Insektentod für unterwegs – Teil 2


Vor wenigen Tagen gab es das Insektizid, heute folgt die Spritze.

Bevor es die heute so nützlichen Spraydosen gab, wurden Flüssigkeiten noch mittels Handarbeit zerstäubt. Nahezu jede dünnflüssige Flüssigkeit konnte in feinen Nebel verwandelt werden. Dazu wurde nicht mehr benötigt, als ein Behälter, in dem sich das Sprühgut befand und eine Vorrichtung, um es anzusaugen und durch ein sehr kleines Loch herauszublasen.

 

Insektenspritzen wie diese waren für das Grobe zuständig. Kleinere Ausgaben kennt ihr vielleicht von Parfümzerstäubern die entweder durch einen Gummiball oder durch ein Pusteröhrchen bedient wurden. Heute gibt es vermehrt wieder Pumpzerstäuber, die einer Sprayflasche ähneln, allerdings mittels Fingerkraft gepumpt werden.

Wie funktionierte unser Zerstäuber?

 

Links unten wurde der Glasbehälter mit Diabol-Insektizid angeschraubt. Darin befestigte man den mitgelieferten Gummischlauch. Wurde die Handpumpe nun bedient, blies vorn ein starker Luftstrom aus dem Kolben und saugte durch den entstehenden Unterdruck das Diabol durch das kleine Röhrchen und zerstäubte es.

Diese Variante sollte eine Universalspritze sein, an die Behälter unterschiedlicher Marken geschraubt werden konnten. Leider waren die Gewinde und Öffnungsgrößen letztendlich dann doch verschieden, so dass man einen Diabolbehälter aufhob und anderes Zeug (z.B. FLIT) nachfüllte.

Meine Spritze stammt übrigens aus Schweden und ist gar nicht so alt. Ich vermute, sie stammt aus den 1980er Jahren, da der Kolben aus Blech und der Griff aus Holz ist.

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NBI – Neue Berliner Illustrierte


Die NBI war eine wöchentlich erscheinende DDR-Zeitschrift. Entgegen vieler anderer Druckerzeugnisse hatte ich den Eindruck, daß sie am Kiosk stets in ausreichender Zahl erhältlich war. Vielleicht irre ich mich und jemand von euch kann uns in einem Kommentar seine Erfahrungen mitteilen.

Ich habe euch heute ein Exemplar von Ende 1980 herausgesucht

 

 

Im weiteren Verlauf zeige ich euch einige ausgewählte Seiten, die eine Übersicht über den Inhalt zeigen sollen.

Es fängt ja gut an:

 

Turbinenbau für das Heizkraftwerk Berlin-Rummelsburg (dessen Schornsteine ich von meinem Balkon durch die Bäume hindurch noch heute sehen kann)

 

 

Kurz notiert / Auf ein Wort – Planerfüllung und Planübererfüllung

 

 

Wilhelm Pieck – vom Tischler zum Staatspräsidenten

 

Ein Artikel über den Hochspringer Rolf Beilschmidt

hü-hüpp

 

Das neue Erfurt

so sah früher DDR-Feuerwerk aus.

 

Ein erschütternder Bericht über das wahre Leben in der BRD, Berlin (West) und dem NSW:

 

Die Kinderseite – Rätsel und ein Comic. Ich habe früher diese Zahlen-Punkt-Verbinde-Bildchen (unten rechts) geliebt.

 

 

Ein Ost-Western mit Dean Reed – unserem Ami: „Sing, Cowboy, sing

 

 

Zurechtgebastelte Geschichte zu Anarchismus und Terrorismus:

 

inklusive Überweisungsträger zum Ausschneiden

 

 

Rätsel für die Erwachsenen:

 

Und noch etwas zum Ausschneiden – ein Kalender für 1981

 

Das Fernsehprogramm der Woche (ja, liebe Kinder, damals hat das noch alles auf eine Seite gepasst)

 

Und zum Schluß gibt es eine Dampfmaschine

 

Das war’s. Den alten DDR-Bürgern konnte ich vielleicht ein kleines „ach ja!“ entlocken. Für die West-Zeitschriftenleser gab es heute einen interessanten Exkurs, wie eine Zeitschrift ganz ohne Königshäuser und Werbung aussehen kann. Würde man heutzutage die Werbung aus unseren Zeitschriften entfernen, wäre der Rest sicher auch nur noch 48 Seiten dick, wie seinerzeit die NBI.

Taschenkalender


Kennt die noch jemand? Gibt es so etwas heute eigentlich noch?

 

Früher hatte jeder mindestens einen davon in Portemonnaie, Personalausweishülle oder am Arbeitsplatz zu stecken. Als Lesezeichen eigneten sie sich hervorragend. Für Frauen waren sie als Menstruationskalender praktisch und gleichzeitig überaus peinlich, wenn sie auf den Boden fielen und die Mitmenschen das Strichmuster wissend in Augenschein nahmen und die peinlich berührte Besitzerin  mit Augenkontakt festnagelten.

Und was wurde nicht alles mit dem 8 Zentimeter langen Lineal vermessen und unterstrichen?

Die Rückseiten waren eine praktische Werbefläche, wenn auch oft für Dinge, die dem Verbraucher fern lagen.

 

Zumindest der Kalender unten in der Mitte scheint, wie ich dem aufgedruckten Preis von 5 Pfennigen entnehme, verkauft worden zu sein.

DDR-Domino – gelb


Es gab im Staate der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands natürlich auch ein Einheits-Domino. Wie auf so vielen anderen Gebieten, hat auch im Spielwarensektor die DDR-Planwirtschaft effektiv geplant und ein Domino-Spiel entwickelt, das vielseitigen Interessen angepasst werden konnte.

Das Ergebnis?

Domino Spiel

 

Ich besitze derzeit die Berufe-Variante.  Wie man deutlich sehen kann, kleben auf den gelben Plaste-Spielsteinen unterschiedliche Doppelbildchen, so daß der Phantasie der Kombinats-Designer keine Grenzen gesetzt waren. Als Kind hatte ich übrigens genau dieses, das noch durch einen etwas hübscheren Karton hervorstach.

Die späteren Kartons wurden – wie oben sichtbar – lieblos dahergestaltet. Ein Aufkleber informierte über die enthaltene Bilderserie.

Aber einen ganz tollen Vorteil hatten diese recht großen Dominosteine gegenüber der klassischen, kleinen schwarzen. Man konnte damit prima bauen und sie standen sehr stabil, wenn eine Umkippdomino-Reihe gebaut wurde.

Forum-Schecks


Wahrscheinlich nur den ehemaligen DDR-Bürgern bekannt, tauchte in den späten Siebzigerjahren der Forum-Scheck auf – eine Zahlungsmittel-Alternative zur D-Mark (West-Mark).

DDR-Bürger, die im Besitz von D-Mark waren, konnten zwar in den Intershops (den Läden in der DDR, in denen man Waren aus dem Westen für D-Mark kaufen konnte) mit D-Mark bezahlen, Wechselgeld gab es aber, sofern man keinen Reisepaß vorzeigen konnte, der einen als Bürger der BRD auswies, nur in Form von Forumschecks. Offiziell war der Besitz von D-Mark verboten, allerdings wurde er nie kontrolliert.

Man hatte auch die Möglichkeit, seine D-Mark im Voraus in Forum-Schecks einzutauschen.

Nachteil: Forum-Schecks konnten nicht wieder in D-Mark zurückgetauscht werden. (vergleichbar auch heute noch mit dem kubanischen „Peso convertible“)

Forum Schecks

Wer sich nun fragt, wie Wechselgeld bis 50 Pfennig zurückgegeben wurde, bekommt hier die Antwort:

Milka Naps, (c) codecheck.info

10 Pfennig = 1 Milka Nap

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