Wer einmal aus dem Blechnapf frisst …


Es gab eine Zeit vor dem Plastikgeschirr.

Heute benutzt die ganze „zivilisierte“ Welt Plastik in der Küche: Plastikbrettchen, Plastikflaschen, Plastiktrinkröhrchen, Messer mit Plastikgriffen und dank der Tupperware und ihrer Ableger quillt mindestens ein Schrank in jeder Küche mit Plastikschüsseln über und sie ergießen sich in die Küche, sobald die Schranktür geöffnet wird.

Der Trend scheint zwar zu Holz oder gepressten Pflanzenfasern zu gehen, allerdings scheint das nur uns Westeuropäern so. Der Großteil der Menschheit geht den entgegengesetzten Weg. Dort ist es ein Fortschritt, die alten Gefäße aus Naturmaterialien durch schöne, bunte Plastiksachen zu ersetzen.

Wie sah es vor 100 Jahren bei uns aus?

Bei uns wurde Blechgeschirr verwendet. Einige Teller und Schüsseln habe ich noch heute und benutze sie täglich.

Wie ihr sehen könnt, ist die Emaille an einigen Stellen abgeplatzt. Das war damals kein Grund, die Teile wegzuwerfen. Sofern sie nach Benutzung abgewaschen und abgetrocknet wurden, hielten sie noch lange. Einziges Manko: ohne den Schutz der Emaille war das Blech dem Rostprozess ausgeliefert. Und so zeigte sich irgendwann ein Loch.

In Zeiten der umsichtigen Benutzung und des knappen Geldes war aber selbst ein Loch kein Grund zum wegwerfen.

Wie behalfen sich die Urgroßeltern? Ich will es euch zeigen:

Seht euch den hinteren Rand des Bodens an. Das Loch wurde genietet. Durch die breitgeschlagene Niete war das Loch wieder dicht und einer weiteren Verwendung stand nichts mehr im Weg.

Hier die Ansicht von der Unterseite:

Und damit blühte der Schüssel noch ein langes Leben.

Dass nicht nur Metallwaren repariert wurden, sondern sogar Steinguttöpfe, habe ich euch hier schon erzählt.

Kleidung wurde sowieso repariert. Siehe hier und hier.

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