Märchen – Deutung in der Nazi-Zeit


Heute habe ich wieder etwas Interessantes für euch herausgesucht.

Vor einigen Tagen habe ich dieses Märchenbuch erstanden:

1934 im Deutschjugend Verlag erschienen, befasst es sich mit der Deutung deutscher Volksmärchen. Es gab mindestens zwei Auflagen, ich habe eine Erstausgabe.

Es wird zwar vom 1. Band gesprochen, mehr als dieses Buch ist aber offenbar nie erschienen.

Neun Märchen werden behandelt: Schneewittchen, Rotkäppchen, Dornröschen, Hänsel und Gretel, Die sieben Geißlein, Aschenputtel, Rumpelstilzchen und die beiden weniger bekannten Der Jude im Dorn und Knoist und seine drei Söhne (das sich mir nicht so recht erschlossen hat – wer mag, liest selbst: Link)

Ich habe für euch Rotkäppchen ausgewählt. Das ist eines der Märchen mit der bekanntesten Deutung, nämlich der Übergriffe durch Männer auf unschuldige Mädchen. Dieses Phänomen wird im Märchen erzieherisch mittels des bösen Wolfes und des ungehorsamen Mädchens, das sich zum Blumenpflücken verleiten lässt und dadurch „vom rechten Wege abkommt“ dargestellt. Wikipedia weiß wie immer mehr.

Nun kommt allerdings mein Buch daher. 1934 erschienen, Deutschjugend Verlag, wir dürfen gespannt sein.

Der Autor Fritz Hugo Hoffmann (1891–1965) klärt uns auf, was es mit einem Volksbuch auf sich hat:

„Weil die Volksseele in allen ihren Kindern aus dem gemeinsamen Rasse-Erbgut so ähnlich ist und doch wieder in jedem auf seine nur ihm eigene Art ihr Schöpfunglied singt, …“ Moment …. er wird doch nicht …

Schauen wir uns zuerst das Märchen an:

Soweit zum Märchen, das vermutlich jeder meiner treuen Leser kennt. Nun zur Interpretation.

„Die drei Eichen und die Haselnußhecke kennzeichnen deutlich die altgermanische Malstätte, da wohnt die Erbweisheit, da wurde Deutsches Recht geschöpft.“ Aha. Das lehrt uns der Beginn von Rotkäppchen? Wir lesen weiter.

Der Wolf hat die Großmutter verschlungen. „Rom macht die Rechtsform, die Staatsform, den Glauben, die Kirche, den Heliand (Heiland?), den arischen Christus und das „Germanische Christentum“ für die Deutschen zurecht – und erwartet die saumselige Jugend.“

„Klar ist uns Deutsches Recht, verwirrend jüdisch-römisches Recht.“

„Nun scheint es aus zu sein; Erbwissen und Jugend verloren. Es wäre auch aus, wenn da nicht einer käme, der hört daß da etwas nicht stimmen kann, der das Todesröcheln des Deutschen Volkes, das Schnarchen des wohlgesättigten Wolfes vernimmt.“  Wer dieser „Eine“ war, wissen wir zur Genüge. Daß er das Deutsche Volk vom Todesröcheln befreit hat, kann man nicht so direkt unterstreichen.

Weiter auf der letzten Seite:

„Es rumpelt und pumpelt  – das erste Frühlingsgewitter bricht die Macht des Winters. Thors Hammer trifft den Fenriswolf.“

„Hüte dich, Jehova-Priester, wenn du der Deutschen Jugend auflauern willst, und in Schule und Elternhaus eindringen willst – das Erbwissen wacht!“

Ganz zauberhaft. In allen deutschen Kinder- und Hausmärchen spielt also der „Führer“ bereits eine vorhergesagte Rolle als Heilsbringer, Erlöser, was auch immer. In Rumpelstilzchen hätte ich ihn ja noch hereininterpretieren können, aber hier geht es laut Herrn Hoffmann um „Goldwahn, Goldbetrug und Papiergeldschwindel (Inflation), vom Mißbrauch des Weibes als Arbeitsklavin und Gebärerin für Judas Zwecke und entartetes Führertum. Aber auch [um die] Befreiung des Volkes, der Vernichtung der Juden- und Freimaurerherrschaft.“

Diese spezielle Richtung der Märchenforschung dürfen wir sicher mit gutem Gewissen in die Abteilung „hetzerischer Unfug“ ablegen.

Fritz Hugo Hoffmann war übrigens seit den 1920er Jahren Mitglied der Artamanen und später Bundesführer der abgespalteten Gruppe der „Artamanen. Bündische Gemeinden für Landarbeit und Siedlung“. Diese Siedlungs-Idee lebt derzeit bedauerlicherweise in Mecklenburg-Vorpommern wieder auf. Hier ein Bericht darüber. Hier noch einer.

Trau keinem Fuchs auf grüner Heid


Der heutige Artikel dient einzig der politischen Aufklärung und Bekämpfung rechten Gedankenguts. Von jeglicher Verherrlichung der Volksfeindlichkeit oder Diskriminierung aufgrund von Hautfarbe oder Religion distanziere ich mich und bitte jeden, dem dies nicht gefällt, meinen Blog zu verlassen und nie wiederzukehren.

1936 erschien im Stürmer Verlag Nürnberg ein Kinderbuch, aufgelegt von der Kindergärtnerin Elvira Bauer, über die ansonsten nichts herauszufinden ist. Dieses Buch fiel mir erstmalig in der Ausstellung des Dokumentationszentrums Reichsparteitagsgelände in Nürnberg in die Hände, dort noch im Original in Sütterlinschrift.

 

Dieses Buch wurde vom – wie ich unterstelle – ziemlich rechtsfreundlichen kleinen Verlag Der Schelm als wissenschaftlicher Quelltext neu herausgegeben. Lest dazu den Verlagstext (Fettdruck von mir – diese m.E. zynische Formulierung weckt in mir die Vermutung der rechten Sympathie des Verlegers):

„Trau keinem Fuchs auf grüner Heid und keinem Jud bei seinem Eid – Ein Bilderbuch für Groß und Klein von Elvira Bauer. Unveränderter Nachdruck (Neusatz in Antiqua) der im Stürmer Verlag, Nürnberg, 1936, erschienenen 1. Auflage. Bibliophile Ausgabe [???]. Der Verlag Der Schelm möchte seinem aufgeklärten Publikum mit diesem antisemitischen Kinderbuch, einem „Prototypen nationalsozialistischer Gestaltungsversuche“ (Aley, Peter: Das Bilderbuch im 3. Reich. 1983, S. 331), vor Augen führen, mit welcher Perfidie die Nationalsozialisten versuchten, bereits bei Kindern volksverhetzend gegen die allgemeine Menschheitsverbrüderung und insbesondere gegen das von Gott auserwählte Volk Israel zu wirken. Die Ablehnung durch zahlreiche etablierte Verlage – selbst durch den parteieigenen Franz-Eher-Verlag – und die Herkunft aus dem Stürmerverlag geben Hinweise darauf, daß es sich nicht um ein repräsentatives Werk handelt, sondern eher um ein „exzeptionelles Produkt“ (Augustinovic/Moll). Das Buch wurde vermutlich nicht in öffentliche Bibliotheken eingestellt und erschien nicht in offiziellen Empfehlungslisten. Es fand auch keine Zustimmung beim Nationalsozialistischen Lehrerbund. In Vorschulen und Kindergärten fand das Buch große Verbreitung und wurde in mindestens sieben Auflagen mit einer Gesamtauflage von etwa 100.000 Exemplaren gedruckt. Da das Buch über Parteiorganisationen kostenlos verbreitet wurde, kann die hohe Auflagenzahl nur bedingt über die Beliebtheit beim Publikum Aufschluß geben. Die Zeitung „Der Stürmer“ hat es in der Ausgabe 48/1936 beworben. Er empfahl das Buch für jeden Weihnachtstisch im Reich. Verfaßt und graphisch gestaltet wurde das vorliegende Buch von der Kindergärtnerin und Kinderbuchillustratorin Theodolinde Elvira Bauer (12. 9. 1915 in Nürnberg; Todesdatum unbekannt). Es erschien 1936 zum ersten Mal.

Ich werde euch einige Seiten unkommentiert hier anfügen. Lest sie euch durch und haltet euch vor Augen, welcher Hass dadurch in Kindern im Vorschul- und Grundschulalter aufgebaut wurde: (auf der ersten Seite wurde das Wort Ihn fälschlich als Hin gelesen.

Der Reim „Trau keinem Fuchs auf grüner Heid und keinem Jud bei seinem Eid“ stammt übrigens von keinem Geringeren als Martin Luther. In seinem Buch Von den Jüden und ihren Lügen (1543) schreibt er:

Trau keinem Wolf auf wilder Heiden // Auch keinem Juden auf seine Eiden // Glaub keinem Papst auf sein Gewissen // Wirst sonst von allen Drein beschissen.

Der Wikipedia-Eintrag zu Elvira Bauer ist hier zu finden.

Eine Filmempfehlung ist der Oscar-prämierte Kurzfilm Spielzeugland, der in YouTube zu finden ist, z.B. hier.

Vor 100 Jahren war Krieg


Heute wird ein Feldpostbrief, den ich euch vor einiger Zeit vorgestellt habe, 100 Jahre alt.

Da es im Moment einige Mitbürger gibt, die in diesem Land Angst um ihren kleinen Reichtum verspüren und Sätze wie: „Unter’m Kaiser und Adolf hätte es sowas nicht gegeben.“ laut und inbrünstig anstimmen, finde ich, die Zeit, diesen Brief noch einmal zu erwähnen, ist gekommen.

Hier findet ihr den Artikel. Lest euch den Brief durch. So erging es dem kleinen Mann, der von den Medien aufgeputscht wurde, den Erbfeind, den Russen, Engländer oder Franzosen zu bekämpfen. Der Russe, der Engländer, der Franzose – immer brav im Singular bezeichnet, damit waren die Unmengen Männer der unteren Schichten aus aller Herren Länder gemeint, die über nicht ausreichende Bildung verfügten, sich eine objektive Meinung zu bilden, oder Gebildete die schlichtweg fanatisiert waren.

Dazu habe ich im Bundesarchiv dieses Foto Berliner Studenten am Tag der Verkündung der Mobilmachung gefunden:

 

Wie unsere Ureltern lackierten – alte Lacke und Firnisse – 1755


Und wieder stelle ich euch einen meiner alten Lieblinge vor.

 

 

Ein Buch mit dem schönen Titel

Gründliche

Anweisung

zur

Lacquir=Kunst,

worinnen gezeiget,

wie

man nicht nur viele rare Fürnisse,

und die zum Lacquiren nöthige Far=

ben wohl bereiten und gebrau=

chen soll,

sondern auch noch

zu mancherley besondern Künsten

guter Unterricht gegeben wird

von einem

erfahrnen Liebhaber derselben.

Diese Zweyte und vermehrte Auflage erschien in Leipzig und Nordhausen, dort verlegts Johann August Cöler, privilegirter Buchhändler zu Ellrich, 1755

Auf der ersten Innenseite steht noch ein altes Rezept:

  • 3 Loth Sandrac (ich habe Sandrak, Tetraclinis articulata, dessen Harz in der Heilkräuterkunde verwendet wird, gefunden)
  • 2 —- Mastix
  • 3 —- Bleipuder (die Geschichte dazu hinter dem * )
  • 4 —- Schellack
  • 1 1/2 —- Ven. Terpentin
  • 16 —- Weingeist

Und was ich darunter entziffere klingt wie „Dieses wahrscheinlich von Schwager Christian Voigt.“   hmm, wer will sich im Entziffern üben? Einfach auf das Bild klicken.

* Dünne Bleiplatten wurden in ein Gefäß gegeben, das man mit Essig füllte. Das Ganze ließ man drei Wochen lang in einem Bett aus Pferdedünger stehen. Danach wurden die Platten zerschlagen und zu Puder zerstoßen. Anschließend mischte man Wasser darunter und stellte den Brei zum Trocknen in die Sonne. Ganz zum Schluss wurde der Puder parfümiert und – je nach Wunsch – grau oder weiß eingefärbt. Dieser Bleipuder war so gefährlich, dass die Armen, die ihn herstellen mussten, über allerlei Gesundheitsschäden, von Kopfschmerzen bis hin zur Erblindung, klagten. Ebenso schädlich war der Puder für die Haut der Anwender. Der Teint war meist schlaff, gelb und fahl, übersät mit Pusteln und Ekzemen. Keine der zeitgenössischen Schönheiten konnte ihr gutes Aussehen über das 30. Lebensjahr hinaus retten. Doch je schrecklicher die Auswirkungen auf die Haut waren, desto mehr wurde sie korrigiert und übermalt. Im Paris zur Zeit Marie Antoinettes puderten die Damen der Gesellschaft ihre Gesichter so dick weiß, dass sie versteinert wie aus Marmor wirkten. Es sollte sie vom gemeinen Volk abheben. Denn Natürlichkeit wie nackte Haut galt damals als äußerst unfein.

Was immer Schwager Christian da herstellen wollte, dran lecken würde ich nicht wollen.

Weiter im Buch:

Auch auf der nächsten Seite geht es mit einem selbst ausgedachten Rezept weiter:

Aezgrund (Ätzgrund)

  • 3 Loth weißes (dieses Geheimzeichen ist mir noch unbekannt)
  • 2 Loth Mastix
  • 1 Loth Asphalt
  • 1/2 Loth Kolophonium

den Asphalt und Kolophonium und nachher den Mastix –  und irgendwann kommt dann das geheime Sonstwas dazu

Das Rezept für den Deckfirniß aus 2 Theilen Terpentinöl und 1 Theil feingestoßenem Kolophonium ist da schon weniger spektakulär.

In der Vorrede an den GeEhrten Leser gefällt mir das Wort „Tractätgen“. Das klingt für mich irgendwie nach kölscher Mundart. (berichtigt mich)

Auch hier könnt ihr die alte Angewohnheit sehen, ganz unten auf jeder Seite das erste Wort der Folgeseite zu drucken. Ich habe keine Ahnung, wozu das gut sein sollte. Ich denke mir, daß es vielleicht zeigt, wenn eine Seite fehlt. Oder es hilft beim Umblättern, daß man das erste Wort schon liest, währen man blättert und sofort bemerkt, wenn man zwei Seiten auf einmal umgeblättert hat.

Und schon geht es los mit den Grundlagen der Lackherstellung. Nur beste Zutaten, ein ausreichend großes Gefäß und los geht’s.

Ich hoffe, ihr könnt die Schrift alle lesen. Falls nicht, hinterlasst einen Kommentar und ich werde es euch abschreiben.

Das zweite Rezept spricht von Drachenblut. Das hat bedauerlicherweise nichts mit frisch erlegten Drachen zu tun, sondern mit dem Harz dieser Pflanzen: Drachenblut

Zur Maßeinheit unten rechts (zu 2 achtel Pfund Fürniß kan man eine welsche Nuß groß Drachenblut nehmen.) kann ich euch noch mehr nutzloses Wissen liefern. Die welsche Nuß kam aus dem Land der Welschen, wie man als Mitteleuropäer das nächstliegende romanische Volk bezeichnete, also irgendwie aus dem Süden. Aus der welschen Nuß wurde die Welschnuß und schließlich die Walnuß. Das Wort „welsch“ findet sich auch in Worten wie Walachei oder Kauderwelsch und bezeichnet etwas, daß aus dem unverständlichen Teil Europas stammt. Wikipedia hat einen wirklich tollen Artikel dazu.

Weiter geht es mit gelbem und goldenem Firnis:

Gummi gutti ist übrigens Gummigutta. Curcuma sollte als Billigsafran oder Curryfarbstoff bekannt sein.

 

Wieviele Lackschichten soll man auftragen und polieren?

Trippel ist übrigens Kieselgur. Und hier hat der Verfasser nun nach „Bim-Stein“ und „Bimmstein“ die dritte Variante „Bimstein“ verwendet. Auch die verkleinernde Wortendung -gen ist immer dabei.

Interessant ist, daß zum polieren Schachtelhalm verwendet werden soll. Weiß jemand um die Eigenschaften des Unkrauts?

Die hier erwähnte „Mennge“ bezeichnet meiner Meinung nach die „Bleimennige“ oder „Eisenmennige„.

Der Pomeranzen-Apfel ist die Bitterorange, die heute auf der Marmelade in Dosen als Sevilla-Orange bezeichnet wird.

 

Kühnruß ist eine schwarze Farbe, die auf ausgeglühten Materialien basiert. In den Google-Books habe ich viele Verweise zur Verwendung gefunden, aber nichts über die Herstellung. Vielleicht ist es einfach nur eine Rußform.

Der Glanzfirnis klingt schon anspruchsvoller, inklusive Explosionsgefahr.

„Es können damit alle Schildereyen und Gemählde überstrichen werden.“ Wenn man weiß, daß auf holländisch malen schilderen (gesprochen: s-childeren mit ch wie in Bach) heißt, weiß man zwar nicht den Unterschied zwischen Gemählde und Schilderey, aber der Begriff „etwas geschildert haben“ könnte bedeuten, es bildlich zu erklären.

Spicköl, oder Spieköl bezeichnet eine mindere Qualität vom Lavendelöl.

Flasern sind die Adern, die man z.B. im Mamor sieht, helle Streifen im dunklen Gestein oder umgekehrt.

Agtstein = Bernstein

 

Seite 88 kommt mit ganz tollen Gesundheitstipps daher.

Abgesehen davon, daß man die linke Seite dreimal lesen muß, um sie einmal zu verstehen, ist die Heilung vom Friesel hier endlich beschrieben.

Auch die Heilkraft des im März bei Vollmond gefallenen Schnees oder Regenwasser (dann aber nur während Gewitter) ist nun geklärt.

Wie man hingegen unverbrennliche Lichter macht, habe ich nicht verstanden.

Auf Seite 106 wird es alchimistisch.

Antimon, Sulphur, Ammoniak und Weinstein klingt ja noch ganz gut. Allerdings geläuterten Urin eines Menschen, der Wein trinkt in 24 Schritten dazugießen, über dem Feuer trocknen lassen und dann die nächste Kelle voll zufügen – das klingt doch nach ganz großer Kunst. Am Ende kann man aus wenig Silber mehr Silber herstellen, in dem sogar etwas Gold enthalten ist. So so.

Rechts unten dann das Kunststück, aus einer Silbermark, anderthalb Golddukaten zu machen.

Auf der nächsten Seite die Fortsetzung. Wer macht mit?

Alles in allem, ein cooles Buch, oder? Das müsst ihr wirklich mal zugeben. Ich konnte euch leider nur eine kleine Auswahl der schönsten Rezepte zeigen. Aber wer mich besuchen mag und einen Alambic, etwas Arsen, Sulphur und einen Bunsenbrenner mitbringt, kann gern mit mir zusammen Gold und den Stein der Weisen herstellen.

Bis zum nächsten Alchimisten-Buch.

Die Staatsbibliothek Berlin scheint das Buch mal besessen zu haben, es ist wohl im Krieg verloren gegangen. (siehe hier) Dafür hat sie dieses Buch, in dem einige Rezepte wiederzufinden sind.

ein Parteiprogramm von 1920


Ich habe lange überlegt, ob man das heutige Schriftstück vorzeigen soll und darf oder nicht. Ich habe mich dazu entschlossen, es euch zu zeigen, da es sich hierbei nicht um Glorifizierung oder Werbung für den Inhalt handelt, sondern vielmehr um den Versuch, aufzuzeigen, daß Ideen und Forderungen, die auf den ersten Blick „gar nicht so schlecht“ klingen, bei genauer Betrachtung und Vergleichen sehr wohl schlechte Ergebnisse mit sich bringen.

Da gerade jetzt in Deutschland wieder eine Partei die Ängste und heimlichen Wünsche großer Teile der Bevölkerung mit einfachen Worten adressiert, sie damit enormen Zulauf verzeichnen können und viele Mitbürger ein schlechtes Bauchgefühl in Anbetracht der bevorstehenden Wahlen haben, möchte ich alle Besucher meines Museums auffordern: Lest euch das Parteiprogramm durch, sucht Parallelen zu modernen Wiederholungen und haltet euch das Ergebnis der Erfüllung der Forderungen vor Augen! Es ist gerade einmal 70 Jahre her und ich möchte Ovid zitieren: „Wehre den Anfängen!“ (auch wenn das ursprüngliche „Principiis obsta.“ die unglückliche Liebe als Thema hatte)

Wer auf das Bild klickt, kann es sich in höherer Auflösung durchlesen. Die 25 Punkte solltet ihr euch mit einer gesunden Distanz durchlesen. Ich hoffe, keiner meiner Leser wird durch dieses Flugblatt zum Anhänger einer rechtsgesinnten Partei.

Einige Dinge für euch kurz erklärt:

München, den 24. Februar 1920 – an diesem Tag wurde mit der Umbenennung der Deutschen Arbeiterpartei (DAP) in die Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei.

Als Verfasser wird laut Wikipedia der DAP-Gründer Anton Drexler vermutet. Adolf Hitler soll nur redaktionelle Mitarbeit geleistet haben.

Unter Anmerkung findet ihr einen Zusatz vom 13. April 1928 (auf den ich das Papier datiere). Die Erklärung dazu lest ihr am besten auch bei Wikipedia durch.

Über konstruktive Kommentare zu diesem Artikel freue ich mich. Sofern jemand Probleme mit der Veröffentlichung hat, möge er sich mit mir in Verbindung setzen.

Nachkriegskrankheiten – heute Typhus


Hellgelbe Durchfälle, Abstoßen von weißen Belägen und Fieberwahnzustände – das sind nur einige der Kennzeichen einer Typhuserkrankung.

Typhus tritt gern in unsauberer Umgebung auf und wird, wenn man dem heutigen Ausstellungsstück glauben darf, durch Fliegen und Ratten übertragen.

Dieses Merkblatt habe ich zwischen meinen Alt-Papieren gefunden und möchte es euch nicht vorenthalten. Es stammt aus dem Oktober 1945, also zu einer Zeit, als große Teile Deutschlands zerstört daniederlagen und durch mangelhafte Trinkwasserver- und Abwasserentsorgung katastrophale hygienische Zustände herrschten. Lest selbst, wie gefährlich Typhus sein kann:

 

 

Adventskalender 1942 / 1943 – 24. Dezember – Heiligabend


Heute zeige ich euch die Seiten zum 24. Dezember. Wer den Anfang verpasst hat, findet ihn hier.

Wie schon an anderer Stelle erwähnt, tauchen Symbole und Textinhalte des Dritten Reichs auf. Sie sollen hier in keinster Weise verherrlichend gebraucht werden. Vielmehr spiegeln sie die Allgegenwärtigkeit der Diktatur wider. 

Die letzten Seiten des Kalenders sind erreicht. Heute Abend kommt, je nach Frömmigkeitsstufe, der Weihnachtsmann oder das Christkind. Ich bedanke mich für die Aufmerksamkeit und hoffe, daß euch die vergangenen 24 Tage einen kleinen Einblick in die Adventszeit während des Zweiten Weltkriegs verschafft haben. Die Zeiten waren hart, die Mittel wurden knapper und die Väter selten. Trotzdem haben die Eltern und Großeltern zweifellos ihr Bestes gegeben um den Kindern die Vorweihnachtszeit zu verschönern. Ich verabschiede mich für dieses Jahr und freue mich über zahlreiche Besucher, wenn es hier weitergeht.

1942

Weihnachtsgeschichten verkürzen die Wartezeit auf den Weihnachtsmann und stellen die Kinder ruhig:

1943

Nachdem der Vorfreude-Kalender durchgeblättert ist, folgen einige Weihnachts-Geschichten. Seht hier:

Ein wenig Bastelei für den Tannenbaum

Und abschließend die letzten Seiten auch dieses Kalenders:

Herausgegeben vom Hauptkulturamt in der Reichspropagandaleitung der NSDAP

Adventskalender 1942 / 1943 – 23. Dezember


Heute zeige ich euch die Seiten zum 23. Dezember. Wer den Anfang verpasst hat, findet ihn hier.

Wie schon an anderer Stelle erwähnt, tauchen Symbole und Textinhalte des Dritten Reichs auf. Sie sollen hier in keinster Weise verherrlichend gebraucht werden. Vielmehr spiegeln sie die Allgegenwärtigkeit der Diktatur wider. 

1942

1943

(nicht viel Abwechslung)

Adventskalender 1942 / 1943 – 22. Dezember


Heute zeige ich euch die Seiten zum 22. Dezember. Wer den Anfang verpasst hat, findet ihn hier.

Wie schon an anderer Stelle erwähnt, tauchen Symbole und Textinhalte des Dritten Reichs auf. Sie sollen hier in keinster Weise verherrlichend gebraucht werden. Vielmehr spiegeln sie die Allgegenwärtigkeit der Diktatur wider. 

1942

1943

Adventskalender 1942 / 1943 – 21. Dezember


Heute zeige ich euch die Seiten zum 21. Dezember. Wer den Anfang verpasst hat, findet ihn hier.

Wie schon an anderer Stelle erwähnt, tauchen Symbole und Textinhalte des Dritten Reichs auf. Sie sollen hier in keinster Weise verherrlichend gebraucht werden. Vielmehr spiegeln sie die Allgegenwärtigkeit der Diktatur wider. 

1942

Noch mehr braunes Gedankengut in vorweihnachtlicher Verpackung.

1943

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