Mit Vorsicht rangieren – Sprengstoff-Transport im Zweiten Weltkrieg


Aus dem Jahr 1944 stammt mein heutiger Artikel. Die Alliierten waren voll in den Zweiten Weltkrieg involviert, die Invasion in der Normandie stand bevor oder war bereits gestartet und die britischen Soldaten mussten kontinuierlich mit Waffen, Munition und Sprengstoff beliefert werden.

Und der kam aus den Munitionswerken im britischen Hinterland.

Um die Explosives (wie sie im englischen umschrieben werden) zu den Häfen und damit zu den Schiffen zum Festland zu befördern, wurde die Eisenbahn genutzt.

Die Great Western Railway hatte ihr Streckennetz – wer hätte das vermutet – im Westen Großbritanniens und lag damit strategisch günstig um die Häfen zu bedienen.

Damit Bahnmitarbeiter wussten, was in den Waggons befördert wurde, wurden an der Außenwand Schilder mit Informationen zur Ladung und zur Strecke angebracht.

Einen solchen (unbenutzten) Zettel habe ich heute für euch zum Artikel des Tages bestimmt.

Neben den freien Feldern um Datum, Zugnummer, Start- und Zielbahnhof und Ladung einzutragen, gibt es noch wichtige Hinweise, deren Beachtung entscheidend zum unversehrten Eintreffen des Zuges beigetragen haben dürften:

  • Place as far as practicable from engine, brake-van and vehicles labelled „inflammable“ (Platzieren des Anhängers so weit wie möglich entfernt von Lok, Bremsen-Wagen und Waggons mit der Aufschrift „entzündlich“)
  • This label to be used for Gunpowder and all other Explosives. (Schild zur Benutzung für Schießpulver und alle anderen Sprengstoffe)
  • Shunt with great care (mit großer Vorsicht rangieren)
  • Load and unload outside goods sheds (nur im Freien be- und entladen)

Eine kleine Geschichte zur Great Western Railway und speziell zu diesem Schild gibt es hier.

Der Krieg wurde ja letztendlich gewonnen, ohne daß dieser Zettel zum Einsatz kam. Da können wir uns alle glücklich schätzen, daß er die vergangenen 70 Jahre heil überstanden hat und nun in meinem Arbeitszimmer an der Wand hängen darf.

Und warum schreibe ich „Krieg gewonnen“ obwohl ich Mitglied des Verlierervolkes bin? Weil das Ende des Krieges ein Gewinn für alle war – selbst für Deutschland!

Und wieso kommt dieser Artikel genau heute? Am 27. Januar 2015 jährt sich zum 70. mal der Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz. Unbestreitbar eines der dunkelsten Punkte deutscher Kultur. Dazu ein Literaturtipp, ein Buch, das nicht neu und im Mainstream des Jahrestages erschienen ist: Gunnar HeinsohnWarum Auschwitz.

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Über moopenheimer

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