Milchlieferanten nehmen Margarine – die Dürre im Sommer 1959


Die Alten unter uns erinnern sich vielleicht noch – der Sommer 1959 hielt Mitteleuropa fest im Griff.

Das Bundesarchiv hält für uns eine UFA-Wochenschau vom 14. Juli 1959 bereit. Ab 0:00:05:05 wird über den heißen Sommer berichtet und wir sehen, wie sich die Westberliner über die Hitze retteten.

Ein großes Problem hatten damals im Westen wie im Osten Deutschlands die Bauern mit der anhaltenden Dürre und der Wasserknappheit. Dazu habe ich neulich einen Merkzettel gefunden, der seinerzeit den Bauern in der DDR in die Hand gegeben wurde. Wir alle wissen, dass zu Zeiten von Lebensmittelknappheiten immer die Bauern diejenigen waren, die am Ort der Produktion der benötigten Waren und damit an der Quelle saßen. Nach dem zweiten Weltkrieg wurden Hamsterfahrten ins Umland gemacht, um beim Bauern direkt Lebensmittel (zu unglaublichen Preisen) zu erwerben. Wikipedia weiß Details.

Um dem vorzubeugen, gab es den folgenden Aufruf:

Ob die Bauern diesem Aufruf nachkamen und ob ausreichend Milch gegen Margarine eingetauscht wurde, ist fraglich. Sicher wird sich niemand dieses lohnende Geschäft entgehen lassen haben. Es gab noch immer genug eintauschbare Wertgegenstände bei der Stadtbevölkerung, über die sich ein Bauer sehr gefreut haben dürfte.

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Bootsmann auf der Scholle


Hurra, ich habe es bekommen. Eines meiner Lieblingsbücher aus der Trompeterbuch-Reihe – Bootsmann auf der Scholle.   Und das Beste daran – meine liebe Kollegin Sylvia hat es mir geschenkt. Danke! So habe ich vor Rührung gekuckt. Worum geht es in diesem Buch? Die Hauptperson ist natürlich Bootsmann, der kleine, schwarze Hund des Schlepper-Kapitäns Putt Bräsing.     Die Kinder aus dem Dorf, Uwe, Jochen und Katrinchen holen Bootsmann zum spielen ab und wagen sich zu weit auf’s Eis.   Als Jochen und Bootsmann auf einer Eisscholle herumtoben, bricht sie ab. Jochen schafft den Sprung an Land, der Hund leider nicht. Die Kinder versuchen, die Scholle zurückzuziehen, aber die Strömung ist zu stark.   Jochen, der kleinere der beiden Jungen bekommt es mit der Angst zu tun und läuft weg.     Uwe schickt Katrinchen zurück zum Hafen um den Kapitän zu bitten, Bootsmann mit dem Schlepper zu retten. Leider trifft Katrinchen unterwegs Freunde und baut erst einen Schneemann. Als sie den Hafen erreicht, hat der Schlepper gerade abgelegt um einen Dampfer in den Hafen zu schleppen. Uwe findet ein Ruderboot und beschließt, Bootsmann selbst zu retten.     Leider reichen seine Kräfte nicht aus, die in der Strömung treibende Eisscholle zu erreichen und er signalisiert dem vorbeifahrenden sowjetischen Dampfer, daß er Hilfe benötigt. Der Kapitän sieht sowohl Uwe im Ruderboot als auch Bootsmann auf der Scholle und lässt eine Barkasse zu Wasser.     Die beiden Matrosen Mischa und Kolja retten zuerst Uwe und fahren dann mit dem Ruderboot im Schlepp zu Bootsmann. Beide wärmen sich auf dem Dampfer bei Suppe und Wurstbroten auf.     Schließlich erreicht der Schlepper den Dampfer um ihn in den Hafen zu bringen und Kapitän Putt Bräsing ist nicht wenig überrascht, seinen Hund als auch Uwe an Bord zu sehen.   Was ist die Moral von dieser Geschichte?

  • Spielt nicht auf dem Eis! (Jochen)
  • Trödelt nicht, wenn euch eine Aufgabe übertragen wurde! (Katrinchen)
  • Sei Dir Deiner Kräfte bewusst, bevor Du eine kraftzehrende Aufgabe in Angriff nimmst! (Uwe)
  • Seid froh, daß wir so hilfsbereite sowjetische Freunde haben, die uns mit Dampfern, Barkassen, Wurstbroten und Suppe im Kampf gegen die widrigen Kräfte zur Seite stehen! (wir alle)

Damit hat das Buch 1959 nicht umsonst das Preisausschreiben für Kinder- und Jugendliteratur des Ministeriums für Kultur gewonnen. Benno Pludra war ein beliebter Kinderbuchautor der DDR und ist leider im August 2014 im Alter von 88 Jahren gestorben. Wer mehr über ihn erfahren möchte und sich vielleicht noch an andere seiner Bücher erinnert – „Lütt Matten und die weiße Muschel“, „Die Reise nach Sundevit“ oder „Sundus und der hafergelbe Hund“ (ebenfalls ein Trompeterbuch), der kann hier über ihn nachlesen.

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