Hubertus von Aulock und sein Freikorps


Schreibt man ein Buch über jemanden, sendet man der Person üblicherweise ein Exemplar seines Werkes. Zum einen kann die beschriebene Person beurteilen, ob das Geschriebene der Wahrheit bzw. der offiziellen Version entspricht, zum anderen möchte man die Person, über die man schreibt mit einem Exemplar erfreuen.

So hat es wahrscheinlich auch Walter Leithäuser getan, nachdem er 1922 sein Büchlein „Die Geschichte des Freikorps v. Aulock“ fertiggestellt hatte.

 

 

Das Büchlein selbst ist mit gerade einmal 40 Seiten eher dünn. Vielleicht gab es nicht viel über das Korps zu berichten. Für diejenigen unter euch, die nicht wissen, was ein Freikorps (gesprochen: Frei-Chor) ist, sei auf den Wikipedia-Artikel verwiesen. Die meisten dieser Freikorps entstanden nach dem Verlust des Ersten Weltkrieges, als Deutschland abrüsten musste und zahllose Soldaten, die sich bis dahin mit ihrem Leben beim Militär identifiziert hatten plötzlich vor dem Nichts standen.

So ging das Freikorps v. Aulock aus solchen demobilisierten Truppenteilen des Oberleutnants hervor, wurde 1918 gegründet und ein Jahr später in das Reichswehr-Jäger-Bataillon 8 der Vorläufigen Reichswehr übernommen. Mehr dazu hier.

Dies und andere Details stehen auch in dem kleinen Bändchen von Walter Leithäuser. Besonders freut mich, daß ich genau das Buch besitze, das der Beschriebene selbst besessen hat. Hubertus von Aulock hat sich sein ExLibris eingeklebt.

 

Für den Nostalgiker hier das Gedichtlein, daß Herr Leithäuser vorangestellt hat:

Dem Freikorpsführer.

Du hast’s gewagt, als viele andre zagten, / Als Herr und Held den kühnen Wurf getan. / Und deine stolzen Pläne überragten / Der kleinen Denker niedre Alltagsbahn.

Doch wie ein Genius immer unverstanden / Erkannt wird erst von einer künft’gen Zeit, / So gab’s auch kaum in unseren deutschen Landen, / Wer zeitig dir verdienten Dank gebeut.

Wenig der Treuen, die dich nicht verließen, / Als Sturm und Drang die Folge deiner Tat; / Wenig der Treuen, die die Deinen hießen, / Als Schmach und Schande deiner Feinde Rat.

Und dennoch wird ein großer Tag einst zeigen, / Was du dem deutschen Volke warst und bist, / Vor deiner Größe wird sich kläglich neigen / All deiner Widersacher Hohn und List.

Dann werden sich die Deinen um dich scharen, / Die alte deutsche Treue gilt aufs neu; / Und laut in Kampf, in Not und in Gefahren, / „Mit Aulock!“ heißt das ferne Feldgeschrei.

Und für alle anderen noch das Inhaltsverzeichnis:

Dieses Büchlein ist – wie so vieles aus der Freikorps-Ecke ein Nachtrauern der „guten, alten Zeit“ als Deutschland noch starke Kriegsmacht war und das Säbelrasseln den Feind in Angst und Schrecken versetzt hat. Nicht umsonst wurde von Freikorps-Mitgliedern die wiedergewonnene militärische Macht, die Aufrüstung und das Erstarken des neuen deutschen Militärs begeistert begrüßt. Und aus gutem Grund waren sehr viele hohe Persönlichkeiten der Nazi-Führungsriege ehemalige Freikorps-Mitglieder. Als bekannteste seien Rudolf Heß, Ernst Röhm oder Albert Leo Schlageter (siehe seinen Artikel hier im Museum). Daß es auch Wendungen zum Guten gab beweisen ebenso bekannte ehemalige Freikorps-Angehörige, die nach dem Ersten Weltkrieg einen anderen als den militärischen Weg einschlugen. Als Beispiel sei Pastor Martin Niemöller genannt. Eine kleine Liste bekannter Freikorps-Angehöriger (allerdings auch älterer Korps) findet ihr hier.

Bei Fragen zu Details, die nicht glorifizierender Natur sind, könnt ihr euch gern an mich wenden.

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Sammler, Bewahrer, Wissender, Verreiser, Genießer, Chaot

5 Antworten zu “Hubertus von Aulock und sein Freikorps

  1. mohnhoernchen

    Guten Tag, verkaufen oder tauschen wollen sie das Büchlein wohl nicht, sammle speziell Militärgeschichte der 20er Jahre und dieses fehlt mir noch? MfG!

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  2. Torsten Dahms

    Guten Tag, habe gerade eine echte Rarität herein bekommen Friedrich Georg Jünger / Ernst Jünger : Aufmarsch des Nationalismus aus dem Verlag Der Vormarsch, könnte ich Ihnen zum Tausch gegen den Aulock anbieten!? MfG!

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