Rothomago


Wie so vieles in meiner Sammlung ist auch das Theaterstück in Vergessenheit geraten, für das unser heutiger Artikel des Tages dereinst Werbung machte – Rothomago, einer „Feerie & Grand Spectacle“ (übersetzt vielleicht Feengeschichte und großes Spektakel) in 25 Bildern, 5 Akten und einem Prolog von den Herren D’Ennery, Clairville und Albert Monnier. Und es ist wirklich verdammt schwer, etwas dazu zu finden.

 

Johannes Rothomago, auch bekannt als Johannes Rothomagensis oder Johannes of Rouen war ein Magier, der scheinbar tatsächlich gelebt hat. Er wird vereinzelt zusammen mit Odo de Bayeux, dem Auftraggeber des berühmten Teppichs von Bayeux genannt und scheint bis 1079 gelebt zu haben.

Seine Geschichte als Magier wurde in mehreren Theaterstücken verarbeitet, wovon der Fünfakter im Theatre du Chatelet zu den erfolgreichsten gehörte.

Das Stück lief seit der Premiere am 1. März 1862 bis 1911 mindestens 8 Jahre lang im Theatre du Chatelet. Eine englische Übersetzung unter dem Titel Rothomago or The Magic Watch wurde von Edward Solomon und Henry Brougham Farnie im Jahr 1879 aufgeführt. Farnie war übrigens Autor für Stücke, die sowohl am Broadway als auch in London um Gilbert & Sullivan aufgeführt wurden.

 

Die Kartenpreise findet ihr auf der Rückseite der Karte – 6 Franc für einen Logenplatz, 5 Fr. für „Baignoire“ (laut Übersetzer heißt das „Badewanne“!) bis zum 3.Rang wo der Platz für 75 Centimes zu haben war.

Wer der französischen Sprache mächtig ist und wissen möchte, wovon das Stück handelt, der kann sich hier das Textbuch des Einakters durchlesen.

Die Sammelkarte dürfte aus den Jahren zwischen 1880 und 1890 stammen.

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seltsame Sammelkarten aus Paris


Zwischen meinen zahllosen Sammelkarten aus den Jahren zwischen 1865 und 1895 tauchen gelegentlich welche auf, die mich mehr faszinieren als andere. Einen kompletten Satz möchte ich euch heute vorstellen. Er stammt aus den 1880er Jahren, wurde in den späten 1890ern in den USA mit den alten, abgenutzten Lithographieplatten nachgedruckt und gibt mir viele Rätsel auf.

Ich glaube, daß die Motive der Karten Allegorien sind, kann aber nicht herausfinden, in welcher Form. Eventuell sind es französische Redensarten oder Sprichwörter.

Schaut selbst und gebt mir Hinweise, die uns alle klüger machen:

 

 

Zum oben beschriebenen Nachdruck zeige ich euch ein paar Beispiele anhand eines Motivs. Links seht ihr das französische Original in bester Qualität und 12 Farben. Daneben drei amerikanische Drucke mit 8 Farben bzw. zwei Farben die in der Vergrößerung ihre viel grobere Zeichnung erkennen lassen. Daran erkennt man, daß die Motive auf den Platten nachgezeichnet wurden um den neuerlichen Druck qualitativ zu überstehen. Man muß davon ausgehen, daß die Platten in Frankreich bereits tausende Male benutzt wurden.

 

Tangram – Anker-Geduldsspiele


Viele von euch kennen dieses Spiel sicher in einer modernen Variante.

Hier einige Originale aus den 1890er bis 1920er Jahren. Hergestellt von der Firma Anker, die bekannt war (und noch immer ist) für ihre Baukästen.

KopfzerbrecherTangram

Tangram

Kreis-RätselTangram

AchteckTangram

Nur Mut – Nr. 25
Tangram

Das Wunder-Ei
Tangram

Der Grillentöter

(kommt noch)

Die Namen der Spiele „Grillentöter“, „Quälgeist“, „Kopfzerbrecher“ oder „Zornbrecher“ haben mich als Kind schwer beeindruckt. Ich habe sie auch mit großer Begeisterung gespielt (obwohl ich zugeben muß, daß ich gelegentlich das Lösungsheft befragen musste).

BlitzableiterTangram

Diese Spiele waren zum einen recht zerbrechlich, zum anderen aber auch sehr eigen, was den Kontakt mit Wasser betrifft. Einige Steine sind im Laufe der Zeit auch verloren gegangen und wurden dank der Vorlage im Deckel durch Pappe ersetzt. Solange die Größe gestimmt hat, tat das dem Puzzle-Spaß keinen Abbruch.

Noch ein EiTangram

Ob man Kinder damit heute noch beeindrucken kann?

Update: Weitere Tangram-Kästen findet ihr hier

Kleine Visitenkarten-Kunde


Jeder von uns hat oder hatte einmal Visitenkarten in Gebrauch. Aber, wer kennt tatsächlich die „Sprache“ der Visitenkarte?

In meinem Buch „Der gute Ton in allen Lebenslagen – Ein Handbuch für den Verkehr in der Familie, in der Gesellschaft und im öffentlichen Leben“ von Franz Ebhardt, Berlin 1882 findet sich neben zahllosen Regeln zum geglückten Empfang über die Unschicklichkeit des Zigarre-Rauchens von Damen in der Öffentlichkeit bis hin zum Verhalten in der Kirche auch die folgende Anleitung zum Gebrauch der Visitenkarte:

Visitenkarten-001

Visitenkarten-002

Visitenkarten-003

Visitenkarten-004

Visitenkarten-005

Sollten Sie also beim nächsten Besuch niemanden antreffen, hinterlassen Sie doch einfach Ihre Visitenkarte und biegen Sie die linke ober Ecke oder die ganze linke Seite nach vorn. Sehr wahrscheinlich wird der Empfänger die Karte nach seiner Rückkehr mit einem Stirnrunzeln wegwerfen.

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