Scheidemünzen 1848, 1858


Nach langer Pause gibt es heute mal wieder Geld.

Ich habe ein paar winzig kleine Münzen gefunden, die es mir wert sind, sie euch vorzustellen.

Scheidemünzen – was ist das eigentlich? Mit dem Begriff hat sich wahrscheinlich kaum einer meiner Besucher jemals befasst, vielleicht hat mancher das Wort schon einmal gehört, aber mehr auch nicht.

Eine Scheidemünze ist, kurz zusammengefasst, eine Münze, deren Metallwert geringer ist, als ihr geprägter Wert. Bestand früher beispielsweise eine Münze aus soviel Gold, wie man für einen Thaler kaufen konnte, und war ihr geprägter Wert 1 Thaler, dann war alles in Ordnung. Man hatte den exakten Gegenwert in der Hand und eine Ware, die dieser Menge Goldes entsprach, war durch die Münze adäquat bezahlt.

Und dann fing der Schummel an. Münzen wurden leichter, der geprägte Wert blieb gleich und man bekam für seine Ware weniger Wert in Gold, Silber oder anderen Metallen. Das System fußte auf Vertrauen. Das ganze ging irgendwann so weit, daß überhaupt kein Geld mehr benutzt wurde. Stattdessen gab es Papiernotizen auf denen geschrieben oder aufgedruckt stand „Dem Überbringer dieser Note wird von der Bank der Wert von 100 Goldmark in Gold ausgezahlt.“ Das war praktisch, weil Papier leichter war als Gold und man nicht so leicht Opfer von Räubern werden konnte. Irgendwann verschwand der aufgedruckte Spruch von den Banknoten und heute glauben noch immer viele, sie hielten Geld in der Hand, wenn Sie einen 100-Euro-Schein besitzen. In Wirklichkeit gibt es seit langer Zeit schon keine ausreichende Deckung für all die Geldscheine und gelegentlich fällt so ein System in sich zusammen und reißt den kleinen Mann mit sich. Das nennt sich dann Inflation.

Diese Münzen sind im Original winzig. Man kann den 1/2 Silber-Groschen links mit seinen 7 oder 8 Millimetern Durchmesser schon recht gut verlieren.

Für einen Wertvergleich ist eingeprägt „60 EINEN THALER“. 30 Groschen waren also ein Thaler. Was das genau für den Händler und den Kunden bedeutet, lest ihr hier. Dort wird auch die noch heute festgesetzte Begrenzung erklärt, mit wievielen Münzen euch ein Händler bezahlen darf bzw. wieviele er annehmen muß. Es sind in der Euro-Zone 50 Stück, egal ob Euro oder Cent. Ab der 51. Münze wäre euer Nachteil an Metallwert, verglichen mit dem geprägten Wert so hoch, daß die Annahme unredlich wäre.

 

 

 

 

Auf der Rückseite ist das Wappen und das Land eingeprägt: Fürstenth(um) Schwarzb(urg)-Sond(ershausen). Die Münzen wurden unter Graf Günther Friedrich Carl II. (1835-1880) geprägt. Den kennen wir schon aus diesem Artikel.

Die damalige Währung Thaler, Groschen, Pfennig wurde übrigens ab dem 1. Januar 1876 von Mark und Pfennig abgelöst. Näheres dazu kennt ihr bereits aus diesem Artikel.

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Über moopenheimer

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