Liebig Fleisch-Extract Blechdosen


Heute ein kurzer Artikel zu einigen meiner raumfüllendsten Exponate. Blechdosen von Liebig’s Fleischextrakt aus den 1950er/1960er Jahren.

Sie stammen alle aus Belgien und enthielten ursprünglich Brühwürfel.

Die großen Dosen enthielten 400 Stück

 

 

 

die kleinen Dosen kamen mit 100 Brühwürfeln

 

 

Alle Dosen sind leer. Einige der kleinen Dosen wohnen in den großen.

 

Leider habe ich es noch nicht geschafft, eine der deutschen Dosen aus den 1880er Jahren zu bekommen. Das ist eine andere Preisklasse. Auktionen dafür enden selten unter 4-stelligen Beträgen. Ein befreundeter Sammler besitzt zwei sehr schöne Exemplare, die man ab und zu in deutschen Kino- und Fernsehfilmen als Requisite wiedersieht.

      

 

 

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BaKü Kinderkost – eine Dose für Kindernahrung


BaKü – In den Jahren nach 1900 bis ungefähr in die 1960er Jahre war es chic, seine Firmennamen aus den ersten Buchstaben oder Wortteilen des Standortes, Eigentümer-Namens oder Produktes zusammenzusetzen. Mir fallen dazu spontan Hertie (Hermann Tietz), hama (Hanke Martin) und Persil (Perborat & Silikat) ein.

Bei BaKü handelte es sich um die Firma Bauer aus nzelsau, die sich auf die Herstellung von Kindernahrung und Babybreien spezialisiert hatte.

Bedauerlicherweise findet man recht wenig im Internet, nicht einmal das Deutsche Historische Museum hat was. Die Firma scheint sich 1954 vom Markt verabschiedet zu haben. Ob sie aufgekauft wurde oder pleite gegangen ist, konnte ich nicht herausfinden. Ich vermute, die Dose stammt ungefähr aus der Zeit zwischen 1920 und 1940.

Sie sieht auf beiden Seiten gleich aus

hat nur unterschiedliche Schrammen.

Aber sie ist groß, sieht sehr dekorativ aus und hat innen eine Menge Platz für andere Dinge.

Was? Seht selbst:

Frufoos !!!  Dazu übermorgen mehr.

Deutsche, eßt nur deutschen Honig!


Zugegeben, am Anfang hatte ich diesen Honigeimer als Propaganda-Produkt der braunen Zeit anführen wollen. Bei genauerem recherchieren bin ich allerdings zu dem Ergebnis gekommen, daß es das Problem „ausländischer Billighonige“ schon seit geraumer Zeit gibt.

Zu Beginn des vorigen Jahrhunderts kam der preiswerte Honig aus Ländern wie Ungarn, Russland oder auch aus Südeuropa. Das war seinerzeit lediglich ein Verlust für die deutsche Imker-Wirtschaft. Zu moderneren Zeiten, also in den vergangenen 20 Jahren, kamen mehr und mehr südamerikanische, osteuropäische und asiatische Honigproduzenten ins Spiel.Honigeimer

Man mag geneigt sein zu sagen: „Sollen doch auch Honige aus anderen Ländern auf den deutschen Markt kommen. Das steigert die Vielfalt!“ Bedauerlicherweise gehen die Produzenten in den zuletzt genannten Ländern häufig nicht in vertretbarer Weise mit den Bienen um. Dort werden die Tiere, anstatt sie mit Rauch zu beruhigen und von der Wabe abzuschütteln um dann einen Teil des Honigs zu entnehmen und den Rest für die Ernährung des Bienenvolkes zurückzulassen, die Bienen mittels Flammenwerfern abgebrannt und dann der gesamte Honig entnommen. Das ist nicht sehr umsichtig und in Zeiten des Bienensterbens auch unverantwortlich.Honigeimer

Daher habe ich beschlossen, mich dem Aufruf meines Honigeimers anzuschließen und euch zu ermutigen, beim nächsten Honigkauf auf die Rückseite des Glases zu schauen. Steht dort „Honig aus EG- und Nicht-EG-Ländern“, könnt ihr euch sicher sein, daß ihr eine zusammengerührte Pampe aus allen möglichen Honigsorten und Qualitäten bekommt, vielleicht sogar noch mit Zucker gestreckt. Der Anteil an chinesischem Honig kann dabei durchaus 95% betragen.

Kauft ihr stattdessen „Echten deutschen Bienenhonig“, könnt ihr sicher sein, daß drin ist, was draufsteht. Zusätzlich könnt ihr meist noch zwischen verschiedenen Sorten wählen. Konsumenten der Langnese Flotten Biene im Spender wären erstaunt, wie Honig tatsächlich schmecken kann. Und mal ganz ehrlich: Wenn ich für ein Pfund Honig anstatt 3 Euro dann 7 Euro zahle, sind das bei der langen Zeit, die man braucht um ein Glas Honig auf Frühstücksbrötchen aufzuteilen sicher nur geringe Mehrkosten.

Also, los Leute! Schaut mal, wie oft man in kleinen Läden Honig angeboten bekommt! Und dann probiert Waldhonig, Linde, Sommerhonig, Raps- und Kleehonig, Akazie, Kastanie, Thymian, Tanne, Löwenzahn oder Heide. Ihr werdet staunen. Einzige akzeptable Ausnahmen sind lokale, aber reine Honige wie z.B. aus der Toskana.

Leider besitzt das Deutsche Historische Museum keinen solchen Eimer, so daß mir eine Datierung nicht gelungen ist. Ich vermute, er stammt aus den 1920/1930er Jahren. Allerdings kann er sogar schon aus den Jahren der Trustfrei-Bewegung der 1910er Jahre stammen.

Tod den Motten – Globol


 

 

Eine Blechdose aus den 1930er Jahren soll uns heute über die Notwendigkeit informieren, unsere Kleidung vor dem Angriff der fiesen Kleidermotte zu schützen.

Diese kleinen Flattermänner lieben es, in unseren Kleiderschränken zu sitzen, an den Klamotten zu nagen und nebenbei auch noch Eier zu legen um auch ihre Kinder in den Genuss südostasiatischer Handwerkskunst kommen zu lassen.

Das hatte aber ein Ende, wenn man das ideale Mottenmittel, das mild duftende Globol im Einsatz hatte.

Blechdose Globol

 

Diese Blechdose ist ca. 30 x 20 cm groß, 12 bis 15 cm hoch und ein idealer Aufbewahrungsort für andere Dinge, die ihr hier im Blog findet.

Globol gibt es heute noch immer. Zusätzlich zu den Motten wird inzwischen auch Jagd auf Fliegen und zahllose andere störende Insekten gemacht.

Wer hat die Milchschokolade erfunden? Nicht die Schweizer!


Eine sehr große Blechdose aus der Zeit irgendwann vor 1920 (laut Objektdatenbank des DHM) steht in unserem Wohnzimmer herum (und beherbergt, nebenbei bemerkt einen Anker Mechanik-Baukasten). Sie enthielt früher Schokolade der Firma Jordan und Timaeus aus Dresden. Mir ist die Firma ansonsten unbekannt; das kann daran liegen, daß sie bereits 1930 den Betrieb eingestellt hat.

Jordan u. Timaeus schien in Dresden eine recht angesagte Größe zu haben und weltweit einen hervorragenden Ruf zu genießen. Die Firma befand sich zwischen der Jordanstraße und der Timaeusstraße in Dresden-Antonstadt. Neben den auf dem Dosendeckel angepriesenen Schokoladen und Zuckerwaren wurden hier desweiteren Zichorienprodukte (Kaffee-Ersatz, siehe dazu auch diesen Artikel) und Nudeln produziert.

Jordan u. Timaeus Schokolade Dose

Nachdem den Herren im Jahr 1845 ihre Firma abgebrannt war, haben sie mit erweiterter Fläche und größerem Sortiment noch einmal angefangen. Neben Trinkschokolade und Kakaomasse in Tafeln (wahrscheinlich mit heutiger Blockschokolade vergleichbar) wurden nun auch feine Schokoladen in Tafelform hergestellt. Damit haben sie es immerhin zum k.u.k. Hoflieferanten und auch zum königlich-sächsischen Hoflieferanten geschafft.Jordan u. Timaeus Schokolade Dose

Und abschließend noch die Titelfrage zu beantworten, obwohl ihr es sicherlich schon geahnt habt, ein Absatz aus dem entsprechenden Wikipedia-ArtikelSeit Ende 2011 gilt es, nach einer Studie des Dresdner Wissenschaftler-Vereins WIMAD und der TU Dresden, als erwiesen, dass die erste Milchschokolade aus Dresden kommt. Bislang galten die Schweizer als Erfinder der Milchschokolade (im Jahre 1875), allerdings hat die „Dresdner Schokoladenfabrik Jordan & Timaeus“ bereits 30 Jahre zuvor eine eigene Milchschokolade aus Eselsmilch beworben. 

Wer den ganzen Artikel lesen möchte, klickt bitte hier.

Moggi, Miggi, Muggi – Maggi


Der ungekrönte König der Brühwürfel ist wohl der Maggi-Brühwürfel. Die 1869 beginnende Geschichte der Firma Julius Maggi erlebte viele Höhepunkte von denen die Maggi-Würze im braunen Fläschchen wohl das größte Highlight darstellt. Heute ist es oben etwas runder als früher, aber die Form ist in etwa gleich geblieben. Diese Sammelkarten von ca. 1887 illustrieren das ganz gut. Links eine Art Brühwürfel – damals noch in runder Tablettenform, rechts das Fläschchen.

Maggi5

Eine Umfüll-Flasche von 1925, aus der die Flüssig-Würze vom Händler in mitgebrachte Gefäße geschüttet wurde, sieht man hier. Flaschen-Größe Nr.6, ca. 30 cm hoch, Inhalt: ca. 1 Liter. Die meisten Flaschen waren braun, diese ist grün. Leider habe ich sie ohne Etikett und auch der originale Hohlkorken und Glas-Stopfen sind weg. Dafür hat sie keine Schäden. Maggiflasche

Zurück zum Brühwürfel: Bevor es die heute üblichen Portions-Packungen mit 10 Brühwürfeln gab, wurden die Würfel in Drogerien oder Kolonialwaren-Läden aus der Dose verkauft. Die standen gut und werbewirksam platziert im Laden. Hier eine Dose, deren Alter ich nicht genau bestimmen kann. Wenn ich dem Deutschen Historischen Museum glauben darf, ist sie wahrscheinlich von ca. 1950. Blechdose Maggi Bouillonwürfel

Ich bin mir jedoch nicht sicher, ob um 1950 mit „mehr als 150 erste Auszeichnungen, darunter 12 deutsche Staatspreise“ geworben wurde. Es gab eine frühere Ausgabe der Dose zwischen 1930 und 1939. Das würde textlich besser passen. Blechdose Maggi Bouillonwürfel

Um noch die gut eingerichtete Drogerie zu zeigen. So sah unsere um das Jahr 1890 aus. Wer Lust dazu hat, kann ja suchen, ob er eine Maggi-Dose oder -Flasche findet. Mehr dazu in einem späteren Artikel: Drogerie1

Da Maggi, wie jede andere Firma auch, ein besonderes Interesse hatte, sich vor Nachahmungen und Fälschungen zu schützen, haben sie sämtliche neuen Produkte und Verpackungen schützen lassen. Hier ein Paar Auszüge aus den Patentbüchern. (ich habe die von 1935, 1940 und 1944)

Verpackungs-Muster vom 5. August 1935Trademark-Verzeichnis 1935 Maggi

 

Namenszug und Brühwürfel-Verpackung vom 18. Oktober 1940 – geschützt für 20 JahreTrademark-Verzeichnis 1940 Maggi

 

Geschützte Namen für ein geplantes Produkt „Magika“ – vom 23. Mai 1944 sowie weitere Verpackungsmuster mit einem Beispiel anhand der Maggi Erbs-Suppe.Trademark-Verzeichnis 1944 Maggi

Und schließlich der Namensgeber dieses Artikels. Um sich vor ähnlich klingenden Artikeln zu schützen, hat man sich die Namen am 9. August 1940 vorsorglich selbst gesichert. Moggi, Miggi und Muggi wird es also ohne Zustimmung von Maggi, die seit 1947 zum Nestlé-Konzern gehört, nicht geben. Die Flaschenform wurde bei der Gelegenheit auch nochmals für weitere 20 Jahre geschützt.Trademark-Verzeichnis 1940 Maggi

 

Maggi verstand sich schon in den 1880er Jahren auf das Werben. Hier noch weitere meiner Sammelkarten.

oben: Maggi-Suppe beim Militär

unten: das kann nur der Frauentag sein: 3 Männer servieren einer Dame Maggi-Suppe

Maggi1

eine ältere Serie von 1879Maggi4

Maggi3

Eine Tablette kostete 15 Centimes und reichte für 2 bis 3 PortionenMaggi2

Flaschenpreise beliefen sich auf 0,90 bis 8,50 FrancMaggi6

 

Wurstgewürz in der Dose


Heute gibt es nur eine alte Blechdose.

Sie stammt von der Firma Karl Müller & Co aus Stuttgart-Feuerbach zu der ich überhaupt nichts herausfinden konnte.Blechdose Westfalia Wurstgewürz

 

 

Konzentrieren wir uns deshalb auf den ehemaligen Inhalt:

  • Westfalia Wurst-Gewürz für Zervelat verleiht hochfeinen, pikanten Geschmack, schöne, haltbare Anschnittfarbe, Schnittfestigkeit in kürzester Zeit.
  • Westfalia entspricht den nahrungsmittelgesetzlichen Bestimmungen, ist garantiert frei von Eiweiß oder eiweißhaltigen Bindemitteln.
  • Westfalia ermöglicht rasche, einfache Arbeit, spart Zeit und Geld und ist unentbehrlich in jedem modernen Betrieb.
  • Mehr als 275000 Zentner Dauerwurst wurden bisher mit Westfalia gewürzt.
  • Westfalia bietet die Sicherheit stets gleichmäßig schmeckender, prima Farbe haltender Wurst und ermöglicht beachtenswerte Einsparungen an Gewichtsverlust, da es der modernen, raschen Fabrikationsmethode entspricht.
  • Glänzende Gutachten bezeugen die unübertroffene Güte dieses hervorragenden, im In- und Ausland äußerst beliebten Präparates.

Blechdose Westfalia Wurstgewürz

 

Gebrauchsanweisung:

  • Auf ½ Kilo Wurstmasse nimmt man 4-5 Gramm dieses Westfalia-Gewürz-Präparates und ca. 15-17 Gramm Salz. Weitere Zusätze an Gewürzen oder Salpeter sind nicht nötig.
  • Man hüte sich vor minderwertigen Nachahmungen und achte genau auf unsere renommierte Firma und das Bildzeichen: „Feinschmecker“
  • Alleinige Hersteller: Karl Müller & Co., Stuttgart-Feuerbach, Wurstgewürz- und Pökelsalz-Fabrik, Lukullus-Präparate, Weiße Salami-Überzugsmasse, Knoblauchpulver, Rohrzucker

Blechdose Westfalia Wurstgewürz

 

Zusammengefasst haben wir hier also eine Blechdose in der – schätze ich – in den 1930er Jahren eine Gewürzmischung für Zervelatwurst enthalten war. In dieser Menge (4 kg) benötigten es wahrscheinlich nur Fleischer.

Die Schutzmarke „Feinschmecker“ sieht für mich nicht sonderlich einladend aus. Vielleicht ist das auch der Grund, daß es die Firma heute nicht mehr gibt. Während die Wurstqualität heutzutage sicher dank chemischer Zusätze nur scheinbar verbessert wird, dafür aber durch glückliche Leute auf sonnenbeschienenen Wiesen unter bunten Windmühlen beworben wird, wurde damals nur „Salpeter“ verwendet und auch so bezeichnet. Natriumnitrat und Kaliumnitrit klingt viel vornehmer.

Stichwort Salpeter – Wikipedia weiß: Tischtennisbälle werden aus Celluloid hergestellt – einem Salpetersäureester. Wurst, Tischtennis und Kino wären also ohne Salpeter nicht denkbar. Beeindruckend, oder?

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