Serviettenringe


Werden in eurem Haushalt Serviettenringe benutzt? Ich fürchte, es ist heutzutage schon etwas besonderes, wenn überhaupt Stoffservietten verwendet werden.

Früher lagen bei meiner Oma selbst an Wochenenden, an denen kein Besuch zum Essen kam, Stoffservietten neben den Tellern. Und sie wurden hübsch eingerollt und in einen Serviettenring gesteckt.

Zwei von ihnen möchte ich euch heute zeigen. Der untere ist durch seine ungewöhnliche Form sehr interessant anzusehen. Der obere hingegen wurde mit einem umlaufenden Motiv verziert.

Und schließlich das Monogramm meines Urgroßvaters.01

 

Werbeanzeigen

Ein Jugendstil-Bierglas


Gefunden und für gut befunden – über dieses Bierglas, das vermutlich aus den 1910er oder 1920er Jahren stammt, gibt es nicht viel zu berichten. Es sieht einfach nur schön aus und schon mein Uropa hat daraus getrunken.

 

Nun steht es bei mir rum und wartet auf den Tag, an dem es runterfällt.

Margarine für deutsche Helden


Und noch ein Ausstellungsstück aus der Abteilung „Trustfrei„.

Bisher habe ich euch nur über trustfreien Tabak und Honig erzählt. Heute kommt noch die Margarine dazu. Die Fett-Industrie war und ist sehr wichtig. Wer die Butter oder Margarine herstellt, verfügt über nicht unerheblichen Einfluß. Im gegenwärtigen deutschen Land teilen sich diesen Markt eine Handvoll Unternehmen, die zumeist ihre Wurzeln und das Ziel des Kapitalflusses im Ausland haben. Unilever (Rama, Sanella, Becel, Lätta) als internationaler Konzern und Müller mit deutschen Wurzeln sind wohl am bekanntesten.

In den ersten Jahren nach 1900 tobte ein erbarmungsloser Kampf um Marktanteile. Ausländisches Kapital drohte die heimische Wirtschaft zu ruinieren und erwirtschaftete Gewinne ins Ausland abzuziehen. Die Anti-Trust-Bewegung versuchte, dieser Unterwanderung durch ausländische, meist britische und amerikanische Firmen und Banken zu begegnen.

Heute gibt es dazu einen Werbezettel der Leipziger Margarinefabrik Richard Held, in der appelliert wird, nur deutsche Margarine zu essen. In allen vier Ecken wird hingewiesen, daß die Heldenstern Sahnemargarine trustfrei produziert wird.

 

Und damit der Zettel nicht einfach weggeworfen wurde, ist auf der Rückseite ein hübsches kleines Ausmalbild aufgedruckt. Denn wer will schon ein Bild, das das eigene Kind ausgemalt hat, wegwerfen?

Sie haben Post – Cartas Postales, Tarjeta Postal


 

Heute gibt es nur einen kurzen Artikel zu zwei schönen alten Postkarten. Leider habe ich keine detaillierten Informationen. Daher kann ich nicht viel dazu berichten. Ich vermute, sie sind aus den 1910-er bis 1920-er Jahren.

Die obere Karte stammt aus Guatemala, die untere aus Costa Rica. Während in Costa Rica 3 Centavos Porto auf die Karte aufgedruckt sind, hüllt sich Guatemala in Schweigen bezüglich der Kosten. Wahrscheinlich gab es dort eine Postkarte für Inlandverkehr und eine für Grüße ins Ausland, wobei sich die Farbe unterschieden haben wird.

 

Mehr kann ich euch nicht berichten. Wenn sich ein Philatelist oder Ganzsachensammler unter euch befindet, zögert nicht, euer Wissen einzubringen.

Postkarten aus Österreich


Heute soll es mal wieder um Postkarten von Verkäufern an meinen Uropa gehen. Sie stammen aus den Jahren 1909 und 1910 und wurden in Linz, Brünn (Brno – bekannt durch die nebenan gegen Napoleon geführte Schlacht bei Austerlitz) und Troppau (Opava – Schlesien) – letztere beiden in Tschechien – abgesendet.

Die erste Karte ging an einen Mitarbeiter, Herrn Pole, der allerdings aus Deutschland stammte und trägt einen ganz fürchterlichen Fehler in der Anschrift. „Erfurt Sachsen“ trifft wahrscheinlich jeden Thüringer und speziell die Bewohner der Thüringischen Hauptstadt tief ins Mark.

Auf den oberen beiden Karten wurde übrigens noch das alte, französische Wort Droguerie verwendet.

Und worum ging es bei den Karten? Preise, Geschäfte, Werbung. Lest unten die Transkription.

Euer Wohlgeboren!

Ersuche höflichst uns zu benachrichtigen, ob Euer Wohlgeboren im Besitze der echten Hustenlohe zum Einatmen für Lungenleidende nebst Gebrauchsanweisung sind.

Hochachtungsvoll Barmherzige Schwetern v. hl. Carl Borromäus, Linz, Elisabethstr. 23, Ob. Österreich

—————————————

Troppau, am 28. Mai 1909.

Herrn Richard Jacobi G.m.b.H., Elberfeld

In höfl(icher) Beantwortung Ihrer freundl(ichen) Anfrage vom 24. d(es) M(onats) teilen wir Ihnen mit, daß sich an den Preisen für unsere Spezialitäten nichts geändert hat.

—————————————

Brünn 5. 9. 10

Euer Wohlgeboren!

Die Blockkalender gebe ich nur auf Heublumenseife, Insektenpulver Puck und Zahncremé Rübezahl, für welche Artickel sonst keine Reklame gemacht wird. Und da müssen Umsätze gemacht werden, wenn ich auf meine Rechnung kommen soll. Für die Haarmilch mache ich eine kostspielige Zeitungsreklame, da hier eine andere Reklame für den Artickel keinen Zweck hätte.

Hochachtungsvoll Joh. Grolich.

Den Krümeln keine Chance – ein Tisch-Besen


Gibt es so etwas heute eigentlich noch? Meine Oma hatte gleich zwei Garnituren dieses schönen Utensils. Später kam noch eine Schwungradvariante aus DDR-Produktion hinzu. Aber so richtig schön sieht nur unser heutiger Artikel des Tages aus.

Es handelt sich um eine Schaufel und eine Bürste aus Silber mit echten Borsten.

Krümelbesen

 

 

Früher gehörte so etwas zur Ausstattung und hing in der Nähe des Eßtisches oder in der Küche. Nach dem Essen wurden die Krümel auf die Schaufel gefegt und in den Mülleimer oder jahreszeitabhängig ins Vogelhäuschen gekippt. Keine Ahnung, wieso man so etwas heute nicht mehr macht. Weniger gekrümelt wird heute bestimmt nicht und so hungrig, daß wir alle Krümel aufessen sind wir auch nicht.

Was macht ihr mit euren Krümeln?

Zum Alter dieses Krümelbürsten-Sets kann ich nichts sagen, würde aber anhand der Form auf irgendwo im Jugendstil tippen, 1910 vielleicht.

 

 

Praktische Winke


Apotheken-Rundschau, Bäckerblume, Edeka-Einkaufsjournal oder kostenlose Wochenzeitungen, die uns eigentlich nur dazu verleiten wollen, unser Geld nicht woanders, sondern bei Ihnen auszugeben, sind keine Erfindung unserer Tage.

An einem Exemplar, das bereits vor 104 Jahren erschien, möchte ich euch heute kurz zeigen, wie solche Werbezeitschriften damals aussahen. Wir haben hier eine Ausgabe der Werbe-Zeitschrift der Deutschen Drogisten-Verbandes vom Oktober 1910, die noch nicht personalisiert war. Das könnt ihr am Feld in der Mitte, oberhalb der dicken Linie lesen: „Hier wird die Firma des bestellenden Verbandsmitgliedes eingedruckt“. Das Blatt wurde wahrscheinlich zu Ansichtszwecken verschickt und konnte dann in der entsprechenden Stückzahl und mit dem Aufdruck der eigenen Geschäftsadresse bestellt und an die Kunden verteilt werden. Links steht „Nr. 1“. Die „Praktischen Winke“ waren somit offenbar neu auf dem Markt.

 

Die Aufmachung unterscheidet sich von heutigen Druckwerken doch ganz enorm. Keine Bilder, ausschließlich Text, damit aber im gleichen Format wie die Tageszeitung von damals.

Mir gefällt der Untertitel „Belehrende Monatsschrift für Gesundheits= u. Schönheitspflege, Haus u. Küche, Tier= u. Blumenpflege, Landwirtschaft, Gewerbe u. Industrie“. Welcher Mann, welche Frau kann da widerstehen? „Schatz, gibst Du mir bitte den Industrieteil, ich bin mit dem Blumenpflege-Artikel durch.“

Gib deine E-Mail-Adresse ein, um diesem Blog zu folgen und per E-Mail Benachrichtigungen über neue Beiträge zu erhalten.

Schließe dich 100 Followern an

wen interessiert's?

  • 342.333 Klicks (bis jetzt)

Menü

Member of The Internet Defense League

aus dem Archiv

Blick in die Parallelwelt: Moppis Reise-Blog

Wanderung durch das Bjørndal und auf den Vogelfelsen

Heute, am 26.7. ging es zur (Geburtstags-)Feier des Tages auf eine Wanderung ins Gebiet außerhalb der befriedeten Zone. Ab hier darf man nur mit ortskundiger Person und Waffe unterwegs sein. Auf Spitzbergen gibt es 2500 Einwohner und 3500 Eisbären. Unsere beiden Führer Doreen, die ursprünglich aus Stralsund kommt und Rønar, ein Einheimischer, waren uns eine […]

Husky Tour – 25. Juli 2015

Heute stand eine Husky-Tour auf dem Plan. Zuerst einmal machen wir uns mit den Hunden bekannt. Hillfrid, die leider nicht mitlaufen durfte. Ike, neben dem man sich wie Rotkäppchen fühlt. Keino, mit 15 Jahren der älteste Hund im Hof, der aber noch immer ein guter Zughund ist, was ihm sein Dasein sichert, da es hier […]

Svalbard – Spitzbergen – Longyearbyen

Die ersten Fotos vom Urlaub oberhalb des Polarkreises. Die Temperaturen liegen kurz oberhalb des Gefrierpunktes. Manchmal nieselt es ein wenig, aber im Großen und Ganzen ist es sehr angenehm.

Pashupatinath – Verbrennung der Toten

Ungefähr eine Stunde braucht der Spaziergänger, um vom Stadtzentrum Kathmandus nach Pashupatinath zu gelangen. Hat man erstmal die richtige Straße gefunden, geht es irgendwie immer geradeaus. Vorbei an durchaus lustigen Schildern an einem Haus, von dem ich leider vergessen habe, wofür es dort steht,   einem hübschen, kleinen Wasserbecken. Manche Ecken sind nicht ganz so schön und […]

%d Bloggern gefällt das: