Hand an den Becher – eine Kanone


Wisst ihr, was eine Kanone ist? Sicher denken jetzt die meisten von euch an solche großen metallenen Waffen, die im Krieg gewaltige Steinkugeln durch die Gegend schossen. Das stimmt zwar, hat aber mit dem heutigen Artikel nur bedingt zu tun.

Wir begeben uns heute in die geheimnisumwitterte Welt der Freimaurer.

Michael de Ramsays, ein Freimaurer, sagte im Jahr 1737: „Unsere Festmahle ähneln jenen tugendhaften Symposien des Horaz, bei denen man sich über all das unterhielt, was den Geist erleuchten, das Herz zügeln und den Sinn für das Wahre, das Gute und das Schöne einflößen konnte“. Und genau so laufen Festmahle und Treffen von Freimaurern wahrscheinlich weltweit auch heute noch ab. Ein Freimaurer ist üblicherweise weder ein die Weltherrschaft anstrebender Geheimbündler, noch ein mit Hammer und Meißel bewaffneter und Gargoyles in den Kathedralenturm schnitzender Handwerker. Die meisten von ihnen haben sich ein ganz einfaches Ziel gesetzt: den Gedanken des Humanismus in die Welt zu tragen und durch diese Arbeit sich selbst zu verbessern, durch ihr Handeln anderen Vorbild zu sein und damit die Welt ein kleines bisschen lebenswerter für sich und vor allem für bedürftige Mitmenschen zu machen.

Dabei gibt es einige Grundregeln. Ein Freimaurer ist angehalten, die Menschenwürde jedes Einzelnen zu respektieren, für widerfahrenes Glück in Demut dankbar zu sein und Hilfe zu leisten, wo immer sie benötigt wird. Er handelt dabei nach dem Prinzip: „Tu Gutes und rede nicht darüber.“

Aber wenn dann ein Festessen ansteht, dann geht es lustig zu, der eine oder andere Tropfen guten Weines darf nicht fehlen und dabei kommt die Kanone zum Einsatz. Meine sieht zum Beispiel so aus:

 

Wird ein Toast ausgebracht, trinken die Brüder Freimaurer ihren Wein aus diesen Gläsern und knallen sie anschließend mit Schwung auf den Tisch. Damit sie dabei nicht kaputt gehen, haben sie die Form, die sie haben. Ein dicker Fuß – hier aus Kristallglas – und eine dicke Glaswand. Das hält schon einiges aus.

Und weil man früher an Fürstenhöfen nach einem ausgebrachten Toast Böllerschüsse abfeuerte, werden heute diese Schüsse durch das Aufknallen der Gläser auf den Tisch imitiert. Und darum heißt das Glas Kanone und es ist nicht gefährlich, während der Anwendung oben in die Öffnung zu schauen, was bei gewöhnlichen Kanonen derb ins Auge gehen kann.

Und nun führet eure Hand an den Becher und trinket auf mich!

 

Quelle: Die Zitate und Informationen in diesem Artikel stammen von der Freimaurer-Wiki

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