Raminagrobis und Cadet Roussel


Wer Franzose ist oder in Frankreich gelebt hat – vorzugsweise als Kind – mag unsere beiden heutigen Helden kennen. Für den Durchschnittsbürger Deutschlands sind sie unbekannt: Raminagrobis und Cadet Roussel.

Cadet Roussel ist der Held einer Fabel. Basierend auf den tatsächlichen Ereignissen im Leben von Guillaume Rousselle in Auxerre, werden kleine Anekdoten über seinen Lebensstil erzählt.

Als Gerichtsvollzieher von Auxerre konnte er sich ein kleines Vermögen anhäufen, das ihm den Kauf eines Hauses erlaubte. Dort wurde er als Lebemann bekannt, genoss aber große Achtung bei seinen Mitbürgern.

Sein Engagement als „guter Revolutionär“ brachte ihn für ein Jahr hinter Gitter. Nach seiner Freilassung im Jahr 1795 konzentrierte er sich ausschließlich auf seine Arbeit als Gerichtsvollzieher.

Ein im Jahr 1792 verfasstes Spottlied machte ihn über die Grenzen Auxerres bekannt. Selbst Tschaikowsky baute es in sein Ballett „Der Nussknacker“ ein. Man könnte die Art des Liedes vielleicht mit „Fritze Bollmann“ oder „Bolle reiste jüngst zu Pfingsten“ vergleichen.

Die zweite Person des Tages ist Raminagrobis , was so viel bedeutet wie große, oder besser fette Katze.

Im französischen Märchen ist Raminagrobis mit dem gestiefelten Kater vergleichbar.

Und warum zeige ich euch beide Blätter? Weil es originale, kolorierte Lithographien aus der Imagerie Pellerin d’Épinal aus dem Jahr 1870 sind, worüber ich, als Lithographie-Freund, mich sehr freue.

Wie schon in meinem Artikel über Wasserzeichen beschrieben, ist es nicht ganz leicht, Wasserzeichen zu fotografieren. Ich habe hier trotzdem versucht, dem dicken Zeichenkarton sein „Arches“ zu entlocken.

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