Anleitung für einen Pantographen


Im Mai 2015 habe ich euch meinen Pantographen vorgestellt – ein Zeichengerät um Bilder zu vergrößern oder zu verkleinern. Wer sich nicht mehr erinnert, klickt hier.

Nun habe ich seine Bedienungsanleitung, aus der das Herstellungsjahr 1958 hervorgeht, gefunden.

Die Funktionsweise ist denkbar einfach. Lest es euch am besten einmal durch. Wem die Bilder zu klein sind, der klickt drauf und wird mit einer großen Version belohnt.

 

Hier unten seht ihr das Herstellungsjahr: /58

 

Durch Anbringen des Zusatzarms wurden dem eifrigen Zeichner noch weitere Möglichkeiten zur Vergrößerung und Verkleinerung eröffnet.

 

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Der Liquidator-Orden


Wer hat ihn schon einmal gesehen? Wer kennt ihn?

Hier seht ihr eine der makabersten Auszeichnungen, die in den letzten Jahrzehnten verliehen wurden.

Was ihr dort oben seht, ist der Orden für die aktive Teilnahme an der Eindämmung der Schäden unmittelbar nach der Explosion des Atomkraftwerkes Tschernobyl vom 26. April 1986.

Nachdem die deutschen und japanischen Roboter, die zur Entfernung des enorm strahlenden Schutts und der Graphitblöcke angeliefert wurden aufgrund der zu hohen Strahlung versagten, wurden Mitarbeiter, Anwohner und Soldaten für diese Arbeit eingesetzt. Die Arbeit sah wie folgt aus: Der Arbeiter lief auf das Dach, warf eine Schaufel Schutt in das Explosionsloch und kam wieder zurückgerannt. Dies durfte nicht länger als 40 Sekunden dauern. Neben dem Orden gab es eine einmalige Entschädigung von 100 Rubeln. Während anfangs überwiegend junge Soldaten, Reservisten, aber auch gewöhnliche Arbeiter aus Weißrussland und der Ukraine zwangsverpflichtet wurden, wurden später Menschen aus der gesamten Sowjetunion nach Tschernobyl beordert. (Quelle für Zusatzinfos: Wikipedia)

Von den circa 200.000 Liquidatoren, die in den Jahren 1986 und 1987 im Einsatz waren, sind bis 2005 mindestens 50.000 verstorben. Nach einem Beschluss, die zulässigen Strahlenwerte um das 40- bis 50-Fache zu erhöhen, wurden die meisten Menschen für gesund erklärt und ohne jegliche Behandlung aus den Krankenhäusern entlassen. Auch durften Strahlungserkrankungen nicht mit dem Einsatz in Tschernobyl in Verbindung gebracht werden.

Da der Auszuzeichnende meines Ordens bedauerlicherweise nicht mehr zur Abholung erscheinen konnte, habe ich nicht nur den Orden, sondern auch den kleinen Anstecker in der Originalqualität.

Das Bild auf dem Orden stellt übrigens einen Blutstropfen dar, durch den die Alpha-, Beta- und Gammastrahlen hindurchgehen.

Der umlaufende Text wird „Utschastnik Likwidazii Posledstwii Awarii“ ausgesprochen, was soviel bedeutet wie „Teilnehmer an der Beseitigung der Folgen der Havarie“.

Die vier Buchstaben am unteren Rand „Чаэс (Tsche A E S) stehen für „Чернобыльская атомная электростанция“ (sprich: Tschernobylskaja Atomnaja Elektrostanzija) Also Tschernobyler Atomkraftwerk (bzw. wörtlich „Atomare ElektrizitätsStation“)

Wer sich dafür interessiert, wie es in Tschernobyl heute aussieht, dem empfehle ich den Besuch der Reiseseite meiner Globetrotter-Freundin. Sie war in Pripjat und dem Umkreis des Atomkraftwerkes. Lest ihren Bericht hier und schaut euch hier ihre Fotos an.

Tag der Deutschen Kunst – 14.Juli 1939


Im Rahmen der von 1937 bis 1944 jährlich stattfindenden Großen Deutschen Kunstausstellung (Link zu Wikipedia) im Haus der Deutschen Kunst in München fand ein Umzug zum Tag der Deutschen Kunst durch die Straßen Münchens statt.

Einige Wagen aus diesem Festumzug wurden als Zinnfiguren nachgestaltet und konnten am Rande der Feiern gekauft werden.

Ich konnte herausfinden, daß die Figuren von einer Zinngießerei Schweizer in Diessen am Ammersee hergestellt wurden. Allerdings gibt es in Diessen sowohl die Firma Wilhelm Schweizer als auch Babette Schweizer.

Wer sie tatsächlich hergestellt hat, ist mir noch ein Rätsel.

 

Aber ich habe inzwischen herausgefunden, daß es noch ein Pferdegespann und einige weitere Wagen gibt, die teilweise zu sehr unschönen Preisen gehandelt werden.

 

Mir reichen meine zwei Wagen.

Hier gibt es einen kurzen Film zum Tag der Deutschen Kunst: YouTube (Umzug ab 25:30). Ich finde das Ganze ja sehr selbstverherrlichend und den braunen Herren zum Gefallen inszeniert. Wir können froh sein, dass unsere Kunst nicht auf dieser Stufe versauert ist.

 

 

Schweppes Coca oder Coca-Cola – wer hat die Rechte?


Vor einiger Zeit habe ich euch schon Auszüge aus meinen Patent-Büchern vorgestellt. Das waren die gedruckten Ausgaben der eingereichten Registrierungen zum Namens- und Musterschutz.

Verpackungen, Schriftzüge, Namen – all das muß man sich schützen lassen um zu vermeiden, daß jemand unter demselben Namen, gleichen Schriftzügen oder identischen Verpackungen ein minderwertiges Konkurrenzprodukt verkauft. Man erkennt diese geschützten Marken entweder am Zeichen ® oder am  sofern die Marke noch nicht registriert ist.

Aber: Neben den gedruckten Büchern gab es – zumindest in Frankreich – noch eine weitere Sammlung innerhalb des Verzeichnisses zum Markenschutz. Jede Firma, die ein Produkt, eine Marke, einen Schriftzug oder eine Verpackung registrieren lassen wollte, musste ein Exemplar des Etiketts, der Verpackung oder etwas, aus dem das zu schützende Merkmal hervorgeht, einreichen. Es wurde anschließend unter Angabe des Einreichers (der Firma), des Datums und einer vergebenen laufenden Nummer auf lose Seiten geklebt und gesammelt, bis die Informationen in die bekannten Jahrbücher aufgenommen und in gedruckter Form erschienen.

Eine, wie ich finde, sehr interessante Seite daraus, besitze ich. Seht hier: Die Firma Schweppes ließ sich unter der laufenden Nummer 4311 am 9. Juni 1888 ein alkoholfreies Tafelwasser namens COCA registrieren. Patentbuch Trademark 1888 Schweppes Coca

Soweit so gut. Mancher wird sich denken: sollen sie doch auch ein Getränk namens Coca haben. Allerdings ließ sich Herr Asa Griggs Candler erst im Jahr 1893 den Namen COCA COLA in Atlanta (Georgia) registrieren. Das Getränk selbst wurde zwar schon 1886 von Apotheker  John Stith Pemberton erfunden, der Name blieb jedoch ungeschützt.

Diesen Umstand finde ich sehr interessant. Theoretisch hat somit Schweppes die älteren Rechte, einem Getränk den Namen Coca zu geben.

Ich hatte dazu bei der Presseabteilung von Schweppes angefragt, aber die wussten von dieser ganzen Geschichte nichts.

Studentenporzellan


Als vorläufigen Abschluss meiner Studentika-Reihe möchte ich euch heute noch die Sachen vorstellen, die auf dem Tablett wohnen, das es im gestrigen Artikel zu bestaunen gab.

Wie alle anderen Studentika stammen auch die heutigen Geschirrteile aus der Studentenzeit meines Uropas.

Die Kaffeekanne soll den Anfang machen. So wie auch das gestrige Tablett wird alles heute vorgestellte aus der Zeit kurz nach 1900 stammen. Zwischen 1890 und 1910 war der Jugendstil auf der Höhe seiner Blüte. Ob man diese Kanne allerdings in den Jugendstil einordnen kann, bezweifle ich. Dazu ist sie zu wenig beblumt und verornamentet. Zum Vergleich schaut hier. Einzig der abgebildete Zirkel ist sehr schön aus Ranken dargestellt.

Als nächstes gibt es die Kaffeetasse zur Kanne.

 

und in den Kaffee den Zucker aus der Zuckerdose

 

und die Sahne aus dem Sahnekännchen

 

Die dazugehörige Zuckerzange und Kaffeelöffel habe ich euch nicht fotografiert. Sie sehen aber den vor einigen Tagen vorgestellten sehr ähnlich und sind ebenfalls aus Silber.

Für alle Porzellanfans: auf der Unterseite ist leider keinerlei Marke zu finden.

Studentenbund – ein Tablett


In meiner kleinen Reihe der Studentika – also Dingen, die im Zusammenhang mit Studentenbünden stehen – stelle ich euch heute ein Tablett aus dem Besitz meines Urgroßvaters vor.

Dieses achtseitige und mit seinen 30 x 22 Zentimetern doch recht große Porzellantablett wurde einem seiner Kameraden zur Hochzeit überreicht. Fragt mich nicht, wieso es letztlich wieder bei ihm gelandet ist. Ich vermute, der Freund meines Uropas ist irgendwann verstorben und er hat die Dinge aus der gemeinsamen Studentenzeit übernommen.

Ein weiteres Rätsel gibt mir das Tablett auf. Wie schon in den vorherigen Beiträgen beschrieben, hat der Studentenbund Gottinga aus Göttingen, die Farben blau-gold-rot, all meine Studentika haben hingegen grün-weiß-gold in der Fahne. Sobald ich das Rätsel gelöst habe, werde ich euch darüber informieren.

Die Inschrift auf dem Tablett gibt es hier noch einmal in groß:

August Schäfer (xx,xx,xxx,F.M.) s/l. Leibburschen – Brautpaar zur Hochzeit

1. Juni 1909

Über die verschlüsselte Angabe der ehemaligen Ämter im Studentenbund, die immer in Klammern hinter Namen und Zirkel angegeben werden, hatte ich euch hier schon aufgeklärt.  Das „s/l.“ könnte für „seine lieben“ stehen. Ein Bundesgenosse könnte es genau wissen und mir einen Kommentar hinterlassen.

Bei der Hochzeitsfeier wurde auch ein Foto mit den genannten Studenten gemacht. Schaut mal hier.

Für alle Porzellaninteressierten: Das Tablett stammt aus der Porzellanfabrik Marktredwitz Jäger & Co in Marktredwitz.

Vielen Dank für diese Information an meinen treuen Leser Porzellanvitrine mit seinem tollen Blog porzellanvitrine.wordpress.com.

Studenten-Mützen


Im vorigen Artikel ging es bereits um Studentika, also Dinge, die mit dem Studentenleben zusammenhängen. In meinem Fall war der Student, um den es hier geht, mein Urgroßvater. Mitglied der Studentenvereinigung „Gottinga“ in Göttingen und wohl auch noch in anderen Vereinigungen, trug er nicht nur die Farben einer Vereinigung, sondern offenbar sogar drei.

Den Anfang macht diese (ehemals) weiße Mütze.

 

Die Farben blau-weiß-türkis finden sich auch auf dem beiliegenden Band

 

Innen erfahren wir mehr über die Herkunft:

Studenten-Requisiten Fabrik Gottwerth Müller, Jena

 

Die nächste Mütze

 

orange-weiß-grün, mit dem dazugehörigen Band

 

Detail:

Gottinga sei’s Panier! (in etwa Die Gottinga sei mein Banner!)

mit Namenszug (Lange)

 

Und schließlich die grüne Mütze

von der sich leider der Schirm gelöst hat.

Innen hat wiederum Gustav Lange, mein Uropa, seinen Namen hinterlassen. Zusätzlich hat er auch ein Datum, wohl seines Abschieds, den 5.1. 1914 hineingeschrieben.

 

Die Daten auf der Oberseite sind mit Eichenlaub versehen. An diesen Tagen fand ein Landesvater statt. Dabei werden die Mützen aller Teilnehmer in einem Ritual auf einem Degen übereinander gespießt, so daß Einstiche entstehen, die dann mit einem Eichenlaub und dem Datum des Commers bestickt werden. Hier fanden sie die Landesvatercommerse am 2.08.1905, 2.3.1906 und 1.8.1906 statt. Wer mehr über den Brauch erfahren möchte, klickt hier.

Und hier seht ihr noch ein Loch, das nicht mit Eichenlaub umstickt wurde:

 

Eine Ungereimtheit bleibt noch: Die Studentenverbindung Gottinga aus Göttingen hat eigentlich die Vereinsfarben blau-gold-rot. Meine Mützen haben andere Farben, verweisen aber auf die Gottinga. Wie hängt grün-weiß-gold und (siehe orange Mütze und Knopf) damit zusammen? Auch der Zirkel ist nicht derselbe, wie bei der Gottinga benutzt.

Auf der Unterseite des Schirms findet sich übrigens noch dieser Text:

 

Möge mich ein Wissender aufklären!

Der rechte Zirkel könnte von der Agilolfia Regensburg stammen. (hier)

Den linken kann ich nicht entziffern. Auch wundert mich, daß das Ausrufezeichen auf dem Kopf steht (oder ist es gar ein i?)

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