Goldschmied-Werbung


Auch früher bekam man Werbung zugeschickt. Nicht anders erging es unserem bereits bekannten Hof-Juwelier und Goldschmied Adolf Tresselt. (ihr kennt ihn und seinen Sohn Arthur von hier) Er erhielt Anfang November 1903 diesen Brief aus Hanau:

 

Herr Zwernemann, seines Zeichens ebenfalls in der Schmuckherstellung tätig, befleißigte sich, die Ergebnisse seiner Kunst zum Kauf feilzubieten.

 

Die beiden beigelegten Musterblätter zeigen uns nicht nur schöne Beispiele der angebotenen Schmuckstücke, sondern lassen auch aus dem Logo mit dem Davidstern schließen, daß Herr Zwernemann Jude war. Und siehe, ein wenig im Internet gesucht und schon findet man interessante Informationen zu Herrn Zwernemann, der offenbar ein berühmter deutscher Schmuckhersteller war. Seht hier, hier (Villa Zwernemann), hier oder eine alte Sotheby’s Auktion hier. In der Deutschen Goldschmiede-Zeitung aus dem VII. Jahrgang 1904 habe ich gefunden, daß eine Stiftung „des Herrn Bijouteriefabrikanten Heinrich Zwernemann daselbst am 1. Juli 1903 errichtet“ wurde. Ebenso war er der einzige deutsche Schmuckfabrikant, der auf der Weltausstellung 1904 in St. Louis vertreten war.

 

Ach ja, das Anschreiben lag auch noch bei:

Kekse und mehr


Für mich waren leckere Kekse in der Kindheit untrennbar mit der Marke DeBeukelaer verbunden. Der Konkurrenz-Butterkeks des Bahlsen-Leibniz-Kekses hat mir so manchen Nachmittag versüßt.

Wie so viele traditionsreiche Unternehmen, wurde auch DeBeukelaer mal aufgekauft, dann wieder abgestossen und erneut übernommen. Ein Kapitel der Firmengeschichte schrieb das 1846 in Nantes gegründete französische Backwarenunternehmen Lefevre-Utile, abgekürzt LU. Lefevre-Utile stellte übrigens ganz was außergewöhnliches her – einen Butterkeks mit 52 Zähnen.

Unter den Produkten waren noch viele andere leckere Keksspezialitäten, die auf Wunsch des Firmengründers Jean-Romain Lefèvre und seiner Frau Pauline-Isabelle Utile in einer luxuriösen Verkaufsstelle und unter besonders strengen hygienischen Vorschriften hergestellt und vertrieben wurden.

Der luxuriöse Auftritt von LU nahm sein Ende, nachdem Danone das Unternehmen aufkaufte und später an Kraft Foods/Mendelez weitergab. Hier zählte Luxus nicht mehr viel, Gewinnmarge war entscheidend.

Am 17. Februar 1903 war die Welt noch in Ordnung, und Lefevre-Utile konnte unter eigenem Namen Butterkekse verkaufen. Davon soll euch das heutige Ausstellungsstück – eine Rechnung aus der Keksfabrik in Nantes – überzeugen.

Was hat Monsieur Jannot-Millet aus dem schönen Pouilly-sur-Loire bestellt?

Vanille-Waffeln, eine Italienische Mischung, kleine Butterkekse, Combinaisons (vermutlich eine Art Prinzenrolle), Salz-Kekse (Cracker?) und ein Gebäck namens Boudoir. Kekse mit einem Gewicht von 9,3kg.

Sehr einfach zu merken ist übrigens auch die Telefonnummer von Lefevre-Utile in Nantes: 2.

Liebig’s Fleisch-Extrakt Aktie


Heute ist es mal wieder an der Zeit, euch eine meiner Aktien vorzustellen. Daß ich ein Sammler von allem bin, was mit Liebig’s Fleisch-Extrakt zusammenhängt, wissen meine treuen Museumsbesucher ja bereits. Um alle bisher erschienen Artikel zum Thema zu lesen, klickt hier.

Heute soll es um eine ziemlich alte Aktie der Liebig’s Extract of Meat COmpany aus London gehen. LEMCO, wie sie in Großbritannien genannt wurde, war das, was man heute als Konzernmutter bezeichnen würde. Die Produkte von LEMCO oder Liebig habe ich in den vorherigen Artikeln schon ausführlich beschrieben. Daher direkt zur Aktie:

 

Was genau diese Aktie alles erlebt hat, kann man heute nicht mehr herausfinden. Auf jeden Fall war ein Brand dabei.

Herausgegeben am 17. September 1903 hat sie zwei Weltkriege erlebt, bei denen sie wahrscheinlich zur falschen Zeit am falschen Ort aufbewahrt wurde. Dabei hat sie eine Ecke eingebüßt und einen Brandfleck abbekommen. Auch die Kanten haben schon bessere Zeiten erlebt.

Allerdings habe ich eine Aktie mit schöner Ausgabenummer: 17999. Die Aktie selbst ist nicht sehr umfangreich. Gerade einmal ein Share im Wert von 5 Englischen Pfund. Das ist nicht viel, wurde aber während der Laufzeit mehr.

Ich hoffe, meine Museumsbesucher mit mehr Wissen um historische Wertpapiere können uns auch diesmal in den Kommentaren mit Detailinformationen versorgen. Wenn ich die Rückseite richtig deute, durchlebte meine Aktie in ihrem aktiven Dasein mehrere Splits, nämlich 1907, 1921 und 1925. Die Kapitalerhöhung kann von den blauen und grünen Stempeln auf der Rückseite abgelesen werden. Gab es bei Ausgabe 1903 100.000 Shares im Wert von £5, wuchs die Anzahl der Anteile auf, 120.000, dann 300.000 und schließlich 400.000.

 

Leider weiß ich nicht, was der letzte Stempel im Rechteck bedeutet. Ebenso ist mir der graue Stempel am oberen Rand unklar. Es könnte sein, daß es sich dabei um weitere zwei Kapitalerhöhungen in den Jahren 1942 und 1959 handelt. Da allerdings dort nur noch von £1 pro Share gesprochen wird, frage ich mich, ob es eine Kapitalverringerung im Aktiengeschäft gibt.

Ich bin auf meine Kommentare gespannt und bedanke mich schon jetzt für Informationen.

Damit endet der heutige Artikel auch schon. Bleibt mir gewogen und freut euch auf weitere spannende Details.

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