Erste Hilfe in Fabrikbetrieben – Das Samariterbüchlein, 1915


Wurden in den 1930er Jahren noch zahlreiche Personen beim Überqueren der Fahrbahn von Autos überfahren, so lernte die nächste Generation bereits, auf diese Gefahren zu achten. Noch eine Generation eher passierte Ähnliches beim Betreten von Eisenbahnschienen, ohne auf herannahende Züge zu achten. Heute haben wir Angst, dass uns eine Drohne auf den Kopf fallen könnte.

Der Mensch muss erst lernen, mit Neuerungen umzugehen.

Das Entstehen großer Fabriken zu Beginn des 20. Jahrhunderts brachte nicht nur viele Arbeitsplätze, sondern damit verbunden auch zahlreiche Unglücksfälle durch Unachtsamkeit Leichtsinnigkeit oder aufgrund damals noch nicht geltender Sicherheitsvorkehrungen. Abgerissene Finger waren damals keine Seltenheit, weil die Arbeiter sich nicht der Gefahr bewusst waren, die ein laufender Treibriemen verursachen konnte. Bis dahin hatte man sich versehentlich eingeklemmt und konnte den Schraubstock oder Ähnliches leicht wieder öffnen und den Finger herausziehen.

Das heute vorgestellte Samariterbüchlein soll euch die Anfänge der Ersten Hilfe in Betrieben, Berufsgenossenschaften, Jugendvereinen, Samariter– und Rote-Kreuz-Vereinen sowie Sanitätskolonnen aufzeigen.

Meine Ausgabe ist eine etwas spätere. Wie ihr seht habe ich hier die 70. Auflage vorliegen. Leider wurden diese Heftchen nie datiert, allerdings dürfte diese Auflage zwischen den Jahren 1915 und 1920 erschienen sein. Als Vergleich habe ich den schon vor einem halben Jahr vorgestellten „Samariter“ von 1914 genommen.

Über das Samariterbüchlein urteilen Vereine wie der Deutsche Kolonnenführer, das Rote Kreuz, die Deutsche militärärztliche Zeitschrift oder ein Ministerialrat. Lest selbst auf der linken Seite ihre Meinungen.

Nun wollen wir uns den eigentlichen Inhalt anschauen.

Die zehn Gebote des Samariters.

1. Gebot. Handle so, wie du selbst behandelt zu werden wünschest: was du nicht willst, daß man dir tu, das füg auch keinem anderen zu!

2. “ Sei unverdrossen gleich bei der Hand! Sekunden sind kostbar und können jemand das Leben retten. Zweimal gibt, wer schnell gibt.

3. “ Bewahre in allem Fassung und Ruhe, das beruhigt den Verunglückten und stärkt seine Hoffnung.

4. “ Bei allen deinen Handlungen sei behutsam! Verliere wenig Worte! Reden ist Silber, Schweigen Gold.

5. “ Verhindere, daß mit dem Verunglückten Unzweckmäßiges geschieht. Zerstreue müßige Zuschauer.

6. “ Ordnungssinn und Reinlichkeit sei dem Samariter oberstes Gesetz.

7. “ Vertraue auf dich selbst, so wirst du gute Samariterdienste leisten.

8. “ Sei gewissenhaft in allem, was du tust, schaffe stets nur ganze, nie halbe Arbeit; denn nur Erstere gewährt dem Verunglückten das Gefühl der Sicherheit und stärkt sein Vertrauen.

9. “ Den Anordnungen des Arztes sei gefügig, alles Auffallende notiere und melde dem Arzt, wolle es nicht besser wissen als dieser.

10. “ Spiele niemals den Arzt, sondern sei nur dessen Stellvertreter in der Not so lange, bis er zur Stelle ist.

So sieht’s aus. Damals wie heute gute Ratschläge.

Nicht weniger nützlich ist der dargestellte Blutkreislauf auf der gegenüberliegenden Seite.

Auf der nächsten Seite stehen uns zwei Varianten der künstlichen Beatmung zur Verfügung. Ich bin mir nicht sicher wie die Methode nach Howard funktionieren soll, Werde es aber auf Seite 18 und 19 im Text nachschlagen. Ohnmächtige Personen hießen damals Scheintote.

Erneut werden uns mehrfarbige Illustrationen aufgezeigt. In diesem Fall wurde uns in fröhlichem Rot die Blutung der jeweiligen Körperteile aufgemalt.

Es folgt der dazugehörige Text:

Schaut euch auf dem folgenden Bild einmal den Aufbau dieses Büchleins an. Die Seiten werden nach innen hin immer kleiner. Der dadurch überstehenden Rand der Folgeseite beziehungsweise der vorherigen Seite dient als Register. Schlägt man das Buch in der Mitte auf, kann man am oberen Rand nach der vorliegenden Verletzung beziehungsweise der benötigten Behandlungsmethode suchen. Anschließend tippt man mit dem Finger auf das Schlagwort und die dazugehörige Seite klappt auf.

Es folgen einige nützliche Hinweise zu Vergiftungen, die wir alle schon häufig angetroffen haben: Gruben-, Kanal- und Kloakengifte

Mein Vorbesitzer hat auf der folgenden Seite den Schlaganfall markiert. Wahrscheinlich war dieser Unglücksfall auch damals schon eine der am weitesten verbreiteten Gründe für Sanitätereinsätze.

Verbandarten – hier überraschenderweise auch einmal mit weiblichen Patienten.

Einige Transportmöglichkeiten – nicht so zahlreich, wie im Buch „Der Samariter„, aber immerhin.

Ihr seht, wir nähern uns dem Ende dieses hübschen kleinen Ratgebers. Die Rückseite ziert eine Werbung für „Kosmoplast“, dem idealen Wund-Schnellverband der Firma Hartmann. Bestimmt habt ihr von dieser Firma mindestens ein Produkt in eurem Haushalt. Neben Pflastern wird von der Hartmann Gruppe nämlich auch der Kneipp Badezusatz hergestellt. Wikipedia weiß alles.

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Geschichten zum Vorlesen, Nacherzählen und Selbstlesen – Propaganda im Kinderbuch – 1939


Johanna Haarer verfasste vielbeachtete Erziehungsratgeber in der Bundesrepublik der Nachkriegszeit.

„Säuglingspflege für junge Mädchen Ein Unterrichtsbuch für Schulen.“ war ihr erstes Werk, „Kinder auf dem Bauernhof ihre Erziehung in Familie und dörflicher Gemeinschaft.“ ein späteres, „Unsere Schulkinder“, „Mein Strickbuch“ Band 1, 2 und 3 erschienen von 1949 bis 1951 und „Frau sein und gesund bleiben“ 1950.

Ihr Buch „Die Mutter und ihr erstes Kind“ kann noch heute bei Amazon erworben werden. (Link) Es handelt sich dabei um die von nationalsozialistischer Terminologie bereinigte Version von „Die deutsche Mutter und ihr erstes Kind.“ aus dem Jahr 1934.

Denn, was nicht all ihre Leserinnen wussten war, dass Sie in ihrer Rolle als „Gausachbearbeiterin für rassenpolitische Fragen“ der NS-Frauenschaft in München (aus Wikipedia) in den Blütejahren des Nationalsozialismus bereits eine der erfolgreichsten und umsatzstärksten Verfasserinnen von Erziehungsratgebern im Dritten Reich war.

Ihr perfidestes Werk jedoch war „Mutter, erzähl von Adolf Hitler!“

„Dieses kleine Buch über den Führer und das Dritte Reich ist entstanden aus der Beantwortung vieler, vieler Fragen, die ein paar kleine Kinder ihrer Mutter täglich immer wieder stellten: Fragen nach Worten und Begriffen, über die sie die Großen sprechen hörten, Fragen nach der Hakenkreuzfahne, die an der großen Festtagen des Volkes von allen Häusern weht, Fragen nach der Bedeutung des Deutschen Grußes und nach der Stimme des Führers, die so kraftvoll aus dem Lautsprecher tönt und der alle im Hause lauschen. Die Fragen nach dem Warum der großen Aufmärsche und Feiern – welche Mutter kennt sie nicht!“ War dem so? „Welche Mutter kannte sie nicht“?

„Das Kind muß begreifen und verstehen können, was wir ihm antworten, und doch müssen wir andererseits so zu ihm sprechen, daß nichts, was groß und ewig ist, verkleinert, verniedlicht und dadurch verfälscht wird.“ Selbstbewußte Worte, die Frau Dr. Haarer nach dem Ende der Nazizeit sicher ganz anders gemeint haben wollte.

Wie wird diese „großartige Geschichte“ kleinen Kindern vermittelt? „Wir werden das so schonend und kindgemäß wie möglich tun, aber trotzdem der Wahrheit nicht feige ausweichen. Denn niemals können Wahrheit und Wirklichkeit in der Seele der Kinder solchen Schaden anrichten wie Täuschung, Ausflucht und Lüge. Und wenn wir Ihnen, gedrängt durch die Fragen, ein Stück aus der Geschichte unseres Volkes und Vaterlandes erzählen, dann denken wir daran, daß sie ja auch in unseren unvergänglichen deutschen Volksmärchen das Leben manchmal von harten und grausamen Seiten kennenlernen, ohne Schaden zu nehmen.“  Dazu hatte ich euch seinerzeit dieses Buch im Artikel „Märchen – Deutung in der Nazi-Zeit“ vorgestellt.

Das Inhaltsverzeichnis verheißt aufregende Vorlese-, Nacherzähl- und Selbstlesestunden. Ich hätte mich sicher schnell gelangweilt, aber mahnende Worte der nationalstolzen Mutter werden für Ruhe und bedächtiges Lauschen gesorgt haben:

„Heute erzählst du uns vom großen Krieg, Mutter!“

„So kamen die Kinder in der Dämmerstunde bei der Mutter an. Also hört zu. Als der große Krieg ausbrach, war ich selbst noch ein Kind und ich lebte damals bei eurer guten Großmutter in der kleinen Stadt, in der ich auf die Welt gekommen bin.“ Mutter erzählt, wie der Erste Weltkrieg begann, dass alle deutschen Männer singend und feiernd in Erwartung eines kurzen siegreichen Kampfes durch die Straßen zogen.

Der Ladenbesitzer, Herr Schmitthammer, war bereits in Frankreich und hatte seiner Frau, die den Laden nun in seiner Abwesenheit führte einen Feldpostbrief geschickt und geschildert, dass „unsere Soldaten“ „nicht einen einzigen Franzosen“ „ins deutsche Land hereingelassen“ hatten. „Wie herrlich unsere Soldaten kämpften!“

Weiter erzählt uns die Mutter von ihren gelegentlichen Einkauf bei Familie Veilchenstein. „Ihr lacht über den komischen Namen, und wir haben als Kinder auch darüber gelacht.“ „Dann fragte meine Mutter nach Herrn Veilchenstein. Oh, es ging ihm gut. Nein, Frau Veilchenstein brauchte keine Angst um ihn zu haben! Er war ja nicht so weit vorne im Felde, wo geschossen wurde, ihn konnte keine Kugel treffen. Warum nicht? Oh, er war ja so tüchtig! Er kaufte weiter hinten die Lebensmittel ein, die die Soldaten zum Essen brauchten, solche Leute muss es auch geben, man konnte sie nicht entbehren. Und Frau Veilchenstein lächelte vor sich hin. Sie sah ganz anders aus als die arme Frau Schmitthammer, die immer magerer und ernster wurde vor lauter Sorgen. Sie war dick und rundlich, hatte ganz schwarze Haare und viele Ringe an den Fingern.“ „Bei Ihnen war immer Brot im Kasten, das wußte man in der Stadt. Auch Butter, Fleisch und Milch hatten sie zur Genüge, man brauchte sie allesamt ja nur anzusehen. Wir alle mochten die Veilchensteins nicht, auch die Kinder nicht. Sie sahen ganz anders aus als wir und hatten gebogene Nasen und ganz dunkles Haar. Sprach man einmal mit Ihnen, so wurden sie gleich frech und machen sich wichtig. Und je länger der Krieg dauerte, desto mehr sah und hörte man von Ihnen.“

Irgendwann ging der Krieg schließlich zu Ende.

„Aber nicht, wie wir alle gehofft hatten, mit einem großen Sieg! Oft, ach oft haben wir davon gesprochen, wie es sein würde, wenn endlich einmal der Frieden käme! Alle Glocken würden wieder läuten, hatten wir uns ausgemalt, und in langen Zügen, mit Blumen geschmückt, würden unsere Soldaten heimkehren. Nun aber kam es ganz, ganz anders, als wir gedacht hatten. Davon erzähle ich euch das nächste Mal.“

Und das Kart die Mutter auch. Sie erzählt lang und ausführlich vom angeblichen Verrat der Feindesmächte den deutschen Soldaten und dem deutschen Volk gegenüber. Die Dolchstoßlegende in kindlichem Format.

Im Weiteren Verlauf des Buches geht es – wie der Titel vermuten lässt – um die „Heldentaten“ Adolf Hitlers.

„So schrieb Adolf Hitler damals alles nieder, was er sich ausgedacht hatte, um Deutschland zu retten. Er erzählt in diesem Buch auch von seinem eigenen Leben und erklärt uns, warum alles so hat kommen müssen und warum Deutschland so in Not und Elend geriet. Er konnte damals nicht zu den Menschen sprechen, denn er war ja gefangen. Das schrieb eben alles, was er ihnen sagen wollte. Später druckten dann die Buchdrucker die geschriebenen Seiten ab und so entstand sein Buch „Mein Kampf“. „Das wollen wir lesen, Mutter! Sind auch Bilder drin?“ So Riesen die Kinder. Das Buch unseres Führers ist kein Buch für Kinder. Aber wenn ihr größer seid und es verstehen könnt, dann freilich sollt ihr es lesen, nicht nur einmal, nein, viele, viele Male.“

„Wenn Adolf Hitler bei seiner vielen, vielen Arbeit in der Reichskanzlei in Berlin einmal einen Augenblick innehielt und sich in seinem Deutschen Reich umsah, dann muß er sich wohl von Herzen gefreut haben – meint ihr nicht auch? Was hat er in kurzer Zeit nicht alles erreicht für sein Land und für sein Volk! Alle hatten wieder Arbeit, verdienst und Brot, es gab keine Arbeitslosen mehr.“ (Wie es dazu kam und dass es nicht wirklich auf Hitlers Ideen fußte, lest ihr z.B. hier nach.)

In was für eine goldene Zukunft uns Herr Hitler und seine Kameraden geführt hat, weiß jeder, der im Geschichtsunterricht aufgepasst hat. Opas glorifizierenden Reden über den GröFaZ zeugen oft von politischer Demenz und finden im wissensarmen Teil der Bevölkerung begeisterte Anhänger.

Ich bin der Meinung, dass solch glühende Verehrer des Nationalsozialismus wie Frau Dr. Johanna Haarer nach dem Ende des Dritten Reiches keine Erlaubnis zur Veröffentlichung ihrer alten Werke – selbst in überarbeiteter Form – oder neuer Schriften mehr erhalten hätte dürfen.

Zum Abschluß liste ich euch noch das Buchverzeichnis aus dem hinteren Teil dieses Buches auf:

Weiter Bücher zu diesem Thema hatte ich euch bereits hier vorgestellt:

Der Arzt als Hausfreund


Neben eine gut sortierten Hausapotheke ist eine hilfreiche Rezeptsammlung und ein Erste-Hilfe-Buch von unschätzbarem Wert.

Meine Erste-Hilfe-Bücher habe ich euch schon vor einiger Zeit vorgestellt. Wer sie verpasst hat, klickt hier.

Meine Hausapotheke kommt erst noch, aber andere Artikel zum Thema Apotheke findet ihr hier.

Heute geht es also um Rezepte, Heilmittel und Pulver – wirksam von Ärzten erprobt oder aus dem Koffer des Quacksalbers, das sollt ihr selbst entscheiden. Dazu habe ich euch dieses Büchlein aus dem Regal rausgesucht.

Der Arzt als Hausfreund, ein Deutsches Rezeptbuch mit 700 Hausarzneimitteln zu fast allen vorkommenden Krankheiten der Menschen. Leider ist es mir bisher nicht gelungen, ein Erscheinungsjahr zu finden. Auch ist das Buch in keinem Katalog aufgeführt. Und das, obwohl vor uns bereits die 27. vermehrte und verbesserte Auflage liegt.

Um euch den Lesegenuss so angenehm wie möglich zu gestalten, habe ich euch hier einige der schönsten Krankheiten herausgesucht und hoffe dass ihr mit den angegebenen Behandlungsmethoden den größtmöglichen Erfolg bei euch, euren Verwandten, oder euren Lieben erzielt.

 

Wer kennt nicht den Afterdarm und weiß was zu tun ist, wenn er ausgeht? Natürlich werden leere Schneckenhäuschen, wie man sie im Felde findet, ganz fein zu Pulver gestoßen und gesiebt, daß es gleichsam zu Mehl wird, und der Afterdarm damit bestreut.

Oder aber gegen kurzen Athem: einfach 1/4 Liter frische Wachholderbeere, grüne, halbreife und reife, wie sie vom Stock kommen, zerstoße dieselben, gieße 1 Liter Fruchtbranntwein daran, lasse es an der Sonne einige Zeit stehen, und trinke Morgens, Mittags und Abends jedesmal 1 Eßlöffel voll davon.

Das Aufliegen der Kranken ist besonders bei langer Bettruhe ein nicht zu vernachlässigendes Thema. Man nehme ein Rehfell mit recht langen Haaren, lege dasselbe mit der nackten Seite auf das Bett und zwar das Hinterteil des Felles nach dem Kopfe des Kranken, so daß die Haare des Fells nach dem Rücken des Patienten aufwärts gerichtet sind; über das Fell legt man ein weißes leinenes Tuch mit frischen Hirschtalg bestrichen und auf dieses legt man den Patienten mit bloßem Rücken. Bei schon wund gewordenen Kranken nimmt man zu einer ausgezeichneten Salbe: 30 Gramm Unschlitt, 15 Gramm weißes Wachs, 15 Gramm Provenceröl (das scheint Olivenöl oder auch Baumöl zu sein) und 7 Gramm Bleiextract. Sind Wachs und Unschlitt im Oel auf Kohlenfeuer geschmolzen, so rührt man den Bleiextract dazu, streicht die Salbe auf ein Stück Barchent (Wikipedia macht euch schlau) und läßt den Kranken darauf liegen. Oeftere Erneuerung dieses Barchentstücks ist nöthig.

 

Gegen hitzige, rothe Augen nimm weiße Herbstrosen und weiche sie drei Stunden im Rosenwasser ein, Hernach binde es über die Augen. Man darf aber nicht in die Luft gehen.

Blöde Augen hingegen werden auf drei Arten kuriert: 1. Für blöde Augen ist kein besseres Mitttel als der Fenchelthau der zwischen Ostern und Pfingsten gesammelt wird. 2. Mischt man Borsdorfer-Geist mit Essig, und reibt damit den Wirbel des Kopfes ein, so kann man damit blöde Augen sehr stärken. 3. Anis und Fenchel nach Belieben gegessen. – wer ist noch nicht wusste: mit blöden Augen bezeichnete man früher schwache Augen, also eine Sehschwäche. –

 

Ein wirklich hilfreiches Mittel Gegen den Bienenstich suchen wir alle und vielleicht haben wir es heute gefunden. Gleich nach erhaltenem Stich bringe man so schnell als möglich nur etwa einen Tropfen gewöhnlichen Oels auf die gestochene Stelle, ohne dasselbe einzureiben. Es dauert oftmals keine Minute, so ist der Schmerz vergangen.

 

Ein gutes Rezept, wenn einer auf die Brust gefallen ist. Gib ihm sogleich auf den Fall einen guten Trank Baumöl und Branntwein und hole in der Apotheke ein halbes Loth Drachenblut, nimm ein halbes Gläslein voll Körbelwasser, ein halbes Gläslein von Lindenblüthwasser, thue das Drachenblut in das gebrannte Wasser, mache es warm und gieb es dem Kranken zu trinken.

Eine Salbe zu den bösen Brüsten. Nimm lauter (hier: reine) kalt gegossene Kopflaugen (?) 45 oder 60 Gramm, Eine Messerspitze voll Saffran, lauter Leinöl 30 oder 45 Gramm, 30 Gramm guten Essig, das Weiße von zwei oder drei Eiern, diese Stücke klopfe untereinander, darnach nehme Roggenmehl, das nicht gebeutelt (d.h., durch einen Stoffbeutel gesiebt) ist, rühre es, daß es dick wird, nehme ein weißes Tüchlein, das so groß als die Brust ist, schneide ein Löchlein darein, daß das Wärzlein heraus geht, und streiche die Salbe auf’s Tuch, lege es über die Brust, bis es hart wird; wenn es bald gebraucht wird, vertreibt es die Schmerzen, wenn es aber lange ansteht, so muß es vereitern, die Salbe zieht es auf und heilt es, man darf es nicht meiseln, noch wischen und waschen.

 

Erhitzung. Wenn man sich auf Reisen, oder sonst bei einer Arbeit erhitzt hat, so sei man vorsichtig, sogleich etwas zu trinken, erst, nachdem man einige Zeit ausgeruht hat, löse man ca. 30 Gramm Zucker in einem Glas Wasser auf, dem man 1 Löffel voll Kirschengeist beimischen kann, und trinke es nach und nach.

Erschrecken.  Nach einem Schrecken trinke man gesottene Milch, so warm als man sie trinken kann. Oder: Zuckerwasser gleich nach dem Erschrecken getrunken, dämpft die dadurch erregte Galle und führt sie ab. Wenn man im Schlaf erschrocken ist, so trinke man Wegwartenwasser.

 

Gicht, Rheumatismus und Podagra (letzteres hatte mich beim ersten Lesen neugierig gemacht – es handelt sich dabei um eine Art Gicht, bei der der Fuß (gr.: pod) fest (gr.: agra) wird. lest mehr auf Wikipedia)

  1. Gicht äußert sich in Schmerzen der Gelenke, welche bald umherziehen, bald fest sitzen, und mit oder ohne Fieber auftreten. Denen, die an gichtischer Verderbniß der Säfte leiden, welche anererbt sein können, ist vor allem zu empfehlen: mäßige aber fleißige Bewegung in frischer Luft, ausgenommen bei nasser und nasskalter Witterung. Saure, namentlich scharf gesalzene Speisen, wie geräuchertes Fleisch, Käse etc. müssen vermieden werden. Zum Getränk taucht (!) am besten frisches Quellwasser; nur des Mittags ist etwas guter alter Wein erlaubt. Alle schwächenden Einflüsse, namentlich Kummer, Aergerniß, Langeweile, vorzüglich aber Samenverlust (wie bitte?) sind verderblich. Als Arzneimittel nehme man jeden Vormittag 2 Eßlöffel voll frische Bierhefe (die alte taugt nicht). – Für die Hautkultur sind morgens frühe und Abends Reibungen des ganzen Körpers mit Flanell sehr zweckmäßig.
  2. Die Blätter von der Coolpflanze, besonders von den blauen Häuptern (wovon Sauerkraut gemacht wird) einige Minuten im Wasser gedämpft und auf die kranken Stellen gelegt. Oder:
  3. Jedes Jahr, so oft es reife Erdbeeren giebt, täglich nach Belieben mit Zucker gegessen. Oder:
  4. Die Glieder mit Ameisengeist eingerieben, siehe Bereitung desselben.
  5. Auch der Speisesenf ist allen an Gicht Leidenden nicht genug zu empfehlen. Oder:
  6. Ein geschärftes Pechpflaster angewandt.
  7. Auch die Kaltwasserkur vertreibt Gicht und Rheumatismus oft am sichersten, jedoch ist große Vorsicht nöthig.

Haarwuchs zu befördern. 1. Wenn nach einer Krankheit die Haare ausgegangen sind, so bereite man folgende Pomade zum Einreiben: Man kaufe reines unverfälschtes Kammfett von einem Kleemeister (das ist der Abdecker) oder Leimsieder (der Herr, der aus Tierknochen Leim herstellt), und reibe den Haarboden damit ein, oder mit guten alten Wein.

  1. Wer viel Hitze in der Kopfhaut hat, lege eine Hand voll Rosmarin in Frucht= oder Hefenbranntwein, stelle es an die Sonne, im Winter zum Ofen, und reibe öfter in der Woche etliche Löffel voll auf die Oberfläche des Kopfes ein.

 

Noch ein Podagra-Rezept:

 

Kälte, Schutzmittel dagegen.  Die Füße alle Morgen mit starkem Branntwein gewaschen, mit Fließpapier umwickelt, und die Strümpfe darüber gezogen. Armen Leuten ist anzuempfehlen, mehrere Bögen Fließpapier auf die Brust zu legen, da es sehr gegen die Kälte schützt.

Kinder=Krankheiten. 1. Um kleine Kinder vor Gichtern und manchen Zufällen zu schützen, gebe man einem Kinde bis zum Alter von 16-18 Wochen, auch länger, jeden Abend vor Schlafengehen, ca. einen Achtel=Liter schwachen Camillenthee, mit Zucker gehörig versüßt, lauwarm zu trinken. – Man nimmt etwa so viel Camillenblumen, als man zwischen zwei Fingern fassen kann, brüht sie mit etwas mehr als einem Achtel=Liter kochendem Wasser an, läßt’s eine Viertelstunde gut zugedeckt stehen und seihet hernach den Thee durch reine Leinwand; der Thee muß aber jeden Tag frisch bereitet werden, und scheint er etwas zu stark, so nimmt man einige Blumen weniger.

Nach Verfluß von 18 Wochen hört man mit dem Camillenthee auf und gibt Zuckerwasser. – Werden Kinder bei reinlicher Behandlung also erzogen, so gedeihen Sie zusehends, indem Bauchschmerzen (sogenannten Grimmen) und Gichtern dadurch vorgebeugt und der Schlaf befördert wird.

  1. Gegen Bauchschmerzen – besonders bei Knaben – wird eine Handvoll Kümmel mit ungefähr 60 Gramm Rindschmalz geröstet, hernach durch Leinwand in frisches Wasser gepreßt, das auf dem Wasser erkaltete Fett zum Gebrauch aufgehoben und der Bauch damit eingerieben. Oder gegen Blähungen den Bauch mit Camillenthee eingerieben.

  2. Gegen häufiges Erbrechen bei kleinen Kindern lasse man einen Lebkuchen bei einem Conditor holen, erwärme ihn, gieße Kirschengeist darauf, daß er ziemlich gleich befeuchtet wird, und lege ihn nur so warm als man ihn an das Auge gehalten erleiden kann, – auf das Näbelein. Auch das sanfte Einreiben des Unterleibes mit etwas erwärmtem Kirschengeist ist nebenbei wohlthätig.

  3. Gegen das schwere Zahnen. Die Backen mit süßem Mandelöl oder mit Ziegenbutter öfters bestrichen. – Oder: die Kinder öfters an wohlgeräucherten Speck nollen lassen.

  4. Beim Gliederzahnen. Wenn die Gelenke anschwellen, so legt man ein Viertelpfund Ochsenmark einige Tage in frisches Wasser, welches man einigemal abschüttet und wieder frisches Wasser daran gießt, hernach läßt man das Mark auf einer Gluth in einer messingenen Pfanne zergehen und gießt unter beständigem Rühren ein halben Liter guten alten Wein daran; wenn man nun glaubt, daß sich der Wein mit dem Ochsenmark gehörig unter beständigem Umrühren vereinigt und gekocht habe, so seihet man die Masse warm durch Leinwand und rührt aufs neue so lange schnell (wie bei Fertigung einer Pomade), bis es weiß ist. Das Flüssige, was sich absondert, wird weg geschüttet, und das Mark zum Gebrauche gut verbunden aufbewahrt. Von diesem Fett reibt man alsdann dem Kinde die Gelenke und den Rücken täglich 2 bis 3 mal an der Wärme ein.

 

Wurm am Finger. 1. Frische Ochsengalle siedend heiß gemacht, den kranken Finger, so war mein es erleiden kann, so lange darein gehalten, bis die Galle erkaltet ist. Oder: das Häutchen von einer Schweinsgalle darüber gelegt. Oder:

  1. Man verbrenne Holz von Weinreben zu Asche, thue diese in ein irdenes Gefäß, gieße heißes Wasser darauf und halte den Finger, so heiß man es erleiden kann, darein. Bei Nacht lege man eine gebratene Zwiebel darauf. Will sich dann das Uebel noch nicht heben, so thue man Meliszucker darauf.

Würmer im menschlichen Körper abzutreiben. 1. Bei Abtreibung der Würmer hat man, wenn es Erfolg haben soll, hauptsächlich darauf zu sehen, dass die Mittel angewendet werden, wenn der Mond im Abnehmen ist, und man Tags darauf laxirende Mittel einnimmt, daß die getödteten Würmer abgeführt werden. Wenn man einem Kinde, sowie der Mond abzunehmen beginnt, einen starken Kaffeelöffel Voll Baumöl eingiebt beim Eintritt des letzten Viertels einen zweiten, und beim Eintritt des neuen Lichts einen dritten Löffel voll, so geht der ganze Wurmstock ab. Zu bemerken ist jedoch, daß nicht allen Magen das Baumöl zusagt.

Zahnpulver. (siehe meinen Artikel hier) Das unschädlichste Pulver zur Reinigung der Zähne kann bereitet werden aus 2 Theilen Lindenkohlen und 1 Theil Salbei, welches man so fein als möglich pulverisirt. Gebranntes Brod, sowie auch Kaffeesatz sind ganz unschädlich.

 

Zahnweh.  Ein interessanter Artikel, der uns erklärt, dass man gegen Zahnweh verschiedene Orte am Hals, hinter den Ohren und im Genick behandeln sollte.

 

Ein gut bewährtes Recept, wenn eine Person keinen Stuhlgang hat, daß sie in einer Stunde Oeffnung bekommt. Ein halb Scrupel Virduidem.  – Während ein Scrupel als Maßeinheit leicht zu finden ist (Link), ist Virduidem unauffindbar.

 

Das war’s. Für alle Interessierten hier das Inhaltsverzeichnis. Wer noch ein Rezept braucht, schreibt mir einen Kommentar.

 

Fritz Stramm und der schwarze Jim – Eduscho 1932


Heute geht es um Kaffee, genauer gesagt, um ein Werbebüchlein von Eduscho aus dem Jahr 1932.

Wie Fritz Stramm und der schwarze Jim die Menschheit beglücken beschreibt in 16 Episoden die Gewinnung des Bodens, den Anbau, die Ernte, den Transport und die Verarbeitung des guten Eduscho-Kaffees.

 

Das Büchlein ist leider auf ziemlich dickem Papier gedruckt und geheftet, weshalb ich es beim fotografieren nicht ganz geöffnet habe. Aber man sieht, was man sehen soll. Die Bildtexte sind in Sütterlin gehalten. Andere Beiträge findet ihr hier.

Fangen wir mit Bild 1 an:

In Bremen dicht am Kai da treffen sich die Zwei. „Ach sind die Zeiten schlimm wir müssen uns bequemen“ begrüßt den Fritz der schwarze Jim „Und etwas unternehmen.“

 

Bild 2:

Jim ist in langen Jahren im Kaffeebau erfahren. Westindien heißt das Ziel. Es reicht die Reisekasse – sie fahren grad soviel –  per Dampfer vierte Klasse.

 

Bild 3:

Vor allem guter Boden den Urwald auszuroden, das kostet Kraft und Schweiß. Die Kakadus und Affen befremdet solcher Fleiß. Sie schimpfen und sie gaffen.

 

Bild 4:

Jim steckt zuerst die Bohnen, nur allerbeste lohnen. Sind dann die Pflänzchen da, pflanzt er sie auf das Feld. Nicht weit und nicht zu nah, wie er’s für richtig hält.

 

Bild 5:

Nach jahrelangem Mühen beginnt das Feld zu blühen, o, ist das eine Pracht, ein wunderbares Duften. Die alte gute Sonne lacht, belohnt ist alles Schuften.

 

Bild 6:

Glaubt ihr denn etwa auch, die Bohne wächst am Strauch? Ach wirklich, es ist dumm, das hätten alle gerne. Doch leider ist die Kirsche drum, die Bohnen sind die Kerne.

 

Bild 7:

Viel Strecken und viel Bücken gehört zum Früchtepflücken. Die flinken Hände greifen von früh bis abends spät nur die besonders reifen, nur sie sind Qualität.

 

Bild 8:

Die Bohnen werden rasch und fest maschinell herausgepresst, in Behältern umgewühlt, hin und her bewegt geschwind und mit Schläuchen abgespült, bis sie gänzlich sauber sind.

 

Bild 9:

Jetzt kommt das edle Gut in heiße Sonnenglut und trocknet tagelang. Maschinen dann entfernen als letzter Arbeitsgang die Haut von allen Kernen.

 

Bild 10:

Die Frachtendampfer nehmen die Ladung auf nach Bremen. Fritz ist ein ganz Gescheiter, er wird den Schatz begleiten, direkt gibt er ihn weiter, Verluste will er meiden.

 

Bild 11:

„Mein Kaffee ist nicht billig“ denkt Fritz „und deshalb will ich zuerst Eduscho fragen. Das Haus der Qualitäten ich kann es ruhig wagen mit meinen Raritäten.“

 

Bild 12:

Eduscho prüft und probt und schmeckt und kauft und lobt. Fritz folgt darauf dem Leiter, läßt sich genau beschreiben den Anfang und so weiter, wo seine Bohnen bleiben.

 

Bild 13:

Der Kaffeefachmann spricht: „Herr Stramm, sie glauben nicht, wie peinlich wir sortieren, -auslesen ist so wichtig – und wie wir ihn probieren, der Kaffee ist dann richtig!“

 

Bild 14:

Automatisch, ohne Ruh, wiegen Waagen immerzu. Wird der Kaffee abgefüllt und die Tüten unverdrossen zur Verschickung eingehüllt, aller Duft wird eingeschlossen.

 

Bild 15:

Die Post ist mit uns gut, in ihren Händen ruht der tägliche Versand. Nicht ein Paket verschwindet auf seiner Fahrt ins Land, eh‘ es den Kunden findet.

 

Bild 16:

Die edlen Kaffeesorten geh’n heut‘ nach allen Orten, Eduscho schaffte Wandel. Der Kaffee kommt in’s Haus. Man spart den Zwischenhandel und schließt Verteuerung aus.

 

Das Buch enthält noch einige wissenswerte Informationen, die interessante Details liefern. Lest selbst:

 

Die notwendige Rodung des Urwalds sah man damals noch mit anderen Augen.

 

Zuerst werden die Baumriesen gefällt, dann das Unterholz von der Sonne trocknen gelassen, den Rest erledigt das Feuer.

 

Für die Zeit der Ernte wird auf allen Plantagen ein Herr von Aushilfskräften – vielfach auch Frauen und Kinder – angeworben.

 

 

Die Verarbeitung bei Eduscho.

 

Kaffeegeschichte

 

Der Weltkaffeeverbrauch:

 

Und zum Schluß eine Übersicht über den sprunghaften Anstieg der Umsätze mit Eduscho-Kaffee.

 

Heute ist Eduscho (dessen Name sich aus dem Namen des Gründers EDUard SCHOpf zusammensetzt) ein Teil der Tchibo GmbH (deren Name sich wiederum aus dem armenischen Namen des Gründers Carl Tchilinghiryan und dem Bohnenkaffee zusammensetzt). Nur in Österreich gibt es noch Eduscho-Läden. Hier ist die Eduscho GmbH Vertreiberin von Eduscho- und Tchibo-Kaffees. Mehr Details bei Wikipedia.

Ein interessantes Detail ist die Änderung des Blickwinkels, mit dem die Schwarzen aus der Sicht der Weißen gesehen werden. Vor knapp 100 Jahren war es durchaus üblich und salonfähig, „die Neger“ mit dicken Lippen, ärmlicher Kleidung und niedere Arbeiten verrichtend darzustellen. Da hat sich seither bei einem Großteil der Menschen glücklicherweise einiges zum Besseren gewendet.

Puppengeschichten – 1888


Ein Geschichtenbuch für die Puppenmutti – welches Mädchen hat sich das nicht gewünscht? Wenigstens einem Mädchen habe ich seinen Wunsch zunichte gemacht, indem ich ihm das heute vorgestellte Buch weggekauft habe.

 

Zwölf Puppengeschichten für kleine Mädchen. Herausgegeben von Emmy Friedberg. Stuttgart 1888.

 

Das Buch ist in weitestgehend guter Erhaltung. Der Pappdeckel hat oben ein paar kleine Läsuren, aber das Innenleben ist sehr gut erhalten. Vielleicht sogar, weil es dem Mädchen, dem das Buch früher gehört hatte, rechtzeitig weggenommen wurde. Mein Dank gilt den strengen Eltern!

Wahrscheinlicher ist jedoch, dass die kleine Charlotte das Buch selbst in Ehren gehalten hat, weil es ein Geschenk ihrer Turnlehrerin war.

Charlotte Zwack erhält dieses Buch für regelmäßigen Turnbesuch, da sie nur 2 Stunden im Jahr versäumt hat. Weihnachten 1912. Frau Minna Pätzold Leiterin der Mädchen Abt.(eilung) des Turnv.(erbands) Gesundbrunnen

P.Pätzold, I.A. des Vorstandes.

 

 

Was gibt es im Inneren zu entdecken? Die Inhalts-Übersicht:

 

Das Buch wird von Puppe Gretchen erzählt und beginnt mit dem  Vorwort der Puppe Gretchen an die kleinen Leserinnen.

Das Buch, das ich euch schreiben will, ihr lieben kleinen Mädchen, ist kein gewöhnliches, wie ihr wohl schon manches in Händen hattet, denn ich bin eben kein gewöhnliches Menschenkind wie ihr, obgleich ich auch Hände und Füße, rote Backen und blaue Augen habe, wenn auch viel kleiner als die euren, weil ich – nur eine Puppe bin.

Was ich in diesem Büchlein niederschrieb, sind meine Erlebnisse, die ich euch, wie ich hoffe, zu Nutz und Frommen mitteilen will. Nun ruft ihr gewiß: „Aber so etwas ist doch gar nicht möglich! Eine Puppe kann ja weder schreiben noch lesen; sie kann ja nicht einmal reden, sie hat ja überhaupt gar keinen Verstand.“ Da irrt ihr euch aber gewaltig, ihr kleinen klugen Dinger! Ach, wenn ihr nur wüßtet, wie wohl es zum Beispiel einer Puppe thut, wenn ihr gut zu ihr seid, sie liebt, wartet und pflegt, und wie das kleine Herzchen weh thut, wenn man garstig mit ihr umgeht, sie vergißt oder gar sie verdirbt. Wenn ihr uns in die Arme nehmt, so scheint es freilich, als ob wir nicht so viel Gefühl hätten, wie ihr Menschenkinder: Allerdings

schreien wir nicht gleich so laut und unartig, wenn man uns stößt und hinwirft. Das kommt aber bloß daher, weil wir Puppen alle sehr artig sind und genau wissen, wie wir uns zu benehmen haben.

Wir haben aber auch eine Sprache, gerade wie ihr, nur ist unser Stimmchen gewöhnlich sehr fein, leiser als das eines Heimchens, so daß die kleinen Mädchen es nicht hören und nur denken, wir können gar nicht sprechen. Was mich persönlich betrifft, so bin ich sogar im Stande, zwei Worte ganz laut zu sprechen, und meine kleine Herrin hat sich oft stundenlang mit mir unterhalten, obgleich ich immer nur „Papa“ und „Mama“ antworten konnte. Denn was ich sonst noch, leise, ganz leise flüsterte, das verstand auch sie nicht, obschon sie sonst ein recht verständiges kleines Ding war, oder es wenigstens durch mich und mein Vorbild geworden ist.

Ja, ja! Durch mich! Wie sich das alles zugetragen, daß sollt ihr nun hören, und ich hoffe, dass ihr alle, die ihr meine Geschichte hört, ein bißchen aus ihr lernen mögt.

 

Mit diesem Vorwort sind nun alle kleinen, lieben Mädchen zurechtgestaucht worden: sie sind unartig, wissen nicht, sich zu benehmen, können nicht zuhören und haben auch sonst keine Ahnung. Jeder Kinderpsychologe würde wahrscheinlich die Hände über dem Kopf zusammenschlagen.

Die 1. Geschichte – Das unartige Trudchen – erzählt uns von der frühesten Jugend der Puppe. Sie lag mit hunderten anderer Puppen in einem Geschäft, bis sie von „Frau Hillmer, der Mutter meiner späteren kleinen Herrin“ gekauft wurde. Gretchen war die letzte sprechende Puppe in diesem Geschäft. Zu Hause angekommen, wird Gretchen samt der Schachtel, in der sie verkauft wurde in eine Schublade gelegt und bis zum Weihnachtsfest weggeschlossen. Sie erzählt: „Ich muss heute offen bekennen, daß ich dummes kleines Ding damals sehr, sehr böse war; auf wen, konnte ich freilich nicht recht sagen. Doch die wenigen Tage, die ich so ruhig in meinem dunklen Gefängnis liegen bleiben mußte, machten mich viel klüger; ich sagte mir vor allem, daß ich doch wohl etwas zu hochmütig gewesen sei; nun, gestraft war ich genug, denn hier war es wahrlich noch weniger angenehm, als bei der Puppengesellschaft im Laden. Dann aber, wie bald harrte ja meiner die Befreiung! Wahrscheinlich sollte ich eben nur etwas Geduld lernen. Und die kann einem im Leben nie etwas Schaden. Seht, ihr kleinen Mädchen, wenn ihr einmal in eine ähnliche Lage kommt, (Anmerkung: in einer verschlossenen Schublade zu liegen?) merkt es euch hübsch fein! Mit Zorn und Trotz erreicht man nichts; solch kleine Übelstände müssen mit Ruhe und Geduld ertragen werden, das ist der beste Weg, um recht schön über sie hinweg zu kommen.

Die Puppe hört in ihrer Schublade ihre zukünftige Besitzerin, Trudchen Hillmer. Täglich spielt und plaudert sie im Zimmer, ist aber leider „sehr wild und nicht so folgsam, als es die Eltern gewiß so gern von ihr wünschen.“ Sie bespritzte die alte graue Miezekatze der Hauswirtin mit Wasser, malte einem Bettler mit Kreide ein Kreuz auf den Rücken anstatt ihn zu bedauern. Die Mutter spricht zum Vater: „Unser Töchterchen ist ja nicht schadenfroh, sie hat ein so gutes Herz, aber derlei Unart ist ihr ein für alle mal verboten worden, und sie soll nun gehorchen lernen. Sie ist manchmal wie ein wilder Junge; aber gieb acht, mein diesjähriges Weihnachtsgeschenk soll schon ein echtes, rechtes sanftes kleines Mädchen aus ihr machen.“

 

Später erfährt Trudchen von der Mutter, dass in fünf Tagen Weihnachten ist und ihr das Christkind vielleicht das ersehnte Geschenk – eine Puppe – bringen wird. Ein aufmerksames Mädchen wird damals vielleicht gefragt haben, wieso die Mutter eine Puppe Küchengeschäft kauft, wenn doch das Christkind eine bringt. Wer weiß, wie viele Eltern durch dieses Buch in Erklärungsnot geraten sind.

In der nächsten Geschichte – 2. Das Weihnachtsfest – bekommt Trudchen die Puppe geschenkt. Der Vater spricht: „Also eine Puppe hat mein Töchterchen bekommen? Weißt du denn auch, daß du nun selbst eine kleine Mama bist? Nun darfst du nicht mehr so wild umherlaufen oder gar deine Eltern ärgern, sondern du mußt jetzt immer deinem Kindchen das beste Beispiel geben. Denn wenn du kein gutes Hausmütterchen bist, dann fühlt sich dein Püppchen nicht wohl bei dir und läuft gewiß eines Tages auf und davon.“ Den kleinen Bruder Max hatte das Christkind mit seinen Gaben zu einem richtigen Soldaten gemacht.

Ich habe für euch noch die Geschichte – 6. Eine Unglücksvisite – herausgesucht:

 

Eine Woche mochte wohl seit Trudchens Geburtstag vergangen sein, als mich meine kleine Herrin eines Tages mit zu Besuch bei ihrer Freundin Käthchen Lenz mitnahm.

„Ach, es ist gut, daß du endlich kommst, Trudchen,“ rief uns diese schon von weitem entgegen, „Mach nur schnell, dass du hereinkommst. Ich habe heute Früh von Onkel Fritz eine ganz reizende kleine Kaffeemaschine geschenkt bekommen, da wollen wir nun mal selbst Kaffee kochen.“

„Kannst du es denn?“ frug meine Herrin.

„Ach was, können,“ rief Käthchen, „meine Mama glaubte auch, ich würde es nicht können; paßt nur auf, wie gut der Kaffee werden wird. Ich sehe der Dora ja alle Tage zu, wie sie es macht.“

Wir traten ein und begrüßten Käthchens Mama, Frau Lenz, welche zuerst natürlich mich bewundern mußte.

Als sie sich satt gesehen, wandte sie sich an Trudchen: „also mein Käthchen will heute durchaus ohne Hilfe Kaffee kochen. Ich lasse ihr den Willen. Verstehst du es vielleicht, Trudchen?“

 

„Nein,“ sagte diese, „ich habe noch nie Kaffee allein kochen dürfen.“

„Aber Mama,“ rief Käthchen, „ich verstehe es. Ich habe ja so oft zugesehen.“

„Also, ich soll euch gar nicht dabei helfen?“

„Nein, nein, es macht uns viel mehr Spaß, wenn wir es ganz allein für uns machen,“ wehrte das selbstbewußte Töchterchen ab.

„Nun, du sollst deinen Willen haben, Käthchen,“ sagte Frau Lenz, „hier habt ihr alles, was ihr braucht, nun fangt an.“

Käthchens Mama setzte eine Büchse mit Kaffee, eine Kaffeemühle und die bewußte kleine Kaffeemaschine auf den Tisch und beobachtete die Kinder, ohne sich hineinzumischen.

„Dein Gretchen wollen wir einstweilen aufs Sofa setzen, sie mag zusehen,“ sagte Käthchen, „nun komm, Trudchen!“

Mit außerordentlicher Wichtigkeit, als gälte es den größten Kindtaufsschmaus, machte sich die kleine Köchin ans Werk. Es wurden Bohnen in die Kaffeemühle geschüttet und diese nun fein und klar gemahlen. Das sollte recht schnell gehen, und so geschah es, daß das Kästchen mit dem gemahlenen Kaffeepulver plötzlich einen Hops machte und samt seinem Inhalt auf die Erde fiel. „Das ist schon noch zu retten,“ behauptete Käthchen sehr zuversichtlich. Sie kehrte dann das Verschüttete ohne weiteres zusammen und ich sah entsetzt, wie sie es samt dem Staub, der sich darunter gemischt, in die Kaffeemaschine füllte. Trudchen machte zwar Einwendungen, aber die flinke Köchen meinte: „Ach was, der Kaffee sieht ja schwarz aus, da sieht man den Schmutz nicht.“ Sehr eifrig füllte sie in eine Öffnung der kleinen Maschine Wasser ein, zündete das Spirituslämpchen an und stand nun sehr stolz bei ihrem Werk. Nicht lange, so begann es zu wallen und zu brodeln. „Er kocht!“ jubelte die Köchin, ließ der Sache noch ein Weilchen ihren Lauf und löschtd dann das Flämmchen aus, wie sie es in der Küche oft gesehen.

 

„Der Kaffee ist fertig! ‚herein, herein!“ rief sie nun Trudchen und ihren Geschwistern zu. Auf einem kleinen Tisch, der mit frischer Serviette sauber bedeckt war, wurden kleine Täßchen aufgestellt. „Nun paßt auf!“ rief Käthchen stolz. Sie drehte den Hahn auf und hielt das erste Täßchen unter. Da floß auch richtig etwas heraus, aber zum Gelächter der geladenen Gäste war es kein Kaffee, sondern reines klares Brunnenwasser.

„Neumodischer Kaffee, Pumpenheimer Mischung,“ neckten die Jungen.

Käthchen wurde blutrot vor Ärger, aber statt nun ihre Mama ernstlich zu fragen, welches Versehen sie wohl begangen, meinte sie ganz keck: „Das ist weiter gar nichts; ich hatte nur vergessen die Maschine umzukippen.“ Das wurde nun schleunigst besorgt, aber leider kam bei der nächsten Probe gar nichts aus dem Hahn gelaufen. Nun war es mit der Geduld der Kochkünstlerin zu Ende. „Was da,“ rief sie, „ich nehme eben den Deckel der Maschine ab, oben wird schon etwas heraus laufen“; ja, freilich lief da etwas heraus, aber etwas schönes war’s: schwarze, dicke, trübe Suppe, bei deren Anblick die Geladenen erst recht Zeter schrieen. „Da ist ja noch der ganze Satz im Kaffee,“ erklärte Trudchen. „Das schadet nichts, trinkt ihn nur,“ befahl Käthchen, in dem sie allen, auch mir, ein Täßchen voll des schrecklichen Getränkes eingoß. Natürlich wollten die Kinder nicht heran und auch ich, die ich gerne um des lieben Friedens willen das häßliche Zeug wenigstens gekostet hätte, konnte mit meiner angeborenen Steifheit leider die Tasse nicht erfassen.

„Nun, dumme, eigensinnige Puppe, ist dir mein Kaffee vielleicht auch zu schlecht?“ schrie Käthchen, die ihren Ärger doch an jemand auslassen mußte, mich plötzlich an.

„Laß doch mein Kindchen!“ fiel Trudchen beschützend ein.

„Was da, kosten muß sie,“ rief die Freundin, die durch die Neckereien ihre Geschwister immer hitziger wurde. Sie setzt du mir die Tasse richtig an den Mund, Trudchen fuhr ängstlich dazwischen, jede der beiden Mädchen hielt das Täßchen fest und suchte es der anderen zu entreißen. Da – wie es geschehen, weiß ich heute noch nicht – kurz und gut, die Tasse mit dem heißen, braunen, schrecklichen Getränk lag auf einmal auf mir und der Inhalt floß mir übers Gesicht, drang mir durch alle Röckchen durch bis auf die Haut.

Laut jammernd und riß mich Trudchen ans Herz.

Kätchens Mama kam, von all dem Geschrei angelockt, herbei, und Kätchen bekam für ihren Eigenwillen eine lange, tüchtige Strafpredigt. Meinem Mütterchen, die immer lauter schluchzte, sprachen alle Trost ein, aber sie wollte sich gar nicht beruhigen lassen und schwer betrübt zogen wir beide von der schrecklichen Kaffee-Visite nach Haus.

 

Dramatik pur!

Das Buch kommt schließlich zum Happy-End. Der Hampelmann des kleinen Bruders Max heiratet unsere Puppe Gretchen. Die kleine Leserin wird frühzeitig auf ihr zukünftiges Leben an der Seite ihres eigenen Hampelmannes vorbereitet.

 

Zum Schluß

Mit meiner Verheiratung mit dem Hampelmann muß ich nun meine Lebensbeschreibung vorläufig schließen, meine kleinen Leserinnen! Meine Erlebnisse in der Familie meiner so außerordentlich liebenswerten, freundlichen Besitzerin waren ja nur eine Reihe von fast lauter glücklichen Tagen, die mir vergönnt waren. So lange ich bei meinem lieben Männchen und bei Trudchen Hillmer blieb, ist es mir auch weiterhin immer gut gegangen, ich habe nie Ursache gehabt, mich zu beklagen oder traurig zu sein. Aber es sollten auch schwere Tage für mich kommen! Wie es geschah, dass ich zu einem anderen kleinen Mädchen kam und was für böse Dinge da vorgekommen, das werdet ihr vielleicht ein anderes Mal noch von mir erfahren.

Für heute habt Dank, dass ihr meinen Erzählungen so aufmerksam gefolgt seid. Ich darf wohl hoffen, daß ihr so manches gute Wörtchen beherzigen werdet, was ich hie und da eingestreut habe.

Und nun lebt wohl und behaltet mich einstweilen in gutem Andenken, ihr lieben, kleinen Mädchen! Auf Wiedersehen ein andermal!

Eure

Puppe Gretchen.

 

So lief Kindererziehung im Jahre 1888. Das nur zwei Jahre früher erschienene Buch „Puppenköchin Anna“ habe ich euch vor einiger Zeit schon vorgestellt. Damals wurden Mädchen eifrig auf ihre strahlende Zukunft als Hausfrau und Mutter vorbereitet.

 

Das wars für heute mit den Puppengeschichten. Meine Ausgabe ist übrigens noch eine sehr Frühe. Spätere Auflagen von 1900 und 1903 hatten nicht mehr dieses Bild auf dem Buchdeckel, sondern ein kleines Mädchen mit (relativ hässlicher) Puppe.

 

Wandertagebuch – Juli/August 1921


In der kleinen Reihe handgeschriebener Bücher stelle ich euch heute ein Reisetagebuch vor, das die – meinen treuen Besuchern bereits bekannte – Tante Toni während ihrer Wanderung durch Tirol führte.

Den Buchdeckel ziert ein geprägtes Bild. Ich interpretiere es als das Wappen von Tirol: Adler und Eichenlaub. Der Adler hält noch ein kleines Wappen mit Eichblatt und Eichel. Auf dem Wappen sitzt ein Soldatenhut.


 

Wanderung von Kufstein bis Innsbruck vom 21. Juli bis 4. August 1921

Wenn Einer eine Reise tut, dann soll er was erzählen, so wünscht’s die Alpine Vereinigung und es ist auch moralische Pflicht der Glücklichen, die sich Gottes schöne Welt ansehen konnten, Andere ebenfalls an dem Genuß der Schönheiten, an denen sie selbst sich begeistert haben, teilhaben zu lassen.

Ob man freilich etwas erzählen kann, das erzählenswert ist und das Interesse der Zuhörer wach erfüllt, das ist eine andere Sache. Wenn man aber den Ausspruch beherzigt: Laß nur auf dich was rechten Eindruck machen, so wirst du schon den rechten Ausdruck finden, dann wird die Sache schon gehen. Geht man nicht mit ganz abgestumpften Sinnesorganen seines Weges, dann nimmt man ja bei jedem Schritt neue Eindrücke in sich auf, die nicht so schnell wieder verblassen

 

und daheim mit Hilfe des Erinnerungsvermögens sowie der mitgebrachten Ansichtskarten noch einmal recht lebendig werden und mit diesen beiden Hilfsmitteln ich nun versuchen, einen Bericht von unserer diesjährigen Sommerreise, die von Anfang bis zum Ende von dem herrlichsten Hochsommerwetter begünstigt war und über alles Erwarten wunschgemäß verlief, zu geben.

Wenig angenehme Erfahrungen, die auf unseren Reisen in die oberbayerischen Alpen 1918 und 1920 den freudigen Genuß am Wandern stark beeinträchtigt hatten, ließen uns diesmal vorsichtiger sein. Zunächst versuchten wir es mit der Benutzung des Nachtschnellzuges Berlin-München von Jena aus, da wir diesen in Saalfeld stets überfüllt angetroffen und niemals das Glück hatten, einen Sitzplatz zu erwischen und richtig, wir brauchten nicht lange zu suchen sondern fanden bald ein Abteil mit noch 2 Sitzplätzen und im übrigen sehr angenehmen Reisegenossen – in diesem

Falle Schlafkameradinnen, denn jeder versuchte es wenigstens mit der Möglichkeit zu schlafen. In Augsburg stiegen die meisten der Damen um und wir entfalteten nun eine lebhafte Tätigkeit, da diese mit den üblichen unzähligen Handgepäckstücken durch die engen, verrsperrten Gänge nicht zum Ausgang gelangen konnten, indem wir den Damen über ein Dutzend Handkoffer und Taschen, Hutschachteln, Plaidhüllen u.s.w. zum Fenster hinaus bugsirten, hübsch in der Reihenfolge wie sie ausgestiegen waren.

Der Apparat funktionierte tadellos, wie von den Empfängerinnen dankerfüllten Herzens anerkannt wurde. In München trafen wir 9.30 mit ein 1/2stündiger Verspätung ein, diesmal bei herrlichsten Sonnenschein, was wir hier selten erlebt hatten.

Unser erster Gang war nach dem oesterreichischen Consulat, um unsere Pässe visiren zu lassen. Das war eine recht umständliche zeitraubende Sache. Ein Andrang

wie in den schlimmsten Tagen der Hungerjahre bei der Kohlrüben- oder Kartoffelausgabe, nur der Gesichtsausdruck der sich Drängenden war ein anderer.

Die Reisebeschreibung fährt nun mit dem Besuch des Consulats fort. Die Pässe werden abgegeben, und bis 1 Uhr musste gewartet werden, ehe sie wieder ausgehändigt wurden. Tante Toni und ihre Reisegefährtin verbrachten die Zeit bei einem deftigen Mittagessen im Restaurant August(in)er.

Mit den Pässen zurück zum Bahnhof und ab nach Kufstein. Tante Toni schreibt über die herrliche Aussicht vom Zug aus auf den Pendling, einen Berg, der bis vor kurzem noch unbezwinglich war, den nun aber das Kufsteiner Haus krönt. (hier ist die Webseite dazu: pendlinghaus.at)

Bei einbrechender Dunkelheit kamen wir in Kufstein an, passirten ohne Zwischenfall die Zollrevision, mit gutem Gewissen konnten wir die Frage des Beamten beantworten, ob wir mehr als 3000 DM Gold bei uns führten; in Bezug auf Cigarren war das Gewissen nicht ganz so rein, in meiner Jacke eingeschnallt steckte ein Kistchen des kostbaren Krautes in etwas mehr als erlaubter Menge; Ich schmuggelte sie aber glücklich über die Grenze; die Beamten verlangten von uns Touristen keine hochnotpeinliche Untersuchung.

Interessant ist, wie unvorbereitet man damals an einem Urlaubsort erscheinen und um Unterkunft ersuchen konnte:

Nach einigen vergeblichen Fragen nach Nachtquartier bot uns der Hausdiener von den „Drei Königen“ solches an und wir bekamen ein nettes Zimmer. Als uns dann im Gastzimmer die erste Speisekarte vor Augen kam wurden diese groß und immer größer angesichts der Preise für die verschiedenen Speisen und Getränke und wir sagten uns in banger Ahnung, daß der beim Geldwechsel in München uns überschüttende und unversieglich erscheinende Kronensegen bei diesen Preisen bald erschöpft sein würde: 1 Glas Bier 11 Kr., 1 Suppe 15 Kr., 1 Goulasch 80 Kr., 1 Port. Kartoffeln 15 Kr., 1/4l Wein 45 Kr. Wir mußten uns erst an diese hochklingenden Preise gewöhnen und sie in deutsche Mark übersetzen um dahinter zu kommen, daß sie so gar niedrig waren.

nebenbei: Der Umrechnungskurs betrug im Juli 1921  100 Kronen = 12 Mark, die Portion Goulasch kostete also M 9,60, das Viertel Wein M 5,40. Nur unwesentlich später, also ab Oktober 1921 setzte die Inflation ein. (Link) Der Wert der Mark verlor im Vergleich Goldmark-Papiermark vom Januar 1921 (Wert:1GM=30PM), über Oktober 1921 (100), Januar 1922 (200), Oktober 1922 (1000), Januar 1923 (10.000) usw. Tante Toni hatte also das Glück, ihr Geld bei dieser Reise noch gut ausgeben zu können.

Zwei Tage hielten wir uns in Kufstein auf; am 1 Tag, Donnerstag d. 21. Juli unternahmen wir die erste kleine Übungstour nach dem Brentenjoch 1262m. (Link hier) wir machten im Alpengasthof Vorderdux Kaffeerast und gingen dann weiter über Hinterdux bis zur Höhe des Brentenjoch, wo wir die ersten Alpenrosen pflückten und uns mitten in den süß duftenden Wiesenblumen liegend einige Stunden von der Höhensonne bestrahlen ließen, was wir hier vollständig kostenlos haben konnten.

Zurück ins Tal, gut zu Abend gegessen und den Ausflug für morgen geplant – Besteigung des Pendling. Tante Toni beschreibt ihre Wanderungen, ihre Eindrücke, die Aussicht, das Panorama und nicht zuletzt die Unterkünfte auf ihrer Reise. Mal starten Sie aus ihrer Unterkunft zu Tagestouren auf umliegenden Berge und kehren abends wieder zurück. Ein andermal wandern sie mitsamt ihrem Gepäck auf einen Berg und übernachten in einer Hütte. Lest hier:

Wir vergaßen alle Mühsal, als wir das Haus erreicht hatten und erst mal eine kurze Umschau hielten, ehe wir uns die sehr nötige Stärkung und Ruhe gönnten. Unsere erste Frage galt der Unterkunft, denn Sonnabend und Sonntag herrscht Hochbetrieb im Stripsenjoch-Haus, da wallfahrten die Kletterer und solche die es werden wollen aus der näheren und weiteren Umgebung nach dieser Höhe, um von da aus Klettertouren nach dem Totenkirchl (Link hier) zu unternehmen. Für uns ein sehr interessanter Fall, wenn so auch die Schuld trug, daß wir uns mit einem sehr primitiven Matratzenlager begnügen mußten. Nachdem wir uns dieses gesichert hatten, nahmen wir den Nachmittagskaffee in der Glasveranda rein, von der aus man einen herrlichen Ausblick nach dem Totenkirchl, Priestertuhl und hinab zur Griesener Alm genießt.

Eine junge Dame hörten wir erzählen, dass ihre Schwester mit einer zweiten Dame unter Führung eines Herren ihre erste Kletterpartie machten, sie gaben sich Zeichen hinüber und herüber, mit einem Male wurde die Befürchtung laut, daß die drei sich verstiegen haben müßten. Dasselbe Schicksal hatten auch 2 Herren, die wir von einem ganz nahe beim Totenkirchl ragenden Felsgipfel beobachtet hatten, andere junge Leute denen die richtigen Wege bekannt waren, riefen Ihnen zu, wie Sie aus dem so genannten „rosigen Kamin“, von dem aus sie keinen Abstieg finden konnten, in den Führerkamin gelangen konnten. Wir folgten dann ihrem Rückzug ganz gut mit Hilfe des Fernglases und sahen sie unversehrt nach längerer Zeit zurückkommen.

Drei aber fanden an dem Abend den Rückweg nicht mehr; ein einsames Lichtlein hoch oben in einer Felsspalte kündete, daß sie dort Nachtquartier wohl in nicht gerade beneidenswerter Lage bezogen hatten.

Noch spät am Abend, als wir schon längst unser Lager aufgesucht hatten, hörten wir das Jodeln der Wirtin und die antwortenden Stimmen vom Totenkirchl, was mich mit Gruseln erfüllte und mir mein sehr wenig einladendes Matratzenlager als eine herrliche Einrichtung erscheinen ließ.

 

Das Reisetagebuch umfasst 39 Seiten mit Berichten, wie diesen. Am besten gefallen mir die Hintergrundinformationen. Preise, die zeigen, was seinerzeit wofür bezahlt werden musste und Gepflogenheiten bei Urlaubsreisen. Wer kann sich heute noch vorstellen, mit dem Zug an sein Urlaubsziel zu reisen, ohne sich vorher Gedanken über die Unterkunft gemacht zu haben? Oder welche Dame wird heute mit einem Herrn eine Felswand besteigen, ohne ausreichend ortskundige Führer dabei zu haben, um nicht in einer Felsspalte übernachten zu müssen. Heute würde wahrscheinlich der Rettungshubschrauber zum Einsatz kommen.

Die so mühsam erkämpfte Höhe wollten wir nicht nach kurzer Zeit schon verlassen und benutzten die Rast zu einer Stärkung. Unser Wandergenosse spendirte mir Chocolade zur Belohnung für die beim Aufstieg bewiesene Tapferkeit. In ebensolchen Geröll wie bergauf ging’s auf der anderen Seite wieder bergab aber weniger steil bis zur Epp-Lisl-Alm, wo wir mit prachtvoller Buttermilch gelabt wurden. Dann ging’s immer noch weiter zu Tal am wild rauschenden Gebirgsbach entlang, bis das Tal sich weitet und das freundliche Scharnitz uns Wanderer aufnahm. Beim Neuwirt fanden wir gute und preiswerte Unterkunft, vorzügliches Abendbrot. Schweinebraten 90 Kr., Rindfleisch 50 Kr., Salat 10 Kr., dazu 1/2 Special 70 Kr., alles ausgezeichnet und zu empfehlen. Da leider die schönen Urlaubstage zu Ende gingen, konnten wir diesen sehr gemütlichen Aufenthaltsort nicht länger genießen und fuhren schon am nächsten Morgen, Donnerstag d. 4. Aug. über Garmisch und München ohne weiteren Aufenthalt der Heimat zu, beglückt und zufrieden und reich an schönen Erinnerungen, an denen wir in späteren Jahren, wenn die Kräfte zum Wandern nicht mehr reichen, zehren wollen. Vorläufig aber hoffen wir noch: Auf Wiedersehen du herrliche Bergwelt!

 

Weiter gewandert wurde zumindest in diesem Tagebuch nicht mehr. Ab der nächsten Seite wurde es stattdessen als Haus-Konto Buch für die Jahre 1944-1948 benutzt. In den letzten Kriegsjahren und in den Folgejahren wurden im Haus ausgebombte Familien einquartiert.

Mieteinnahmen links, Rattenbekämpfung und Müllabfuhr rechts.

  1. April – der Russe bekommt für 5 Stunden Gartenarbeit 2 Reichsmark.

 

 

  1. & 2. Dezember – Licht und Heizung im Luftschutzraum (jeder -,70) u. Müllabfuhr (jeder 1,30)

  2. Februar 1945 – Kellerlicht und Heizung für Laufer und Sending (2,50)

 

Und über das Kriegsende hinweg geht es weiter, als wäre nichts geschehen:

Trauriges Tagebuch meiner Oma


Heute stelle ich euch in der Reihe der kleinen Handschriften-Reihe (die ganze Serie gibt es hier) ein kleines Tagebuch vor, das meine Oma als Jugendliche begonnen hat und nach dem Tod ihres Ehemanns als Erinnerungsbuch weiter geführt hat. Es ist nicht wirklich ein Tagebuch, da es keine fortlaufenden Eintragungen enthält. Vielmehr handelt es sich um ein Buch voller Andenken. Einige davon werde ich euch hier und heute zeigen.

 

Schlägt man das Büchlein auf, stößt man auf einige Bilder, die meiner Oma wohl besonders viel bedeutet haben.

Unter dem wohl von ihm geschriebenen und wahrscheinlich an eine Karte, einem Blumenstrauß oder einem Geschenk befestigten Kärtchen „aus Liebe“ seht ihr meinen Opa als schmucken Mann, darunter als junger Drogist neben seinen Mitlehrlingen oder Angestellten, oben rechts als Soldat im Einsatz an der Ostfront und unten links die beiden Gräber von ihm – gefallen im Alter von 35 Jahren – und seinem besten Freund und bei der Wehrmacht Chef Fritz Stille. Während mein Opa „nur“ Unteroffizier war, schaffte es Freund Fritz bis zum Leutnant.

 

Zwischen den nächsten Seiten hat meine Oma ihr Hochzeitsfoto und ein paar getrocknete Rosenblätter aufbewahrt. Nach ihrem Tod haben wir ein Foto ihres Sarges dazugelegt.

 

Weiter geht es mit einem Foto der beiden Freunde. Ernst und Fritz, der nicht so klein war, wie es scheint, sondern der hier in einem Loch steht.

 

Ein Gedicht aus der Zeit gegen Ende oder kurz nach dem Zweiten Weltkrieg. Meine Oma hatte 1941 noch ihr viertes Kind (das dritte überlebende – siehe meinen Mutterkreuz-Artikel) – meine Mutter – bekommen. Sie und ihr Vater sollten sich nie kennenlernen. Die Geschichte dazu gab es schon im Artikel über die Ausbombung. Meine Oma lebte 1942 mit ihren Kindern (5, 2 und 1) nach dem Fliegerschaden zuerst beim Bruder in Arnstadt, dann bei den Eltern in Erfurt. Viel Arbeit, viel Not, kein Mann zur Unterstützung.

 

Wir springen ca. 15 Jahre zurück. Zum Ende der Schulzeit – wahrscheinlich am letzten Schultag – gaben sich alle Freundinnen gegenseitig einen guten Spruch mit auf den Weg.

Meine Oma war 16 und ihre Freundinnen haben ihr diese Zettel zukommen lassen. Ich weiß nicht genau, wie man sich das vorstellen kann, denke mir aber, dass jeder dieser Zettel aus zwei Hälften bestand und in einem Block oder Büchlein zusammengebunden war. Alle Blätter hatten eine Herzform, man notierte auf der oberen Hälfte, wem man wann einen Zettel gegeben hatte, schrieb einen Spruch, riß den unteren Teil ab und gab ihn der Freundin.

Hier die Ratschläge der besten Freundinnen, die ebenfalls um die 16 gewesen sein werden. Früher nannte man es das Backfischalter.

Wir wollen uns den grauen Tag vergolden, ja vergolden. Storm (aus dem Oktoberlied) Denke gern an unsere freudige Jugend! Deine Annemarie Kilian. Erfurt, d. 2.4 27

Einen Mund, der nicht küßt, ein Herz, das nicht geliebt, weiß nicht was für selige Stunden es gibt. Zum Andenken, Cäte (?) Jacobsohn, März 1927

Die Liebe und der Suff, die reiben den Menschen uff. Zum Andenken an Ruth Karlstadt, Erfurt, d. 2.4.27

Wenn der Mond macht seine Runde, ist zum Küssen die beste Stunde. Befolge das! Hilde Kahlert, 2.4.1927

Gibt dir das Schicksal einen Puff so weine keine Träne. Lach dir ’nen Ast und setz dich druf und baumle mit de Beene! Zur Beherzigung! Mops Rottig, den 2.4.27

Liebe und Wein vertragen sich fein, denn Liebe ist ein Blümchen und will begossen sein. Merk‘ dir’s! Deine Margot (?), Erfurt, d. 2.IV.27

 

 

Ein Kuß ist das Zusammenbauzen zweier kleiner Menschenschnauzen! Zur frdl. Erinnerung an unsere schon lustige Schulzeit! Hildegard Krubzig d. II.IV.27

Lieb macht Wasser heiß, doch Wasser niemals Lieb zu kühlen weiß. (Shakespeare) Zur Erinnerung Erna Lautzsch, Erfurt, den 2.4.27

Bescheidenheit ist eine Zier, drum liebe einen und nicht vier! Zur Beherzigung! Hilde Wittsack. Erfurt, den 2.4.1927 (Anmerkung: 53 Jahre später sind die beiden zufällig in Nachbarhäuser umgezogen, haben sich nach zehn oder zwanzig Jahren wiedergetroffen und waren bis zum Tod meiner Oma gute Freundinnen)

Willst du ins Ausland dich verlieben und macht die fremde sprach dir Qual, küssen kannst du hüben so wie drüben, denn der Kuß ist international! Zur Erinnerung an Irmgard Harrigfeld. Erfurt, den 2.4.1927

So nimm denn meine Hände und führe mich, in eine stille Ecke und küsse mich! Zur Erinnerung! Lotte Beer. April 1927.

Erst kommt der Frühling und dann die Liebe. Und dann und dann kommt „Er“. Da lernt man küssen, ja richtig küssen, und hält verliebt sein Schnäuzchen her. Zur Erinnerung an Traudl Roth.

 

Lass deine Liebe nicht ermatten, auch nicht bei 30° im Schatten! Zur Beherzigung! Grete Lösch. Erfurt, d. 2.4.27

Liebe Friedel Du sollst leben und dein Liebster auch daneben, doch vor einem warn‘ ich dich, küsse nicht so fürchterlich! Befolge meine Warnung! Deine Gertrud Pischinski (?) den 2. April 1927.

Schweigen ist Silber, reden ist für Dich Gold. Lotte Arnold. Im Frühling 1927

Eener alleene is nich scheene. Eeene alleene is och nich scheene! Aber eener und eene – und dann alleene – das is scheene! Zur Erinnerung an Elisabeth Saß.

 

Wieder zurück ins Jahr 1941.

Das Foto zeigt meine Großeltern, auf dem Schoß des Opas meine Tante (Jahrgang 37) und mein Onkel (Jg. 40). Da der Bengel ca. ein Jahr alt zu sein scheint und meine Mutter 1941 folgte, dürfte meine Oma hier schon ordentlich schwanger gewesen sein.

Um das Foto habe ich drei Zeitungsausschnitte gelegt, die im Tagebuch auch an dieser Stelle liegen. Oben links eine Ermahnung, die Todesanzeigen in der Tagespresse – 1942 kamen sie schon reichlich – mehr zu würdigen. Daneben die Todesanzeige für den eigenen Mann und unten der Frontbericht, der beschrieb, wo Opa war und dann auch blieb.

 

Noch ein weiterer Bericht.

 

Ein Gedicht zum Heldengedenktag aus der Thüringer Gauzeitung vom 21. März 1943. So ungern man heute über Dinge wie einen Gedenktag zur Ehrung der Helden der Deutschen Wehrmacht reden möchte, hat er seinerzeit meiner Oma viel bedeutet und sie hat bestimmt noch einmal mehr an ihren toten Mann gedacht.

 

Nochmal ein Blütenblatt und zwei getrocknete Edelweiß. Früher fand man die auf Wanderungen noch häufiger.

 

Noch drei Fotos und zwei Notizen:

  • oben links: die beiden Freunde Ernst und Fritz Stille, 1941. Rußland.
  • oben rechts: Mein „Weltenbummler“. bekommen am 28.8.28
  • rechts unten: ein Minifoto meiner beiden Großeltern
  • zwei Notizzettel mit Verabredungen zu (heimlichen?) Treffen:
    • Treffen wir uns um 8 Uhr Ecke Schlößerstraße u. Anger bei Lamm. frdl. bis dahin hoffentlich mit besserer Laune
    • treffen wir uns heute abend   ja? nein?

 

Zwei Fotos, die den Liebsten bei der Arbeit in unserer Drogerie zeigen. Einmal allein, einmal beide gemeinsam.

 

Und zum Schluss noch zwei Fotos in schmucker Pose und bei einem Ausflug mit dem Bruder des Liebsten.

 

Damit endet dieser Artikel, der mich einerseits traurig gestimmt hat, andererseits lebt ein Mensch in den Gedanken an ihn weiter. Das tun meine Oma und mein Opa hier. Mehr zu ihnen findet ihr im Artikel „Briefe von der Front„.

 

 

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