Zeppelin – Briefe


Kaum war der Artikel zum Zeppelin veröffentlicht, tauchten die gesuchten Briefe auf.

Wie bereits erwähnt, sind die Marken leider nicht die teuren Versionen aus den frühen Zeppelin-Jahren, aber dafür handelt es sich bei den Briefen um zwei schöne Stücke mit den Katalog-Nummern 606 und 607

Zeppelinbrief3

Der obere Brief ist von einer Südamerika-Fahrt – abgeschickt in Berlin am 21.10.1936, angekommen in Rio de Janeiro am 25.10.1936. (Update: Danke für die Nachfrage von „Hurz“. Das hat mich zu mehr Nachforschungen ermuntert. Ergebnis: Dieser Brief stammt von der längsten je zurückgelegten Fahrt des LZ129. siehe hier)

Der untere Brief ist von der 1. Nordamerikafahrt – abgeschickt in Berlin (Update: am 6.5.1936), gestempelt (Update: an Bord) am 8.5.1936, angekommen in New York am 9.5.1936 und dann zurück nach Berlin. Die Reiseroute kann man oben auf dem Kuvert lesen: „Mit LZ 129 n. Nordamerika u. zurück n. Deutschland“Zeppelinbrief1

Zeppelinbrief2

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Zeppelin


Der Zeppelin (eigentlich ein starres Luftschiff, benannt nach dem Erfinder Ferdinand Graf von Zeppelin) hat damals wie heute bei seinem Auftauchen für großes Aufsehen gesorgt.

Irgendeiner meiner Vorfahren hat einen beim Überflug über unser Haus vom Dach aus fotografiert.Zeppelin
Und nochmal vom Bürgersteig aus:
Zeppelin2

Zeppelin1

Man konnte mit dem Zeppelin auch seine Post befördern. Hier eine Karte, die

  • zuerst per Flugzeug von Moskau (17.10.1934) nach Berlin-Tempelhof (20.10.1934) befördert wurde.
  • Wie sie von Berlin nach Friedrichshafen gekommen ist, weiß ich nicht, aber
  • von dort ging es per Zeppelin (27.10.1934) nach Pernambuco/Brasilien (Ankunft: 31.10.1934).

14 Tage! Und das alles für nur 80 Kopeken inklusive Luftpostzuschlag und Einschreiben.

Zeppelin-Postkarte

Ein beliebtes Sammelgebiet in der Philatelie sind deutsche Zeppelin-Briefmarken. Irgendwo schwirren davon auch noch ein paar rum.  (leider nicht die ganz teuren) Wenn sie mir über den Weg laufen, werden sie nachgereicht.  Update: hier kommen sie.

Wusstet ihr, daß die Spitze des Empire State Buildings in Manhattan

ESB

in der 102. EtageESB 102th

ursprünglich zum Andocken von Zeppelinen gedacht war?

Ihr seht hier die runde, kleine Halle mit den Fenstern. Von dort sollten die Passagiere über eine Strickleiter ein- und aussteigen. Man hat den Plan 1931 allerdings verworfen, da man den Wind nicht eingerechnet hatte.

ESB Top

Schließlich fand die Ära der Luftschiffe ein furioses Ende, als in Lakehurst der LZ 129  Feuer fing und mit Mann und Maus abgebrannt ist. Das Video gibt es hier. (inklusive der passenden Musik und nachgestelltem Ton)
Die deutschen Zeitungen berichteten:

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Zeppelin Absturz Zeitung 7. Mai 1937

Auch für den Wahlkampf wurde der Zeppelin benutzt:

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Best of in der Sommerpause – Teil 3


Da meine Rückblicke scheinbar gut beim Publikum ankommen, habe ich mich entschlossen, weitere Best-of-Artikel zu veröffentlichen.

Ich beginne mit dem Kommersbuch, einem Liederbuch aus Studentenzeiten, das hier ausführlich beschrieben wurde.

 

 

Als nächstes folgen die DDR-Kaugummibilder. Ja, es gab sowohl Kaugummis als auch Kaugummibilder in der DDR. Lest hier.

 

 

Das lustige Flunderspiel hat im Jahr 2017 unerwartete Berühmtheit erhalten, als mich der Deutsche Angler-Verband kontaktierte, um mir mitzuteilen, daß die Flunder „Fisch des Jahres 2017“ sei und sie mein Flunderbild in ihrer Zeitschrift benutzen wollten. Mein Flunderspiel findet ihr hier.

 

 

Der Beitrag über sehr alte Wasserzeichen hat mir damals ebenso viel Freude wie Arbeit bereitet. Ihr solltet ihn euch auch einmal ansehen, indem ihr hier draufklickt.

 

 

Alle Wasserzeichen finden sich in meiner Sammlung der Geschäftspost der Familie von Damm aus Braunschweig. Einen schönen Brief aus dieser Zeit, nämlich vom 31. Juli 1778 habe ich für euch damals in lesbare Form übertragen (das nennt man transkribieren) und hier veröffentlicht. Lest mal, wie ein ganzes Dorf darum bittet, eine Hungersnot zu vermeiden, indem der Lehnsherr ihnen den Zehnten stundet. (hier)

 

 

Was es mit den Drei-Mark-Stücken aus den Jahren nach 1908 auf sich hatte, habe ich euch hier verraten. Wer erinnert sich noch?

 

 

Meine Kakao-Kanne von Villeroy & Boch gab es in diesem Artikel zu bewundern.

 

 

Und die Briefe, die auf der längsten je mit einem Zeppelin zurückgelegten Reise und auf der allerersten Reise nach Nordamerika in einem Zeppelin mitgefahren sind, konntet ihr hier bestaunen.

 

Das war’s für heute. Mehr dazu in Kürze.

Best of in der Sommerpause – Teil 2


Weiter geht es heute mit einigen schönen Beiträgen aus der Vergangenheit.

 

Beginnen wir mit der Milchkoch-Hilfe. Die habe ich von meiner Oma geerbt. Eine clevere Erfindung. klickt hier

 

 

Mein Zeppelin-Artikel fand bei seiner Erstveröffentlichung im Ferbruar 2014 schon großen Anklang. Grund genug, ihn noch einmal hervor zu holen. seht hier

 

Aus dem gleichen Monat stammte mein Artikel über zwei bekannte deutsche Versandhäuser – Quelle und Neckermann. Wusstet ihr, daß beide sich groß dafür rühmten, rein arisch zu sein? nicht? Dann klickt hier

 

 

Gold gab ich für Eisen“ war ein Programm des Kaiserreichs um den Ersten Weltkrieg zu finanzieren. Darüber habe ich auch im Februar 2014 geschrieben. Wo? hier

 

Alle laufen, um Mizzi zu kaufen – wieso und was Mizzi war, erfahrt ihr hier

 

 

Der letzte Beitrag heute und damit des Best of vom Februar 2014 sind die Forum-Schecks. lest hier

Pfingstpause – 4. Tag


Den Abschluß unserer kleinen Wiederholungs-Pause bilden heute sogar 7 meiner früheren Artikel. Ab morgen geht es wieder wie gewohnt weiter.

Die Suche nach einer Vagabondin im Amtsblatt;

Interessantes über Zeppeline;

zwei Drei-Mark-Münzen und die Erklärung dazu;

tolle Wasserzeichen;

die Erklärung, was Juden und Flunderspiele gemeinsam haben können;

ein Endlos-Kinder-Kino aus der DDR

und ein interessanter Fakt über Milchschokolade.

Remington Portable


klick klick klick klick – pling – sssssiitttttt  

klick klick klick klick

So ungefähr klang es bis in die 1980er Jahre aus jedem Büro der Welt. Die Schreibmaschine war allgegenwärtig und alle Buchstaben gleich breit.

Bevor die Computer uns alle Arbeit abnahmen und wir jetzt, wenn man den Versprechungen von damals Glauben schenkt, heute kaum noch etwas zu tun haben, waren Tippfehler ein großes Problem und nicht einfach durch eine Zurück-Taste zu beheben. Trotzdem schreibe ich mindestens einmal pro Tag Worte wie Tatse, Servcie und Wochnenede und bemerke es erst nach dem absenden.

Schreibmaschinen gab es in vielen Varianten und sie haben eine bemerkenswerte Entwicklung durchlebt. Die ersten Modelle hatten einen Zeiger, mit dem auf den zu schreibenden Buchstaben gezeigt wurde, dann ein Knopfdruck und der Buchstabe war auf dem Papier. Das ging sehr langsam. Spätere Maschinen hatten bereits eine Tastatur, allerdings verhakten sich beim schnellen Tippen regelmäßig die zu kurz hintereinander angeschlagenen Typenhebel. Daraufhin ersann ein kluger Kopf eine Neuanordnung der Tasten. Je häufiger zwei Buchstaben  hintereinander in Worten vorkamen, desto weiter mussten sie auf der Tastatur auseinanderliegen. Das führte zu dem Layout, das wir noch heute kennen.

Die Schreibmaschine meiner Oma stammt aus dem Jahr 1928. Die Remington Portable #1 war eine Reiseschreibmaschine, konnte zusammengeklappt, in einem Koffergehäuse verpackt und mit auf Reisen genommen werden.

 

Das war seinerzeit eine tolle Sache, weil nicht alle Schreibmaschinen so klein und handlich waren wie diese. Dazu mussten jedoch einige Bauteile auf platzsparende Weise umgeklappt und verstaut werden. Wie ihr im nächsten Bild seht, sind die Typenhebel (das sind die Ärmchen mit den Buchstaben dran, die für den unverwechselbaren Sound einer Schreibmaschine verantwortlich sind) noch heruntergeklappt. Auch das Rad mit dem die Walze vor- und zurückgedreht werden kann, ist noch eingeschoben, aber das sieht man hier nicht so gut.

 

Im Deckel ist ein Garantiezettel eingeklebt:

 

Anhand der dort angegebenen Seriennummer, die – wer hätte das gedacht – identisch ist mit der Seriennummer auf der Schreibmaschine

lässt sich übrigens eine Menge herausfinden. Auf der Seite http://site.xavier.edu/polt/typewriters/rem-portables.htm#serialnumbers habe ich folgende Info gefunden:

You can use the serial number to determine the precise month of manufacture only if you have a semi-portable Remington Junior (1914-1921), #1 portable, #2 portable, or a Rem-Blick. These models, like all Remington typewriters made from August 1914 through August 1928, use a 2-letter, 5-numeral code. The first letter represents the model of the typewriter (J for the Junior, N for the #1 and #2, or K for the Rem-Blick). The second letter represents the month of manufacture, according to the following code:

P = January
M = February
L = March
K = April
X = May
S = June
V = July
E = August
D = September
C= October
Z= November
A = December

The first numeral is the last numeral of the year in which the typewriter was made.

Das bedeutet, meine Schreibmaschine ist eine Portable Modell 1, stammt aus dem Jahr 1928, wurde im November hergestellt und zwar als 84. dieses Monats und damit eine der allerletzten dieses Modells.

Sicher habt ihr sofort bemerkt, daß hier einiges fehlt: keine Eins, keine Null, ä, ö und ü gibt es nur in klein. Dafür noch ungewohnte Sonderzeichen über den Zahlen. Einzig die 2 ist ihren Gänsefüßchen / Hasenöhrchen treu geblieben.

Und so sieht sie in betriebsbereitem Zustand aus. Die Typenhebel sind hochgeklappt und das Walzenrad (jetzt rechts, hinten zu sehen) steht hervor.

 

 

Eine tolle Sonderfunktion hat diese Schreibmaschine damals schon gehabt – das zweifarbige Farbband,

 

das mit einem kleinen Hebel umgeschaltet werden konnte:

 

Ich wäre nicht Moopenheimer, wenn ich nur die Schreibmaschine hätte. Nur für euch zur Lektüre und zum Vergleich hier die Gebrauchs-Anweisungen für Modell 1 und Modell 2

 

Und das war’s auch schon. Da das untere Handbuch eine Seite kürzer ist, habe ich euch noch ein sehr wichtiges Etwas mitfotografiert: Kohlepapier. Wie oft hat man früher mühsam einen Brief mit Durchschlag abgetippt und am Ende ein Blatt Papier gehabt auf dem der Text der Vorderseite in Spiegelschrift auf der Rückseite stand und dazu ein leeres zweites Blatt.

 

 

Selbstverständlich habe ich auch noch eine Preisliste für Verbrauchsmaterial. Den Laden gibt es überraschenderweise nicht mehr. Nicht mal das Haus steht mehr. Es wurde durch ein neues Geschäftshaus ersetzt.

 

Seinerzeit wurde für die Schreibmaschine viel geworben. Dazu habe ich vor ein paar Jahren einige Zeitungs-Anzeigen aus der Mitte der 1920er Jahre gesucht und gefunden:

 

225,- bis 280,- Mark erscheint mir recht teuer.

ich wusste gar nicht, daß Amundsen mit dem Zeppelin zum Nordpol geflogen ist

 

Und noch eine Anzeige mit Gunther Plüschow, dem Flieger von Tsingtau (das unter deutscher Kolonialherrschaft ja Kiautschou hieß, wie ich euch hier bereits erklärt hatte)

 

Eine weitere Anzeige zu einem anderen Remington-Modell gab es gratis dazu. Ich zeige sie euch trotzdem.

 

 

Hier noch etwas Zubehör, teilweise aus späterer Zeit. Farbbänder, Typenreinigungs-Pinsel und -Bürsten

Eine Farbband-Dose der Konkurrenz.Farbband Schreibmaschine

 

 

Und nun freut euch, daß ich nicht den ganzen Text mit dieser unbequem lesbaren Schrift geschrieben habe.

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