der Kaffeefilter – erfunden von Frau Melitta Bentz – war, stellte und stellt noch heute Kaffeefilter, Kaffeemaschinen und den dazu benötigten Kaffee her. Zum Unternehmen gehören aber auch Marken wie Granini (Säfte), Toppits (Frischhalteverpackungen), Swirl (Staubsaugerbeutel) oder Cilia (Tee-Filtertüten).

In den dunkel-braunen Abschnitten der deutschen Geschichte pflegte Geschäftsführer Hugo Bentz eine sehr aktive Beziehung zum nationalsozialistischen System, war selbst glühender Verehrer und sehr zeitiges Mitglied der NSDAP. Ob das einen Einfluß auf die Verleihung des Titels „Nationalsozialistischer Musterbetrieb“ in den Jahren 1941, 1942 und 1943 gehabt hat, kann ich nicht beurteilen. Nach dem Krieg wurden sowohl die Familie als auch die Firma sehr schnell entnazifiziert und hatten zeitig Zugriff auf ihr Vermögen.

Noch vor dem Krieg wurde der heutige Artikel des Tages hergestellt – der Melitta Spar-Automat. Er stammt nach Angaben des Deutschen Historischen Museums aus der Zeit um 1930.

Mit Kaffee hat er nichts zu tun. Vielmehr mit der Verpackung der Frühstücksbrote. Eine Blechhülse mit Deckeln an beiden Seiten, bedruckt in den firmenüblichen Farben und mit dem bekannten Namenszug

Melitta Spar-Automat

 

 

 

enthält eine Rolle ButterbrotpapierMelitta Spar-Automat

 

 

die dank der überstehenden Abreiß-Klappe in die gewünschte Länge gebracht werden kann.Melitta Spar-AutomatDas funktioniert prima, wird nicht stumpf, erzeugt keinen Müll und der Spar-Automat hat sogar ein praktisches Loch in der Abreiß-Klappe, so daß sie in der Küche aufgehängt werden kann und stets griffbereit ist.

Den Sparautomat gab es in späteren Versionen aus Plastik. Bestimmt hat ihn sogar noch jemand zu hause.

 

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