Urlaubsreisen 1939 – Brot und Spiele


Eine der Maximen des Deutschen Reiches war es, das Volk bei Laune zu halten. Nicht allein sollte sich der Deutsche großartig fühlen, weil er Deutscher war, er sollte auch Gründe haben, auf das Deutsche Reich stolz zu sein. Da die staatlich verordnete Propaganda auf Dauer öde und einschläfernd war, mussten andere Wege gefunden werden, dem Reichsbürger die Großartigkeit der großdeutschen Reichsführung zu vermitteln.

Urlaub von der harten Arbeit war hier eine willkommene Abwechslung für den Volksgenossen. Das Programm „Kraft durch Freude hatte ich euch schon mehrfach vorgestellt. Alle Artikel zu diesem Thema findet ihr hier.

Heute gibt es einen Urlaubskatalog der Deutschen Arbeitsfront (DAF) für Sachsen aus dem Jahr 1939.

 

Ganz zu Beginn die unvermeidliche Hitler-Rede, die wirklich nirgends gefehlt hat.

Bei den Römern hieß das in anderen Worten ausgedrückt Panem et circensis – Brot und Spiele.

Eine Vorrede des Gaubmanns Hellmut Peitsch steht dem Katalog voran. (Sein Wikipedia-Artikel ist übrigens nicht uninteressant.) Er erläutert die Gründe des verspäteten Erscheinens dieses Heftes, geht auf die Probleme der notwendigen Sonderzüge der Deutschen Reichsbahn zur Verbringung der Urlauber an ihren Zielort und zurück sowie die durch Eroberungen gewachsene Fläche des zu befahrenden Großdeutschen Reichs.

Hinweis: Reist nicht nur in die Ferne, sondern seht euch auch unser schönes Sachsenland an! Und reist auch im Mai und September!

Unsere Ostmark – nicht zu verwechseln mit der Währung der DDR – umfasste grob die Gebiete von Österreich und Tirol. (siehe hier)

 

Gefolgt vom schönen Sudetenland, dem Grenzgebiet zwischen Österreich, Deutschland und der damaligen Tschechoslowakei.

 

Die im Katalog hier und dort eingefügten Hinweise für den Reisenden sind wert, gelesen zu werden. Am Ende der Artikel finden sich übrigens die Fahrten-Nummern. Mehr dazu später.

 

 

Die Heimat Sachsen als Ausflugsziel – nicht langweilig, dafür günstig:

 

Schlesien – rechts von Sachsen, bis zur damaligen russischen Grenze asu dem nach dem Zweiten Weltkrieg  große Menschenmassen als Flüchtlinge nach Deutschland geströmt kamen. (siehe hier)

 

 

Die Nord- und Ostsee – hier hat sich bis heute nur wenig verändert. Die Einheimischen tanzen vergnügt am Strand, Kutschfahrten durch’s Watt und strandkorbgepflasterte Strände.

 

aber lest selbst

 

Weiter führt unsere Reise nach Ostpreußen mit seiner Hauptstadt Königsberg (heute Kaliningrad) und in die Lüneburger Heide.

 

Wirklich wichtige Hinweise für alle Urlauber – bedenkt: damals gab es keine Computer, an denen in Echtzeit die Verfügbarkeit überprüft und gebucht werden konnte. Hier galt es, rechtzeitig eine Anmeldung abzugeben und abzuwarten.

 

die KdF-Reisegepäckversicherung

 

Und schließlich die Fahrten im hinteren Teil des Kataloges:

Beachtet auch die blauen Abkürzungen FW – Ferienwanderung, RW – Radwanderung, FWL – Ferienwanderlager, FA – Faltbootwanderung

 

Hinweise zum ordentlichen Bezahlen:

 

Ganz neu – neuzeitliche Reise-Omnibusfahrten

 

Teilnahmebedingungen

 

Und schließlich das weiter vorn angekündigte Preisrätsel

Aber, freut euch nicht zu früh – mitmachen ist sinnlos: der Einsendeschluß war der 31. Mai 1939 und mit den Kdf-Reisegutscheinen im Wert von RM 30,- könnt ihr eh nichts mehr anfangen.

 

Ach ja, es gab noch die ganz exklusiven, kostspieligen Auslandsfahrten mit dem Kreuzfahrtschiff

Das hier beschrieben KdF-Kreuzfahrtschiff „Wilhelm Gustloff“ kennt ihr ja schon von diesem Artikel.

Kurzfahrten:

 

 

Wanderfahrten:

 

sehr schön die damals übliche Bezeichnung „nach dem“ bei Reiseangaben:

 

Schmucke und bequem eingerichtete Dampfer für Betriebsgefolgschaftsfahrten

 

Die Fahrten in diesem Katalog reichen übrigens bis zum 25. September, Rückfahrt 2.Oktober. Ob all diese Fahrten tatsächlich durchgeführt wurden, wo ja am 1. September mit dem Überfall auf Polen der Zweite Weltkrieg begann, kann ich nicht sagen. Sicher ist hingegen, daß dieser KdF-Urlaubskatalog der letzte seiner Art gewesen sein dürfte, da mit dem Kriegsbeginn die Urlaubsreisen in anderer Form stattfanden, wenn auch auf vorerst noch wachsendem Reichsgebiet.

 

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Das verlustreichste Schiffsunglück in der Geschichte der Seefahrt


Wer von euch hat bei der Überschrift gedacht: „Hatte er nicht schon einmal einen Artikel über die Titanic veröffentlicht?“ Ja, hatte er: hier.

Allerdings war der Untergang der Titanic zwar ein medienwirksames Ereignis (Zitat: Im Gegensatz zum Schiff kam der Film in Amerika gut an.), allerdings schafft diese Katastrophe es auf der Liste der Schiffsuntergänge mit den meisten Toten nicht mal unter die ersten 30. Die vorderen Plätze nehmen dabei viele im Zweiten Weltkrieg versenkte japanische Truppentransporter ein.

 

Der mit Abstand größte Verlust eines einzelnen Schiffs ereignete sich gar nicht so weit entfernt. Am 30. Januar 1945 wurde vor der Küste Pommerns die Wilhelm Gustloff versenkt. Dabei handelte es sich ursprünglich um ein Ausflugsschiff der NS-Organisation Kraft durch Freude (KdF). Wie man zu einer Fahrt auf diesem Schiff kam, hatte ich hier schon berichtet. Was zu beachten war, lest ihr hier.

Der heutige Artikel ist ein Dokument aus der Zeit, als an Kreuzfahrten nicht mehr zu denken war. Bereits mit Beginn des Zweiten Weltkrieges wurde das Ausflugsschiff in ein schwimmendes Lazarett umgebaut. In den Jahren 1939 und 1940 wurden, hauptsächlich während der Besetzung Norwegens, verwundete Soldaten, versorgt und in die Heimat gefahren.

Von November 1940 bis Januar 1945 wohnten die U-Boot-Besatzungen der 2. U-Boot-Lehrdivision an Bord des in Gotenhafen vor Anker liegenden Schiffs.

Ein Teil dieser U-Boot-Besatzung war auch Hans-J. Maetze, Mtr Ob Gfr (Matrose Ober-Gefreiter?) über dessen Schicksal mir nichts bekannt ist. Lediglich diese Weihnachtskarte, adressiert an die kleine Ilsetraute Techow aus Berlin-Köpenick, ist erhalten geblieben.

 

20.12.43

Dir liebe Traute von ganzem Herzen ein recht fröhliches Weihnachtsfest, gleichzeitig alles Gute zum Neuen Jahr und werde vernünftig und mach Deiner Mutti keinen Kummer. Sei recht brav und sei mit den innigsten Grüssen bedacht.

Hans

Mtr.Ob.Gfr. H.J.Maetze 6./-2. U. L. D. Gotenhafen „Gustloff“

Wer sich dafür interessiert, was man auf der „Gustloff“ gelernt hat, der kann hier einen Bericht eines Kameraden von Hans Maetze lesen.

Details zur Versenkung weiß Wikipedia. Eine Doku gibt es hier.

 

Eisernes Sparen


Was ein Bausparvertrag ist, weiß jeder. Man spart einen Teil seines Geldes um damit den Bau eines Hauses oder dessen Renovierung zu finanzieren. Hat man die Hälfte eingezahlt, bekommt man einen zinsgünstigen Kredit über die andere Hälfte und kann somit zu günstigen Konditionen den Weg ins Eigenheim ebnen.

Im Dritten Reich gab es noch zwei weitere Arten, sein Geld für einen besonderen Anlass aufzusparen. Ziemlich gut bekannt ist das sogenannte KdF-Sparen. Kdf – Kraft durch Freude – war das Programm, mit dem ab 1933 im nationalsozialistischen Deutschland die Freizeitgestaltung der Volksgenossen in gelenkten Bahnen verlaufen sollte. Die Idee war nicht schlecht und wurde in der DDR teilweise mit den Freizeitaktivitäten des FDGB fortgesetzt. Die KdF-Geschäftsfelder mit Hintergrundinformationen findet ihr hier. Eine Parallele zum Bausparvertrag war das sogenannte KdF-Wagen-Ansparen, also die Hälfte des Kaufpreises des KdF-Wagens, des VW Käfers, anzusparen, das Auto ausgeliefert zu bekommen und danach in monatlichen Raten die zweite Hälfte zu bezahlen. (dieses System hat es übrigens nie über die Ansparphase geschafft, kein Auto wurde jemals ausgeliefert)

Während das konservative und in Banken vertrauende Bausparen vorwiegend von Beamten und Angestellten im öffentlichen Dienst genutzt wurde, fanden sich für das KdF-Sparen hauptsächlich Gefolgsleute der nationalsozialistischen Idee. Schließlich gab man sein Geld in die Hände einer NS-Organisation, also dem Staat.

Aber es gab noch eine dritte Art des Sparens, die unser heutiges Thema sein soll: das Eiserne Sparen.

 

Die Eiserne Sparerklärung war ebenso gewagt wie gezwungen. Überwiegend in Betrieben wurde unter Kollektivzwang für den Abschluss eines Eisernen Sparvertrages geworben. Wer wollte da als Einziger in der Arbeitsgruppe nicht teilnehmen? Und somit wurden zahlreiche Sparer gewonnen. Aber wieviel und worauf sparte man überhaupt?

Das Eiserne Sparen wurde mit vorgegebenen wöchentlichen Beträgen durchgeführt. Zu Beginn im Jahr 1941 waren das 6 Reichsmark pro Woche, später wurde der Betrag auf bis zu RM 1,- gesenkt um noch mehr Sparer zu ermutigen. Das Geld war vorhanden, schließlich hatte die Mangelwirtschaft in den zwei Jahren des Krieges dazu geführt, daß zwar die Löhne erhöht worden waren, jedoch nicht mehr ausreichend Waren im Handel zur Verfügung standen. Die Durchschnittsfamilie hatte Geld übrig, das der Staat brauchte.

Das Sparziel hingegen war im Vergleich zum Bau- und KdF-Sparen ganz unsicher. Die Spareinlagen wurden zwar nur mit dem Sparbuchzins verzinst, waren dank Steuerfreiheit trotzdem lukrativ. Allerdings war eine Auszahlung der angesparten Summe frühestens ein Jahr nach Kriegsende möglich. Das machte die Angelegenheit heikel, denn wer wollte einem Abschluss des Sparvertrages schon widersprechen, weil ihm das Kriegsglück Deutschlands unwahrscheinlich erschien? Und wer wollte darüber nachdenken, was aus den Spareinlagen wird, sollte Deutschland den Krieg nicht gewinnen?

Zum Zeitpunkt des Abschlusses des oben gezeigten Vertrages von Walter Müller am 28.11.1941, also nur 18 Tage nachdem das Programm ins Leben gerufen wurde, war die Welt für jeden führertreuen Nationalsozialisten noch in Ordnung. Seit 5 Monaten marschierte die Wehrmacht auf sowjetischem Boden und eroberte „Lebensraum im Osten“. Der Winter vor Stalingrad war noch ein Jahr entfernt und die braune Welt drehte sich im Takt des Gleichschritts. Da glaubte man noch an einen schnellen Sieg und fette Beute.

Der Ausgang des Krieges ist bekannt, das Ergebnis des nicht kündbaren Eisernen Sparvertrages war eine Umschreibung in ein normales Sparbuch im Jahr 1947. Mit der Währungsreform 1948 erfolgte eine Umstellung von 10:0,65 zur D-Mark, also aus 10 Reichsmark wurden 65 Pfennige. Wer wie Walter Müller gleich von Beginn an dabei war und von November 1941 bis zum Kriegsende monatlich seine RM 26,-einzahlte, hatte die Höchstansparsumme von knappen 1100 Reichsmark erzielt und erhielt nach der Währungsreform 71 D-Mark. Ein Anspruch auf Entschädigung von immerhin 13,5% nach dem Altsparergesetz bestand leider nicht, weil alle Einzahlungen nach dem 1.1.1940 getätigt wurden.

Wieder einmal war der Bürger der Dumme.

Andere Artikel zum Thema sind Gold gab ich für Eisen, Knochenseife und Metallspende.

 

Urlaubszeit – ans Essen denken – Lebensmittelkarte für Urlauber – Sommer 1944


Herr Moopenheimer meldet sich für eine Woche ab und fährt in den Urlaub. Für ausreichend Beiträge bis zu meiner Rückkehr ist gesorgt. Ihr müsst also nicht darben. Ich hoffe, für jeden ist auch während meiner Abwesenheit etwas dabei.

Passend zur Urlaubszeit gibt es heute eine Lebensmittelkarte zu entdecken, die sich – wer hätte Anderes erwartet – von der breiten Masse abhebt. Sie stammt sehr wahrscheinlich aus dem Sommer 1944 – wird also 70 Jahre alt. Ein Datum ist nicht angegeben, allerdings kann man eine Datierung anhand der angegebenen Mengen vornehmen. Vergleicht dazu diese Tabelle: wöchentliche Rationen pro Person im Zweiten Weltkrieg

Wie schon in meinem Artikel über das Reisebrotheft erklärt, war es im Krieg üblich, aufgrund von Lebensmittelknappheit den Schwarzmarkthandel durch die Ausgabe von Bezugsscheinen zu unterbinden. Dies funktionierte am einfachsten, indem Lebensmittel oder andere Waren des täglichen Bedarfs je nach Anzahl der Bedürftigen auf die entsprechenden Orte verteilt wurden. Jeder Bürger hatte sich beim Amt zu melden und bekam Lebensmittelmarken, deren Gültigkeit sich allerdings auf den Wohnort beschränkte. Für Urlauber brauchte man eine Alternative.

Hatte man beispielsweise einen Platz im Kraft durch Freude-Programm vom Amt für Urlaub, Reisen und Wandern erhalten, galt es, sich für die Dauer der Reise am Wohnort abzumelden und die Lebensmittelkarten der Heimat durch entsprechende für Urlauber einzutauschen. In der Regel wurden die Bezugsmarken einfach entwertet. (hier gibt es einen Link zu meinem Reisekatalog aus dieser Zeit)

Hier ist eine Karte für einen 3-tägigen Urlaubsaufenthalt, unbenutzt und unbeschriftet. Klickt auf das Bild für eine größere Ansicht und schaut euch mal an, welche Mengen Lebensmittel einem innerhalb der 3 Tage zustand.

Lebensmittelkarte für Urlauber

  • 960 g Brot,
  • 100 g Fleisch
  • 95 g Butter
  • 75 g Marmelade
  • 100 g Zucker
  • 50 g Nährmittel
  • 25 g Kaffee-Ersatz
  • 30 g Käse

Das sieht auf den ersten Blick nach ganz schön viel für eine Person aus. Bedenkt aber, wie es funktionierte: Ihr geht in ein Café und bestellt ein Stück Kuchen und eine Tasse Kaffee(-Ersatz). Die Kellnerin wird sich dazu von eurer Karte folgende Abschnitte abtrennen bzw. entwerten: 20 bis 50 g Brot oder Nährmittel, 5 oder 10 g Butter, vielleicht 25 g Marmelade oder Zucker – halt Zutaten, die man zum Kuchenbacken benötigt. Dazu die Kaffee-Ersatz-Marke und schon ist die Karte deutlich gelichtet. Es war übrigens üblich auf größere Marken herauszugeben. Wurde eine 25 g-Brotmarke benötigt, bekam man bei Abgabe des 50 g-Abschnittes sein Brot und eine 25 g-Marke retour.

Und nicht zu vergessen: Die Marken allein waren nicht alles. Bezahlen musste man die Sachen ja auch noch.

Mehr Lebensmittelkarten gibt es später. Alle Artikel, die bisher erschienen sind, seht ihr hier.

Dem geneigten Interessierten empfehle ich dazu die überaus lehrreiche Lektüre der Tagebücher von Victor Klemperer.

Und nun wünsche ich mir einen ruhigen Urlaub und sage tschüß bis zu meiner Wiederkehr am 26.7.

 

Ein Kampf um Deutschland – 1933


* Dieser Artikel setzt sich mit der Propaganda und den Repressalien der Nationalsozialisten gegen die Kommunistische Partei Deutschlands im Jahr 1933 auseinander. Die hier geäußerten Meinungen sind ausschließlich privater Natur und zu geschichtlichen Forschungszwecken bestimmt. Sollte jemand Probleme mit dem Inhalt dieses Artikels haben, bitte ich ihn, sich mit mir in Verbindung zu setzen. Von Kommentaren zur Verherrlichung der Nationalsozialisten oder ihrer Taten bitte ich abzusehen. Diese werden umgehend entfernt.

Wusstet ihr, daß die Kommunisten in Deutschland eine der zahlenmäßig größten Gegner der Nazis waren? Im Unterschied zu heute, waren die Wähler der KPD auch noch nach dem Beginn der Repressalien durch die SA aktiv gegen das Erstarken der rechten Regierung tätig. Wer sich einmal die Zeit nimmt und die Tagebücher des späteren Reichspropagandaministers Joseph Goebbels durchliest, findet bis ins Jahr 1934 oder 1935 immer wieder Einträge, in denen der Kampf „unserer braunen Jungs gegen die rote Flut“ (Zitat) beschrieben wird. Dabei wird ersichtlich, daß es dabei richtig zur Sache ging und viele Opfer auf beiden Seiten, wie ja auch der später glorifizierte Horst Ludwig Wessel, zu beklagen waren.

 

Nachdem die NSDAP in der letzten wirklichen Reichstagswahl zum Sieg fand und ihren bekannten Weg der Wahl zwischen  Gleich- oder Ausschaltung beschritt, wurde massiv gegen die Kommunisten aufgefahren.

Ergebnisse der Reichstagswahl vom 5. März 1933 (Wbt=Wahlbeteiligung; KPD=Kommunistische Partei Deutschlands; DZP=Deutsche Zentrumspartei; DNVP=Deutschnationale Volkspartei; CSVD=CHristlich Sozialer Volksdienst; DDP=Deutsche Demokratische Partei)

Land Wbt NSDAP SPD KPD DZP1 DNVP2 DVP CSVD3 DDP4
Anhalt 93,8 46,1 30,8 11,4 1,3 8,4 1,1
Baden 85,3 45,4 11,9 9,7 25,4 3,6 1,0 1,3 1,5
Bayern5 88,4 43,1 15,5 6,3 27,2 4,1
Braunschweig 92,0 49,0 30,5 8,8 1,7 7,6 1,4
Bremen 89,2 32,7 30,3 13,2 2,3 14,5 5,4 1,0
Hamburg 88,4 38,8 26,9 17,6 1,9 8,0 2,4 3,5
Hessen 90,6 47,4 21,7 10,9 13,6 2,9 1,7 1,0
Lippe 88,8 47,1 28,0 8,2 2,4 6,9 3,1 3,7
Lübeck 92,0 42,8 38,3 8,2 1,1 5,6 2,5 1,0
Mecklenburg-Schwerin 88,5 48,5 24,5 7,3 16,8 1,1
Mecklenburg-Strelitz 87,0 51,6 22,6 7,1 15,9
Oldenburg 88,6 46,5 18,2 6,4 14,8 11,4 1,13 1,10
Preußen 88,7 43,7 17,0 13,2 14,2 9,1 1,0
Sachsen 91,6 45,0 26,3 16,5 1,23 6,5 1,8 1,5 1,22
Schaumburg-Lippe 91,1 43,4 39,1 5,7 7,8 1,6 1,1
Thüringen 90,1 47,6 20,6 15,3 1,2 12,4 1,6
Württemberg6 85,7 42,0 15,0 9,3 16,9 5,2 2,2 3,2
Gesamtergebnis7 88,7 43,9 18,3 12,3 11,2 8,0 1,1 1,0

 

Für euch gibt es heute eine sehr miese Hetzschrift aus dem Jahr 1933. Herausgegeben vom Gesamtverband deutscher antikommunistischer Vereinigungen e.V. trägt das Werk den Titel „Ein Kampf um Deutschland“.

 

Ich bin mir nicht sicher, vermute aber, daß der Titel unter Anlehnung an Felix Dahn’s 1876 erschienenes Buch „Ein Kampf um Rom“ gewählt wurde. Dieses Buch endet mit den Versen: „Gebt Raum, ihr Völker, unsrem Schritt. | Wir sind die letzten Goten. | Wir tragen keine Krone mit, | Wir tragen einen Toten.“ Das würde hervorragend passen.

 

 

Im weiteren Artikel habt ihr die Möglichkeit, die Broschüre durchzulesen. Ich bitte euch, dabei euren gesunden Menschenverstand zu benutzen und den Inhalt ausschließlich zur eigenen Bildung, nicht jedoch zur Propaganda für oder gegen jegliche extreme politische Strömung einzusetzen, weder links noch rechts.

 

 

 

Anfangszitat: „Es gab zu Beginn dieses Jahres Wochen, in denen wir haarscharf am Rande des bolschewistischen Chaos vorbeigekommen sind.“ Reichskanzler Adolf Hitler am 1.9.1933.

Das Bändchen beginnt mit:

Deutsches Volk, hast du einmal darüber nachgedacht was in diesen Worten Deines Führers liegt? – Teils offen, meist aber unterirdisch arbeiten seit 1½ Jahrzehnten Millionen von Kommunisten, verführt und geleitet von volksfremden Verschwörern, an der Entfesselung des bewaffneten Aufstandes.

Im kommunistischen Manifest von 1848 heißt es wörtlich: “ Die Kommunisten verschmähen es, ihre Ansichten und Absichten zu verheimlichen. Sie erklären es offen, dass ihre Zwecke nur erreicht werden können durch gewaltsamen Umsturz aller bisherigen Gesellschaftsordnungen. Mögen die herrschenden Klassen vor einer kommunistischen Revolution zittern. Die Proletarier haben nichts zu verlieren als ihre Ketten. Sie haben eine Welt zu gewinnen. Proletarier aller Länder vereinigt euch!“

Gibt es da nicht gewisse Parallelen zur Vorgehensweise der Nazis nur wenige Jahre später? Ich denke da an Gleichschaltung, Enteignung, Arisierung.

 

 

Auf der nächsten Seite folgt eine Aufstellung der Mitgliederzahlen der KPD und ihrer Unterorganisationen, viele davon unter der jeweiligen „Internationalen“ organisiert. Punkt III. Vorpostenorganisationen: Rote Pioniere, Frauendelegiertinnen, Erwerbslosendelegierte und Rote Sportler. Zu den Roten Sportlern gehörten z.B. die in der DDR verehrten Ernst Grube, Bernhard Almstadt, Werner Seelenbinder, Fritz Lesch und Paul Zobel.

 

Rechts:  Oben: eine Postkarte die Max Hölz inmitten der von ihm abgebrannten Villen darstellt. – Rechts darunter: Brandplakat von Hölz – Mitte: Kommunistische Wandmalerei, die zur Ermordung der Polizeioffiziere Lenk und Anlauf auffordert. – Unten: Kämpfe zwischen Polizei und Rotem Frontkämpferbund.

 

 

 

 

Links: Wie es in Deutschland aussehen würde, wenn der Kommunismus gesiegt hätte, darüber Dir die Augen zu öffnen, sollen die folgenden Seiten dienen. Niemals sollst du vergessen, daß du selbst, deine Familie und das ganze Volk rettungslos verloren gewesen wären, wenn nicht im letzten Augenblick die ganze Nation, zum Widerstand und Aufbau entschlossen, sich hinter den Führer gestellt hätte.

Rechts: Christus mit der Gasmaske von dem bekannten Kulturbolschewisten George Groß („Maul halten und weiter dienen“)

 

 

 

Links: „Gottlosenpropaganda“

Rechts: Ein abgewandeltes Vater unser – angeblich aus einer Revue in der Gott als betrunkener Hausknecht auftritt. Kennt jemand Details dazu?

 

 

 

Links: Schriften der Gottlosenpropaganda (OPIUM, Proletarische Freidenkerstimme, Der kämpfende Gottlose, 5 Jahresplan an der Kulturfront, Der Internationale Proletarische Freidenker, usw.)

Rechts: Zersetzung von Jugend und Familie!  In einem Sowjet-Deutschland, dessen Religion die Gottlosigkeit, dessen Moral die Unsittlichkeit gewesen wäre, hätte es nie eine kraftvolle Jugend und eine gesunde Familie geben können. Familie wäre überhaupt „ein bürgerliches Vorurteil“ gewesen, ein „Hort der schädlichen Selbstständigkeit, Blutsverbundenheit und völkischen Überlieferung“. Sie zu zerstören hätte bedeutet, die kommunistische Gesellschaft verwirklichen. …  So wäre das Schicksal der deutschen Kinder in einem Sowjet-Deutschland gewesen: verhungert, zerlumpt, lasterhaft, durch Alkohol und Geschlechtskrankheit zerrüttet, ein willenloses Werkzeug der kommunistischen Gewalthaber.

 

 

 

 

Links: Der Kinderdiebstahl begann schon auf dem Spielplatz. Unter Anleitung von kommunistischen Funktionären mussten die deutschen Kinder in den Straßen der Städte singen: “ Hammer, Sichel, Sowjetstern, / Sowjet-Russland hab ich gern. / Wen ich zeige mit der Hand, / fährt mit mir in Lenins Land! / Wide, widde, widde, widde, witt / Und Du fährst mit!“

 

 

Links: „Kommunistische Jugendzersetzungsschriften und Kinderspielzeug“ (Die Trommel, Das Rote Signal, Jugend Internationale, Brettspiel: Rund um den Sowjetstern, Der revolutionäre Schulkampf, Proletarisches Spielbuch, usw.)

 

 

Unsittlichkeit! – zum links erwähnten Buch habe ich gefunden, daß es zu den „wichtigen Werken von dem österreichisch-amerikanischen Psychoanalytikers Wilhelm Reich (1897-1957) zu Fragen wie Fortpflanzung, sexuelle Befriedigung, Onanie, Homosexualität, Politisierung der Sexualfrage der Jugend u.v.m. gehört – Der Vorderumschlag zeigt den Blick in einen, sich zur Stadt öffnenden Torweg, in dem ein Pärchen an eine Hauswand gelehnt steht; der Rückumschlag zeigt denselben Blick vom selben Standort, aber diesmal marschieren Jugendliche mit den roten Fahnen der KJ (Kommunistische Jugend) am Betrachter vorbei. (ZVAB)

dazu: Ganz offiziell forderte der kommunistische „Einheitsverband für proletarische Sexualreform und Mutterschutz“ folgende „Ideale“ in einem Sowjet-Deutschland:  Kostenlose Schwangerschafts-Unterbrechung in staatlichen Kliniken; keine Bekämpfung der Prostituierten; hygienisches Sexualleben in den enteigneten Häusern; Abschaffung der Ehe; Vergesellschaftung des Kindes; Abschaffung aller Strafen für Perversiitäten; Begnadigung aller Sexualverbrecher.

Erwähnung findet auch Magnus Hirschfeld

 

 

Links: Hunger und Terror!

Rechts:  Kommunistische Schund- und Schmutzschriften werden vernichtet

 

 

Na, gut daß der Kommunismus nicht gesiegt hat, sonst hätte es in Deutschland Krieg gegeben. Danke Nazis!

 

 

Links: Lloyd George (1. Earl Lloyd-George of Dwyfor war ein britischer Politiker. Er wurde während des Ersten Weltkrieges zum Premierminister gewählt und war der letzte Liberale, der dieses Amt innehatte.) wird als Unterstützer des nationalsozialistischen Deutschland genannt.

 

 

 

 

 

Links: „Die Frage ist gestellt von einer Regierung, die Deutschland und, wenn diese will, die Welt wieder ehrlich gemacht hat. Die Antwort ist schon gegeben. Am 12. November wird Deutschland aufstehen Mann für Mann und auf die Frage Adolf Hitlers mit einem einstimmigen Ja so vieler Millionen antworten, als nie und nirgends noch sich zu einer Regierung bekannten. Dieses Ja eines Volkes soll wie ein Licht über Deutschland stehen und Europa erleuchten.

Das Licht hat man dann ja weithin scheinen sehen.

Rechts: ohne Kommentar

 

 

Und noch einmal eine Anleitung für die ganz Ungeschickten unter den Nachläufern und Zujublern

 

Der Buchrücken illustriert die beiden feindlichen Lager: einerseits die wohlgeordneten, braunen Horden um den grimmig-braunen Braunauer; in der unteren Hälfte die unsortierten Massen, die verblendet das Wohl der glöcklichän, doitschän Farmillje zerstören wollten um Schund, Schmutz und Krieg über unser Wohlergehen zu bringen.

 

 

Gib dem Volk ein Feindbild, das sich gegen den kleinen erreichten Wohlstand wendet und Du hast sie auf Deiner Seite. Das funktionierte schon immer prächtig, nur der Name musste von Zeit zu Zeit ausgetauscht werden: Kommunisten, Juden, Russen, Türken, Ossis/Wessis, Schwaben, Muslime – alle wollen immer nur unser Eigentum stehlen und unser vorbildliches Herrenrasseleben unterminieren.

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