Fritz Stramm und der schwarze Jim – Eduscho 1932


Heute geht es um Kaffee, genauer gesagt, um ein Werbebüchlein von Eduscho aus dem Jahr 1932.

Wie Fritz Stramm und der schwarze Jim die Menschheit beglücken beschreibt in 16 Episoden die Gewinnung des Bodens, den Anbau, die Ernte, den Transport und die Verarbeitung des guten Eduscho-Kaffees.

 

Das Büchlein ist leider auf ziemlich dickem Papier gedruckt und geheftet, weshalb ich es beim fotografieren nicht ganz geöffnet habe. Aber man sieht, was man sehen soll. Die Bildtexte sind in Sütterlin gehalten. Andere Beiträge findet ihr hier.

Fangen wir mit Bild 1 an:

In Bremen dicht am Kai da treffen sich die Zwei. „Ach sind die Zeiten schlimm wir müssen uns bequemen“ begrüßt den Fritz der schwarze Jim „Und etwas unternehmen.“

 

Bild 2:

Jim ist in langen Jahren im Kaffeebau erfahren. Westindien heißt das Ziel. Es reicht die Reisekasse – sie fahren grad soviel –  per Dampfer vierte Klasse.

 

Bild 3:

Vor allem guter Boden den Urwald auszuroden, das kostet Kraft und Schweiß. Die Kakadus und Affen befremdet solcher Fleiß. Sie schimpfen und sie gaffen.

 

Bild 4:

Jim steckt zuerst die Bohnen, nur allerbeste lohnen. Sind dann die Pflänzchen da, pflanzt er sie auf das Feld. Nicht weit und nicht zu nah, wie er’s für richtig hält.

 

Bild 5:

Nach jahrelangem Mühen beginnt das Feld zu blühen, o, ist das eine Pracht, ein wunderbares Duften. Die alte gute Sonne lacht, belohnt ist alles Schuften.

 

Bild 6:

Glaubt ihr denn etwa auch, die Bohne wächst am Strauch? Ach wirklich, es ist dumm, das hätten alle gerne. Doch leider ist die Kirsche drum, die Bohnen sind die Kerne.

 

Bild 7:

Viel Strecken und viel Bücken gehört zum Früchtepflücken. Die flinken Hände greifen von früh bis abends spät nur die besonders reifen, nur sie sind Qualität.

 

Bild 8:

Die Bohnen werden rasch und fest maschinell herausgepresst, in Behältern umgewühlt, hin und her bewegt geschwind und mit Schläuchen abgespült, bis sie gänzlich sauber sind.

 

Bild 9:

Jetzt kommt das edle Gut in heiße Sonnenglut und trocknet tagelang. Maschinen dann entfernen als letzter Arbeitsgang die Haut von allen Kernen.

 

Bild 10:

Die Frachtendampfer nehmen die Ladung auf nach Bremen. Fritz ist ein ganz Gescheiter, er wird den Schatz begleiten, direkt gibt er ihn weiter, Verluste will er meiden.

 

Bild 11:

„Mein Kaffee ist nicht billig“ denkt Fritz „und deshalb will ich zuerst Eduscho fragen. Das Haus der Qualitäten ich kann es ruhig wagen mit meinen Raritäten.“

 

Bild 12:

Eduscho prüft und probt und schmeckt und kauft und lobt. Fritz folgt darauf dem Leiter, läßt sich genau beschreiben den Anfang und so weiter, wo seine Bohnen bleiben.

 

Bild 13:

Der Kaffeefachmann spricht: „Herr Stramm, sie glauben nicht, wie peinlich wir sortieren, -auslesen ist so wichtig – und wie wir ihn probieren, der Kaffee ist dann richtig!“

 

Bild 14:

Automatisch, ohne Ruh, wiegen Waagen immerzu. Wird der Kaffee abgefüllt und die Tüten unverdrossen zur Verschickung eingehüllt, aller Duft wird eingeschlossen.

 

Bild 15:

Die Post ist mit uns gut, in ihren Händen ruht der tägliche Versand. Nicht ein Paket verschwindet auf seiner Fahrt ins Land, eh‘ es den Kunden findet.

 

Bild 16:

Die edlen Kaffeesorten geh’n heut‘ nach allen Orten, Eduscho schaffte Wandel. Der Kaffee kommt in’s Haus. Man spart den Zwischenhandel und schließt Verteuerung aus.

 

Das Buch enthält noch einige wissenswerte Informationen, die interessante Details liefern. Lest selbst:

 

Die notwendige Rodung des Urwalds sah man damals noch mit anderen Augen.

 

Zuerst werden die Baumriesen gefällt, dann das Unterholz von der Sonne trocknen gelassen, den Rest erledigt das Feuer.

 

Für die Zeit der Ernte wird auf allen Plantagen ein Herr von Aushilfskräften – vielfach auch Frauen und Kinder – angeworben.

 

 

Die Verarbeitung bei Eduscho.

 

Kaffeegeschichte

 

Der Weltkaffeeverbrauch:

 

Und zum Schluß eine Übersicht über den sprunghaften Anstieg der Umsätze mit Eduscho-Kaffee.

 

Heute ist Eduscho (dessen Name sich aus dem Namen des Gründers EDUard SCHOpf zusammensetzt) ein Teil der Tchibo GmbH (deren Name sich wiederum aus dem armenischen Namen des Gründers Carl Tchilinghiryan und dem Bohnenkaffee zusammensetzt). Nur in Österreich gibt es noch Eduscho-Läden. Hier ist die Eduscho GmbH Vertreiberin von Eduscho- und Tchibo-Kaffees. Mehr Details bei Wikipedia.

Ein interessantes Detail ist die Änderung des Blickwinkels, mit dem die Schwarzen aus der Sicht der Weißen gesehen werden. Vor knapp 100 Jahren war es durchaus üblich und salonfähig, „die Neger“ mit dicken Lippen, ärmlicher Kleidung und niedere Arbeiten verrichtend darzustellen. Da hat sich seither bei einem Großteil der Menschen glücklicherweise einiges zum Besseren gewendet.

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Trau keinem Fuchs auf grüner Heid


Der heutige Artikel dient einzig der politischen Aufklärung und Bekämpfung rechten Gedankenguts. Von jeglicher Verherrlichung der Volksfeindlichkeit oder Diskriminierung aufgrund von Hautfarbe oder Religion distanziere ich mich und bitte jeden, dem dies nicht gefällt, meinen Blog zu verlassen und nie wiederzukehren.

1936 erschien im Stürmer Verlag Nürnberg ein Kinderbuch, aufgelegt von der Kindergärtnerin Elvira Bauer, über die ansonsten nichts herauszufinden ist. Es fiel mir erstmalig in der Ausstellung des Dokumentationszentrums Reichsparteitagsgelände in Nürnberg in die Hände, dort noch im Original in Sütterlinschrift.

Dieses Buch wurde vom – wie ich unterstelle – ziemlich rechtsfreundlichen kleinen Verlag Der Schelm als wissenschaftlicher Quelltext neu herausgegeben. Lest dazu den Verlagstext (Fettdruck von mir – diese m.E. zynische Formulierung weckt in mir die Vermutung der rechten Sympathie des Verlegers):

„Trau keinem Fuchs auf grüner Heid und keinem Jud bei seinem Eid – Ein Bilderbuch für Groß und Klein von Elvira Bauer. Unveränderter Nachdruck (Neusatz in Antiqua) der im Stürmer Verlag, Nürnberg, 1936, erschienenen 1. Auflage. Bibliophile Ausgabe [???]. Der Verlag Der Schelm möchte seinem aufgeklärten Publikum mit diesem antisemitischen Kinderbuch, einem „Prototypen nationalsozialistischer Gestaltungsversuche“ (Aley, Peter: Das Bilderbuch im 3. Reich. 1983, S. 331), vor Augen führen, mit welcher Perfidie die Nationalsozialisten versuchten, bereits bei Kindern volksverhetzend gegen die allgemeine Menschheitsverbrüderung und insbesondere gegen das von Gott auserwählte Volk Israel zu wirken. Die Ablehnung durch zahlreiche etablierte Verlage – selbst durch den parteieigenen Franz-Eher-Verlag – und die Herkunft aus dem Stürmerverlag geben Hinweise darauf, daß es sich nicht um ein repräsentatives Werk handelt, sondern eher um ein „exzeptionelles Produkt“ (Augustinovic/Moll). Das Buch wurde vermutlich nicht in öffentliche Bibliotheken eingestellt und erschien nicht in offiziellen Empfehlungslisten. Es fand auch keine Zustimmung beim Nationalsozialistischen Lehrerbund. In Vorschulen und Kindergärten fand das Buch große Verbreitung und wurde in mindestens sieben Auflagen mit einer Gesamtauflage von etwa 100.000 Exemplaren gedruckt. Da das Buch über Parteiorganisationen kostenlos verbreitet wurde, kann die hohe Auflagenzahl nur bedingt über die Beliebtheit beim Publikum Aufschluß geben. Die Zeitung „Der Stürmer“ hat es in der Ausgabe 48/1936 beworben. Er empfahl das Buch für jeden Weihnachtstisch im Reich. Verfaßt und graphisch gestaltet wurde das vorliegende Buch von der Kindergärtnerin und Kinderbuchillustratorin Theodolinde Elvira Bauer (12. 9. 1915 in Nürnberg; Todesdatum unbekannt). Es erschien 1936 zum ersten Mal.

Ich werde euch einige Seiten unkommentiert hier anfügen. Lest sie euch durch und haltet euch vor Augen, welcher Hass dadurch in Kindern im Vorschul- und Grundschulalter aufgebaut wurde: (auf der ersten Seite wurde das Wort Ihn fälschlich als Hin gelesen.

Das folgende Gedicht habe ich im Spielfilm „Jud Süß – Film ohne Gewissen“ (2010) wiederentdeckt.

Der Reim „Trau keinem Fuchs auf grüner Heid und keinem Jud bei seinem Eid“ stammt übrigens von keinem Geringeren als Martin Luther. In seinem Buch Von den Jüden und ihren Lügen (1543) schreibt er:

Trau keinem Wolf auf wilder Heiden // Auch keinem Juden auf seine Eiden // Glaub keinem Papst auf sein Gewissen // Wirst sonst von allen Drein beschissen.

Der Wikipedia-Eintrag zu Elvira Bauer ist hier zu finden.

Eine Filmempfehlung ist der Oscar-prämierte Kurzfilm Spielzeugland, der in YouTube zu finden ist, z.B. hier.

Komm doch mit auf den Underberg


Der Underberg war in meiner Kindheit der fröhlich beworbene Kräuterlikör, der unter dem Vorwand, ein gutes Essen vertilgt zu haben, zum Abschluß der Völlerei nachgeschüttet wurde.

Winzige Flaschen, viel Glas, wenig Inhalt, scheußlicher Geschmack.

Heute habe ich euch ein Underberg-Prospekt von 1936 herausgesucht.

Der „Hahn im Korb“ in schönster Sütterlin-Schrift.

Es beginnt mit einem scheußlichen Gedicht.

gefolgt von Streichholzrätseln

noch mehr Rätsel

schnippeln und basteln

Rätsel (zugegeben, beim Bücherwurm lag ich falsch)

ein Zaubertrick

und zum Schluß noch ein paar Rätsel und ein Kalender von 1936

Ist euch aufgefallen, daß im ganzen Heftchen keine NS-Floskeln stehen? Das war zu dieser Zeit schon eine Seltenheit geworden. Überall wurde man zu Zeiten des Nationalsozialismus mit braunen Parolen konfrontiert. Die Lösung ist einfach: Dieses Prospekt stammt aus dem Jahr der Olympischen Spiele in Berlin. Man gab sich weltoffen und tolerant. Und die Welt fiel darauf herein.

Details zu Underberg kennt Wikipedia.

Ein Mädchen, ein Knabe, ein Hündchen, ein Rabe


Wer sich schon einmal gefragt hat, woher mein WordPress-Profilphoto stammt, der soll heute aufgeklärt werden.

So sieht es übrigens in Originalgröße aus

Putzi1

 

und stammt aus einem der schönsten Kinderbuchreihen, die nach meiner Meinung je in Deutschland erschienen sind. Wie so oft bei Kinderfilmen und Kinderbüchern, ist auch hier eine Nebenfigur zum eigentlichen Helden der Buchreihe geworden. Der kleine Hund Putzi. (rechts)

 

 

Alles begann im Jahr 1933 mit kurzen Bildgeschichten in der in Erfurt erscheinenden Thüringer Allgemeinen Zeitung. In ähnlichem Format wie die Snoopy- und Garfield-Comic-Strips in den Tageszeitungen der USA, erschienen hier ebenfalls kleine Bilderreihen mit Text direkt unter den Zeichnungen und sogar Sprechblasen gab es schon. Einige der Bildgeschichten wurden 1934 im Buch „100 der schönsten Hanni-Fritz-und Putzi-Geschichten“ gesammelt und abgedruckt. Den Reprint davon seht ihr im unteren Teil des folgenden Fotos. Der Titel ist in Sütterlin-Schrift, die uns in diesem Museum schon häufiger über den Weg gelaufen ist – hier findet ihr die anderen Artikel.

Putzi Buch Zu Viert um die Welt und Die 100 schönsten Geschichten

 

So sahen die Geschichtchen aus. Die Form der Figuren ist zu dieser Zeit noch komplett anders gewesen und hat sich erst im Laufe der darauffolgenden drei Jahre zu den lieblichen vier Charakteren entwickelt.Putzi Buch Die 100 schönsten Geschichten

Putzi Buch Die 100 schönsten Geschichten

 

Die Geschichte dieser Bücher in unserer Familie ist etwas verwirrend. Meine Mutter und ihre Geschwister bekamen die Bücher geschenkt, als sie selbst noch klein waren. Da es sich bei allen Ausgaben um Kriegsdrucke handelt, wurde nur sehr minderwertiges Papier verwendet. Das Ergebnis nach 40 Jahren war ein beginnendes Brechen der Seiten beim Umblättern. Daraufhin wurden die Bücher nur noch sehr selten hervorgeholt. (mehr zur Qualität dieser Bücher hier)

Umso größer war die Freude, als nach der Wende im Jahr 1990 alle Bücher neu aufgelegt wurden. Zwar wurde die Schrift nun von Antiqua (glaube ich) in Garamont  geändert um auch neuen Kindern die Lektüre zu ermöglichen, der Inhalt ist aber komplett gleich geblieben.Putzi Buch Vier treue Freunde

 

Aber Herr Moopenheimer wäre nicht Herr Moopenheimer, wenn er sich nicht alle Bücher in langwieriger Suche noch einmal in einem besseren Erhaltungsgrad in den Weiten des Internet und in Antiquariaten gesucht hätte. Und wo hat er sie schließlich gefunden? Schaut euch mal die folgenden Fotos an, die alle aus unserem Haus quer über den Erfurter Wenigemarkt fotografiert wurden (das dritte Foto von etwas seitlicher).  Auf allen dreien seht ihr ein Eckhaus, das in meiner Kindheit ein Gemüseladen war. Ich weiß nicht, was es zur Zeit der Photos war, aber es gehörte offensichtlich „Carl Wipplinger“.

Wenigemarkt4

Wenigemarkt3

Wenigemarkt1

 

 

Und vor einigen Jahren war bei einem Besuch plötzlich ein Antiquariat in diesem Gemüseladen und ratet was er im Angebot hatte. Genau. Alle bis auf eins. Das, was er nicht hatte, habe ich auch vorher nicht besessen. Es ist das einzige, das ich nur als Reprint besitze. Gesehen, gekauft, gefreut. (unglaublich, was die dafür haben wollten!)

Und somit haben die zerlesenen Bücher (danke, liebe Mutti), wie das links zu sehende etwas hübschere Geschwister bekommen (hier rechts im Bild).

Putzi Buch Vier treue Freunde

 

Ein Vergleich zwischen dem Original und dem Reprint.Putzi Buch Vier treue Freunde

 

Eine kurze Zusammenfassung der Geschichte gefällig? Hanni ist ein kleines Mädchen, das ganz allein in einem kleinen Häuschen wohnt. Die Eltern waren schon seit langem tot und nun macht und tut sie alles ganz für sich. Eines Tages verirrt sie sich im Wald und die Dunkelheit bricht herein. Weinend kauert sie sich ins Moos als sie plötzlich von einem Zwerg gefunden wird, der sie mit in die Höhle nimmt, in der noch mehr Zwerge wohnen. Dort trifft sie Fritz, einen Knaben, der als Baby ausgesetzt und von den Zwergen aufgenommen wurde. Beide werden Freunde und kehren gemeinsam in Hanni’s Haus zurück. Zum Abschied bekommen sie von den Zwergen einen Wunsch geschenkt. Das erste, was sie sich wünschen, soll in Erfüllung gehen.

Hanni und Fritz leben vor sich hin, bis sie eines Tages auf einem Spaziergang sehen, wie ein alter Mann ein Hundewelpen im Dorfteich ertränken will, weil es zu mager ist. Sie nehmen ihn mit nach Hause und weil er so putzig ist, bekommt er den Namen Putzi. Allerdings ist Putzi ein kleiner Tunichtgut, der immer alles gut machen will, aber meist scheitert. Eines Tages sitzen Hanni und Fritz auf der Veranda, als Putzi vor ihnen herumtobt. „Ach wenn er doch nur sprechen könnte!“ meint Hanni. Und schon geht ihr Wunsch in Erfüllung. Etwas später retten die drei Freunde einen Raben, der von bösen Buben mit Steinen beworfen und verletzt wurde. Es stellt sich heraus, daß der Rabe „Kolk“ von den Zwergen geschickt wurde um zu sehen, ob es den beiden Kindern gut geht. Von den Zwergen hat er sprechen gelernt und damit ist die perfekte redende Familie beieinander.

Putzi Buch 1939

Putzi Buch 1939

Putzi Buch 1939

Putzi Buch 1939

Putzi Buch 1939

 

„Der grosse Anfang“ ist mein Lieblingsbuch.Putzi Buch Der grosse Anfang

 

Putzi lernt lesen, schreiben und rechnen. Das Alphabet wird ihm (uns) mit schönen Reimen erklärt. Hier seht ihr, daß auch in der Neuauflage der Neger noch immer das N für uns okkupieren darf.

Müller, halt die Mühle an, sieh was Putzi droht. Wenn er nicht herunter kann, ist er mausetot. (Putzi hängt übrigens oben am Mühlenflügel)Putzi Buch Der grosse Anfang

 

„Putzis Freud und Leid“ – eigentlich ist das mein LieblingsbuchPutzi Buch Putzis Freud und Leid

Putzi Buch Putzis Freud und Leid

Putzi Buch Putzis Freud und Leid

 

Spannende Geschichten fesseln den jungen Leser.

Putzi Buch Putzis Freud und Leid

und jeder fiebert bei allen Erlebnissen mit.Putzi Buch Putzis Freud und Leid

 

„Zu Viert in Wald und Feld“ – eigentlich mein LieblingsbuchPutzi Buch Zu Viert in Wald und Feld

 

Die vier treuen Freunde unternehmen Ausflüge, Putzi wird vom Zicklein gestoßen,Putzi Buch Zu Viert in Wald und Feld

 

muß heimlich vom Honig naschen und erlebt vieles mehr.Putzi Buch Zu Viert in Wald und Feld

 

 

„Da ist was geschehen“ – mein Lieblingsbuch.Putzi Buch Da ist was geschehen

 

So wie auch „Alpenreise zu viert“Putzi Buch Alpenreise zu Viert

Putzi Buch Alpenreise zu Viert

 

 

Nur dieses Buch konnte es noch nicht zu meinen Favoriten schaffen. „Zu viert um die Welt“, das Buch, das ihr schon auf dem ersten Bild gesehen habt, ist das Fehlende. Und weil ich es als Kind nicht kannte, konnte ich mich nicht in dieses Buch verlieben. Pech gehabt.Putzi Buch Zu Viert um die Welt

 

 

Falls ein eifriger Leser aus dem Erfurter Raum  noch eine Originalausgabe hat, möge er/sie sich melden.

Sofern ihr 5- bis 7-jährige Kinder habt, lest ihnen die Geschichten vor. Sie sind wirklich „Putzi“g.

Putzi2

Wo man singt, da laß‘ Dich ruhig nieder, böse Menschen haben keine Lieder – Liederbuch der HJ *


* Sollte sich jemand durch diesen Artikel oder die Beschreibung persönlich, ethnisch oder in sonstiger Weise getroffen fühlen, bitte ich, sich mit mir in Verbindung zu setzen um die Angelegenheit zu klären.

Wer dem in der Überschrift zitierten Lied von Johann Gottfried Seume in den 1930er Jahren Glauben geschenkt hat, wird auf seinem Weg durch die Straßen Deutschlands schnell eines Besseren belehrt worden sein. Egal, welcher politischen Strömung man sich zugehörig fühlte, Kommunisten oder Nationalsozialisten, beide hatten aggressive Lieder und beide haben ausgiebig von Gewalt gegen Andersdenkende Gebrauch gemacht.

Bei der Gelegenheit, lest euch mal den Wikipedia-Artikel zum Begriff Nazi durch. Es kam die Überlegung, ob sie nicht korrekt Nasos hätten heißen müssen, da habe ich mal nachgeschaut: „Nazi“ war ursprünglich eine Koseform des Vornamens Ignaz, der in Bayern und Österreich häufig war. Abwertend gebraucht wurde der Begriff für eine einfältige, törichte Person und für Deutsch-Österreicher und Deutsch-Böhmen. Wie recht sie hatten. Der komplette Artikel ist hier zu finden.

Zurück zum Artikel des Tages. Zwei kleine Heftchen von ca. 1936 und 1937/38 in „undeutscher“ Sütterlin-Schrift, die im Normalschrifterlass Martin Bormanns 1941 zum 1. September desselben Jahres verboten wurde. Aus heutiger Sicht ist es mir ganz recht, daß die Schrift nicht mehr für jeden Deppen lesbar ist.

Wir schreiten über die Straßen – Lieder der Hitlerjugend – Heft 2

Herausgegeben im Auftrag des Gebiets der Hitlerjugend in Württemberg

Heft 3 sieht genauso aus, ist aber rot.

Ich darf euch mal ein paar Strophen aus dem blauen Heftchen wiedergeben. Stellt euch dabei einen Haufen 14 bis 18-jähriger vor, die Jüngeren himmeln die Älteren an, aber alle singen begeistert mit, weil der Text in der ländlichen Theorie so stolz und ein bißchen völkisch klingt. Drei bis sechs Jahre später war wahrscheinlich die Hälfte von ihnen tot, verwundet oder doch zumindest traumatisiert.

  • 1.   Auf, deutsche Schmiede, hämmert
  • stahlhart das deutsche Herz,
  • blutrot der Morgen dämmert,
  • rings starrt die Welt in Erz.
  • Drum, Brüder, reicht die Hand.
  • Gott, Freiheit, Vaterland.
  • Drum, Brüder, reicht die Hand.
  • Gott, Freiheit, Vaterland!
  • 3. Laßt euch die Wege weisen
  • zur Weichsel und zum Rhein.
  • Und eure Faust sei Eisen
  • und euer Herz sei Stein.
  • Die Feinde überrannt:
  • Gott, Freiheit, Vaterland!
  • 4.  Brecht durch nach allen Seiten
  • rings wie ein brausend Meer!
  • Und unsre Ahnen schreiten
  • im Sturme vor uns her!
  • Drum lodre, Weltenbrand:
  • Gott, Freiheit, Vaterland!

oder „Das letzte Aufgebot“:

  • 1.   Wenn einst von allen Bergen die Freiheitsfeuer glühn,
  • Wenn durch die deutschen Gauen die braunen Scharen ziehn,
  • Dann wisse du Novemberstaat, wir sind bereit zur Opfertat,
  • Wir sind der deutschen Freiheit letztes Aufgebot!
  • 2.   Wenn einst durch deutsche Lande der Ruf nach Rache gellt,
  • Durch unsrer Schritte Dröhnen, was morsch, in Trümmer fällt,
  • Dann wisse …

„Der Tod“

  • 1.    Wir traben, wir traben ins rote Turnei
  • wir fliegen an Gräben und Hecken vorbei.
  • Die Sonne verloht, das Käuzlein ruft hell,
  • und der Tod, der Tod ist unser Gesell.
  • 3. Du daheim mir geblieben, du Mägdelein schlank,
  • die Augen, deine lieben, was schaun sie so bang!
  • Die Blümelein rot verwehen im Wald,
  • und der Tod, der Tod küßt den Reitersmann bald.

Ich habe ein wenig herumgegoogelt und festgestellt, daß die meisten dieser Lieder heute – zu Recht – vergessen sind. „Schwarztbraun ist die Haselnuß“ und „Im Frühtau zu Berge“ sind auch enthalten, die kennt man noch.

Das rote Heft wartet durch weitere unschöne Lieder auf.

„Vorwärts! Vorwärts!“, das erste Lied, wird vielen unter diesem Titel nichts sagen, weil sich der Beginn des Refrains dieses von Baldur von Schirach geschriebenen Liedes als Titel eingeprägt hat, wie weitere „Vorzeige-Lieder“ der Nazis: Unsre Fahne flattert uns voran.

Weiter hinten

  • 1.  Wir heben unsre Hände aus tiefster bittrer Not.
  • Herr Gott, den Führer sende, der unsern Kummer wende mit mächtigem Gebot, mit mächtigem Gebot!
  • 2.  Erwecke uns den Helden, den seines Volks erbarm,
  • des Volks, das nachtbeladen, verkauft ist und verraten in unsrer Feinde Arm!
  • 3.   Erwecke uns den Helden, der stark in aller Not,
  • sein Deutschland mächtig rühret, dein Deutschland gläubig führet ins junge Morgenrot!
  • 4.  Wir weihen Wehr und Waffen und Herz und Mund und Hand!
  • Laß nicht zu Schanden werden dein liebstes Volk auf Erden und meiner Mutter Land!
  • Ernst Leibl, 1917

Wenn man die Lieder aus heutiger Sicht betrachtet, haben sie ja alles geschafft, was sie besungen hatten: „eure Faust sei Eisen und euer Herz sei Stein“, „Weltenbrand“, „der Tod ist unser Gesell“ und „wir sind bereit zur Opfertat“.

Also, hört zukünftig genau hin, wenn gesungen wird und habt ruhig den Mut, Missklänge aufzuzeigen und mit einer krächzenden Tröte dazwischen zu tuten!

Frühling in Feindesland – Postkarten aus dem 1. Weltkrieg


Mit welch gestörtem Heldentum die Deutschen in den Ersten Weltkrieg gezogen sind, kann man zur Genüge nachlesen – gerade 2014, einhundert Jahre nach dem ersten Versuch Deutschlands, zur Weltmacht zu werden.

Ein schönes Beispiel für die Glorifizierung unseres großartigen Krieges für Kaiser und Vaterland sind diese drei Postkarten:

Postkarte 1. Weltkrieg

Wer sich in Sütterlin-Schrift schwertut: „… in der Heimat, in der Heimat da gibt’s ein Wiedersehn.“ Hat ja nicht bei jedem geklappt.

 

Postkarte 1. Weltkrieg

Eine Film-Empfehlung hierzu: Merry Christmas

Und was haben die Deutschen draus gelernt? Dazu wird es früher oder später in diesem Blog in der entsprechenden Rubrik ausreichend Beispiele geben.

Em-eukal Hustenbonbon


Manchmal staunt man, wie lange es bekannte Dinge schon gibt. Besonders in der heutigen Zeit überleben die wenigsten altbewährten Dinge.

Auf dem Em-eukal Hustenbonbon allerdings lutschten schon unsere Großeltern. Und schon damals wurde er mitsamt der roten Fahne eingewickelt. Darauf stand: „Verlangen Sie stets echte Dr. Soldan’s Em-eukal. Nur echt mit der Fahne. G.M. 1 024 138“. Heutige Aufschrift: „Nur echt mit der Fahne“. Das G.M. hieß meines Wissens „GebrauchsMuster“.

Heute gibt es für jeden von euch eine kleine Gratis-Probe. Mir gefallen immer wieder solche Verpackungen, auf denen die Spannung bis zur letzten aufgeklappten Lasche erhalten bleibt.

Em-eukal Prospekt

Für alle, denen Sütterlin-Schrift schwer fällt:

  • Schild: Öffnen Sie ruhig! Es knallt bestimmt nicht!!
  • Katze: oder sind Sie nicht neugierig?
  • Herr. Ich weiß, was drin ist! Nein, ich sag’s nicht!

Em-eukal Prospekt

  • Arzt: immer noch Husten?
  • Dackel: der bellt ja auch ganz schön.
  • Siehste, das sind die richtigen!
  • muß ich gleich mal versuchen!
  • Vorsicht: nicht fallen!
  • ein Beutel, hundert Gramm, 45 Pfennige

Em-eukal ProspektDer Original-Bonbon ist allerdings nicht erhalten geblieben.

Das Erscheinungsjahr kann ich nur raten. Da Sütterlin-Schrift erst 1911 erfunden wurde und im Dritten Reich zuerst verpönt und ab 1. September 1941 nicht mehr erlaubt war,  dürfte diese Werbung irgendwann dazwischen anzusiedeln sein, wahrscheinlich eher in die mittleren 1930er Jahre.

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