Insektentod für unterwegs – Teil 2


Vor wenigen Tagen gab es das Insektizid, heute folgt die Spritze.

Bevor es die heute so nützlichen Spraydosen gab, wurden Flüssigkeiten noch mittels Handarbeit zerstäubt. Nahezu jede dünnflüssige Flüssigkeit konnte in feinen Nebel verwandelt werden. Dazu wurde nicht mehr benötigt, als ein Behälter, in dem sich das Sprühgut befand und eine Vorrichtung, um es anzusaugen und durch ein sehr kleines Loch herauszublasen.

 

Insektenspritzen wie diese waren für das Grobe zuständig. Kleinere Ausgaben kennt ihr vielleicht von Parfümzerstäubern die entweder durch einen Gummiball oder durch ein Pusteröhrchen bedient wurden. Heute gibt es vermehrt wieder Pumpzerstäuber, die einer Sprayflasche ähneln, allerdings mittels Fingerkraft gepumpt werden.

Wie funktionierte unser Zerstäuber?

 

Links unten wurde der Glasbehälter mit Diabol-Insektizid angeschraubt. Darin befestigte man den mitgelieferten Gummischlauch. Wurde die Handpumpe nun bedient, blies vorn ein starker Luftstrom aus dem Kolben und saugte durch den entstehenden Unterdruck das Diabol durch das kleine Röhrchen und zerstäubte es.

Diese Variante sollte eine Universalspritze sein, an die Behälter unterschiedlicher Marken geschraubt werden konnten. Leider waren die Gewinde und Öffnungsgrößen letztendlich dann doch verschieden, so dass man einen Diabolbehälter aufhob und anderes Zeug (z.B. FLIT) nachfüllte.

Meine Spritze stammt übrigens aus Schweden und ist gar nicht so alt. Ich vermute, sie stammt aus den 1980er Jahren, da der Kolben aus Blech und der Griff aus Holz ist.

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Insektentod für unterwegs


Früher scheint es mehr Insekten gegeben zu haben. Zumindest im Haus hatte man in der Vergangenheit wohl mehr Insekten.

Auf Flohmärkten sieht man häufig Dinge aus der Insektenbekämpfung. Meine bisher veröffentlichten Exponate seht ihr hier.

Heute kommt eine Dose mit Insektenvertilgungsmittel dazu.

 

FLIT tötet Fliegen, Motten, Stechmücken, Bettwanzen, Holzwürmer, Küchenkäfer, Ameisen, Flöhe sowie anderes Haus-Ungeziefer samt Brut. Wie schön!

Sehr lustig anzusehen ist der Soldat, der statt eines Gewehrs den Zerstäuber geschultert hat.

Auf der Seite sind noch weitere Anwendungsarten aufgelistet:

Mücken, Schnaken, Bremsen, Wespen. Niemand hatte eine Chance.

Bei Ausflügen, Fischerei, Jagd – Das Bestäuben der Kleidung und der nächsten Umgebung mit Flit hält Fliegen und Stechmücken fern.

 

 

Wie man auf der Vorderseite sieht, ist die Flasche im Design von 1928 gehalten. Sie wird also vermutlich irgendwann in der Zeit nach 1928 und vor 1935 hergestellt worden sein.

Der Deckel wird mit einem interessanten Klemm-Mechanismus verschlossen. Ich habe eine Weile gebraucht, bevor ich ihn geöffnet bekommen habe.

Eine (beinahe) passende Spritze dazu gibt es hier.

Postkarten aus Österreich


Heute soll es mal wieder um Postkarten von Verkäufern an meinen Uropa gehen. Sie stammen aus den Jahren 1909 und 1910 und wurden in Linz, Brünn (Brno – bekannt durch die nebenan gegen Napoleon geführte Schlacht bei Austerlitz) und Troppau (Opava – Schlesien) – letztere beiden in Tschechien – abgesendet.

Die erste Karte ging an einen Mitarbeiter, Herrn Pole, der allerdings aus Deutschland stammte und trägt einen ganz fürchterlichen Fehler in der Anschrift. „Erfurt Sachsen“ trifft wahrscheinlich jeden Thüringer und speziell die Bewohner der Thüringischen Hauptstadt tief ins Mark.

Auf den oberen beiden Karten wurde übrigens noch das alte, französische Wort Droguerie verwendet.

Und worum ging es bei den Karten? Preise, Geschäfte, Werbung. Lest unten die Transkription.

Euer Wohlgeboren!

Ersuche höflichst uns zu benachrichtigen, ob Euer Wohlgeboren im Besitze der echten Hustenlohe zum Einatmen für Lungenleidende nebst Gebrauchsanweisung sind.

Hochachtungsvoll Barmherzige Schwetern v. hl. Carl Borromäus, Linz, Elisabethstr. 23, Ob. Österreich

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Troppau, am 28. Mai 1909.

Herrn Richard Jacobi G.m.b.H., Elberfeld

In höfl(icher) Beantwortung Ihrer freundl(ichen) Anfrage vom 24. d(es) M(onats) teilen wir Ihnen mit, daß sich an den Preisen für unsere Spezialitäten nichts geändert hat.

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Brünn 5. 9. 10

Euer Wohlgeboren!

Die Blockkalender gebe ich nur auf Heublumenseife, Insektenpulver Puck und Zahncremé Rübezahl, für welche Artickel sonst keine Reklame gemacht wird. Und da müssen Umsätze gemacht werden, wenn ich auf meine Rechnung kommen soll. Für die Haarmilch mache ich eine kostspielige Zeitungsreklame, da hier eine andere Reklame für den Artickel keinen Zweck hätte.

Hochachtungsvoll Joh. Grolich.

Tod den Motten – Globol


 

 

Eine Blechdose aus den 1930er Jahren soll uns heute über die Notwendigkeit informieren, unsere Kleidung vor dem Angriff der fiesen Kleidermotte zu schützen.

Diese kleinen Flattermänner lieben es, in unseren Kleiderschränken zu sitzen, an den Klamotten zu nagen und nebenbei auch noch Eier zu legen um auch ihre Kinder in den Genuss südostasiatischer Handwerkskunst kommen zu lassen.

Das hatte aber ein Ende, wenn man das ideale Mottenmittel, das mild duftende Globol im Einsatz hatte.

Blechdose Globol

 

Diese Blechdose ist ca. 30 x 20 cm groß, 12 bis 15 cm hoch und ein idealer Aufbewahrungsort für andere Dinge, die ihr hier im Blog findet.

Globol gibt es heute noch immer. Zusätzlich zu den Motten wird inzwischen auch Jagd auf Fliegen und zahllose andere störende Insekten gemacht.

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