Dai-Nihon teikoku seifu – Dai-Tô-A – senji waribiki kokkô saiken – Japanische Kriegsanleihe für den Groß-Ostasiatischen Krieg


Der Groß-Ostasiatische Krieg ist hierzulande eher unbekannt. Ein kleines „achso“ kann ich euch vielleicht entlocken, wenn ich Stichworte wie Iwojima oder Pearl Harbor in die Runde werfe. Der Groß-Ostasiatische Krieg war aber letzten Endes nichts anderes als der Teil des Zweiten Weltkrieges, der ihn tatsächlich geografisch zum WELTkrieg gemacht hat. Mit Beginn der Meiji-Ära, die ich euch hier schon einmal kurz vorgestellt habe, startete Japan Versuche, sein Territorium auf das chinesische Festland auszudehnen. Wer sich für Details interessiert, klickt hier und hier. Im Wikipedia-Artikel zum Zweiten Weltkrieg steht: Die japanische Expansionspolitik begann in den 1930er Jahren, als der Einfluss der militärischen Führung auf die kaiserliche Regierung stärker wurde. Japan verstand sich als Schutz- und Ordnungsmacht, die dazu auserkoren war, die anderen ostasiatischen Völker zu beherrschen. Die Rohstoffvorkommen und das Reservoir an Arbeitskräften, das die Nachbarländer boten, sollten der japanischen Wirtschaft zugutekommen. Das Hauptinteresse galt zunächst der Republik China, deren stark industrialisierte Region Mandschurei bereits 1931 annektiert und zum Protektorat Mandschukuo erklärt wurde. Als Reaktion auf die internationalen Proteste trat Japan 1933 aus dem Völkerbund aus. Ende 1936 schlossen Deutschland und Japan den Antikominternpakt. Mitte 1937 begann Japan den Zweiten Japanisch-Chinesischen Krieg. Und für diesen Krieg brauchte Japan Geld. Woher nimmt man das Geld wenn die Staatskassen leer sind und man keine zusätzlichen Steuern mehr erheben kann? Genau, man appelliert an den Patriotismus der Bevölkerung und verkauft Kriegsanleihen.

4. Anleihe

Diese stammt aus der 4. Anleihe und ist wahrscheinlich im Jahr 1942 herausgegeben. Insgesamt gab es 22 Anleihen die in den Jahren 1942 bis 1945 herausgegeben wurden. Das Konzept der Kriegsanleihe ist ebenso einfach wie unsicher: Der Bürger kauft Anleihen und stellt seinem Land damit sein Geld zur Verfügung. (zu Zeiten da das Geld wertlos war, ließen sich Regierungen noch andere Programme einfallen. Ein Beispiel ist das deutsche „Gold gab ich für Eisen“, das ich euch schon vorgestellt hatte) Diese Anleihen wurden zum Nennwert von 10, 20, 30 und 50 Yen aufgelegt, die zum Preis von 7, 14, 21 bzw. 35 Yen am Postschalter verkauft wurden. Als Gegenleistung bekommt man ein Wertpapier, das nach dem siegreichen Ende des Krieges eingetauscht werden kann. Durch die Kriegsbeute wird das Land reich und die Anleihe, die für 7, 14, 21 oder 35 Yen gekauft wurde, kann für 10, 20, 30 oder 50 Yen zurück verkauft werden. Soweit die Theorie. Der kleine aber entscheidende Punkt ist: der Krieg muß erst einmal gewonnen werden. Wie der Zweite Weltkrieg für Japan geendet hat, ist bekannt. Kamikaze-Flieger steuerten ihre Flugzeuge unter Hinnahme des Verlusts an Leben und Flugzeug in die feindlichen Ziele. Die USA reagierten durch Abwurf der ersten beiden Atombomben. Japan kapitulierte und die Kriegsanleihen waren wertlos. (das ist vielleicht etwas stark zusammengefasst, aber wer die ausführliche Version lesen möchte, kann hier anfangen) Falls sich unter meinen Lesern jemand befindet, der der japanischen Schriftsprache mächtig ist, würde ich mich für Details bedanken. Mich interessiert zum Beispiel der Nennwert und das Ausgabedatum dieses Papiers. Domo warigato!

Update: Dank eines japanischen Kollegen habe ich Details herausgefunden. seht hier

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Eine Antwort zu “Dai-Nihon teikoku seifu – Dai-Tô-A – senji waribiki kokkô saiken – Japanische Kriegsanleihe für den Groß-Ostasiatischen Krieg

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