Kaffee-Zusatz-Essenz – Teil 1


Geneigte Leserschaft! Ihr werdet es bemerkt haben: gestern gab es keinen Artikel. Wie konnte es dazu kommen? Ganz einfach. Der erste Artikel, der nach meinem Urlaub erschienen ist (die Stuhlkarten), wurde natürlich bereits vor meiner Abreise vorbereitet. Der Plan, die nachfolgenden Beiträge nach der Ankunft zu schreiben, ist schlicht und einfach – ohne lange drumherum zu reden – wie soll ich es ausdrücken?, am allgemeinen Chaos gescheitert: Rucksack auspacken, Katzen begrüßen und umspielen, Wäsche aus den Mitbringseln und Schuhen herauspopeln (wo sie als Polster dient) und waschen, Rucksack nebst Zubehör verpacken und verstauen, Kühlschrank befüllen, erfolgreiche Ankunft bei denen melden, die an dieser Auskunft interessiert sind und schließlich mit einer Tasse Kaffee erschöpft auf’s Sofa sinken.

Und dieser Kaffee, beziehungsweise sein Vorgänger, soll heute unser Thema sein. Damit ihr angemessen entschädigt werdet, gibt es heute sogar zwei Artikel zum selben Thema: Kaffee-Zusatz-Essenz-Dosen

Nummer 1 stammt von der Firma Pfeiffer & Dillers aus Worms.

Sie war nicht nur eine der größten Kaffee-Ersatz- und -Zusatz-Fabriken, sondern zugleich einer der größten Arbeitgeber im Worms der Zeit zwischen 1880 und 1916. Wer Details zur Firma lesen möchte, klickt hier und landet bei Wikipedia.

Ich hatte schon in meinem Artikel über die Magdeburger Kaffee-Ersatz-Firma Robert Brandt erklärt, was man unter Kaffee-Zusatz versteht. Neu herausgefunden habe ich, daß neben gerösteter Zichorie auch karamellisierter Rübenzucker ein Bestandteil der Zusatz-Essenz war. Ebenso könnte ich mir Malz vorstellen, das ja durch seine Eigenschaft, Lebensmittel braun zu färben und damit dem Verbraucher eine angenehmere Produktfarbe vorzutäuschen, nicht nur in Getränken verwendet wurde, sonder besonders heute ein beliebter Zusatz in Brotmehlen ist um blassen Weizenbroten die scheinbar so gesunde dunkelbraune Vollkornbrotfarbe zu geben.

In meiner Dose wohnt übrigens mein Mah-Jongg-Spiel. Und wer genau hinsieht, kann am linken Rand des Deckelmusters noch eine kleine Kette entdecken. Die war ursprünglich am Unteren Teil der Dose befestigt und diente dazu, den Deckel repräsentativ geöffnet zu halten. Diese Kette ist meist verschwunden, aber fast immer abgetrennt, weil die Benutzung der Dose damit unpraktisch wurde. So erging es übrigens auch der Schwesterdose im Deutschen Digitalen Museum.

Die Dose dürfte aus einer Zeit nach 1920, aber vor 1940 stammen.

Es gab übrigens einmal einen Werbe-Trickfilm von Pfeiffer und Dillers. „Der Kaffeeonkel kommt“ handelte von dem gutmütigen, alten Mann mit Hausmütze, der seit jeher als Logo diente. Die einzige nachgewiesene Kopie dieses Filmchens ist bedauerlicherweise im Zuge der Bombardierungen im Zweiten Weltkrieg zerstört worden und wird heute nur noch im „Lost Films“-Verzeichnis des Bundesarchivs unter Nummer 345 geführt.

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Eine Antwort zu “Kaffee-Zusatz-Essenz – Teil 1

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