FröSi – Typofix


Die FröSi kennt jedes DDR-Kind. Wer sie vergessen hat, der sollte hier klicken.

Über die DDR-Rubbelbuchstaben „Typofix“ habe ich euch auch schon berichtet. Klickt hier, wenn ihr euch nicht erinnert.

Heute gibt es eine Beilage aus der FröSi. Die Rubbelbildchen wurden anlässlich des VII. Pioniertreffens vom 15. bis 22. August 1982 in Dresden herausgegeben.

 

Rechts vorn seht ihr übrigens Kundi, den Hygienewächter des Deutschen Hygienemuseums Dresden, der mit seinem Fernrohr stets in die Kinderzimmer spähte und Hygienemängel aufdeckte. Das war der Grund, wieso das Museum nach der Wende von diesem spionierenden Freund Abstand genommen und ihn nicht mehr als Maskottchen geführt hat.

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Der Liquidator-Orden


Wer hat ihn schon einmal gesehen? Wer kennt ihn?

Hier seht ihr eine der makabersten Auszeichnungen, die in den letzten Jahrzehnten verliehen wurden.

Was ihr dort oben seht, ist der Orden für die aktive Teilnahme an der Eindämmung der Schäden unmittelbar nach der Explosion des Atomkraftwerkes Tschernobyl vom 26. April 1986.

Nachdem die deutschen und japanischen Roboter, die zur Entfernung des enorm strahlenden Schutts und der Graphitblöcke angeliefert wurden aufgrund der zu hohen Strahlung versagten, wurden Mitarbeiter, Anwohner und Soldaten für diese Arbeit eingesetzt. Die Arbeit sah wie folgt aus: Der Arbeiter lief auf das Dach, warf eine Schaufel Schutt in das Explosionsloch und kam wieder zurückgerannt. Dies durfte nicht länger als 40 Sekunden dauern. Neben dem Orden gab es eine einmalige Entschädigung von 100 Rubeln. Während anfangs überwiegend junge Soldaten, Reservisten, aber auch gewöhnliche Arbeiter aus Weißrussland und der Ukraine zwangsverpflichtet wurden, wurden später Menschen aus der gesamten Sowjetunion nach Tschernobyl beordert. (Quelle für Zusatzinfos: Wikipedia)

Von den circa 200.000 Liquidatoren, die in den Jahren 1986 und 1987 im Einsatz waren, sind bis 2005 mindestens 50.000 verstorben. Nach einem Beschluss, die zulässigen Strahlenwerte um das 40- bis 50-Fache zu erhöhen, wurden die meisten Menschen für gesund erklärt und ohne jegliche Behandlung aus den Krankenhäusern entlassen. Auch durften Strahlungserkrankungen nicht mit dem Einsatz in Tschernobyl in Verbindung gebracht werden.

Da der Auszuzeichnende meines Ordens bedauerlicherweise nicht mehr zur Abholung erscheinen konnte, habe ich nicht nur den Orden, sondern auch den kleinen Anstecker in der Originalqualität.

Das Bild auf dem Orden stellt übrigens einen Blutstropfen dar, durch den die Alpha-, Beta- und Gammastrahlen hindurchgehen.

Der umlaufende Text wird „Utschastnik Likwidazii Posledstwii Awarii“ ausgesprochen, was soviel bedeutet wie „Teilnehmer an der Beseitigung der Folgen der Havarie“.

Die vier Buchstaben am unteren Rand „Чаэс (Tsche A E S) stehen für „Чернобыльская атомная электростанция“ (sprich: Tschernobylskaja Atomnaja Elektrostanzija) Also Tschernobyler Atomkraftwerk (bzw. wörtlich „Atomare ElektrizitätsStation“)

Wer sich dafür interessiert, wie es in Tschernobyl heute aussieht, dem empfehle ich den Besuch der Reiseseite meiner Globetrotter-Freundin. Sie war in Pripjat und dem Umkreis des Atomkraftwerkes. Lest ihren Bericht hier und schaut euch hier ihre Fotos an.

Insektentod für unterwegs – Teil 2


Vor wenigen Tagen gab es das Insektizid, heute folgt die Spritze.

Bevor es die heute so nützlichen Spraydosen gab, wurden Flüssigkeiten noch mittels Handarbeit zerstäubt. Nahezu jede dünnflüssige Flüssigkeit konnte in feinen Nebel verwandelt werden. Dazu wurde nicht mehr benötigt, als ein Behälter, in dem sich das Sprühgut befand und eine Vorrichtung, um es anzusaugen und durch ein sehr kleines Loch herauszublasen.

 

Insektenspritzen wie diese waren für das Grobe zuständig. Kleinere Ausgaben kennt ihr vielleicht von Parfümzerstäubern die entweder durch einen Gummiball oder durch ein Pusteröhrchen bedient wurden. Heute gibt es vermehrt wieder Pumpzerstäuber, die einer Sprayflasche ähneln, allerdings mittels Fingerkraft gepumpt werden.

Wie funktionierte unser Zerstäuber?

 

Links unten wurde der Glasbehälter mit Diabol-Insektizid angeschraubt. Darin befestigte man den mitgelieferten Gummischlauch. Wurde die Handpumpe nun bedient, blies vorn ein starker Luftstrom aus dem Kolben und saugte durch den entstehenden Unterdruck das Diabol durch das kleine Röhrchen und zerstäubte es.

Diese Variante sollte eine Universalspritze sein, an die Behälter unterschiedlicher Marken geschraubt werden konnten. Leider waren die Gewinde und Öffnungsgrößen letztendlich dann doch verschieden, so dass man einen Diabolbehälter aufhob und anderes Zeug (z.B. FLIT) nachfüllte.

Meine Spritze stammt übrigens aus Schweden und ist gar nicht so alt. Ich vermute, sie stammt aus den 1980er Jahren, da der Kolben aus Blech und der Griff aus Holz ist.

Mit Kanonenkugeln auf ABC-Schützen schießen


Feuer frei!

Ein Relikt aus meiner DDR-Kindheit soll euch heute erfreuen.

 

Dieses Schnipps-Kugelspiel aus den 1970er Jahren gab es in zwei Formen: quer zu schießen – hier zu sehen, und hochkant. Die Rückwand gab es in vielen verschiedenen Motiven: Tiere, Heißluftballone, Indianer, Cowboys, Autos und vieles mehr.

Wird das Spiel in die Originalschachtel gepackt, kann durch das Loch auf der Rückseite das Motiv gesehen werden.

 

Und wieso? Weil wir eine Einheitsverpackung haben und man sehen sollte, was man kauft, bevor man die Schachtel aufreißt. Auf der Schachtel seht ihr die Ausführung mit Oldtimern

Um meine Sammelgelüste zu befriedigen, gehört dieses Spiel zu der Reihe Anker-Produkte. Die anderen Artikel daraus kennt ihr sicher. Wenn nicht, klickt hier.

Der DDR-Plattenbau-Baukasten


Alle DDR-Kinder werden ihn kennen. Ich habe ihn mehreren gezeigt und ein Raunen ging durch die Gruppe.

 

Wenn schon die Hälfte der Kinder in Neubaublocks aufwuchs, wieso soll dann ein Baukasten aussehen, wie damals,

z.B. so  oder so ?

Also wurden Plattenbauten-Hochhäuser gebaut.

 

Die Bauanleitung zeichnet sich, ebenso wie die fertigen Häuser, durch extreme Einfallslosigkeit aus.

 

Hergestellt wurde dieser Baukasten 1962 bei Anni Friedrich Kunststofferzeugnisse in Waltershausen in Thüringen und war somit eine frühe Ausgabe des später in großen Kästen angebotenen Baukastens. Diese wurden dann von größeren Firmen wie Kari (Karl Ribarsch KG) und plaspi (plastespielzeug) hergestellt. Kari stammt auch aus Waltershausen und war vielleicht die Nachfolgefirma von Anni Friedrich. Ich weiß es nicht.

 

Das Augenmerk dieses Baukastens liegt auf simpler Herstellung. Es gibt in der Grundausführung nichts weiter als Wandteile, davon einige mit Fenster, andere mit Tür, Verbindungsstangen (blau) und Dachplatten. Das galt als moderne Bauweise. Große Häuser wurden schnell hochgezogen. Alle sahen gleich aus, und auch jeder Bewohner einer dieser heiß begehrten Neubauwohnungen fühlte sich gleichgestellt mit seinen Nachbarn.

 

Lieber kleiner Freund!

 

Zum Abschluss habe ich euch ein kleines Plattenbau-Hochhaus gebaut. Das Dach ist offen, ihr könnt also einen Blick in meine neue Wohnung werfen. Kommt mich doch mal besuchen.

 

In den späteren Erweiterungs-Bausätzen und den großen Kästen gab es übrigens noch ansteckbare Balkone, Plastik-Bänke, -Stühle und -Sonnenschirme, die vor dem Haus aufgestellt werden konnten, Schaufenster-Elemente, eine drehbare Drehtür für den Laden und kleine Zäune und Bäume. Aber die haben meine Kindheit nicht überlebt und wurden irgendwann weitervererbt.

 

 

 

 

 

Maggi – gekörnte Brühe – Mini-Dose


Neben Liebig’s Fleischextrakt gehören auch andere traditionsreiche Küchenmarken zu meinem Interessengebiet. Maggi ist eine von ihnen und meine treuen Leser erinnern sich sicher noch an den Artikel Moggi, Miggi, Muggi – Maggi.

Heute hat meine große Maggi-Blechdose

 

noch eine kleine Schwester bekommen:

 

Während in der großen Dose Brühwürfel lagerten, war diese für gekörnte Brühe.

 

Die Gebrauchsanweisung ist auf der Seite aufgedruckt:

 

Der deutsche Stammsitz der schweizerischen Maggi befand und befindet sich in Singen (Hohentwiel). Im Jahr 1912 wurde hier der erste Tarifvertrag in einer Firma der deutschen Ernährungsindustrie abgeschlossen, weiß Wikipedia.

 

Diese Dose dürfte aus den 1950/1960ern stammen.

Arbeiterrückfahrkarte


Um zu wissen, was eine Arbeiterrückfahrkarte ist, müsst ihr entweder im Dritten Reich oder in der DDR gelebt haben.

In Zeiten, da der Individualverkehr noch nicht so ausgeprägt war wie heute, also nicht nahezu jede Familie ein eigenes Auto besaß, gab es trotzdem viele Menschen, die in erheblicher Entfernung zu ihrem Wohnort arbeiteten.

In der DDR war es weit verbreitet, während der Woche „auf Montage“ in die Städte – hier hauptsächlich Berlin, die Hauptstadt der DDR – zu reisen, dort zur Untermiete oder in Monteurs-Unterkünften zu wohnen und am Freitag oder Sonnabend wieder nach hause zu fahren. So spartanisch die Unterkünfte waren, man verdiente gutes Geld, dem Alkohol wurde zugesprochen und man befand sich näher an der Quelle der Versorgung mit Waren, die in DDR-Kleinstädten und auf dem Lande nur schwer zu bekommen waren.

Damit der sauer verdiente Lohn nicht der Deutschen Reichsbahn in den Rachen geworfen wurde, gab es die stark subventionierten Arbeiterrückfahrkarten, also Fahrkarten, mit denen der Arbeiter zurück nach Hause fahren konnte. Der Fahrpreis war hiermit um 50-75% ermäßigt, die Fahrkarte war allerdings personen- und streckengebunden. Ebenso gab es Arbeiterwochen- und -monatskarten.

Auf der Rückseite ist der Entwertungsstempel zu sehen:

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