Aus dem Füllhorn der edlen deutschen Musica


Gerade habe ich erwähnt, dass irgendwo noch ein weiteres Notenbuch herumschwirren müsste, da fällt es mir auch schon ins Auge. Es lag in der Reparaturabteilung, weil es einige sehr unschöne Zerfallserscheinungen aufweist. Das ist aber sicher ein Zeichen für regen Gebrauch und damit für hohe inhaltliche Qualität.

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Das Vorwort und der Titel sprechen eine etwas volksüberzeugte Sprache.

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Wird tatsächlich bevorzugt in der deutschen Familie die Pflege der Musik betrieben? Ist das die einst salonfähig gewesene Deutschland-über-alles-Mentalität oder schlicht der gesunde Nationalstolz, den jedes Volk haben sollte, der bei uns aber durch doppelte Kriegsschuld alliiert ausgemerzt wurde?

Der Inhalt:

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Ich rufe euch zu: „Froher Mut zum musizieren!“

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Hier einige Auszüge um in euch die Lust an der edlen deutschen Musica zu wecken.

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Und den Rest des Tages lest ihr im ersten Artikel weiter.

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Den Krümeln keine Chance – ein Tisch-Besen


Gibt es so etwas heute eigentlich noch? Meine Oma hatte gleich zwei Garnituren dieses schönen Utensils. Später kam noch eine Schwungradvariante aus DDR-Produktion hinzu. Aber so richtig schön sieht nur unser heutiger Artikel des Tages aus.

Es handelt sich um eine Schaufel und eine Bürste aus Silber mit echten Borsten.

Krümelbesen

 

 

Früher gehörte so etwas zur Ausstattung und hing in der Nähe des Eßtisches oder in der Küche. Nach dem Essen wurden die Krümel auf die Schaufel gefegt und in den Mülleimer oder jahreszeitabhängig ins Vogelhäuschen gekippt. Keine Ahnung, wieso man so etwas heute nicht mehr macht. Weniger gekrümelt wird heute bestimmt nicht und so hungrig, daß wir alle Krümel aufessen sind wir auch nicht.

Was macht ihr mit euren Krümeln?

Zum Alter dieses Krümelbürsten-Sets kann ich nichts sagen, würde aber anhand der Form auf irgendwo im Jugendstil tippen, 1910 vielleicht.

 

 

pflücken, trocknen, pressen, botanisieren – ein Herbarium


Vor geraumer Zeit habe ich euch zwei meiner Bücher vorgestellt, die der Bestimmung von Pflanzen dienten. Wer sich nicht mehr erinnert, der klickt einfach hier. Diese Bücher halfen dem emsigen Sammler, die Beute in Ordnung, Familie, Unterfamilie, Gattung und Art einzuteilen. Aber bevor es so weit war, gab es einen ganz wichtigen Schritt: die Blümchen, Gräser und Kräuter wollten erst einmal gefunden werden.

Als mein Urgroßvater seinerzeit seine Ausbildung zum Apotheker abzuschließen gedachte, bestand eine Aufgabe darin, ein schönes Herbarium anzulegen. Das war in den Jahren 1899 bis 1901.

Herbarium

Der Deckel hat leider einen kleinen Wasserschaden, der aber glücklicherweise nicht durchgekommen ist.

 

 

Und das liegt noch immer hier herum. Sollte jemand von euch eine Idee haben, wie man so ein Ding am besten aufbewahrt, schreibt mir eure Ideen. Das Foto wurde vor dem Ersetzen der Deckel gemacht. Inzwischen ist es wieder schön zwischen zwei Holzdeckeln mit Riemen festgepresst.

Innen hat der fleißige Jungapotheker die gefundenen Pflanzen in Ordnungen untergliedert und jede Klasse in eine kleine Mappe einsortiert:

Herbarium

Monoecia, eine Ordnung der Klasse Diclinia, also Staubblätter und Stempel befinden sich auf verschiedenen Blüten, Monoecia – ein Staubblatt

 

Und so sehen Blümchen aus, die seit nunmehr 115 Jahren in mumifizierter Totenstarre liegen. Ich habe mir viel Mühe gegeben, die kleinen Zettel der hier abgebildeten Pflanzen zu entziffern. Schaut mal in die Bildunterschriften!

 

Herbarium

Origanum vulgare – Gemeiner Dost – der Fundort ist angegeben, ich kann ihn aber leider nicht entziffern. Muß irgendwo in der Heimat um Trier gewesen sein

 
Herbarium

Herbarium

Solanum tuberosum – Kartoffel – Acker bei Hermeskeil – 30. VII. 1899

 

Herbarium

Garten-Rittersporn

 

Herbarium

Lycopodium Selago – Tannen-Bärlapp – Im Walde von Irgendwo

 

Herbarium

Anchusa officinalis – gebräuchliche Ochsenzunge

 

Herbarium

Mentha arvensis – Feld-Minze – Fundort: Am Bahnhof – 20. VII. 1900

 

Herbarium

Mentha silvestris – Wald-Minze

 

Herbarium

Euphorbiaceen – Wolfsmilchgewächse

 

Herbarium

Tithymalus Dulcis – süße Wolfsmilch – Garten – 30.5.1900

 

Herbarium

Campanula glomerata – geknäuelte Glockenblume – 10.7. 1900

 

Herbarium

Herbarium

Primula officinalis – gebräuchlicher Himmelschlüssel

 

Herbarium

Ackerwinde

 

Herbarium

Datura Stramonium – gemeiner Stechapfel

 

Herbarium

Klatschmohn – gesammelt auf einem Acker bei Hermeskeil, 24. VII. 1899

 

Herbarium

Schlafbringender Mohn

 

Herbarium

Mohn

 

Herbarium

Helleborus vividis – Nieswurz

 

Herbarium

Aesculus Hippocastanium – gemeine Roßkastanie – gesammelt in Trier am 16. Juli 1899

 

Herbarium

 

 

Manche Pflanzen sind bedauerlicherweise verschwunden. Wahrscheinlich hat sich der kleine Papierstreifen zur Befestigung gelöst und die Pflanze ist rausgefallen. Dank der Beschriftung wissen wir aber, was fehlt.Herbarium

 

 

Das ist doch ein tolles Andenken an meinen Uropa, oder? Das hat er sich bestimmt nicht träumen lassen, daß 115 Jahre nach seinen Ausflügen durch die blühende Natur sein ihm völlig unbekannter Urenkel der großen weiten Welt sein Herbarium vorstellt, das ihm seinerzeit den Weg zum Apothekerberuf geebnet hat.

Und wenn mich nicht alles täuscht, ist er das in seinem kleinen Garten mit eigener Ernte:Familie-Garten

 

Heinrich Zille – Milljöh-Zeichner aus Berlin


Heinrich Zille, der Berliner Zeichner wurde wahrscheinlich durch seine lustigen, aber oftmals trotzdem traurigen und zum Nachdenken anregenden Zeichnungen berühmt. Niemand hat das Leben der Unterschicht in den Arbeitervierteln vom Berlin der Jahrhundertwende so treffend gezeichnet wie er. „Dreiundzwanzig Fennje bekam ’ne Heimarbeiterin, und die Kinder jingen in ’ne Streichholzfabrik und hatten denn von dem Phosphor und Schwefel jar keene Fingernägel mehr. Und da soll man nich mal dazwischenfahren, wenn man erlebt hat, wie sich det Elend von Jeneration zu Jeneration weiterfrißt – wo det Kind schon als Sklave jeboren wird?!“

Heinrich Zille Bilder

Heinrich Zille Bilder

„Ick hab zu ville Bonbon jefressen!“

Aber auch als Photograph hat Zille zur Bewahrung alter Berlin-Ansichten beigetragen, die nur selten oder sogar niemals fotografiert wurden.

Heinrich Zille Photographien Berlin 1890-1910

Heinrich Zille Photographien Berlin 1890-1910

Heinrich Zille Photographien Berlin 1890-1910

Heinrich Zille Photographien Berlin 1890-1910

Sein meistdiskutiertes Werk sind aber wohl noch immer die 1921 unter Pseudonym herausgegebenen Hurengespräche. Heinrich Zille Hurengespräche

Zille lässt acht Prostituierte Szenen aus ihrem Leben zu hause und mit den Freiern schildern.

Heinrich Zille Hurengespräche

Die Geschichte wird eingeleitet mit dem Text: Berlin O (Ost), Nachts in einem Bouillonkeller. Olga, Pauline, Rosa, Alma, Pinselfrieda, Bollenguste, Lutschliese, Minna.

Heinrich Zille Hurengespräche

Heinrich Zille Hurengespräche

Olga: Pauline, Kutscherklara sagt dein Liebster ist dein Bruder, na weeßte – nu jeh mir eener mit den Finger aus den Mund! Wie biste denn da druff jekomm‘? Pauline: Un wenn schon! Det schad ja nischt, det wird ja wieder abjewischt! Warum soll ick mir mit nen faulen Luden rumbaljen un‘ um die Neese ferzeln lassen! Orje war mir schon als Junge jut, wir fing’n schon kleen an det Pißzeig zusamm zustecken.

Heinrich Zille Hurengespräche

Ach Jott ja, die Lehrer! Die hab’n mir immer anjeklaut, ick war aber ooch schon een strammes Balj mit Ditten un‘ dicke Beene un hatte det ooch schon mit de Banane raus. Der erste der mir vorgekneppt hat war een oller dreckijer Hausierer, der uff uns’en Korridor wohnte. Der hat sich rinjeschlichen un‘ mir uff Mutter’ns Stoßlade überjebogen. Er hat mir jeschunden un‘ volljeklirt, die olle dreckije Hottepese. Ojre hat an de Türe jehaun un‘ jebrüllt, aba nachher hatt’n sich Vater mit de Axt vorjenomm, da jab’s Stob. Vater kam uff een Jahr nach Plötze.

kleine Lesehilfe:

  • anjeklaut, klauen = nicht zu verwechseln mit der heutigen Bedeutung des Wortes „klauen“, das aber genau wie seinerzeit von der Klaue / Kralle stammt. „angeklaut“ bedeutet also so viel wie „angefasst“.
  • Balj – Balg
  • vorgekneppt – vorgeknöpft
  • uns’en – unserem
  • Stoßlade – eigentlich ein Tischlerwerkzeug, ähnlich einem Hobel, hier allerdings eher ein Sofa, auf dem offenbar Mutter von Vater „gestoßen“ wurde.
  • volljeklirt – klieren = schmieren
  • Hottepese – siehe hier Seite 37, ganz oben rechts – eine Mischung aus den Schimpfwörtern Fatzke und Ochse
  • Stob – Staub
  • Plötze
Heinrich Zille Hurengespräche

(Mein Vater) hat sitzen müssen weejen mir und weiß Gott, ich will auf der Stelle erblinden, wenn ich Schuld war. Ich war zwölf Jahr, da hat er mir schon beklaut und habe zugesehn wenn er nacht’s bäuchelte.

Heinrich Zille Hurengespräche

Wie Mutter krank wurde und se hat lange gelegen, brauchte sie ihr Bett alleene und ick mußte beim Vater schlafen, da hat er mir jleich nen verpaßt. Mutter is‘ in Urban jestorb’n, sie hat alles jewußt, aber nischt verraten. Durchs Kind ist’s raus jekomm, wie se mir in die Schariteh entbunden haben, ins‘ Milchfieber hab ick’s ausjequatscht.

Heinrich Zille Hurengespräche

Heinrich Zille Hurengespräche

Lutschliese: Abend’s, in die düstern Budickerkeller und Destill’n, wo ick die Zeitung’n brachte, kroch ick unter die Tische rum und lutschte den oll’n Kerl’s, die bei’s Kartenkloppen hockten, een ab. Die ließen sich jarnischt merken und hab’n janz eisern weiter jespielt, det Jeld hab‘ ick mir aus de Westentaschen jelangt, meine Kunden wußten det schon. Aber nu kommt det dicke Ende, warum ick tagelang so ne scheißende Angst hatte. Ick kam an eene Hosenklappe, die jing so schwer uff, – det kannt ick, – die drei jroßen weißen Perlmutterknöppe hat ick erst Sonntagsnachmittag mit schwarzet Jarn ranjenäht – det war Vater!

So fürchterlich das alles klingt, scheint es aber die damalige Situation gut aufzuzeigen. Die Berliner Mietskasernen boten oft nur ein Zimmer für die ganze Familie – also Vater, Mutter, Kinder und gelegentlich noch die Großmutter. Einhergehend mit dem niedrigen Bildungsstand und der hohen Kinderarbeitsrate entstanden dann Situationen, wie die oben geschilderten. Da dieses Thema sicher eher ungern diskutiert wurde, können wir Zille für dieses aufschlussreiche Zeitdokument dankbar sein.

Er liegt übrigens auf dem Südwestkirchhof der Berliner Stadtsynode in Stahnsdorf, südlich von Berlin begraben. Dort habe ich seinen Grabstein gefunden:

Heinrich Zille 1858 – 1924

Zum Schluß noch ein Bild aus Wikipedia:

„Mutta, jib doch die zwee Blumtöppe raus, Lieschen sitzt so jerne ins Jrüne!“

hin und her, hin und her, Zähneputzen ist nicht schwer – Odol Zahnpulver


Jeder von uns benutzt (hoffentlich) regelmäßig Zahnpasta zur Zahnpflege. Aber was gab es eigentlich, bevor es Zahnpasta gab? Richtig, Zahnpulver. Ein Pulver bestehend aus feinkörnigen Schmirgelstoffen, versetzt mit wohlriechenden Zutaten wir Pfefferminz, Menthol, Honig, Zucker und Veilchenöl. Zeitweise wurde sogar Seifenpulver zugesetzt, allerdings war der Erfolg nicht sehr groß. Nicht etwa wegen des Geschmacks – nein, das Seifenpulver verklumpte in der feuchten Luft.

Wer es ganz genau wissen möchte, der schaut bei Wikipedia nach.

Die Firma Odol ist eigentlich durch ihr Mundwasser weltberühmt geworden, das 1892 auf den Markt kam. Aus derselben Epoche stammt unser heutiges Ding – eine Zahnpulverschaufel für Odol Zahnpulver.

 

Irex-Zahnpulver aus der Firma des Industriellen Karl-August Lingner wurde nach dem großen Erfolg von Odol um 1900 in Odol Zahnpulver umbenannt. Herr Lingner führte in seinem Sortiment auch andere tolle Dinge: einen Behälter, gefüllt mit Schrot, in dem Schreibfedern gereinigt werden konnten, ein biegsames Stahllineal, ein Nasenglas zur Schnupfenbehandlung, einen Wasch-Frottier-Apparat, ein Cholera-Serum oder auch einen Armee-Feldkocher der im Ersten Weltkrieg zum Einsatz kam.

Ob diese Schaufel für den Privatgebrauch oder beim Händler in Benutzung war, konnte ich nicht herausfinden, aber eine Anzeige eines Händlers findet ihr in der Anzeige der Drogerie Gebrüder Berger auf Seite 3 dieser Zeitung vom 3. Mai 1903. Aber selbst noch 1924 wurde in Brasilien für Odol Zahnpulver verkauft. seht hier (linke Spalte, unter dem Kasten). Falls jemand diese Anzeigen weiter durchliest, trifft er auf Blumenau, eine Stadt, die, anders als man vom Namen erwarten würde, in Brasilien liegt. Wikipedia kennt auch die.

Ich kann mir für die Zahnpulver-Schaufel zwei Anwendungsmöglichkeiten vorstellen:

  1. zum Abfüllen des Zahnpulvers in kleine Tüten beim Händler
  2. zum individuellen Gebrauch, um Zahnpulver aus einem Behältnis zu entnehmen, die benötigte Menge zu benutzen und den Rest wieder zurück zu schütten.

Wer mehr weiß, lasse uns nicht dumm sterben.

Auf der Unterseite sieht die Schaufel übrigens so aus:

(D.R.G.M. = Deutsches Reich Gebrauch-Muster

Und meine Schaufel sieht definitiv besser aus, als die vom Deutschen Hygiene-Museum in Dresden.

Kaltes Wetter – warmer Kakao – van Houten


Fällt das Thermometer unter 20°C, wird mir kühl; unter 14°C wird mir kalt. Ich habe die Vermutung, daß Sommergeborene überwiegend die warmen Temperaturen lieben, wohingegen man Menschen, die ihren Geburtstag im Winter feiern, im Schnee lachend treffen kann. Wer also glaubt, mich einmal auf der Straße getroffen und erkannt zu haben: War es kalt? Habe ich freundlich ausgesehen? Dann war ich es nicht!

Wenn mir kalt ist, kann mich aber eine Sache wieder aufheitern – Kakao. Damit meine ich nicht solch dahergeschludertes Zeug wie Nesquik, kaba oder trink fix, sondern richtigen, echten, stark entölten Kakao. In aufgekochter Milch, ein bis zwei Löffel Kakaopulver und etwas Zucker aufgelöst und fertig ist das kleine Glück. Nur die Haut auf der Milch mag ich nicht und angele sie runter.

Mein Dank für eines der besten Kakaopulver, die mir bisher auf den Löffel gekommen sind, gilt Coenraad Johannes van Houten. Er und sein Sohn erfanden bereits 1815, also vor fast 200 Jahren, eine Maschine, mit deren Hilfe der Rohkakao durch Entölung in eine gut zu verarbeitende Konsistenz gebracht werden konnte.

Wusstet ihr, daß es zum einen keine deutsche Wikipedia-Seite zu dieser Firma gibt (eine Seltenheit!) und zum anderen die Firma van Houten in den ersten 35 Jahren seine Chokoladefabriek in einer Windmühle in Leiden betrieb?

 

Außerdem interessant erscheinen mir Details, wie dieser: Coenraad van Houten heiratete 1835 Hermine van Houten. Sie trug denselben Nachnamen, beide waren allerdings nicht verwandt. Das ist doch mal toll, wenn man auf alle Aussteuerwäsche und -Handtücher bereits sein HvH gestickt hatte.

Wusstet ihr übrigens, daß eines der folgenden Pulver dem Kakao zugegeben wird, damit er in Milch besser löslich wird? Natriumcarbonat (Soda oder auch Natron), Ammoniumhydroxid, Kaliumhydroxid oder Magnesiumoxid. Wenn’s hilft.

Hier habe ich noch zwei Sammelkarten aus den Jahren nach 1900 auf denen man mich recht gut getroffen hat:

 

Aber mit dem richtigen Kakao ändert sich plötzlich alles:

 

Diese „beweglichen Chromos“, also Sammelkarten, in denen man durch Schieben, Falten oder Drehen einen Effekt erzielen konnte, gehören mit zu den begehrtesten, solange sie nicht kaputt sind. Meine sind noch heil. Ich hab sie auch nur für euch mal auf und zugeklappt. Da das Papier, aus dem die Karten hergestellt wurden, die ja nicht für den dauerhaften Gebrauch bestimmt waren, üblicherweise von niederer Qualität war, wird es mit der Zeit recht brüchig.

 

Die älteste der heute gezeigten Karten ist übrigens die oberste mit den beiden Kindern aus den 1890ern. Sie ist überraschenderweise am besten erhalten. Die Möwe stammt aus den 1910ern.

Und nun ratet, was ich mir als nächstes koche. Auf Wiedersehen!

Sind die Lichter angezündet


Eigentlich ganz hübsch, aber in Zeiten der Glühbirne hoffnungslos überholt, kommt hier ein Satz Kerzenhalter für den Weihnachtsbaum aus der Zeit um 1900.

Man steckte zu Zeiten der Ur-Großeltern oben eine Kerze in den Halter und hängte ihn dann an einen Zweig des Tannenbaums. Das Bleigewicht am Fuß sorgte dafür, daß die Kerzen aufrecht standen (etwas, was man an modernen Weihnachtsbäumen heute nicht mehr sehen kann).

Weihnachtsbaum Kerzenhalter

 

Aus Sicht des Brandschutzes sollte man zu Beleuchtungszwecken heute keine Kerzen mehr an Nadelbäume hängen. Damals gab es nichts anderes, dafür aber jede Menge Wohnungsbrände.

Zu diesen Kerzenhaltern gab es irgendwann auch mal ein zusammensteckbares Puste-Rohr durch das man die oberen Kerzen auslöschen konnte. Zu Anzünden steckte man eine brennende Kerze in das Rohr und stocherte damit an den Kerzen rum bis sie brannten. Bei genauerer Betrachtung überrascht mich meine Existenz.

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