Werbung vor 50 Jahren – DER SPIEGEL, April 1964


Vor ein paar Wochen habe ich euch einen Artikel aus dem SPIEGEL vom 29. April 1964 über eine besonders perfide Idee der Nazis vorgestellt.

Beim Durchblättern dieser Zeitschrift ist mir aufgefallen, wie viel Tabakwerbung es damals in den Zeitschriften noch gab. Ich weiß nicht mehr genau wann, aber zu Beginn irgendeines Jahres wurde die Tabakwerbung im Fernsehen verboten und später auch in Printmedien stark eingeschränkt.

Um euch einen kleinen Überblick über den Inhalt der durchschnittlichen Zeitschrift der mittleren 1960-er Jahre zu verschaffen, habe ich euch den Spiegel zerpflückt und nur die Werbung rausgesucht.

 

Für mich als Werbe-Futzi ist gedruckte Werbung eine tolle Sache. Womit man vor einem halben Jahrhundert die Menschen begeistern konnte, kann man heute niemanden mehr hinter’m Ofen hervorlocken.

Die Welt wählt WINSTON weil sie so gut schmeckt. 10 Pfennig pro Zigarette

 

Kennt jemand noch dieses Ding? Ich glaube in den 70-er Jahren stand das unter jedem Telefon:

Hansa-Phonette – das Telefon-Register

 

Rechnen mit Komfort

 

V-8 Saft gibt es heute noch – allerdings nur im englischsprachigen Ausland

V-8

Lebensversicherungen:

Eine denkbar unmoderne Werbung hat 3M, der Hersteller von PostIt-Notes und Scotch Brite abgeliefert.

Das Neueste auf dem Tonträgermarkt. Was haben wir damals nicht alles auf Tonbänder aufgenommen? Man konnte damit prima aus dem Radio mitschneiden, langsam vor- und zurückdrehen um auch die kleinste hundertstel Sekunde Zwischengequatsche herauszuschneiden. Und ganz ehrlich: Wer hätte gedacht, daß die ganze Band-Aufnehmerei so schnell komplett verschwunden sein wird?

Und wieder eine Tabakmarke, die es heute nicht mehr gibt, die es damals den Heeren aber offensichtlich zu einem angenehmen Dreier verhalf.

 

Könnt ihr euch noch an Sprengel-Schokolade erinnern? Ich glaube, die habe ich als Kind von allen Sorten am meisten gemocht. Heute wird sie in Billigproduktion von Stollwerck’s Billig-Ableger Chocolat Alprose für Aldi Nord hergestellt.

 

Das Neueste aus der Autowelt

 

Tabakwerbung mit Kindern – heute eher undenkbar.

 

Schon sind wir die Schuppen los. Dank einer Zigarette? Oder, weil sie nicht mehr herabrieseln können, wenn ich mir ein Handtuch um den Kopf binde? Ein klarer Fall von verfehlter Werbung.

Da hat sich Schwarzkopf nicht mit Ruhm bekleckert

 

Noch mehr Schwarzkopf: fit Frisiercreme. Dieselben Fotos könnte man in umgekehrter Reihenfolge auch heute noch für Haargel benutzen.

 

Was sagt uns die Marke über die Monarchin?

 

Und schon wieder Zigaretten:

Bremen aus der Martin Brinkmann AG – später zu Rothmans, dann zu BAT gehörend

 

Und noch eine

Gibt es die noch? Von früher kenne ich sie noch.

 

Er weiß, warum er Pfeife raucht.

Er weiß, warum er Lincoln raucht.

Wissen wir es auch?

 

Und auf der Rückseite der Zeitschrift schließlich, wer hätte das gedacht, Zigarettenwerbung:

Möchte der Name Waldorf-Astoria heute noch mit Zigaretten in Verbindung gebracht werden? Auch hier 20 Zigaretten – DM 2,-

 

Kann sich noch jemand erinnern, wie die Tabakindustrie geklagt hat, daß es aufgrund des Werbeverbots bergab mit ihnen gehen wird? Man sollte jedoch nicht vergessen, daß der größte Verdiener am Tabakkonsum noch immer der Staat ist. Nach der Mineralölsteuer (die nun dem modernen Neusprech angepasst, Energiesteuer genannt wird) ist sie die einträglichste Steuer Deutschlands. Von einer 5 Euro teuren Schachtel Zigaretten gehen 3,75 Euro an den Staat, also 75%. Über andere kuriose Steuern, über die der Staat den Bürgern ihr Geld aus der Tasche zieht, habe ich euch hier schon berichtet.

Und Wikipedia hat noch eine kluge Information: 1906 wurde eine Milliarde Zigaretten in Deutschland versteuert, 2006, also 100 Jahre später waren es zehnmal so viele. Ich finde die Zahl überraschend niedrig im Vergleich zu damals, wenn ich davon ausgehe, daß seinerzeit der Anteil an Zigaretten relativ klein war. Es wurde Pfeife und Zigarre geraucht oder Tabak geschnupft. Zigaretten waren die Ausnahme bei Damen und Dandys. Heute sind Pfeifenraucher, Zigarrenliebhaber und Tabakschnupfer doch eher die Zaungäste in der Welt des kalten Rauches.

Werbeanzeigen

München und Sapporo – Olympische Spiele 1972


1972 war ein Jahr, in dem Olympische Spiele ausgetragen wurden: die Spiele der XX. Olympiade (Sommer) und die Spiele der XI. Olympiade (Winter).

Gern werden die Olympischen Spiele mit der Olympiade verwechselt, jedoch besteht ein großer Unterschied zwischen beiden. Als Olympiade wird der (vier Jahre dauernde) Zeitraum zwischen zwei Olympischen Spielen genannt. Während also die Olympiade die Zeit ist, die alle Athleten mit dem Training und der Qualifikation verbringen, bilden die Olympischen Spiele den Abschluss bei dem sich die besten Sportler miteinander messen und den Meister küren.

 

Die Winterspiele 1972 fanden in der japanischen Stadt Sapporo statt. Die Sommerspiele in München. Am tiefsten im Gedächtnis geblieben ist wahrscheinlich die – meines Wissens einmalige – eintägige Unterbrechung von Olympischen Spielen. Die Ursache dafür gab das am 5. September erfolgte Attentat palästinensischer Terroristen auf das Team israelischer Sportler, bei dem zu Beginn zwei und während der Befreiungsaktion neben fünf Terroristen und einem deutschen Polizisten alle anderen neun israelischen Geiseln zu Tode kamen.

In dem anlässlich der beiden Olympischen Spiele dieses Jahres herausgegebenen Doppel-Bildband wird der Terroranschlag, ganz anders als dies heute der Fall wäre, sachlich und mit nur drei Schwarz-Weiß-Fotos dokumentiert. Sie zeigen einige der Särge unter israelischen Fahnen, einige Teamkameraden und die Olympia-Flagge auf Halbmast.

 

Die Bildbände sind die offiziellen Ausgaben des Nationalen Olympischen Komitees, NOK.

 

 

Die Fotos entsprechen dem Geschmack der Zeit.

 

 

Fritz Ligges

 

Gbedikpe Emmanuel Amouzou (auf dem Fahrrad) und Mike Boit (zu Fuß)

 

 

Sapporo

 

Die bundesdeutsche Gefangenenmarke


Am 9. Mai 1953 gab die Deutsche Post der Bundesrepublik Deutschland eine Briefmarke heraus, die später im Michel-Briefmarkenkatalog unter Katalognummer 165 geführt werden sollte. Bekannt geworden ist sie unter dem Namen Kriegsgefangenenmarke und war die meistverkaufte Sondermarke Deutschlands.

Im Jahr 1953, also acht Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges, waren noch immer zahlreiche ehemalige Wehrmachtsoldaten in Kriegsgefangenschaft. Während in der Gefangenschaft der Westalliierten nahezu alle Deutschen bis zum Jahr 1948 zurückgekehrt waren wobei jeder Hundertste Soldat in Gefangenschaft starb, hielt die Sowjetunion bis ins Jahr 1956 deutsche Soldaten gefangen um sie für den Wiederaufbau, zur Förderung von Rohstoffen oder für sonstige Arbeiten heranzuziehen.

Ein paar Zahlen zur Illustration: Deutschland führte im Laufe des Zweiten Weltkrieges 5.700.000 russische Soldaten in deutsche Kriegsgefangenschaft, von denen 3.300.000 Soldaten starben. Wer verdenkt dann den Russen, daß sie umgekehrt von den 3.150.000 in russische Gefangenschaft geratenen Wehrmachtssoldaten (70% aller deutschen Soldaten waren mindestens einmal an der Ostfront) die 2.055.750 Überlebenden (mit 1.094.250 starb jeder Dritte) als Kriegsgefangene für den entstandenen Schaden aufkommen ließen. Quelle

Um die noch immer auf ihre Heimkehr hoffenden Deutschen und ihre Verwandten in der Heimat im Bewusstsein des deutschen Volkes zu verankern, gab die Bundespost eine Briefmarke heraus, die in der DDR, also der sowjethörigen Ostzone alles andere als gern gesehen war.

Während im Spätherbst des Jahres 1953 westdeutschlandweit Ausstellungen zum Thema stattfanden,

 

wurden Briefe und Postkarten, die dieses Thema behandelten – selbst, wenn nur die Briefmarke drauf klebte – unkenntlich gemacht.

links: die Marke im Original; Mitte: eine Marke auf einer in die „Ost-Zone“ geschickten Postkarte; rechts: Marke mit der Berliner Freiheitsglocke (die nicht zum Thema gehört, aber im Album daneben einsortiert ist.

 

Schaut man sich die Marke gegen das Licht an, sieht man die Prägung des Gefangenenkopfes.

 

 

Die Zeitschrift für Briefmarkensammler in der DDR brachte zu dieser Marke übrigens einen Artikel, den ich ebenso wie den oben gezeigten Stempel auf der meinfigaro.de-Seite des Mitteldeutschen Rundfunks gefunden habe:

Quelle: meinfigaro.de des MDR

 

 

Der komplette Beitrag dazu kann übrigens hier gefunden werden.

Deutsche Soldaten aus den ostpreußischen Gebieten wurden übrigens direkt als Sowjetbürger behandelt und standen nie für eine Rückkehr nach Deutschland Ost oder West zur Debatte. Bis 1950 waren von den verbliebenen Deutschen 380.000 (sowjetische Angabe) und 1.300.000 (westdeutsche Anzahl) als verschollen geführt. Quelle

Die letzten Gefangenen kehrten am 16. Januar 1956 nach Deutschland zurück. Ein Wikipedia-Artikel zu den „Heimkehrern“ gibt es hier. Weitere hochinteressante Artikel hier und hier.

 

 

Gruß aus Waldsee


Heute muss ich meinen Grundsätzen ein kleines bisschen untreu werden, da ich den Artikel, um den es heute geht leider nicht selbst besitze. Es besteht auch kaum eine Chance in den Besitz einer dieser Postkarten zu gelangen. Daher greife ich auf Sekundärliteratur zurück und erzähle euch die Geschichte zu diesem Artikel unter Zuhilfenahme eines Spiegel-Magazins vom 29. April 1964 in dem ich kürzlich ein wenig herum gelesen habe. (DER SPIEGEL war damals noch für 1 DM zu haben)

 

 

Die Grundsätze der Spiegel-Reporter -Redakteure kann in der Hausmitteilung nachlesen, wer mag:

 

Aber der eigentliche Artikel, um den es mir geht, beginnt erst auf Seite 38 dieser mit Werbung – allen voran Zigarettenmarken ohne Ende – überladenen Zeitschrift.

Im Sommer 1944 schickten 30.000 Ungarn jüdischer Abstammung Postkarten an ihre Verwandten und Bekannten. Darauf wurden Herzliche Grüße aus dem kleinen Ort Waldsee in Thüringen übermittelt. Zusätzlich wurden Neuigkeiten mitgeteilt wie „Bin wohlbehalten angekommen, arbeite im Fach.“, „Mir geht es gut. Ich arbeite.“ oder „Uns geht es gut. Kommt nach!“

Alle Karten hatten eine Gemeinsamkeit: Nie umfassten die Grüße mehr als 30 Worte.

Und alle Karten hatten noch etwas gemeinsam: Es gibt keinen Ort namens Waldsee in Thüringen. Denn alle Karten kamen aus dem Konzentrationslager Auschwitz.

Die besonders perfide Idee des SS-Führers Hermann Alois Krumey: Die Ungarn mussten unmittelbar vor ihrer Vergasung Karten schreiben, die den noch in Ungarn verbliebenen Juden Mut machen sollte, sich ebenfalls auf die Reise ins ferne Thüringen zu begeben um dort ein neues Leben zu beginnen. Auch sollte etwaigen Gerüchten über eine Ermordung von Juden entgegengetreten werden.

Trotz aller Bemühungen gelang es einigen Deportierten die Sache auffliegen zu lassen. Sie hatten hebräische Schriftzeichen auf die Karten gezeichnet, die für die SS-Bewacher aussahen wie Schnörkel.

Der Artikel ist hier nachzulesen. Ich hoffe nach knapp 51 Jahren ist das Copyright ausgelaufen und ich habe hier mit dem Verweis auf „DER SPIEGEL“ 18/1964 vom 29. April 1964 der Quellenangabe genüge getan.

 

Ja, so war das im Sommer 1944.

Von Fliegen und Vögeln


Frau Beate Köstlin war eine sehr vielseitige Frau mit interessanter Lebensgeschichte. Geboren 1919, mit 15 hessische Meisterin im Speerwerfen, zwei Monate vor ihrem 18. Geburtstag, im August 1937, die erste Flugstunde auf einer Heinkel He 72 in Rangsdorf bei Berlin. Wikipedia ergänzt: Drei Wochen später folgte der erste Alleinflug. Von Fluglehrer Haak wurde sie auf die Muster Klemm Kl 25 und Focke-Wulf Fw 44 umgeschult und flog zum ersten Mal auf der Bücker Bü 131 Jungmann. Mit einem Solo-Überlandflug Rangsdorf–Magdeburg–Halle-Leipzig–Rangsdorf am 11. und 12. Oktober schloss sie ihre Ausbildung ab und erhielt an ihrem 18. Geburtstag ihren Flugzeugführerschein A2. Das ist doch mal was, oder?

Von November 1937 an wurde sie im Rahmen eines 6-monatigen Praktikums bei Bücker zur Kunstfliegerin ausgebildet und belegte beim 1. Zuverlässigkeitsflug für Sportfliegerinnen unter 13 Teilnehmerinnen den zweiten Platz. Besser war lediglich Beates Freundin Melitta Schiller, die unter diesem Namen niemand kennt.

Vielleicht kommt euch der Name Alexander Schenk Graf von Stauffenberg bekannt vor. Er war der Bruder von Claus Schenk Graf von Stauffenberg und somit wurde Melitta Schenk Gräfin von Stauffenberg nach ihrer Heirat die Schwägerin des Hitler-Attentäters. Ihre Lebensgeschichte während des Zweiten Weltkrieges ist ebenso spannend wie tragisch. Lest selbst.

Zurück zu Beate Köstlin. Ab Mitte 1939 wurde sie als Pilotin bei Bücker Flugzeugbau eingestellt und flog neue und reparierte Flugzeuge ein und überführte sie an ihren Bestimmungsort. Später in diesem Jahr heiratete sie ihren Fluglehrer Hans-Jürgen Uhse und hieß von nun an – einige werden es schon erraten haben – Beate Uhse.

Wikipedia schreibt weiter: Ab April 1944 wurde sie häufig zu Überführungsflügen herangezogen, meist von Junkers Ju 87, die aus der Weser-Fertigung in Berlin-Tempelhof kamen und zu den Luftparks gebracht werden mussten. Bei der Luftwaffe flog sie die Jäger Messerschmitt Bf 109 und Focke-Wulf Fw 190 sowie Ju 87 und Messerschmitt Bf 110. Dabei kam es zu Begegnungen und Beschuss durch alliierte Jäger, die sie unbeschadet überstand. Kurz vor Ende des Krieges flog sie sogar den Strahljäger Messerschmitt Me 262, die Mutter aller Düsenjets.

Aufgrund eines Flugverbots der Alliierten nach Kriegsende galt es, ein neues Betätigungsfeld zu finden. Beate Uhse verdiente ihren Lebensunterhalt durch Schwarzmarktgeschäfte und traf dabei häufig mit Frauen zusammen, die ihr von ihrer Situation berichteten. Einerseits bestand das Verlangen nach Sexualität, andererseits wollten viele Frauen in den unsicheren Nachkriegsjahren keine Kinder bekommen. Beate Uhse entwarf eine Broschüre, die die Verhütungsmethode nach Knaus-Ogino bei den Frauen bekannt machte. Mit einem Stückpreis von 50 Pfennig konnte Beate Uhse ein Startkapital von 16.000 Mark erwirtschaften, das den Grundstein für ihren Versand von Kondomen und Ehelektüre legte.

Die weitere Geschichte des Beate Uhse-Versands dürfte allen bekannt sein. 1999, zwei Jahre vor ihrem Tod, ging ihre Firma an die Börse. Der Erfolg blieb zwar aus, aber die Aktien sind schön anzuschauen. Eine ist der Artikel des Tages und ich möchte mich im Nachhinein entschuldigen, daß ich zu Beginn der Themenwoche Aktien so schlecht von der Beate-Uhse-Aktie gesprochen habe. Ich wollte ein wenig Interesse wecken.   Wer übrigens ganz genau hinschaut, der kann unten rechts lesen, daß auch diese Aktie bei   gedruckt wurde, die ich bereits bei der Daimler-Benz-Aktie vorgestellt habe.

I. G. Farbenindustrie


Im Igelit-Artikel vor einigen Wochen habe ich euch bereits über die dunkle Vergangenheit der I. G. Farben berichtet. Wer es damals nicht gelesen hat, sollte es auf jeden Fall nachholen.

Heute, am Freitag, dem 13. möchte ich euch zwei Aktien dieser in meinen Augen zu den finstersten Firmen aus Deutschlands Geschichte zählenden Interessengemeinschaft Farbenindustrie vorstellen.

Die erste wurde im Jahr 1939 emittiert. Sie ist eine von 25.000 ihrer Art über einen Stückwert von 100 Reichsmark und mit einer Laufzeit von 20 Jahren.

Wer das Kleingedruckte mag, liest hier die damaligen Anleihebedingungen:

Die Rückseite – ähnlich der Daimler-Benz-Aktie:

Auch einige Zinsscheine und der Erneuerungsschein sind noch da:

Wer sich neulich bereits die Geschichte der I. G. Farben im Zweiten Weltkrieg durchgelesen hat, dem empfehle ich heute, den Werdegang nach 1945 zu lesen. Besonders unschön ist ebenfalls die Nutzung der Nachfolgerin I. G. Farbenindustrie in Liquidation (bis 1955, danach i.A. in Abwicklung bis 31. Oktober 2012!!!). Dabei handelte es sich um eine Nachfolge-Aktiengesellschaft, deren Hauptaufgabe darin bestand, alte Ansprüche zu verwalten und die rechtliche Verantwortung zu übernehmen. Das Weiterbestehen der I.G. Farben erlaubte auch den daraus hervorgegangenen Chemieunternehmen, die Verantwortung für die während der Zeit des Nationalsozialismus begangenen Verbrechen weitgehend auszuklammern und dazu auf die I.G. Farbenindustrie AG i. A. zu verweisen. 

So sahen die Aktien dafür aus und ich bin tief betrübt, daß auf einer Aktie dieser Verbrecherfirma oben links der von mir so hochverehrte Justus von Liebig abgebildet ist.

Wen noch die Detailaufnahmen der 1939er Aktie interessieren, in der die zusammengeschlossenen Firmen aufgeführt sind der schaut hier:

links: Actien-Gesellschaft für Anilin-Fabrication Berlin (AGFA) – Mitte: Badische Anilin- und Soda-Fabrik Ludwigshafen a. Rh. (BASF) – rechts: Farbenfabrik vormals Friedrich Bayer & Co. Leverkusen (Bayer)

links: Farbenfabrik vormals Meister Lucius & Brüning, Hoechst a. M. (Farbwerke Hoechst) – Mitte: Chemische Fabriken vormals Weiler – Ter Meer, Uerdingen a. Rh. – rechts: Griesheim Elektron Frankfurt a. M.

Zu Griesheim Elektron gab es zwei bekanntere Störfälle in den 1990er Jahren. Einer passierte am Rosenmontag 1993. Lest hier.

Und auch diese Aktien wurden wieder bei Giesecke & Devrient gedruckt.

Karlheinz Böhm, Magda und Romy Schneider


Ich hinke etwas hinterher mit meinen Artikeln. Dafür eine kleine Entschuldigung.

Um euch aber nicht ganz leer ausgehen zu lassen, gibt es heute wenigstens etwas kleines: zwei Autogrammkarten aus den 1950er Jahren

Autogramme Magda und Romy Schneider, Karl-Heinz Böhm

 

Die linke wurde signiert von Karlheinz Böhm, der zum Einen Schauspieler war, zum Anderen für sein Engagement in Afrika bekannt war. Er war der Gründer der Aktion Menschen für Menschen, einem Projekt zur Selbsthilfe in Äthiopien, das durch seine finanzielle Transparenz hervorsticht.

Die rechte Autogrammkarte wurde unterschrieben von Romy Schneider und ihrer Mutter Magda Schneider über die ihr einen kurzen Artikel bei Wikipedia findet. Wer bei Romy Schneider, die eigentlich Rosemarie Magdalena Albach hieß nur an Sissi denkt, sollte sich diesen Artikel durchlesen. Die Dame hatte ein bewegtes Leben.

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