Kaffee-Werbung aus den USA – 1895


Werbung konnte auch schön sein! Vor den 1930er Jahren bestach Werbung dadurch, daß sie zwar weniger effektiv war als heute, allerdings auch viel weniger aufdringlich.

Damals versuchte man, den Kunden auf sich aufmerksam zu machen, damit er nach einem kritischen Test zu meinem Produkt zurückkehrt und ich einen treuen Kunden gewonnen hatte.

Heute wird durch die von Joseph Goebbels propagierte Vorgehensweise, durch penetrantes Wiederholen den Wunsch zu Besitzen zu erzeugen für jeden noch so unnützen Krempel ein Habenwollen kreiert. Und es funktioniert bei den breiten, seichthirnigen Massen. Der Rest selbst denkender Bürger ist genervt.

Hier ist eine Reihe von Werbekärtchen aus den Jahren um 1895 herum. Beworben wurde Kaffee. In der Zeit kurz vor der Jahrhundertwende waren diese kleinen Chromolithographie-Karten sehr beliebt. Nicht zuletzt, weil Kinder die Eltern baten, doch wieder Kaffee von Lion oder McLaughlin zu kaufen, um eine neue Sammelkarte zu bekommen.Chromo Lion Coffee

 

 

Mir gefällt die Rückseite noch besser als die Vorderseite. Man erfährt, daß es diese schönen Mittsommer-Gruß-Karten nur in der Ein-Pfund-Packung und nur zwischen Juli und August gibt.Chromo Lion Coffee

 

 

Die Firma W. F. McLaughlin & Co. aus Chicago versuchte, das Aroma seines Kaffees durch eine spezielle Bearbeitung zu bewahren. Dies galt es dann dem geneigten Kunden entsprechend anzupreisen. Auf der Rückseite der Karten wird erklärt, daß die Bohnen von einer Hülle aus Maisstärke und Zucker umhüllt (glazed)  wurden. Das hielt das Aroma sicher gut versiegelt. Ob der Geschmack nach der Zubereitung verfälscht wurde, weiß ich nicht. Sicher war der Kaffee etwas süßer.Chromo McLaughlin's Coffee

Chromo McLaughlin's Coffee

 

Beide Kaffee-Firmen gibt es heute übrigens nicht mehr. Da hat die Weisheit „Wer nicht wirbt, stirbt!“ auch nicht geholfen.

 

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Über moopenheimer

Sammler, Bewahrer, Wissender, Verreiser, Genießer, Chaot

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