Porzellangeld


Porzellan wird oft auch als weißes Gold bezeichnet. Seine große Zeit ist aber vorüber und inzwischen sind nur noch ausgewählte Stücke von hohem Wert. Ein bedeutender Nachteil des Porzellans ist, dass man im Vergleich zu Vasen, Bechern und Figuren aus Gold, schon durch kleinste Beschädigungen den Wert auf einen Bruchteil (im wahrsten Sinne des Wortes) reduziert.

Was tut man nun, wenn man kein Gold hat, um beispielsweise Münzen zu prägen? Richtig, man nimmt anderes Metall oder billigere Legierungen.

Was aber, wenn auch das Metall knapp wird?

Die Lösung war, seine Münzen aus Porzellan herzustellen:

 

Diese beiden kleinen Münzen mit einem Wert von 50 bzw. 75 Pfennig wurden in der schlesischen Stadt Grünberg herausgegeben. Heute liegt die Stadt in Polen und heißt Zielona Gora.

Mit der Herstellung dieser Münzen wurde die Manufaktur Meißen beauftragt. Das bedeutet, diese kleinen Münzen sind, wenn auch nicht so wertvoll wie eine Meißner Figur, doch aus dem edlen Porzellan hergestellt.

 

Das meiste Porzellangeld wurde in den Jahren 1920 und 1921 hergestellt. Die rechte Münze von 1922 ist da schon etwas zu spät erschienen.

Wer sich über die braune Farbe der linken Münze wundert, dem sei erklärt, dass es sich hierbei um das sogenannte Ost-Indische Porzellan oder auch Böttgersteinzeug handelt, benannt nach Johann Friedrich Böttger. Es wurden letztlich mehr braune als weiße Münzen hergestellt.

Ob eine Porzellanmünze ihren Geldwert behielt, wenn sie auf den Boden gefallen und zerbrochen war, weiß ich nicht.

Werbeanzeigen

Wie unsere Ureltern lackierten – alte Lacke und Firnisse – 1755


Und wieder stelle ich euch einen meiner alten Lieblinge vor.

 

 

Ein Buch mit dem schönen Titel

Gründliche

Anweisung

zur

Lacquir=Kunst,

worinnen gezeiget,

wie

man nicht nur viele rare Fürnisse,

und die zum Lacquiren nöthige Far=

ben wohl bereiten und gebrau=

chen soll,

sondern auch noch

zu mancherley besondern Künsten

guter Unterricht gegeben wird

von einem

erfahrnen Liebhaber derselben.

Diese Zweyte und vermehrte Auflage erschien in Leipzig und Nordhausen, dort verlegts Johann August Cöler, privilegirter Buchhändler zu Ellrich, 1755

Auf der ersten Innenseite steht noch ein altes Rezept:

  • 3 Loth Sandrac (ich habe Sandrak, Tetraclinis articulata, dessen Harz in der Heilkräuterkunde verwendet wird, gefunden)
  • 2 —- Mastix
  • 3 —- Bleipuder (die Geschichte dazu hinter dem * )
  • 4 —- Schellack
  • 1 1/2 —- Ven. Terpentin
  • 16 —- Weingeist

Und was ich darunter entziffere klingt wie „Dieses wahrscheinlich von Schwager Christian Voigt.“   hmm, wer will sich im Entziffern üben? Einfach auf das Bild klicken.

* Dünne Bleiplatten wurden in ein Gefäß gegeben, das man mit Essig füllte. Das Ganze ließ man drei Wochen lang in einem Bett aus Pferdedünger stehen. Danach wurden die Platten zerschlagen und zu Puder zerstoßen. Anschließend mischte man Wasser darunter und stellte den Brei zum Trocknen in die Sonne. Ganz zum Schluss wurde der Puder parfümiert und – je nach Wunsch – grau oder weiß eingefärbt. Dieser Bleipuder war so gefährlich, dass die Armen, die ihn herstellen mussten, über allerlei Gesundheitsschäden, von Kopfschmerzen bis hin zur Erblindung, klagten. Ebenso schädlich war der Puder für die Haut der Anwender. Der Teint war meist schlaff, gelb und fahl, übersät mit Pusteln und Ekzemen. Keine der zeitgenössischen Schönheiten konnte ihr gutes Aussehen über das 30. Lebensjahr hinaus retten. Doch je schrecklicher die Auswirkungen auf die Haut waren, desto mehr wurde sie korrigiert und übermalt. Im Paris zur Zeit Marie Antoinettes puderten die Damen der Gesellschaft ihre Gesichter so dick weiß, dass sie versteinert wie aus Marmor wirkten. Es sollte sie vom gemeinen Volk abheben. Denn Natürlichkeit wie nackte Haut galt damals als äußerst unfein.

Was immer Schwager Christian da herstellen wollte, dran lecken würde ich nicht wollen.

Weiter im Buch:

Auch auf der nächsten Seite geht es mit einem selbst ausgedachten Rezept weiter:

Aezgrund (Ätzgrund)

  • 3 Loth weißes (dieses Geheimzeichen ist mir noch unbekannt)
  • 2 Loth Mastix
  • 1 Loth Asphalt
  • 1/2 Loth Kolophonium

den Asphalt und Kolophonium und nachher den Mastix –  und irgendwann kommt dann das geheime Sonstwas dazu

Das Rezept für den Deckfirniß aus 2 Theilen Terpentinöl und 1 Theil feingestoßenem Kolophonium ist da schon weniger spektakulär.

In der Vorrede an den GeEhrten Leser gefällt mir das Wort „Tractätgen“. Das klingt für mich irgendwie nach kölscher Mundart. (berichtigt mich)

Auch hier könnt ihr die alte Angewohnheit sehen, ganz unten auf jeder Seite das erste Wort der Folgeseite zu drucken. Ich habe keine Ahnung, wozu das gut sein sollte. Ich denke mir, daß es vielleicht zeigt, wenn eine Seite fehlt. Oder es hilft beim Umblättern, daß man das erste Wort schon liest, währen man blättert und sofort bemerkt, wenn man zwei Seiten auf einmal umgeblättert hat.

Und schon geht es los mit den Grundlagen der Lackherstellung. Nur beste Zutaten, ein ausreichend großes Gefäß und los geht’s.

Ich hoffe, ihr könnt die Schrift alle lesen. Falls nicht, hinterlasst einen Kommentar und ich werde es euch abschreiben.

Das zweite Rezept spricht von Drachenblut. Das hat bedauerlicherweise nichts mit frisch erlegten Drachen zu tun, sondern mit dem Harz dieser Pflanzen: Drachenblut

Zur Maßeinheit unten rechts (zu 2 achtel Pfund Fürniß kan man eine welsche Nuß groß Drachenblut nehmen.) kann ich euch noch mehr nutzloses Wissen liefern. Die welsche Nuß kam aus dem Land der Welschen, wie man als Mitteleuropäer das nächstliegende romanische Volk bezeichnete, also irgendwie aus dem Süden. Aus der welschen Nuß wurde die Welschnuß und schließlich die Walnuß. Das Wort „welsch“ findet sich auch in Worten wie Walachei oder Kauderwelsch und bezeichnet etwas, daß aus dem unverständlichen Teil Europas stammt. Wikipedia hat einen wirklich tollen Artikel dazu.

Weiter geht es mit gelbem und goldenem Firnis:

Gummi gutti ist übrigens Gummigutta. Curcuma sollte als Billigsafran oder Curryfarbstoff bekannt sein.

 

Wieviele Lackschichten soll man auftragen und polieren?

Trippel ist übrigens Kieselgur. Und hier hat der Verfasser nun nach „Bim-Stein“ und „Bimmstein“ die dritte Variante „Bimstein“ verwendet. Auch die verkleinernde Wortendung -gen ist immer dabei.

Interessant ist, daß zum polieren Schachtelhalm verwendet werden soll. Weiß jemand um die Eigenschaften des Unkrauts?

Die hier erwähnte „Mennge“ bezeichnet meiner Meinung nach die „Bleimennige“ oder „Eisenmennige„.

Der Pomeranzen-Apfel ist die Bitterorange, die heute auf der Marmelade in Dosen als Sevilla-Orange bezeichnet wird.

 

Kühnruß ist eine schwarze Farbe, die auf ausgeglühten Materialien basiert. In den Google-Books habe ich viele Verweise zur Verwendung gefunden, aber nichts über die Herstellung. Vielleicht ist es einfach nur eine Rußform.

Der Glanzfirnis klingt schon anspruchsvoller, inklusive Explosionsgefahr.

„Es können damit alle Schildereyen und Gemählde überstrichen werden.“ Wenn man weiß, daß auf holländisch malen schilderen (gesprochen: s-childeren mit ch wie in Bach) heißt, weiß man zwar nicht den Unterschied zwischen Gemählde und Schilderey, aber der Begriff „etwas geschildert haben“ könnte bedeuten, es bildlich zu erklären.

Spicköl, oder Spieköl bezeichnet eine mindere Qualität vom Lavendelöl.

Flasern sind die Adern, die man z.B. im Mamor sieht, helle Streifen im dunklen Gestein oder umgekehrt.

Agtstein = Bernstein

 

Seite 88 kommt mit ganz tollen Gesundheitstipps daher.

Abgesehen davon, daß man die linke Seite dreimal lesen muß, um sie einmal zu verstehen, ist die Heilung vom Friesel hier endlich beschrieben.

Auch die Heilkraft des im März bei Vollmond gefallenen Schnees oder Regenwasser (dann aber nur während Gewitter) ist nun geklärt.

Wie man hingegen unverbrennliche Lichter macht, habe ich nicht verstanden.

Auf Seite 106 wird es alchimistisch.

Antimon, Sulphur, Ammoniak und Weinstein klingt ja noch ganz gut. Allerdings geläuterten Urin eines Menschen, der Wein trinkt in 24 Schritten dazugießen, über dem Feuer trocknen lassen und dann die nächste Kelle voll zufügen – das klingt doch nach ganz großer Kunst. Am Ende kann man aus wenig Silber mehr Silber herstellen, in dem sogar etwas Gold enthalten ist. So so.

Rechts unten dann das Kunststück, aus einer Silbermark, anderthalb Golddukaten zu machen.

Auf der nächsten Seite die Fortsetzung. Wer macht mit?

Alles in allem, ein cooles Buch, oder? Das müsst ihr wirklich mal zugeben. Ich konnte euch leider nur eine kleine Auswahl der schönsten Rezepte zeigen. Aber wer mich besuchen mag und einen Alambic, etwas Arsen, Sulphur und einen Bunsenbrenner mitbringt, kann gern mit mir zusammen Gold und den Stein der Weisen herstellen.

Bis zum nächsten Alchimisten-Buch.

Die Staatsbibliothek Berlin scheint das Buch mal besessen zu haben, es ist wohl im Krieg verloren gegangen. (siehe hier) Dafür hat sie dieses Buch, in dem einige Rezepte wiederzufinden sind.

Präcisions-Gärungs-Saccharometer


Heute stelle ich euch ein Hilfsmittel vor, das bereits 1885 von Max Einhorn erfunden wurde. Über einhundert Jahre früher – 1776 – entdeckte der Liverpooler Arzt Matthew Dobson eine Methode, im Blut und Urin von Diabetikern den Zuckerspiegel festzustellen. Ihm gelang weiterhin, Zucker aus den Flüssigkeiten zu gewinnen, diesen als diagnostische Methode zu vergären und nachzuweisen, daß Zucker aus dem Blut in den Urin gelangt. Schließlich wies er nach, daß auch gesunde Menschen Zucker im Blut haben.

Max Einhorn konstruierte ein sogenanntes Gärungs-Saccharometer um den Zuckergehalt des Urins zu bestimmen. Dieses Meßgerät wurde in der Folgezeit weiterentwickelt und verbessert, allerdings ist es das Original, das bis heute Verwendung findet.

Ich stelle euch eine verbesserte Version nach Dr. Th. Lohnstein vor.

 

„Jeder Apparat wird unter persönlicher Kontrolle des Erfinders und des Apothekers Noffke hergestellt.“

Das Innere der Schachtel sieht noch genauso aus, wie damals: Pergaminpapier-Wolle als Polster, eine Beschreibung und alle Einzelteile. Zusätzlich ist noch ein Albuminimeter enthalten. Es befindet sich in dem Holzröhrchen.

 

Der Aufbau ist nicht schwierig. Am Gärungsröhrchen sieht man, daß es wohl häufig benutzt wurde.

 

Die Vorbesitzer waren zwar Apotheker und Drogist, stellten allerdings auch Wein her. Daher vermute ich, daß das Gerät eher zum Testen des Zuckergehalts im Wein verwendet wurde. Oder eben für Urin. Hoffentlich nur für eins von beiden.

Hier die Beschreibung für das Albuminimeter. Ich habe es oben mal auf der rechten Seite für euch aufgestellt.

 

So sieht es im Detail aus:

 

Die R- und U-Markierungen

 

Der untere Teil der Skala

 

Ich datiere das Saccharometer auf die 1910-er/1920-er Jahre. In den 1930-ern gab es eine Ausführung mit Metallskala.

Andere Hilfsmittel zur Bestimmung der Güte von Wein und anderen Flüssigkeiten hatte ich euch im Artikel über die Aräometer schon einmal vorgestellt.

Blattsilber


Teil 2 dieser Themenwoche mit dem Thema „Zettelkram“ zwischen den Seiten des Geschäftsbuches des Arnstädter Goldschmieds Adolph Tresselt soll heute ein relativ unspektakuläres Blättchen Silber sein.

 

Es kam mir bei der Sichtung des Geschäftsbuches entgegengeflattert und ich wollte es eigentlich schon wegwerfen, da ich es für Reste von Einwickelpapier hielt.

Blattsilber ist nichts weiter, als plattgewalztes Silber. Es wurde verwendet, um Metallwaren nachträglich zu versilbern. Allerdings dürfte die Verwendung von Blattsilber nur für Gegenstände praktikabel gewesen sein, die keiner großen Belastung ausgesetzt waren, also Bilderrahmen, Lampen, Statuen etc. Für Gebrauchsgegenstände wie Besteck dürfte Blattsilber nicht haltbar genug gewesen sein.

Ob es sich beim oben gezeigten Blatt tatsächlich um Blattsilber oder um die preiswerteren Alternativen Blattstanniol oder eine Zinn-Zink-Legierung handelt, kann man übrigens recht einfach feststellen, indem man das Metall der Luft aussetzt und gegebenenfalls etwas an der Oberfläche schabt. Unter Einwirkung von Sauerstoff färbt sich das Silber dann schwarz. Um dies zu vermeiden wurde Blattsilber früher mit einer hauchdünnen Wachsschicht überzogen.

Ich habe das nicht gemacht. Stattdessen habe ich die beiden Pergaminblätter wieder an ihren Platz gerückt und das Blatt an seinen alten Wohnort im Buch gelegt. Die Materialprüfung kann dann in 100 Jahren jemand anderes übernehmen.

Pyrit


Ein sehr schönes Metall ist das Pyrit. Früher war es häufig als Katzengold im Umlauf, da es durch seine Färbung an Gold erinnert. Es gehört in die Mineralklasse der Sulfide und Sulfosalz (von Wikipedia abgeschrieben) ist sehr weit verbreitet und wird vom Chemiker als FeS2 geschrieben.

Interessant ist Pyrit, weil man es in vielen verschiedenen Formen finden kann. Durch seine Kristallbildung, die abhängig vom Druck sehr unterschiedlich abläuft, gibt es tolle Ergebnisse.

Wurden beispielsweise Tiere von Schlammmassen eingeschlossen, konnte sich im Laufe der Kalzinierung – also die Zeit in der aus dem Tier ein Fossil entsteht – anstelle der leicht vergänglichen Weichteile Pyritkristalle entwickeln und nahmen die freigewordenen Formen an. War der Druck noch größer, wurden sogar Kalkgebilde (Knochen, Muschelschalen, Schneckenhäuser) durch Pyrit ersetzt. Früher als Goldschnecken bezeichnete Ammoniten waren eigentlich nur von Pyrit durchsetzte Muscheln. Klickt hier um euch welche anzusehen.

An andere schöne Form gibt es die Pyritsonne – eine sich in alle Richtungen gleichmäßig ausbreitende kristalline Struktur.

Besonders beeindruckend ist die geometrische Kristallbildung des Pyrit. So bildet er sehr scharfe Formen aus, Würfel, Oktaeder und viel kompliziertere -aeder. Mein Gemisch aus vielen dieser Formen sieht so aus und besteht hauptsächlich aus Pentagondodekaedern – also an einer Fläche fünfeckig.

 

 

 

Bedauerlicherweise – und das kann man hier oben im Vergleich zu einem ganz frischen Kristall von Wikipedia (unten) deutlich sehen, verliert Pyrit im Laufe der Zeit sowohl seinen Glanz als auch seine Schärfe. Das heißt, bei der Berührung mit Säuren löst es sich gemächlich auf. Auch Wärme schadet.

„Pyrite-289549“ von Rob Lavinsky, iRocks.com – CC-BY-SA-3.0. Lizenziert unter CC BY-SA 3.0 über Wikimedia Commons – https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Pyrite-289549.jpg#mediaviewer/File:Pyrite-289549.jpg

Aber meins gefällt mir allemal. Besonders im Sommer sieht es im richtigen Licht sehr schön aus.

 

 

Die Ursache von allem erkannt – 1925


Nachdem Albert Einstein 1905 und 1916 die spezielle und die allgemeine Relativitätstheorie definiert hat, ging ein Aufschrei durch die Welt der Wissenschaft und Pseudo-Wissenschaftler. Erklärte die Relativitätstheorie tatsächlich alles? Wo war der Äther und das Orgon?

Unmengen wissenschaftlicher Salons wurden gegründet, Gegenschriften publiziert, Kampagnen gestartet. Alle hatten nur ein Ziel – Einsteins Relativitätstheorie zu widerlegen und leichter verständliche Alternativen aufzuzeigen.

Ein solches Buch soll heute unser Thema sein und damit die Themenwoche „schwierige Bücher“ vorerst abschließen.

 

Über den völkischen „Sonderling“ Paul Lamberty lässt sich kaum etwas in Erfahrung bringen, er war Mitglied des Reichsverbandes Deutscher Schriftsteller und Gründer einer „Asenschule“. Er war einer der „Esoteriker“, die im Fahrwasser der völkischen Okkultisten zeitenweise ihr Heil suchten, auch einige Abhandlungen über germanische Mythologie und deren Botschaft veröffentlichte.

Bedauerlicherweise hat er auch drei Bücher geschrieben, die gegen die Kirche und germanische Normen gingen, was zu seiner Aufnahme in die „Liste des schädlichen und unerwünschten Schrifttums“ von den Nationalsozialisten führte und seine Schriften verboten und teilweise bei den Bücherverbrennungen vernichtet wurden.

Mein Buch wurde nicht verbrannt und stand meines Wissens auch nicht auf der Liste. Allerdings war die Liste der Kandidaten für die Bücherverbrennungen nur eine Empfehlung und immer wurde betont, daß sie keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebe. Es lag also jeweils im Ermessen der zuständigen Person, gern auch etwas großzügiger auszusortieren.

 

 

Herr Lamberty kann zu den Anhängern des Panpsychismus gezählt werden, befasst er sich doch ausführlich mit dem Weltstoff, einem eingängigeren Namen für das uns umgebende Nichts, das aber nicht Leere ist. Eine andere Bezeichnung ist Äther, allerdings werden die Gedanken durch diese Bezeichnung zu sehr in die Richtung der ätherischen Öle oder anderer Dufteindrücke gelenkt. Dies galt es zu vermeiden.

Doch zuerst wird die Relativitätstheorie anhand von 5 Beweisen widerlegt, die Verfechter derselben erbracht haben. Lest selbst:

 

Die Diskussion der Äther-Bewegung sorgte für hitzige Debatten. Aberration heißt übrigens „Ablenkung“.

 

 

 

Und hier nun eine Definition des Weltstoffs:

 

 

Stern für Stern wird erklärt, wie unsere Welt funktioniert und was sie zusammenhält.

 

In sich mag das System schlüssig klingen. Allerdings gibt es einige Punkte (Sterne), die zwischenzeitlich besser erforscht und aus heutiger Sicht überholt sind.

 

 

    1. Atominen sind Teilchen, beweglicher als Teilchen der Edelgase. Beschreibt Herr Lamberty hier Neutrinos?

 

 

 

Weiter hinten im Buch werden drahtlose Wellen und ihre Verbreitung beschrieben. Wie schon Nikola Tesla, forschte – wenn auch in weniger wissenschaftlicher und weitaus dilettantischer Weise – Herr Lamberty auf diesem Gebiet.

 

 

 

Wir haben hier ein weiteres schönes Beispiel für den aufblühenden Forschergeist der Jahre nach dem Ersten Weltkrieg. Lamberty  erläutert weiter in seinem Buch die Röntgenstrahlung, Tornados, die Elektrolyse, das Feuermeer in der Erde und widerlegt das Gesetz von Ampère.

Das gesamte Konstrukt dürfte aus heutiger Sicht lächerlich wirken und geht damit Hand in Hand mit der hier bereits beschriebenen Welteislehre. Aber vielleicht haben diese Herrschaften ja doch recht und wir sind nur einer gewaltigen Verschwörung aufgesessen. Wer weiß.

Mosasaurus – gesunde Zähne durch fischreiche Kost


Der Mosasaurier war schon ein lustiger Geselle. Mit seinen bis zu 18 Metern Länge durchzog er die Weltmeere vor einigen Millionen Jahren. Lasst uns nicht über einzelne Jahre streiten, aber er bevölkerte die Unterwasserwelt um Europa und Afrika vor ca. 70.000.000 Jahren (±5 Jahre), nämlich in der Oberkreide und dort genau im Unterabschnitt Maastrichtium.

 

Ich habe natürlich keinen Mosasaurus bei mir zu hause. Selbst geflutet wäre die Wohnung etwas eng für ihn und die Versorgung mit seiner Lieblingsspeise Fisch in ausreichender Menge wäre sehr kostspielig. Aber ein paar Zähne eines kleineren Exemplars wohnen mit mir zusammen.

 

 

Und was ist an fossilen Zähnen des Mosasaurus so besonders, wo es doch fossile Zähne wie Sand in der Kiesgrube gibt?

fossiler Haifischzahn

 

Der Mosasaurus ist etwas besonderes. Mosasaurus war das erste Reptil, bei dem anerkannt wurde, dass es eine nicht mehr existierende Art aus einer Vorwelt war. Zuvor hielt man Fossilien für Überreste rezenter (oder vielmehr unveränderlicher) Arten.

Ein Erbe unseres schwimmenden Gesellen soll angeblich der Waran sein, der das Glück hatte, Teil eines erfolgreicheren Seitenarms der Stammlinie zu sein.

Und wieso Mosa? Das ist der lateinische Name für die Maas, an deren Gestaden die ersten Überreste unseres heutigen Stargasts gefunden wurden.

Gib deine E-Mail-Adresse ein, um diesem Blog zu folgen und per E-Mail Benachrichtigungen über neue Beiträge zu erhalten.

Schließe dich 100 Followern an

wen interessiert's?

  • 350.968 Klicks (bis jetzt)

Menü

Member of The Internet Defense League

aus dem Archiv

Blick in die Parallelwelt: Moppis Reise-Blog

Wanderung durch das Bjørndal und auf den Vogelfelsen

Heute, am 26.7. ging es zur (Geburtstags-)Feier des Tages auf eine Wanderung ins Gebiet außerhalb der befriedeten Zone. Ab hier darf man nur mit ortskundiger Person und Waffe unterwegs sein. Auf Spitzbergen gibt es 2500 Einwohner und 3500 Eisbären. Unsere beiden Führer Doreen, die ursprünglich aus Stralsund kommt und Rønar, ein Einheimischer, waren uns eine […]

Husky Tour – 25. Juli 2015

Heute stand eine Husky-Tour auf dem Plan. Zuerst einmal machen wir uns mit den Hunden bekannt. Hillfrid, die leider nicht mitlaufen durfte. Ike, neben dem man sich wie Rotkäppchen fühlt. Keino, mit 15 Jahren der älteste Hund im Hof, der aber noch immer ein guter Zughund ist, was ihm sein Dasein sichert, da es hier […]

Svalbard – Spitzbergen – Longyearbyen

Die ersten Fotos vom Urlaub oberhalb des Polarkreises. Die Temperaturen liegen kurz oberhalb des Gefrierpunktes. Manchmal nieselt es ein wenig, aber im Großen und Ganzen ist es sehr angenehm.

Pashupatinath – Verbrennung der Toten

Ungefähr eine Stunde braucht der Spaziergänger, um vom Stadtzentrum Kathmandus nach Pashupatinath zu gelangen. Hat man erstmal die richtige Straße gefunden, geht es irgendwie immer geradeaus. Vorbei an durchaus lustigen Schildern an einem Haus, von dem ich leider vergessen habe, wofür es dort steht,   einem hübschen, kleinen Wasserbecken. Manche Ecken sind nicht ganz so schön und […]

%d Bloggern gefällt das: