Und diese Biene die ich meine, war ein Nazi …


Wie bitte? Den Anfang des Liedes kenne ich doch. Die Biene Maja hat mir meine Kindheit versüßt, ohne dass sie jemals Honig gesammelt hat. Und nun so eine Behauptung …

Nein, Biene Maja war natürlich kein Nazi. Allerdings ist sie der Feder eines bekennenden und einschleimenden Nazis entsprungen – Waldemar Bonsels.

Geboren 1880, wuchs er in Schleswig-Holstein auf und erlebte im blühenden Alter seiner Mittdreißiger Jahre den Ersten Weltkrieg. Als Namensgeber des 1904 gegründeten E.W.Bonsels-Verlages, in dem er sein erfolgreichstes Werk, das bis heute bekannte Buch „Die Biene Maja und ihre Abenteuer“ verlegte, war er prädestiniert zur Rolle des Kriegsberichterstatters.

Aus dieser Zeit stammt das erste heute vorgestellte und weitestgehend unbekannte, da der Bücherverbrennung anheim gefallene Buch:

In gerade einmal einer der großen Bibliotheken ist es vorhanden – der Weltkriegssammlung in der Deutschen Bücherei Leipzig.

Das Buch selbst enthält 18 weitestgehend flache Erlebnisse. Resignierende Geschichten und Beschreibungen der Heimkehrer zu den Grausamkeiten auf den Schlachtfeldern und der Ungerechtigkeit des Krieges.

Nehmen wir die Geschichte „Die Mundharmonika“: Auf 8 Seiten wird die Geschichte eines Mädchens erzählt, das eines morgens das Fenster öffnet und ungeübt eine Melodie spielt. Ihr Freund fragt, ob er die Mundharmonika haben dürfte, und sie schenkt sie ihm. Am selben Tag muss er in den Krieg ziehen und kurz nach Abfahrt des Zuges verschenkt er das Instrument an einen Mitreisenden Soldaten, weil er eigentlich gar nicht spielen kann. (Warum, fragen wir uns, wollte er sie dann überhaupt mitnehmen, wenn nicht als Andenken an seine Liebste?) Der neue Besitzer spielt die ganze Zugfahrt über und alle Soldaten fangen durch die schöne Musik an zu träumen. Beim Aussteigen schenkt dieser Soldat die Mundharmonika an einen anderen, jungen Soldaten. (Ein Handlungsstrang ist nicht zu erkennen.) Der Junge spielt die Mundharmonika und wird tödlich getroffen. Die Geschichte endet wie folgt: „Das ist ja der Michael, der gespielt hat …“ „Wo hat er denn die Mundharmonika?“ fragte einer, aber ein anderer meinte, die müsse man ihm lassen. So ließ man sie ihm und sie kam mit dem Toten unter den Rasen. Schließlich versagte ja ohnehin ein Ton, wenn es auch einer von den tiefen war, die man bei den alltäglichen Melodien für gewöhnlich nicht braucht.

Und das war’s. Vollkommen unspannend.

Ich finde allerdings die Tatsache erwähnenswert, dass dieses Buch bereits zu Beginn und zur Mitte des Krieges erschienene Geschichten enthält, also noch vor der großen Resignation. Dieser Umstand und die Tatsache, dass viele Bücher aus Bonsels Feder sexistische Tendenzen aufwiesen, dürften ihn auf die Liste der Autoren gebracht haben, deren Bücher den Feuertod sterben mussten. Drei Ausnahmen gab es jedoch. „Die Biene Maja und ihre Abenteuer“, deren Fortsetzung „Himmelsvolk“ und „Indienfahrt“ waren aufgrund des Erfolges ausgenommen.

Ein zweites, ebenfalls recht unbekanntes Buch aus der Feder Waldemar Bonsels‘ möchte ich euch noch vorstellen. Ich habe es für ein paar Euros auf dem Flohmarkt gekauft und nun fertig restauriert.

1941, als dieses Buch erschien, war der – ich erwähnte es schon – glühende Antisemit und Anhänger des Nationalsozialismus bereits in die Reichsschrifttumskammer aufgenommen worden. Wie genau er es angestellt hat, vom Schriftsteller sexistisch eingeordneter und zu vernichtender Bücher zu einem großen Nazi-Freund zu werden, kann ich nur mutmaßen. Ein Auszug aus dem Wikipedia-Artikel: Nach den studentischen Bücherverbrennungen vom 10. Mai 1933 publizierten die Zeitungen einen ihnen vom Propagandaministerium zugeschickten Artikel Bonsels’, NSDAP und Judentum. Darin begrüßte er, dass nun der „überhandnehmende Einfluß jüdischen Wesens“ auch in der Kultur beendet werde. „Der Jude ist anders als wir“, bemerkte er. Juden stellten ein „penetrantes Element der Einwirkung“ dar. Sie verbreiteten „Gift“. Ihr Einfluss sei als „tödlicher Feind“ „unserer Bewegung“ wie der Volksgemeinschaft insgesamt zu werten. Gerade auch für Kunst und Kultur gelte das, es seien Juden gewesen, die darüber entschieden hätten, welche Schriftsteller und Dichter erfolgreich gewesen seien. Bonsels erfuhr im Nationalsozialismus keinerlei Einschränkungen seiner schriftstellerischen Tätigkeit.

Sven Hanuschek, Literaturwissenschaftler an der Ludwig-Maximilians-Universität München, bezeichnete ihn anlässlich der 100-Jahre-Biene-Maja-Feier als „lausigen Autor“ (das habe ich euch oben schon unter Beweis gestellt) und „für viele“ „damals schon eher eine Witzfigur“. Gottfried Benn nannte ihn einen „dieser guten deutschen Volksschriftsteller.“ Franz Blei verglich ihn in seinem „Großen Bestiarium der modernen Literatur“ mit einem schmierigen Windhund: „Das Bonsels, englische, sehr bewegliche Windhundrasse, die nur männlich aber mit starken weiblichen Eigenschaften vorkommt. Dem ölig glatten Fell entspricht eine ebensolche Gangart. Elsterhafte Vorliebe für glänzende Gegenstände. Die Gattung wird wegen starker Blutleere nicht alt.“

Soviel zum Erfinder der lieblichen Biene Maja.

Wer mag, kann hier den Anfang der Geschichte lesen:

Es gibt zahlreiche Illustrationen. Hier z.B. die alte Hexe Ermelinde,

die auf einen Baum klettern muß, um Ritter Knorrherz zu besuchen.

Ein Stück weiter in der Geschichte, legt sich Knorrherz auf die Lauer um eine Kutsche zu überfallen und auszurauben. „Knorrherz schritt gelassen heran, öffnete den Wagenschlag und erblickte auf den Rücksitzen ein blondes und schönes junges Fräulein, neben dem ein erschrockener Onkel in den Polstern saß. Er tötete den Onkel und vergrum ihn am Wegrand in einem sandigen Heidefleck, ein wenig in Verlegenheit, was er nun mit diesem jungen Ding beginnen sollte, das im Wagen zurückgelieben war.“

Es stellt sich heraus, dass die junge Maid dankbar ist, den Onkel los zu sein und gern mit bei Knorrherz wohnen würde, weil sie sonst an einen Grafen verheiratet worden wäre. Der alte Zausel faßt die Gelegenheit beim Schopfe und nimmt die Schöne mit in seine Höhle, verliebt sich in sie und zeigt ihr die angehäuften Schätze.

Wieso er sich in sie verliebt? Seht, hier, was er sah:

Alles klar, Herr Räuber!

Ermelinde braut einen Trank, gibt ihn dem alten Räuber und am nächsten Morgen, ihr werdet es nicht glauben, …

Um noch einmal auf die Biene Maja zurückzukommen: Wusstet ihr, dass das Kapitel, das den zweiten Angriff der Hornissen auf den Bienenstock behandelt, Parallelen zur Rede Kaiser Wilhelms II. vom 27. Juli 1900, der sogenannten Hunnenrede enthält?

Hier der Auszug aus der Rede: „Kommt ihr vor den Feind, so wird derselbe geschlagen! Pardon wird nicht gegeben! Gefangene werden nicht gemacht! Wer euch in die Hände fällt, sei euch verfallen! Wie vor tausend Jahren die Hunnen unter ihrem König Etzel sich einen Namen gemacht, der sie noch jetzt in Überlieferung und Märchen gewaltig erscheinen läßt, so möge der Name Deutscher in China auf 1000 Jahre durch euch in einer Weise bestätigt werden, daß es niemals wieder ein Chinese wagt, einen Deutschen scheel anzusehen!

Und die Bienenkönigin: … „Im Namen eines ewigen Rechts und im Namen der Königin: Verteidigt das Reich!“

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Sture Verlierer des Ersten Weltkriegs – Köhler’s Deutscher Kalender 1934


Im Jahr 1934 war die Machtübernahme durch die Nationalsozialisten noch frisch, man glaubte an eine kurze Blütezeit dieser Bewegung und ein ebenso baldiges Verschwinden. Das hat bedauerlicherweise nicht funktioniert.

Heute möchte ich euch einen Jahreskalender vorstellen, der 1934 vom Verlag Wilhelm Köhler in Minden/Westfalen herausgegeben wurde. Dieser Verlag ist bekannter als Herausgeber von Köhler’s Kolonialkalender, der mit dem Untertitel „Ohne Kolonien – Volk in Not, Kolonialbesitz – Arbeit und Brot.“ warb.

Zu den deutschen Kolonien habe ich euch in meinem letzten Artikel hier bereits einiges geschrieben.

Bezeichnend für die in diesem Verlag erschienen Kalender ist die feste Überzeugung, dass der erste Weltkrieg durch die so genannte Dolchstoßlegende verloren wurde. So trauert der Kalender, den ich euch heute vorstellen möchte, von vorne bis hinten der „guten alten Zeit“ und den vielen Gebieten des Deutschen Reiches nach, die uns nicht mehr gehörten.

Das 216 Seiten starke Büchlein beginnt mit Eigenwerbung.

Die hier erwähnte Wandkalender auf Karton, die Beilage, fehlt mir. Aber ich glaube, das ist kein Problem.

Der eigentliche Kalender beinhaltet wichtige Informationen, Sternenkonstellationen, Namenstage, usw. Es gibt eine Spalte für den evangelischen Kalender und eine für den katholischen.

Der Februar folgt.

Dieser Kalender wäre nur ein weiterer Kalender, wären da nicht die benachbarten Seiten. Im folgenden habe ich euch ein Gedicht abfotografiert, das euch einen ersten Eindruck über den Inhalt vermitteln soll.

Der Verfasser, Fritz Kudnig, war ein seinerzeit bekannter Heimatdichter, dessen ostpreußische Gedichte bis in die Fünfzigerjahre mehrmals neu aufgelegt wurden.

Ein paar Seiten weiter wird dem Leser erklärt, wieso Ostpreußen nicht mehr am Deutschen Reich hängt und wer dafür verantwortlich ist.

Bilder aus dem „abgetrennten deutschen Osten“ sollen die gute alte Zeit aufzeigen und uns dazu überreden, sie zurückzusehnen. Hier seht ihr ein Foto aus Deutsch-Eylau, dem heutigen Iława, einer Stadt, die auf eine Gründung des Deutschen Ordens zurückgeht. Ohne die Bildunterschrift „Aus dem abgetrennten deutschen Osten“ wäre dieses Bild durchaus informativ und hübsch anzuschauen. Aus dieser Gegend kam Herr Hindenburg.

Das nächste Bild zeigt uns das Tannenberg-Denkmal. Mehr über die Schlacht bei Allenstein, die auf Wunsch Hindenburgs in Schlacht bei Tannenberg umbenannt wurde, erklärt euch Wikipedia hier.

Die Bildunterschrift „Aus dem abgetrennten deutschen Osten“ zieht sich durch den ganzen Kalender.

Aber es folgen auch wieder wichtigere Informationen für den fleißigen Kalendernutzer. Hier der immerwährende Trächtigkeitskalender der nutzbarsten Haustiere:

Platz, um sich die wichtigsten Nummern zu notieren:

Und eine Liste aller Märkte in Ostpreußen, sowie allen anderen deutschen Provinzen. Diese Liste umfasst allein 32 Seiten.

Auch der Humor kommt nicht zu kurz:

Ein Überblick über die geringe Besetzung der Arbeitsplätze im Deutschland vor der Machtergreifung Adolf Hitlers und seines „Generalangriffs auf die Arbeitslosigkeit“. Laut dieser Tabelle waren nur ca. einem Drittel der Arbeitsplätze in Deutschland mit Arbeitern besetzt. Inwiefern die Tabelle mit der hohen Arbeitslosenquote der 1920er Jahre zusammenhängt, hat sich mir noch nicht erschlossen.

Der Reichsarbeitsdienst (RAD) war eine von Hitlers Maßnahmen, um Arbeitslose von den Straßen und – noch wichtiger – aus der Statistik zu bekommen. Nach dem Prinzip „Keine Wohlfahrtsunterstützung ohne Arbeit“ wurde der Bezug von Sozialleistungen an die Arbeit im RAD geknüpft.

Aber auch an die Freunde der Eisenbahn wurde gedacht. Ein Stück der Deutschen Reichsbahn im Wert von 412 Reichsmark gehörte theoretisch jedem Einwohner des Deutschen Reiches:

Natürlich darf auch er nicht fehlen. Damals noch in SA-Uniform schaut er ein wenig ratlos. Undenkbar wäre es ein paar Jahre später gewesen, Hitler erst so weit hinten im Buch durch sein Konterfei zu ehren.

Im Jahr 1934 folgten auf das Foto des GröFaZ noch Astrologische Vorhersagen. Wer mag, kann die Vorhersage bis 1942 ja mal studieren und mit den tatsächlichen Ereignissen vergleichen:

Werbung für Bartschneidewerkzeug mit der Umsonst-Falle und der Hinweis für Frauen, dank der köstlichen Eta-Tragol-Bonbons eine Liebeserklärung nach der anderen zu bekommen. Denn schon nach wenigen Wochen nehmen Sie 10-30 Pfund zu:

Auf der folgenden Seite findet ihr Werbung für Photo Porst. Über den lieben Onkel Porst und seine Gewinne dank Arisierung hatte ich euch bereits im Artikel über das Flunder-Spiel berichtet.

Hier habe ich eine Anzeige für Pantaflavin gefunden. Der Artikel dazu kam schon oder kommt noch. Wenn er da ist, findet ihr ihn hier.

Werbung für „Mein Kampf“, damals noch verhältnismäßig neu und noch neben Waschmaschinen und Gitarren beworben:

Postgebühren 1934:

Und zu guter Letzt billige Bücher im Versand:

Filmvorführkarte – 1943


Heute habe ich etwas für euch, das ich erst vor wenigen Tagen auf dem Flohmarkt gefunden habe.

Das ist eine Faltkarte, die einem Filmvorführer gestattet, den genannten Film in seinem Kino vorzuführen. Nicht jeder x-beliebige Film durfte nach Lust und Laune gezeigt werden. Alles musste von der Film-Prüfstelle koordiniert werden. Das ist auch heute noch so. Diese Stelle legt fest, ob ein Film für Zuschauer ab 0, 6, 12, 16, 18 Jahren oder nur von Erwachsenen angesehen werden darf.

In unserem Fall wurde der Deutschen Film-Herstellungs- und Verwertungsgesellschaft m.b.H. (aus Berlin-Tempelhof) die Erlaubnis erteilt, den Film „Deutsches Land in Afrika“ von 1939 vorzuführen. Die Webseite dieser Gesellschaft findet ihr hier, die Infos zum Film hier.

Auf der Vorder- und der ersten Innenseite findet ihr eine kurze Beschreibung des Teams und des Inhalts. Die Inhaltsangabe ist jedoch recht ungenau. Wer sich den Film anschaut, wird bemerken, dass hier neben dem beschriebenen Inhalt auch über den „Kolonialraub durch die Gegner im Weltkriege mit der Begründung der Kolonialen Schuldlüge“ und die „Behauptung, Deutschland habe die Eingeborenen misshandelt und sei unfähig zu kolonialisieren.“ (Zitate) gearbeitet wird.

Das Werk bestand aus 4 Filmrollen, deren Länge ihr hier seht. So wusste der Vorführer, wann der Rollenwechsel bevorstand.

Beachtet bitte die Notiz: Der Film ist staatspolitisch wertvoll und volksbildend. (Diese Anerkennung hat Gültigkeit bis 31. Mai 1945.)

Der Film kursiert auf YouTube. Wer ihn sich ansehen möchte, klickt hier.

Dass sich alle Kolonialmächte nicht mit Ruhm bekleckert haben, hatte ich euch seinerzeit schon einmal hier erzählt.

Geschichten zum Vorlesen, Nacherzählen und Selbstlesen – Propaganda im Kinderbuch – 1939


Johanna Haarer verfasste vielbeachtete Erziehungsratgeber in der Bundesrepublik der Nachkriegszeit.

„Säuglingspflege für junge Mädchen Ein Unterrichtsbuch für Schulen.“ war ihr erstes Werk, „Kinder auf dem Bauernhof ihre Erziehung in Familie und dörflicher Gemeinschaft.“ ein späteres, „Unsere Schulkinder“, „Mein Strickbuch“ Band 1, 2 und 3 erschienen von 1949 bis 1951 und „Frau sein und gesund bleiben“ 1950.

Ihr Buch „Die Mutter und ihr erstes Kind“ kann noch heute bei Amazon erworben werden. (Link) Es handelt sich dabei um die von nationalsozialistischer Terminologie bereinigte Version von „Die deutsche Mutter und ihr erstes Kind.“ aus dem Jahr 1934.

Denn, was nicht all ihre Leserinnen wussten war, dass Sie in ihrer Rolle als „Gausachbearbeiterin für rassenpolitische Fragen“ der NS-Frauenschaft in München (aus Wikipedia) in den Blütejahren des Nationalsozialismus bereits eine der erfolgreichsten und umsatzstärksten Verfasserinnen von Erziehungsratgebern im Dritten Reich war.

Ihr perfidestes Werk jedoch war „Mutter, erzähl von Adolf Hitler!“

„Dieses kleine Buch über den Führer und das Dritte Reich ist entstanden aus der Beantwortung vieler, vieler Fragen, die ein paar kleine Kinder ihrer Mutter täglich immer wieder stellten: Fragen nach Worten und Begriffen, über die sie die Großen sprechen hörten, Fragen nach der Hakenkreuzfahne, die an der großen Festtagen des Volkes von allen Häusern weht, Fragen nach der Bedeutung des Deutschen Grußes und nach der Stimme des Führers, die so kraftvoll aus dem Lautsprecher tönt und der alle im Hause lauschen. Die Fragen nach dem Warum der großen Aufmärsche und Feiern – welche Mutter kennt sie nicht!“ War dem so? „Welche Mutter kannte sie nicht“?

„Das Kind muß begreifen und verstehen können, was wir ihm antworten, und doch müssen wir andererseits so zu ihm sprechen, daß nichts, was groß und ewig ist, verkleinert, verniedlicht und dadurch verfälscht wird.“ Selbstbewußte Worte, die Frau Dr. Haarer nach dem Ende der Nazizeit sicher ganz anders gemeint haben wollte.

Wie wird diese „großartige Geschichte“ kleinen Kindern vermittelt? „Wir werden das so schonend und kindgemäß wie möglich tun, aber trotzdem der Wahrheit nicht feige ausweichen. Denn niemals können Wahrheit und Wirklichkeit in der Seele der Kinder solchen Schaden anrichten wie Täuschung, Ausflucht und Lüge. Und wenn wir Ihnen, gedrängt durch die Fragen, ein Stück aus der Geschichte unseres Volkes und Vaterlandes erzählen, dann denken wir daran, daß sie ja auch in unseren unvergänglichen deutschen Volksmärchen das Leben manchmal von harten und grausamen Seiten kennenlernen, ohne Schaden zu nehmen.“  Dazu hatte ich euch seinerzeit dieses Buch im Artikel „Märchen – Deutung in der Nazi-Zeit“ vorgestellt.

Das Inhaltsverzeichnis verheißt aufregende Vorlese-, Nacherzähl- und Selbstlesestunden. Ich hätte mich sicher schnell gelangweilt, aber mahnende Worte der nationalstolzen Mutter werden für Ruhe und bedächtiges Lauschen gesorgt haben:

„Heute erzählst du uns vom großen Krieg, Mutter!“

„So kamen die Kinder in der Dämmerstunde bei der Mutter an. Also hört zu. Als der große Krieg ausbrach, war ich selbst noch ein Kind und ich lebte damals bei eurer guten Großmutter in der kleinen Stadt, in der ich auf die Welt gekommen bin.“ Mutter erzählt, wie der Erste Weltkrieg begann, dass alle deutschen Männer singend und feiernd in Erwartung eines kurzen siegreichen Kampfes durch die Straßen zogen.

Der Ladenbesitzer, Herr Schmitthammer, war bereits in Frankreich und hatte seiner Frau, die den Laden nun in seiner Abwesenheit führte einen Feldpostbrief geschickt und geschildert, dass „unsere Soldaten“ „nicht einen einzigen Franzosen“ „ins deutsche Land hereingelassen“ hatten. „Wie herrlich unsere Soldaten kämpften!“

Weiter erzählt uns die Mutter von ihren gelegentlichen Einkauf bei Familie Veilchenstein. „Ihr lacht über den komischen Namen, und wir haben als Kinder auch darüber gelacht.“ „Dann fragte meine Mutter nach Herrn Veilchenstein. Oh, es ging ihm gut. Nein, Frau Veilchenstein brauchte keine Angst um ihn zu haben! Er war ja nicht so weit vorne im Felde, wo geschossen wurde, ihn konnte keine Kugel treffen. Warum nicht? Oh, er war ja so tüchtig! Er kaufte weiter hinten die Lebensmittel ein, die die Soldaten zum Essen brauchten, solche Leute muss es auch geben, man konnte sie nicht entbehren. Und Frau Veilchenstein lächelte vor sich hin. Sie sah ganz anders aus als die arme Frau Schmitthammer, die immer magerer und ernster wurde vor lauter Sorgen. Sie war dick und rundlich, hatte ganz schwarze Haare und viele Ringe an den Fingern.“ „Bei Ihnen war immer Brot im Kasten, das wußte man in der Stadt. Auch Butter, Fleisch und Milch hatten sie zur Genüge, man brauchte sie allesamt ja nur anzusehen. Wir alle mochten die Veilchensteins nicht, auch die Kinder nicht. Sie sahen ganz anders aus als wir und hatten gebogene Nasen und ganz dunkles Haar. Sprach man einmal mit Ihnen, so wurden sie gleich frech und machen sich wichtig. Und je länger der Krieg dauerte, desto mehr sah und hörte man von Ihnen.“

Irgendwann ging der Krieg schließlich zu Ende.

„Aber nicht, wie wir alle gehofft hatten, mit einem großen Sieg! Oft, ach oft haben wir davon gesprochen, wie es sein würde, wenn endlich einmal der Frieden käme! Alle Glocken würden wieder läuten, hatten wir uns ausgemalt, und in langen Zügen, mit Blumen geschmückt, würden unsere Soldaten heimkehren. Nun aber kam es ganz, ganz anders, als wir gedacht hatten. Davon erzähle ich euch das nächste Mal.“

Und das Kart die Mutter auch. Sie erzählt lang und ausführlich vom angeblichen Verrat der Feindesmächte den deutschen Soldaten und dem deutschen Volk gegenüber. Die Dolchstoßlegende in kindlichem Format.

Im Weiteren Verlauf des Buches geht es – wie der Titel vermuten lässt – um die „Heldentaten“ Adolf Hitlers.

„So schrieb Adolf Hitler damals alles nieder, was er sich ausgedacht hatte, um Deutschland zu retten. Er erzählt in diesem Buch auch von seinem eigenen Leben und erklärt uns, warum alles so hat kommen müssen und warum Deutschland so in Not und Elend geriet. Er konnte damals nicht zu den Menschen sprechen, denn er war ja gefangen. Das schrieb eben alles, was er ihnen sagen wollte. Später druckten dann die Buchdrucker die geschriebenen Seiten ab und so entstand sein Buch „Mein Kampf“. „Das wollen wir lesen, Mutter! Sind auch Bilder drin?“ So Riesen die Kinder. Das Buch unseres Führers ist kein Buch für Kinder. Aber wenn ihr größer seid und es verstehen könnt, dann freilich sollt ihr es lesen, nicht nur einmal, nein, viele, viele Male.“

„Wenn Adolf Hitler bei seiner vielen, vielen Arbeit in der Reichskanzlei in Berlin einmal einen Augenblick innehielt und sich in seinem Deutschen Reich umsah, dann muß er sich wohl von Herzen gefreut haben – meint ihr nicht auch? Was hat er in kurzer Zeit nicht alles erreicht für sein Land und für sein Volk! Alle hatten wieder Arbeit, verdienst und Brot, es gab keine Arbeitslosen mehr.“ (Wie es dazu kam und dass es nicht wirklich auf Hitlers Ideen fußte, lest ihr z.B. hier nach.)

In was für eine goldene Zukunft uns Herr Hitler und seine Kameraden geführt hat, weiß jeder, der im Geschichtsunterricht aufgepasst hat. Opas glorifizierenden Reden über den GröFaZ zeugen oft von politischer Demenz und finden im wissensarmen Teil der Bevölkerung begeisterte Anhänger.

Ich bin der Meinung, dass solch glühende Verehrer des Nationalsozialismus wie Frau Dr. Johanna Haarer nach dem Ende des Dritten Reiches keine Erlaubnis zur Veröffentlichung ihrer alten Werke – selbst in überarbeiteter Form – oder neuer Schriften mehr erhalten hätte dürfen.

Zum Abschluß liste ich euch noch das Buchverzeichnis aus dem hinteren Teil dieses Buches auf:

Weiter Bücher zu diesem Thema hatte ich euch bereits hier vorgestellt:

Fritz Stramm und der schwarze Jim – Eduscho 1932


Heute geht es um Kaffee, genauer gesagt, um ein Werbebüchlein von Eduscho aus dem Jahr 1932.

Wie Fritz Stramm und der schwarze Jim die Menschheit beglücken beschreibt in 16 Episoden die Gewinnung des Bodens, den Anbau, die Ernte, den Transport und die Verarbeitung des guten Eduscho-Kaffees.

 

Das Büchlein ist leider auf ziemlich dickem Papier gedruckt und geheftet, weshalb ich es beim fotografieren nicht ganz geöffnet habe. Aber man sieht, was man sehen soll. Die Bildtexte sind in Sütterlin gehalten. Andere Beiträge findet ihr hier.

Fangen wir mit Bild 1 an:

In Bremen dicht am Kai da treffen sich die Zwei. „Ach sind die Zeiten schlimm wir müssen uns bequemen“ begrüßt den Fritz der schwarze Jim „Und etwas unternehmen.“

 

Bild 2:

Jim ist in langen Jahren im Kaffeebau erfahren. Westindien heißt das Ziel. Es reicht die Reisekasse – sie fahren grad soviel –  per Dampfer vierte Klasse.

 

Bild 3:

Vor allem guter Boden den Urwald auszuroden, das kostet Kraft und Schweiß. Die Kakadus und Affen befremdet solcher Fleiß. Sie schimpfen und sie gaffen.

 

Bild 4:

Jim steckt zuerst die Bohnen, nur allerbeste lohnen. Sind dann die Pflänzchen da, pflanzt er sie auf das Feld. Nicht weit und nicht zu nah, wie er’s für richtig hält.

 

Bild 5:

Nach jahrelangem Mühen beginnt das Feld zu blühen, o, ist das eine Pracht, ein wunderbares Duften. Die alte gute Sonne lacht, belohnt ist alles Schuften.

 

Bild 6:

Glaubt ihr denn etwa auch, die Bohne wächst am Strauch? Ach wirklich, es ist dumm, das hätten alle gerne. Doch leider ist die Kirsche drum, die Bohnen sind die Kerne.

 

Bild 7:

Viel Strecken und viel Bücken gehört zum Früchtepflücken. Die flinken Hände greifen von früh bis abends spät nur die besonders reifen, nur sie sind Qualität.

 

Bild 8:

Die Bohnen werden rasch und fest maschinell herausgepresst, in Behältern umgewühlt, hin und her bewegt geschwind und mit Schläuchen abgespült, bis sie gänzlich sauber sind.

 

Bild 9:

Jetzt kommt das edle Gut in heiße Sonnenglut und trocknet tagelang. Maschinen dann entfernen als letzter Arbeitsgang die Haut von allen Kernen.

 

Bild 10:

Die Frachtendampfer nehmen die Ladung auf nach Bremen. Fritz ist ein ganz Gescheiter, er wird den Schatz begleiten, direkt gibt er ihn weiter, Verluste will er meiden.

 

Bild 11:

„Mein Kaffee ist nicht billig“ denkt Fritz „und deshalb will ich zuerst Eduscho fragen. Das Haus der Qualitäten ich kann es ruhig wagen mit meinen Raritäten.“

 

Bild 12:

Eduscho prüft und probt und schmeckt und kauft und lobt. Fritz folgt darauf dem Leiter, läßt sich genau beschreiben den Anfang und so weiter, wo seine Bohnen bleiben.

 

Bild 13:

Der Kaffeefachmann spricht: „Herr Stramm, sie glauben nicht, wie peinlich wir sortieren, -auslesen ist so wichtig – und wie wir ihn probieren, der Kaffee ist dann richtig!“

 

Bild 14:

Automatisch, ohne Ruh, wiegen Waagen immerzu. Wird der Kaffee abgefüllt und die Tüten unverdrossen zur Verschickung eingehüllt, aller Duft wird eingeschlossen.

 

Bild 15:

Die Post ist mit uns gut, in ihren Händen ruht der tägliche Versand. Nicht ein Paket verschwindet auf seiner Fahrt ins Land, eh‘ es den Kunden findet.

 

Bild 16:

Die edlen Kaffeesorten geh’n heut‘ nach allen Orten, Eduscho schaffte Wandel. Der Kaffee kommt in’s Haus. Man spart den Zwischenhandel und schließt Verteuerung aus.

 

Das Buch enthält noch einige wissenswerte Informationen, die interessante Details liefern. Lest selbst:

 

Die notwendige Rodung des Urwalds sah man damals noch mit anderen Augen.

 

Zuerst werden die Baumriesen gefällt, dann das Unterholz von der Sonne trocknen gelassen, den Rest erledigt das Feuer.

 

Für die Zeit der Ernte wird auf allen Plantagen ein Herr von Aushilfskräften – vielfach auch Frauen und Kinder – angeworben.

 

 

Die Verarbeitung bei Eduscho.

 

Kaffeegeschichte

 

Der Weltkaffeeverbrauch:

 

Und zum Schluß eine Übersicht über den sprunghaften Anstieg der Umsätze mit Eduscho-Kaffee.

 

Heute ist Eduscho (dessen Name sich aus dem Namen des Gründers EDUard SCHOpf zusammensetzt) ein Teil der Tchibo GmbH (deren Name sich wiederum aus dem armenischen Namen des Gründers Carl Tchilinghiryan und dem Bohnenkaffee zusammensetzt). Nur in Österreich gibt es noch Eduscho-Läden. Hier ist die Eduscho GmbH Vertreiberin von Eduscho- und Tchibo-Kaffees. Mehr Details bei Wikipedia.

Ein interessantes Detail ist die Änderung des Blickwinkels, mit dem die Schwarzen aus der Sicht der Weißen gesehen werden. Vor knapp 100 Jahren war es durchaus üblich und salonfähig, „die Neger“ mit dicken Lippen, ärmlicher Kleidung und niedere Arbeiten verrichtend darzustellen. Da hat sich seither bei einem Großteil der Menschen glücklicherweise einiges zum Besseren gewendet.

Drei kleine Dinge aus der Handtasche


In Handtaschen findet man erstaunlich viele Sachen. Oder eben auch nicht.

In unserem heutigen Artikel geht es um drei kleine Papierbriefchen, die ich sonst nicht zuordnen konnte und die mir für einen eigenen Beitrag zu murkelig erscheinen.

Auf dem ersten Briefchen findet ihr Werbung für Brotbeutel, Feldflaschen, Koppel, Tornister, Leder- und Spielwaren. Daraus lässt sich noch nicht vermuten, was sich drin befindet.

Da ist es bei Nummer zwei in leuchtendem Orange schon einfacher – Jupiter, Deutsche Zündwaren-Monopolgesellschaft Berlin. Das klingt nach Streichhölzern. Noch dazu, wo ich euch schon ausführlich darüber informiert hatte, was es mit dem Zündwaren-Monopol in Deutschland und seiner hölzernen Wurzel in Schweden auf sich hat. Ihr erinnert euch nicht mehr? Dann klickt hier.

Unten seht ihr einen blechumrandeten Anhänger der Sparkasse des Kreises Weißensee zu Erfurt. Hierzu musste ich etwas recherchieren, habe aber bei Wikipedia gefunden, dass es sich um einen Vorgänger der Sparkasse Mittelthüringen handelt. Lest hier für die Geschichte.

 

Schauen wir uns die Rückseiten an:

 

Aha, Firma Hintze & Venth aus Erfurt sind die Hersteller der eben erwähnten Leder-, Spiel- und Armeeausrüstungswaren. Und sie haben uns für 5 Pfennig ein Zahnstocherbriefchen verkauft. Hygienisch – staubfrei – abtrennbar. D.R.G.M.

Die Rückseite des Sparkassen-Anhängers listet uns Notfall-Telefonnummern auf. Polizei: 25261, Ueberfall: 01, Feuer: 02, Unfallwache: 21000 oder 27300, Auskunft: 8, Fernamt: 00 (weswegen wir heute noch 00 vor einem Auslandsgespräch vorwählen müssen), Störungsmeldungen: 7, Rundfunkentstörungsstelle: 28041, Nebenstelle: 43, dieselbe Werktags und Sonntags ab 13 Uhr: 27289, Krankenhaus: 25171, Arzt: zum selbsteintragen. Das war ja wirklich kompliziert. Wir können uns glücklich schätzen, heute für Ueberfall, Unfallwache und Polizei die eine Nummer 110 zu haben. Wusstet ihr, das die 1-1-0 in Zeiten des Wählscheibentelefons ausgesucht wurde, weil im Telefonamt die Wählvorrichtung bei der 1 kurz geklackert hat, bei der zweiten 1 ebenso und bei der 0 ganz lang (weil man für die 0 die Wählscheibe bis ganz zum Anschlag drehen musste). Damit konnte das Fräulein vom Amt schon hören, das es ein Notruf war und ihn bevorzugt bearbeiten. Dasselbe gilt übrigens für die amerikanische Notrufnummer 911, nur dass hier zuerst die lange und dann die beiden kurzen Nummern kommen. Interpretiert man die Tonfolgen kurz-kurz-lang (110) bzw. lang-kurz-kurz (911) als Morsezeichen, erhält man in Deutschland ein U wie Unfall und in den USA ein D wie Disaster. Ob es da einen Zusammenhang gibt, weiß ich nicht. Das ist nur von mir geraten.

 

Und da ihr sicher alle gespannt seid, was uns erwartet, wenn die beiden Briefchen aufgeklappt werden, möchte ich euch nicht länger hinhalten. Stattdessen könnte ich euch einen Zahnstocher oder ein Streichholz hinhalten und anbieten.

 

Alle drei Dinge stammen vermutlich aus den 1930er oder 1940er Jahren. Der D.R.G.M.-Vermerk wurde nur bis 1945 benutzt. Die Zündholzadresse in Berlin NW 40 verweist auf eine Adresse in der Nähe des Lehrter Bahnhofs (heute steht dort der Berliner Hauptbahnhof). Diese Unterteilung der Postbezirke Berlins gab es von 1862 bis zur Einführung der Postleitzahlen im Jahr 1962. Die Sparkasse existierte unter diesem Namen bis in die 1950er Jahre.

Wer genauere Details hat, möge einen Kommentar hinterlassen.

Saccharin als Zuckerersatz


Schon 1878, also acht Jahre vor Erfindung der ersten Coca-Cola wurde durch Zufall ein Zuckerersatzstoff entdeckt – das Saccharin. Laut Wikipedia 300- bis 700-mal süßer als Zucker und damit viel ergiebiger, wurde es von der Industrie mit offenen Armen empfangen.

So verbreitet bei der Lebensmittelherstellung, wie es heute, in Zeiten überhöhter Zuckeraufnahme Verwendung findet, war es damals nicht. Es eignete sich jedoch hervorragend für Diabetiker, da Saccharin verträglicher war.

Wer es für den heimischen Gebrauch nutzen wollte, konnte Saccharin beispielsweise als Kristall-Süßstoff in kleinen Tütchen kaufen.  

Eineinviertel Gramm Saccharin entsprachen hier 550 Gramm Zucker. Das ist schon eine ganze Menge.

 

Was es mit einer H-Packung auf sich hat, konnte ich noch nicht herausfinden. Es gab Saccharin auch als Süßstoff-Tabletten. Bei denen stand auf der Vorderseite ein großes G. Wer mehr darüber weiß, schreibe einen Kommentar. Update: Ein großes Danke an meinen treuen Leser emcsegler! Er hat herausgefunden, dass Pakete mit dem Aufdruck G für die Zubereitung von Getränken bestimmt waren, das H hingegen angezeigt hat, dass der Inhalt zum Kochen geeignet ist. Wieso? Den Tabletten – in G-Verpackung – war Natron beigemischt, das beim Mitkochen den Geschmack der Speise nachteilig beeinträchtigen kann. Das Pulver in den H-Tütchen enthielt kein Natron. Danke!

Interessant ist die Aufschrift „Genehmigte Inlandspackung“. Hierzu habe ich einiges gefunden. So konnten offenbar einige Produkte nur mit staatlicher Erlaubnis und nur für eine begrenzte Dauer in Verkehr gebracht werden. Seht mal hier (ich hoffe, der Link hält noch eine Weile). Die Genehmigung, eine Süßstoffpackung als Würzmittel in Verkehr zu bringen, musste vom Hessischen Ministerium für Arbeit, Volkswohlfahrt und Gesundheitswesen erteilt werden.

Eine genaue Datierung des Tütchens ist mir noch nicht gelungen. Es gab diese Aufschrift in den 1920er Jahren, aber auch in den 1930ern. Der Schrift nach würde ich eher in die 1930er tendieren.

 

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Heute, am 26.7. ging es zur (Geburtstags-)Feier des Tages auf eine Wanderung ins Gebiet außerhalb der befriedeten Zone. Ab hier darf man nur mit ortskundiger Person und Waffe unterwegs sein. Auf Spitzbergen gibt es 2500 Einwohner und 3500 Eisbären. Unsere beiden Führer Doreen, die ursprünglich aus Stralsund kommt und Rønar, ein Einheimischer, waren uns eine […]

Husky Tour – 25. Juli 2015

Heute stand eine Husky-Tour auf dem Plan. Zuerst einmal machen wir uns mit den Hunden bekannt. Hillfrid, die leider nicht mitlaufen durfte. Ike, neben dem man sich wie Rotkäppchen fühlt. Keino, mit 15 Jahren der älteste Hund im Hof, der aber noch immer ein guter Zughund ist, was ihm sein Dasein sichert, da es hier […]

Svalbard – Spitzbergen – Longyearbyen

Die ersten Fotos vom Urlaub oberhalb des Polarkreises. Die Temperaturen liegen kurz oberhalb des Gefrierpunktes. Manchmal nieselt es ein wenig, aber im Großen und Ganzen ist es sehr angenehm.

Pashupatinath – Verbrennung der Toten

Ungefähr eine Stunde braucht der Spaziergänger, um vom Stadtzentrum Kathmandus nach Pashupatinath zu gelangen. Hat man erstmal die richtige Straße gefunden, geht es irgendwie immer geradeaus. Vorbei an durchaus lustigen Schildern an einem Haus, von dem ich leider vergessen habe, wofür es dort steht,   einem hübschen, kleinen Wasserbecken. Manche Ecken sind nicht ganz so schön und […]

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