Auf einem deutschen U-Boot kurz vor Kriegsende


Am 6. April 1945 war der Krieg schon lange verloren. Jeder wusste es, niemand durfte es laut sagen und ganz heimlich hofften einige noch immer auf die von Dr. Goebbels angekündigte Wunderwaffe.

Die Soldaten hatten einen schweren Stand. Weit entfernt von der Heimat, sinnlose Aufgaben und keine Chance, den ganzen Kram hinzuwerfen und einfach nach hause zu gehen.

Ähnlich erging es wahrscheinlich auch Fritz Horn, Maschinenobergefreiter (Masch. Ob. Gefr.) auf einem U-Boot, dessen Nummer wir leider nicht erfahren.

 

Er schrieb am 6. April, also einen Monat vor der Kapitulation Nazideutschlands an seine Eltern einen Brief, den ich euch heute zeigen möchte:

 

an Bord, den 6.4.45

Liebe Eltern!

Nun will ich auch wieder ein paar Zeilen an Euch schreiben, mir geht es wie immer gut. Ostern haben wir auch gut hinter uns, ein paar tage waren wir im Schlaraffenland (Dänemark)

hat uns ganz gut getan.

Gotenhafen ist für uns nun hinfällig, wir sind jetzt wieder weiter südlich! Dort wo wir voriges Jahr im Sommer waren. Das Wetter ist im Augenblick wie der Krieg, es wird aber bald wieder Sonnenschein sein, einmal muß es ja wieder besser werden und es wird wieder besser. Für heute will ich nun schließen. Post haben wir schon einige Zeit nicht gekriegt, aber auch diese wird bald wieder eintreffen.

Seid alle recht herzlich gegrüßt

Euer Fritze!

Für Feldpost eher unüblich, ist dieser Brief mit einer Ortsangabe versehen. Zwar scheint „wir sind jetzt wieder weiter südlich! Dort wo wir voriges Jahr im Sommer waren.“ auf den ersten Blick ungenau. Allerdings darf man davon ausgehen, daß Fritze den Eltern den Aufenthaltsort seines U-Bootes seinerzeit erzählt hat. Somit wüssten sie auch diesmal, wo das Boot zu suchen wäre. Und wir alle kennen die Gefahr, denn Achung! Feind hört mit

Ob Fritze den Krieg überlebt hat, weiß ich nicht. Vermutlich, denn die großen U-Boot-Verluste fanden eher statt.

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