Bayerische Posttaxe – 3 Kreuzer


Die Bayerische Posttaxe ist nicht etwa ein Auto, mit dem auch Post befördert wurde. Nein, eine Taxe ist eine Gebühr (nach der auch das gebührenpflichtige Mietauto benannt ist). Ich hatte früher schon einmal über die Sporteltaxe berichtet.

Zum 1. Oktober 1862 hat Seine Majestät, der König von Bayern angeordnet, daß „bei der unfrankirten Local-Correspondenz die bisherige handschriftliche Aufzeichnung der dafür zu entrichtenden Taxe auf den Adressen zu unterbleiben und haben an deren Stelle besondere Taxzeichen (Porto-Marken) zu treten“. Und wie sah sie aus, die allererste Porto-Marke Bayerns?

So:

 

 

 

Es gab einige Exemplare, denen wurde ins Papier ein roter Seidenfaden als Sicherheitsmerkmal eingelegt. So eins habe ich auch. Die Rückseite sieht so aus. Könnt ihr den rosa Faden erkennen?

 

Es gibt einige Sammler, die sich mit alten bayrischen Briefmarken beschäftigen. Wer mag, kann sich hier den Forum-Thread zu dieser 3-Kreuzer-Marke anschauen.

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Briefmarkenheftchen


Es gibt sie zwar noch immer, aber in unserer langweiligen Zeit sind sie lange nicht mehr so vielseitig wie früher – Briefmarkenheftchen.

Die Deutsche Reichspost hatte bereits die Idee, mehrere Marken unterschiedlichen Wertes zusammen zu verkaufen. Das erste Markenhefchen erschien am 1. November 1910 und bestand aus 12 Marken zu 10 Pfennigen und 16 Marken zu 5 Pfennigen – das waren genau 2 Mark (die kleinen Geschwister dieser beiden Münzen), die gingen leicht passend zu zahlen und man hatte das Porto für 12 Briefe und 16 Postkarten.

Später wurden speziell für Markenheftchen angefertigte Kombinationen von Briefmarken unterschiedlicher Werte gedruckt. Einige aus BRD-Zeiten seht ihr hier in der Mitte des Bildes.  Die stammen aus den guten alten Kurbelautomaten im Vorraum oder an den Außenwänden der Postämter. Ein echtes Markenheftchen erkennt man daran, daß die Außenseiten der Briefmarken keine Zähne haben.

Deutsche Post Markenheftchen

Auf dem Bild oben seht ihr auch noch Heftchen zu unterschiedlichen Anlässen, die Briefmarken mit Zuschlag enthielten. Der Zuschlag kam in diesem Fall dem Deutschen Roten Kreuz zugute. Oben rechts sind einige Markenheftchen aus einem Deutsche Post-Umzugspaket. 10 mal Briefporto plus 10 lustige Aufkleber um den Verwandten die neue Adresse mitzuteilen.

 

Natürlich hatte auch die DDR Briefmarkenheftchen. In der Mitte ist ein recht wertvolles aus den 1970er Jahren, darunter und drüber die langweiligen mit 10 Marken der gleichen Sorte.DDR Markenheftchen

 

Im wiedervereinigten Deutschland gab es ab 1990 wieder Briefmarken in Heftchen – neben denen, die ihr auf dem ersten Bild am oberen Rand sehen könnt und die herkömmliche Marken der Dauerserien enthielten, gab es die folgenden mit Sportmarken, deren Zuschlag dem Deutschen Sport-Bund ausgezahlt wurde.Markenheftchen Sport

Und davon gab es reichlich:

Markenheftchen Sport

 

 

Unter den oben gezeigten Pferde-Briefmarken verbirgt sich noch ein Abdruck der Alternativ-Motive, die es nicht in den Druck geschafft haben.Markenheftchen Sport

 

 

 

 

Ihr konntet sogar im Inneren der Markenheftchen werben. Dann wurden ein paar Testdrucke eurer Werbung erstellt und ihr bekamt dieses Markenheftchen zur Ansicht. Außen sah es aus, wie ein am Schalter oder Automaten erhältliches
Markenheftchen Testmarken

aber drin – nur leere „Marken“.Markenheftchen Testmarken

 

 

Und wie wurden Markenheftchen-Bögen gedruckt? Das kann ich euch anhand des Umzugs-Heftes zeigen, daß ihr ganz oben rechts seht. Der graue Rand hatte nicht immer nur die Größe einer halben Briefmarke.

Vorher waren mehrere dieser Heftblätter auf einen Bogen gedruckt, der z.B. so aussah

Die weißen Felder wurden anschließend mittig durchgeschnitten und ergaben somit 6 Seiten eines Markenheftchens.

Heute schreibt jeder nur noch SMS, WhatsApp-Nachrichten oder Facebook-Einträge. Ich bin wahrscheinlich der letzte Urlaubskarten-Schreiber. Aber im Unterschied zu einer WhatsApp-Nachricht kann man ein Urlaubskarte prima an den Kühlschrank kleben.

 

Nigger Segars *


  • Sollte sich jemand durch diesen Artikel oder die Beschreibung persönlich, ethnisch oder in sonstiger Weise getroffen fühlen, bitte ich, sich mit mir in Verbindung zu setzen um die Angelegenheit zu klären.

Heute gibt es eine aus heutiger Sicht sehr politisch inkorrekte Zigarrenkiste.

Im Internet habe ich nichts zu dieser Zigarren-Marke gefunden. Vielleicht traut sich aber auch niemand, den Namen anzugeben. Ich mache es trotzdem, da es sich hier nicht um Diskriminierung handeln soll, sondern lediglich eine Ausstellung historischer Dokumente darstellt.

Nigger Segars

Meine Ur-Großeltern haben die Kiste für abgelöste Briefmarken benutzt. Und die sind auch jetzt noch drin.

Nigger Segars

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