8-9-10 Klasse – Mach mit, mach’s nach, mach’s besser


 

Mit diesem Ausruf verbinden die Kinder des Ostens die Sonntag-Morgen-Unterhaltung im Fernsehen der DDR.

Pünktlich um 10 Uhr begann die Sendung „Mach mit, mach’s nach, mach’s besser“. Schul-Mannschaften traten in Staffel-Wettbewerben gegeneinander an. Die Siegerschule kam in die nächste Runde.

 

Auf diese Weise wurde alle zwei Jahre ein DDR-Meister ermittelt. Die Sportler der Gesamtsiegerschule wurden mit einem Wanderpokal des Nationalen Olympischen Komitees der DDR ausgezeichnet.

Der heute vorgestellte Zeichenblock hat als Titelbild den Jubel-Ausruf dieser Sendung. Während heutzutage großartige Dinge und Leistungen (oder was man dafür hält) als „megacool“ oder „hammer“ bezeichnet, waren sie zu Zeiten von Gerhard Adolph, genannt „Adi“ noch „schau“ oder „Klasse“. Konnte sich eine Mannschaft als Sieger behaupten, begann das Publikum von 1, 2, 3 immer lauter werdend zu zählen, bis schließlich mit 8-9-10-Klasse der Jubel keine Grenzen kannte. Der BRD-Bürger konnte ähnlich frenetische Begeisterung bei der Überreichung eines Bembels durch Heinz Schenk oder dem „Sie sind der Meinung, das war: Spitze!“ von Hans Rosenthal empfinden.

8-9-10 Klasse

 

Aber auf diesem Bild gibt es noch mehr zu entdecken. Der Zeichenblock wurde anläßlich des Nationalen Jugendfestivals 1979 in Berlin, Hauptstadt der DDR mit diesem Deckblatt herausgebracht. Um die Großartigkeit der Veranstaltung zu unterstreichen, wurde der – bei allen Kindern und Jugendlichen der DDR bekannte – Spruch wiederverwendet. Die unten erwähnte FDJ-Grundorganisation „Otto Buchwitz“ war wohl im südlichen Teil der Republik ansässig und wurde beispielsweise im Neuen Deutschland vom 12. September 1973 auf Seite 3 lobend erwähnt. (seht hier und sucht nach „Buchwitz“) Die ganz eingefleischten Kommunisten unter euch können hier lesen, wer Otto Buchwitz war (Seite 2).

Das war heute ein kleiner Exkurs in die DDR-Jugendunterhaltung. Einen schönen Nikolaustag wünsche ich euch mit dem Gruß der Freien Deutschen Jugend: „Freundschaft!“

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iXi’s Geburtstagszeitung


Heute hat die iXi Geburtstag. Sie hat zwar seit einiger Zeit beschlossen, nicht mehr „meine“ iXi sein zu wollen, aber ein Geburtstagsgeschenk hat sie heute trotzdem von mir bekommen. Ich hoffe, sie hat sich gefreut. Ich habe keine Ahnung, denn ich bin am anderen Ende der Erde im Urlaub.

Wer ihr gratulieren möchte, der schreibt einen kleinen Gruß in ihr Gästebuch. Darüber freut sie sich garantiert.

Und was hat sie von mir bekommen? Von mir gibt es immer irgendwas besonderes. Mal einen Tag als Musher mit Huskies, mal einen feinen kleinen Ausflug.

Dieses Jahr musste ich mir aufgrund von Partnerschaftsturbulenzen ein zweites Geschenk ausdenken, da das ersteMiami& Tour leider unpassend wurde und zurückgegeben werden musste. Deshalb gibt es zwei Zeitungen aus ihrer Meist-Heimatstadt, die am Tag ihrer Geburt, an dessen Tag die Zeitungen erschienen sind, noch geteilt war. Eine aus Ost-Berlin, eine aus West-Berlin.

21. Oktober 1979

Die ostberliner Berliner Zeitung

 

kommt in vergleichsweise geringem Umfang daher. Gerade einmal 16 Seiten stark ist die Samstags/Sonntags-Ausgabe gewesen. Ja, iXi ist ein Sonntagskind. In der DDR gab es aber keine speziellen Sonntags-Zeitungen – Samstag und Sonntag wurden in eine Zeitung gesteckt.

 

Und was gab es damals für Neuigkeiten in der DDR?

Wie immer wurde eigene Beweihräucherung betrieben. Planübererfüllung, links-mittig eine Erfolgsmeldung bei der Festnahme der Westberliner Agentin Marianne Pollacek und in der Mitte ein Bericht über amnestierte Bürger aus DDR-Gefängnissen. Die ausländischen Bürger, die bereits aus der DDR ausgereist sind, dürften freigekaufte politische Gefangene gewesen sein.

 

Auf der nächsten Seite ein toller Bericht über die leistungsfähigen Großrechner der DDR und die damit verbundene Resignation westlicher Firmen wie IBM. Zitat: „Seither stellen kapitalistische Computerkonzerne keine Rechner mehr auf der Leipziger Messe aus.“

Darunter ein Artikel über die erstmalige Einführung der Sommerzeit im Jahr 1980.

 

Weiter geht es mit Kultur-, Todes- und Kleinanzeigen (Rotfuchsschapka für 295 Mark!)

 

und schon kommt wieder Politik.

 

Das Fernsehprogramm für beide Programme und beide Tage passte auf einen winzigen Seiten-Abschnitt

 

Auf dieser Seite ist ein Bericht über den drei Jahre zuvor eröffneten Palast der Republik, den es inzwischen auch nicht mehr gibt. In der Mitte zwei wichtige Mitteilungen: das Wetter und zwei Veranstaltungen: „Eine Anleitung der Kreis- und Leitpropagandisten zum 3. Thema des Parteilehrjahres der Zirkelkategorien“ (bitte, was?)  „Grundlagen des Marxismus/Leninismus“ und am Tag darauf „Volkswirtschaft / sozialistische ökonomische Integration“ und „Geschichte der SED“. Na, wenigstens das Wetter versprach schön zu werden.

 

Auf den folgenden beiden Seiten zwei Berlin-Berichte, die interessant zu lesen ist.

 

Und dann kommt ein faszinierender Bericht über die furchtbaren Lebensbedingungen der Türken in Berlin-Kreuzberg. Wir haben es ja immer geahnt. Nun lesen wir es schwarz auf weiß.

 

Literatur und Leben

 

Wissenschaft und Technik

 

Der motorisierte Berliner – ein hilfreicher Tipp:

 

Und das war so ziemlich die komplette Zeitung für das Wochenende.

 

Ganz anders daher kommt die Sonntagsausgabe der Berliner Morgenpost von Axel Springer. 86 Seiten!

Ein kleiner feiner Bericht auf der Titelseite ist definitiv lesenswert: „Die Angst ist fort: Kleine Kambodschaner freunden sich mit Deutsch und Bratwurst an

 

Besonders interessant finde ich die Werbung  – seht euch mal an, was damals modern war und was die Sachen gekostet haben.

 

Verkehrsunfall-Bilanz

 

Aussenpolitik und Werbung

 

Geschirrspüler für DM 1098,- und Heizöl für 80 Pfennig pro Liter. (was kostet das eigentlich im Moment?)

 

Passend zur Ölkrise ein Bericht über das mangelnde Bewusstsein der Amerikaner darüber. Darunter eine Baumarkt-Werbung mit Energiespar-Zubehör.

 

ein Computer-Bericht und Ausbildungsplatz-Tipps:

 

Pelz-Werbung (!?!), eine Gastspieltournee von Paul Kuhn, der SFB-Bigband und Solist Reinhard Mey, Fernsehprogramm und ein wissenschaftlich untermauerter Bericht, wonach Comics durch ihre Bilderflut unsere Phantasie lähmen, mit ihren Wortfetzen und Sprechblasen unsere Entwicklung hemmen und durch die darstellung von Brutalität und Gewalt zur Verrohung führen. In der Mitte eine Sendungs-Kritik zu III nach neun mit dem Gast Konditormeister (!) Rüdiger Nehberg, Hobbyreisendem in Sachen Abenteuer.

 

Harald Juhnke, Schweine-Mettwurst und 3 Holländische Brathähnchen:

 

Der Lokalteil: ein Sex-Gangster wird mit Hilfe von Computern erfolglos gejagt (das Foto rechts gehört nicht zum Artikel), Abschaffung des Sonnabends für Schulkinder und eine schmucke Elementgruppe für DM 1396,- auch per Zeitkauf, dem neuen, sensationellen Kauf-System.

 

und auch die Morgenpost hat Veranstaltungstipps sowie schon wieder Quelle-Werbung

 

Hifi- und andere Werbung:

 

Roger Whittaker, Der neue Star Robert Palmer, Peter Alexander:

 

Deutschkurse für ältere Türkenkinder (man erkennt in diesem Beitrag gut, daß die Gastarbeiter noch immer streng als anders angesehen werden), Kaiser’s Werbung (im Rest Deutschlands als Tengelmann bekannt)

 

Leserbriefe und Werbung für C&A (Cord-Jacken) und Morgenpost-Eigenwerbung für Kinder-Preisausschreiben:

 

Interessante Seiten für Motorrad- und Auto-Freunde:

 

Sport:

 

Und hier noch ein bißchen Klugscheißer-Wissen, das mir bis heute unbekannt war: Exakt 65 Jahre vor iXi’s Geburtstag feierte die Glühbirne ihr erstes öffentliches Er-Scheinen. 

 

dazu weiter hinten dieser Bericht:

 

Wohnungsmarkt: sagt man Dreizimmrige Wohnung?

 

Ein Hoch auf die Atomkraft (in Einklang mit der andauernden Ölkrise):

 

Jobangebote:

 

Reise und Erholung

Flüge mit Pan Am

 

Nochmal C&A-Werbung

 

und mehr Reisen

 

Ein kurzer Artikel zu einem Reiseangebot mit der Concorde – DM 13760,- – nicht schlecht.

 

Und schließlich die letzte Seite:

 

Und damit war vor 12783 Tagen der Sonntag vorbei, der Leser hüben wie drüben umfassend informiert und die kleine iXi hat ihre ersten Schreie in die Welt gebrüllt. Was aus ihr geworden ist, könnt ihr auf www.planet-ixi.de verfolgen. Aber ich kann euch versichern: sie hat sich gemacht!

Alles Gute zum Geburtstag, Kleene!

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