Deutsche, eßt nur deutschen Honig!


Zugegeben, am Anfang hatte ich diesen Honigeimer als Propaganda-Produkt der braunen Zeit anführen wollen. Bei genauerem recherchieren bin ich allerdings zu dem Ergebnis gekommen, daß es das Problem „ausländischer Billighonige“ schon seit geraumer Zeit gibt.

Zu Beginn des vorigen Jahrhunderts kam der preiswerte Honig aus Ländern wie Ungarn, Russland oder auch aus Südeuropa. Das war seinerzeit lediglich ein Verlust für die deutsche Imker-Wirtschaft. Zu moderneren Zeiten, also in den vergangenen 20 Jahren, kamen mehr und mehr südamerikanische, osteuropäische und asiatische Honigproduzenten ins Spiel.Honigeimer

Man mag geneigt sein zu sagen: „Sollen doch auch Honige aus anderen Ländern auf den deutschen Markt kommen. Das steigert die Vielfalt!“ Bedauerlicherweise gehen die Produzenten in den zuletzt genannten Ländern häufig nicht in vertretbarer Weise mit den Bienen um. Dort werden die Tiere, anstatt sie mit Rauch zu beruhigen und von der Wabe abzuschütteln um dann einen Teil des Honigs zu entnehmen und den Rest für die Ernährung des Bienenvolkes zurückzulassen, die Bienen mittels Flammenwerfern abgebrannt und dann der gesamte Honig entnommen. Das ist nicht sehr umsichtig und in Zeiten des Bienensterbens auch unverantwortlich.Honigeimer

Daher habe ich beschlossen, mich dem Aufruf meines Honigeimers anzuschließen und euch zu ermutigen, beim nächsten Honigkauf auf die Rückseite des Glases zu schauen. Steht dort „Honig aus EG- und Nicht-EG-Ländern“, könnt ihr euch sicher sein, daß ihr eine zusammengerührte Pampe aus allen möglichen Honigsorten und Qualitäten bekommt, vielleicht sogar noch mit Zucker gestreckt. Der Anteil an chinesischem Honig kann dabei durchaus 95% betragen.

Kauft ihr stattdessen „Echten deutschen Bienenhonig“, könnt ihr sicher sein, daß drin ist, was draufsteht. Zusätzlich könnt ihr meist noch zwischen verschiedenen Sorten wählen. Konsumenten der Langnese Flotten Biene im Spender wären erstaunt, wie Honig tatsächlich schmecken kann. Und mal ganz ehrlich: Wenn ich für ein Pfund Honig anstatt 3 Euro dann 7 Euro zahle, sind das bei der langen Zeit, die man braucht um ein Glas Honig auf Frühstücksbrötchen aufzuteilen sicher nur geringe Mehrkosten.

Also, los Leute! Schaut mal, wie oft man in kleinen Läden Honig angeboten bekommt! Und dann probiert Waldhonig, Linde, Sommerhonig, Raps- und Kleehonig, Akazie, Kastanie, Thymian, Tanne, Löwenzahn oder Heide. Ihr werdet staunen. Einzige akzeptable Ausnahmen sind lokale, aber reine Honige wie z.B. aus der Toskana.

Leider besitzt das Deutsche Historische Museum keinen solchen Eimer, so daß mir eine Datierung nicht gelungen ist. Ich vermute, er stammt aus den 1920/1930er Jahren. Allerdings kann er sogar schon aus den Jahren der Trustfrei-Bewegung der 1910er Jahre stammen.

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