The Day after – Der erste Tag nach dem Zweiten Weltkrieg


Am 8. Mai 1945 endete der Zweite Weltkrieg für Deutschland und Europa. Die Nachkriegszeit war für alle schwer. Zerstörte Städte mussten auf-, Industriebetriebe als Reparation abgebaut werden. Viele Männer kamen aus dem Krieg nicht, verkrüppelt oder erst sehr spät zurück. Und nicht zuletzt musste der Staat wieder zum Laufen gebracht werden.

Meine Heimat, Thüringen, gehörte von April bis Juli 1945 zur amerikanischen Besatzungszone. Das wissen nicht viele, so war es aber. Wer sich für mehr Hintergrundinformationen interessiert, der kann bei der Landeszentrale für politische Bildung Thüringen hier nachlesen. (die hatten bei mir schon mal angefragt, ob sie Dokumente aus meinem Museum in einer Veröffentlichung abbilden dürfen)

Unser heutiges Museumsexponat stammt vom 9. Mai 1945, also vom ersten Tag, an dem in Europa wieder Frieden herrschte. Die amerikanische Militärregierung in Deutschland (Military Government of Germany) begann mit der Registrierung aller Einwohner, notierte Adresse und Beruf und rundete alles mit einem Fingerabdruck des rechten Zeigefingers ab.

 

 

Ein interessantes Detail: Da diese Registrierungskarten häufigen Gebrauch möglichst unbeschadet überdauern sollten, gewebehaltiges Dokumentenpapier aber rar war, kam man auf die Idee, die Rückseite der Landkarten der US-Army zu bedrucken. Man war durch Frankreich und Süddeutschland einmarschiert. Die Rückreise würde geordneter verlaufen. Also brauchte man diese Militärkarten nicht mehr.

Blättert man die Registrierungskarte um, sieht man nicht nur die angeheftete zweite Seite mit Informationen zur Wehrmachtszugehörigkeit, Mitgliedschaft in NSDAP oder anderen nationalsozialistischen Organisationen (Tante Elli war 1939 in der DAF, der Deutschen Arbeits-Front), sondern kann links die Rückseite der besagten Landkarte sehen.

 

Das habe ich euch nochmal hier fotografiert.

Wer das Stück Frankreich nachschlagen möchte, schaut hier.

 

Historisch betrachtet endete der Zweite Weltkrieg übrigens nicht am 8. Mai, sondern am 2. September 1945 mit der Kapitulation Japans. Details hatte ich euch hier schon einmal geschildert.

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Alliiertes Militärgeld – 1944


Als sich ein Ende des Zweiten Weltkrieges abzuzeichnen begann, liefen die Vorbereitungen für ein Leben in Deutschland unter alliierter Besatzung an. Die Siegermächte planten ja nicht nur, ihre Reparationsforderungen mit der vorgefundenen Industrie und den vorhandenen Bodenschätzen zu begleichen. Vielmehr musste langfristig gedacht werden. Dazu gehörte eine Fortführung der Wirtschaft, nicht zuletzt um die deutsche Bevölkerung weitere Dinge produzieren lassen zu können, die als Reparationen abgeführt werden würden. Wusstet ihr, daß die Alliierten Pläne hatten, in denen strategisch wichtige Orte markiert waren, um sie vor Bombardement zu schützen und nach dem gewonnenen Krieg zu nutzen? Ein Beispiel dafür war der Flughafen Berlin-Tempelhof.

Ein wichtiger Faktor für die Aufrechterhaltung bzw. Wiedererstarkung des Handels war das Geld. Von den vorrückenden alliierten Truppen wurde Papiergeld ab einer Nominale von 50 Pfennigen (1/2 Mark), 1, 5, 10, 20, 50, 100 und 1000 Mark herausgegeben und fand sofort nach Besetzung der Gebiete Verwendung. Zuerst nur für die Soldaten, wurde das Geld kurze Zeit später auch für die Benutzung durch die Zivilbevölkerung zugelassen. Die Auflage betrug jeweils zwischen 80 und 150 Millionen Scheinen. Lediglich der 1000 Mark Schein wurde nur 10,83 Millionen mal herausgegeben.

Wer noch mehr Hintergrundinformationen haben möchte, der klickt bei Moneypedia oder bei Münzen Ritter.

Alliierte unter sich – The American Soldier in France – Konversationsbuch – 1918


Daß Deutschland seinen ersten Weltkrieg verloren hatte, war nicht zuletzt das Ergebnis der Beteiligung amerikanischer Truppen an Kämpfen auf französischem Boden, wie z.B. der Schlacht an der Marne.

Da Amerikaner traditionell zu den mono-lingualen Völkern gehören, also nur in sehr geringem Maße eine Fremdsprache beherrschen, kam ein gewisser Monsieur Poncelet-Poussin, seines Zeichens ein Absolvent der Université de Paris, auf die blendende Idee, den Amerikanern der Streitkräfte in seinem Land ein kleines Büchlein in die Hand zu geben. Gesagt, getan. 1918 erschien die Broschüre „The American Soldier in France – What he should know“.

 

Zum Preis von 35 Cents, was damals offenbar 1 Franc und 75 Centimes entsprach, konnte sich der konversationsfreudige Sam in die Herzen der französischen Bevölkerung und dort vorzugsweise der Mademoiselles hineinplaudern.

 

 

Und das hat mein Vorbesitzer dieses Buches offenbar mit Erfolg praktiziert.

Obwohl, wahrscheinlich hat er die süße Margot (die inzwischen wahrscheinlich die 120 überschritten haben dürfte) zuerst in seiner Muttersprache gefreit, bevor sie ihm, dem geliebten H…… .. …………. in unendlicher Liebe (x∞) dieses Buch schenkte.

Aber dann ging es richtig zur Sache.

 

H……, der sich wie jeder amerikanische Soldat, mit „Sam“ identifizierte, ackerte von nun an Kapitel für Kapitel des Präsents der Angebeteten durch. Von „Sam’s Ankunft in Frankreich“, „Sam fragt nach dem Weg“ und „Sam im Restaurant“ über „Sam auf der Post“, „Sam im Tabakladen“ sowie „Sam weiß, wie man zählt“ bis er schließlich nach „Sam auf dem Boulevard“ und „Sam wird der Familie Jaques Bonhomme’s vorgestellt“ bei seinen Gastgebern auswendig die Marseillaise singen konnte.

Falls auch ihr euch ein wenig mit der langue de l’amour (heißt sie so?) befassen wollt, fangt am besten mit diesen einfachen Übungen an:

 

Na, war doch gar nicht so schwer. Dann gleich weiter mit den Lektionen „Sam im Tabakladen“ und „Sam auf dem Bahnhof“

 

Im hinteren Teil des Lehrwerkes findet der geneigte Schüler noch nützliche Informationen zum Umgang mit der Soldatenschaft des Gastgeberlandes. Hier zum Beispiel die Dienstgrade und Namen der Französischen Armee. Mir gefallen am besten die Abteilungen der Infantrie: Afrikanische Jäger, Fahrrad-Jäger und Algerische Scharfschützen (Algerian Tirailleurs). Letztere erkennt man an den khakifarbenen Schulterstücken mit hellblauen Streifen und ebenfalls hellblauen Käppis. Also Vorsicht, wenn ihr diese Farbkombination hinter einem Gebüsch seht!

 

Und nun, Madames et Messieurs, flink eine zweite, dritte oder weitere Fremdsprache gelernt! Dann steht euch das Tor zur Welt und – bei der richtigen Sprachwahl – zum Herzen aller Frauen oder Männer offen. Meine erste Fremdsprache war seinerzeit Russisch. Damit könnte ich wahrscheinlich allerhöchstens das Herz einer sibirischen Kugelstoßerin erobern. Gut, daß ich wenigstens noch Englisch hinzugefügt habe. Das erweitert den Kreis dann zumindest noch einige weniger unattraktive Frauen.

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