Ei ei – wer leckt da Gelee mit Opekta?


Kennt diesen Werbespruch noch jemand?

Kennt überhaupt noch irgendwer Opekta? Der Name dieser äußerst nützlichen Zutat ist eine Abkürzung aus „Obstpektin aus dem Apfel“ und war seit der Erfindung im Jahr 1928 ein unverzichtbarer Garant für leckere Marmeladen und Gelees.

 

Wie funktionierte es? Ganz einfach: Früchte vorbereiten, also waschen und zerkleinern oder Fruchtsaft bereiten, zusammen mit dem Zucker aufkochen und nachdem alles 10 Minuten „brausend gekocht“ hat, kam das flüssige Opekta dazu (ein Fläschen a 78 Pfg). Nun noch einmal kurz aufkochen lassen und sofort in die Weck-Gläser (die im Original damals wie heute von der Firma Weck stammen und zur Schaffung des Wortes „einwecken“ geführt haben).

Opekta gab es auch in Pulverform, vergleichbar mit unserer heutigen Marmeladen-Kochhilfe. Das oben abgebildete Merkblatt aus den späten 1930er Jahren war jedoch für die flüssige Variante.

Wikipedia hat – wer hätte Anderes erwartet – informative Artikel zu Opekta, seinem Erfinder Robert Feix, einer sehr bemerkenswerten Person. Herr Feix wurde als Halbjude von der Gestapo verhaftet und ins Konzentrationslager Dachau verschleppt. Seine Fähigkeiten als Chemiker wurden als kriegswichtig erachtet und Feix arbeitete im KZ weiter an der Entwicklung des von ihm erfundenen Mittels zur Blutstillung Polygal.

Aufgrund dieser Arbeit im KZ wurde er nach Kriegsende von den Alliierten wiederum verhaftet und der Kollaboration mit den Nazis beschuldigt.

Heute ist die Marke „Opekta“ zwar Eigentum von Dr. Oetker, jedoch derzeit ruhend. Vielleicht gibt es ja irgendwann mal wieder Opekta zu kaufen. Dann tanzen und springen wird durch den Supermarkt und singen wie ehedem „Ei ei – wer leckt da Gelee mit Opekta?“

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Über moopenheimer

Sammler, Bewahrer, Wissender, Verreiser, Genießer, Chaot

4 Antworten zu “Ei ei – wer leckt da Gelee mit Opekta?

  1. Das ist mal wieder eine Geschichtsstunde, hat mir großes Vergnügen bereitet u. mir neues Wissen vermittelt.
    Mit grausen habe ich heute unsere Ostsee-Zeitung gelesen. Eine ganze Seite war mit Interviews Jugendlicher ausgefüllt, von denen fast alle das erlernen von Chemie, Mathematik usw. als Unsinn empfinden.

    Gefällt 1 Person

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