Sture Verlierer des Ersten Weltkriegs – Köhler’s Deutscher Kalender 1934


Im Jahr 1934 war die Machtübernahme durch die Nationalsozialisten noch frisch, man glaubte an eine kurze Blütezeit dieser Bewegung und ein ebenso baldiges Verschwinden. Das hat bedauerlicherweise nicht funktioniert.

Heute möchte ich euch einen Jahreskalender vorstellen, der 1934 vom Verlag Wilhelm Köhler in Minden/Westfalen herausgegeben wurde. Dieser Verlag ist bekannter als Herausgeber von Köhler’s Kolonialkalender, der mit dem Untertitel „Ohne Kolonien – Volk in Not, Kolonialbesitz – Arbeit und Brot.“ warb.

Zu den deutschen Kolonien habe ich euch in meinem letzten Artikel hier bereits einiges geschrieben.

Bezeichnend für die in diesem Verlag erschienen Kalender ist die feste Überzeugung, dass der erste Weltkrieg durch die so genannte Dolchstoßlegende verloren wurde. So trauert der Kalender, den ich euch heute vorstellen möchte, von vorne bis hinten der „guten alten Zeit“ und den vielen Gebieten des Deutschen Reiches nach, die uns nicht mehr gehörten.

Das 216 Seiten starke Büchlein beginnt mit Eigenwerbung.

Die hier erwähnte Wandkalender auf Karton, die Beilage, fehlt mir. Aber ich glaube, das ist kein Problem.

Der eigentliche Kalender beinhaltet wichtige Informationen, Sternenkonstellationen, Namenstage, usw. Es gibt eine Spalte für den evangelischen Kalender und eine für den katholischen.

Der Februar folgt.

Dieser Kalender wäre nur ein weiterer Kalender, wären da nicht die benachbarten Seiten. Im folgenden habe ich euch ein Gedicht abfotografiert, das euch einen ersten Eindruck über den Inhalt vermitteln soll.

Der Verfasser, Fritz Kudnig, war ein seinerzeit bekannter Heimatdichter, dessen ostpreußische Gedichte bis in die Fünfzigerjahre mehrmals neu aufgelegt wurden.

Ein paar Seiten weiter wird dem Leser erklärt, wieso Ostpreußen nicht mehr am Deutschen Reich hängt und wer dafür verantwortlich ist.

Bilder aus dem „abgetrennten deutschen Osten“ sollen die gute alte Zeit aufzeigen und uns dazu überreden, sie zurückzusehnen. Hier seht ihr ein Foto aus Deutsch-Eylau, dem heutigen Iława, einer Stadt, die auf eine Gründung des Deutschen Ordens zurückgeht. Ohne die Bildunterschrift „Aus dem abgetrennten deutschen Osten“ wäre dieses Bild durchaus informativ und hübsch anzuschauen. Aus dieser Gegend kam Herr Hindenburg.

Das nächste Bild zeigt uns das Tannenberg-Denkmal. Mehr über die Schlacht bei Allenstein, die auf Wunsch Hindenburgs in Schlacht bei Tannenberg umbenannt wurde, erklärt euch Wikipedia hier.

Die Bildunterschrift „Aus dem abgetrennten deutschen Osten“ zieht sich durch den ganzen Kalender.

Aber es folgen auch wieder wichtigere Informationen für den fleißigen Kalendernutzer. Hier der immerwährende Trächtigkeitskalender der nutzbarsten Haustiere:

Platz, um sich die wichtigsten Nummern zu notieren:

Und eine Liste aller Märkte in Ostpreußen, sowie allen anderen deutschen Provinzen. Diese Liste umfasst allein 32 Seiten.

Auch der Humor kommt nicht zu kurz:

Ein Überblick über die geringe Besetzung der Arbeitsplätze im Deutschland vor der Machtergreifung Adolf Hitlers und seines „Generalangriffs auf die Arbeitslosigkeit“. Laut dieser Tabelle waren nur ca. einem Drittel der Arbeitsplätze in Deutschland mit Arbeitern besetzt. Inwiefern die Tabelle mit der hohen Arbeitslosenquote der 1920er Jahre zusammenhängt, hat sich mir noch nicht erschlossen.

Der Reichsarbeitsdienst (RAD) war eine von Hitlers Maßnahmen, um Arbeitslose von den Straßen und – noch wichtiger – aus der Statistik zu bekommen. Nach dem Prinzip „Keine Wohlfahrtsunterstützung ohne Arbeit“ wurde der Bezug von Sozialleistungen an die Arbeit im RAD geknüpft.

Aber auch an die Freunde der Eisenbahn wurde gedacht. Ein Stück der Deutschen Reichsbahn im Wert von 412 Reichsmark gehörte theoretisch jedem Einwohner des Deutschen Reiches:

Natürlich darf auch er nicht fehlen. Damals noch in SA-Uniform schaut er ein wenig ratlos. Undenkbar wäre es ein paar Jahre später gewesen, Hitler erst so weit hinten im Buch durch sein Konterfei zu ehren.

Im Jahr 1934 folgten auf das Foto des GröFaZ noch Astrologische Vorhersagen. Wer mag, kann die Vorhersage bis 1942 ja mal studieren und mit den tatsächlichen Ereignissen vergleichen:

Werbung für Bartschneidewerkzeug mit der Umsonst-Falle und der Hinweis für Frauen, dank der köstlichen Eta-Tragol-Bonbons eine Liebeserklärung nach der anderen zu bekommen. Denn schon nach wenigen Wochen nehmen Sie 10-30 Pfund zu:

Auf der folgenden Seite findet ihr Werbung für Photo Porst. Über den lieben Onkel Porst und seine Gewinne dank Arisierung hatte ich euch bereits im Artikel über das Flunder-Spiel berichtet.

Hier habe ich eine Anzeige für Pantaflavin gefunden. Der Artikel dazu kam schon oder kommt noch. Wenn er da ist, findet ihr ihn hier.

Werbung für „Mein Kampf“, damals noch verhältnismäßig neu und noch neben Waschmaschinen und Gitarren beworben:

Postgebühren 1934:

Und zu guter Letzt billige Bücher im Versand:

Werbeanzeigen

Filmvorführkarte – 1943


Heute habe ich etwas für euch, das ich erst vor wenigen Tagen auf dem Flohmarkt gefunden habe.

Das ist eine Faltkarte, die einem Filmvorführer gestattet, den genannten Film in seinem Kino vorzuführen. Nicht jeder x-beliebige Film durfte nach Lust und Laune gezeigt werden. Alles musste von der Film-Prüfstelle koordiniert werden. Das ist auch heute noch so. Diese Stelle legt fest, ob ein Film für Zuschauer ab 0, 6, 12, 16, 18 Jahren oder nur von Erwachsenen angesehen werden darf.

In unserem Fall wurde der Deutschen Film-Herstellungs- und Verwertungsgesellschaft m.b.H. (aus Berlin-Tempelhof) die Erlaubnis erteilt, den Film „Deutsches Land in Afrika“ von 1939 vorzuführen. Die Webseite dieser Gesellschaft findet ihr hier, die Infos zum Film hier.

Auf der Vorder- und der ersten Innenseite findet ihr eine kurze Beschreibung des Teams und des Inhalts. Die Inhaltsangabe ist jedoch recht ungenau. Wer sich den Film anschaut, wird bemerken, dass hier neben dem beschriebenen Inhalt auch über den „Kolonialraub durch die Gegner im Weltkriege mit der Begründung der Kolonialen Schuldlüge“ und die „Behauptung, Deutschland habe die Eingeborenen misshandelt und sei unfähig zu kolonialisieren.“ (Zitate) gearbeitet wird.

Das Werk bestand aus 4 Filmrollen, deren Länge ihr hier seht. So wusste der Vorführer, wann der Rollenwechsel bevorstand.

Beachtet bitte die Notiz: Der Film ist staatspolitisch wertvoll und volksbildend. (Diese Anerkennung hat Gültigkeit bis 31. Mai 1945.)

Der Film kursiert auf YouTube. Wer ihn sich ansehen möchte, klickt hier.

Dass sich alle Kolonialmächte nicht mit Ruhm bekleckert haben, hatte ich euch seinerzeit schon einmal hier erzählt.

ADAC Wochenendfahrt durch Thüringen – 1929


Die meisten Autofahrer in Deutschland sind Mitglied in einem der beiden großen Automobilclubs. Der ADAC ist dabei Spitzenreiter und jeder kennt die gelben Autos und Hubschrauber.

Der ADAC wurde bereits 1903 als Deutsche Motorradfahrer-Vereinigung gegründet. Aufgrund steigender Autofahrerzahlen, beschloss man schon 8 Jahre später, im Jahr 1911, sich in Allgemeiner Deutscher Automobil-Club umzubenennen. Mit einem kurzen Zwischenspiel als Der Deutsche Automobil-Club (DDAC) während der Zeit des Dritten Reiches und als Konkurrenz zum Nationalsozialistischen Kraftfahrkorps (NSKK), sammelte der ADAC Mitglieder, die sich heute auf nahezu 21 Millionen Kraftfahrer beläuft. Während mein Großvater Mitglied des ADAC war, war mein Großonkel im NSKK. Dazu ein anderes Mal mehr.

Damals wie heute veranstaltet der ADAC Ausfahrten. Kraftfahrer treffen sich mit ihren – meist gut gepflegten und schön zurecht gemachten – Fahrzeugen, um eine gemeinsame Route zu fahren. Damals wie heute sind dabei noch immer die gleichen Autos unterwegs.

Die Autos meiner Großeltern wollte ich euch schon länger vorstellen. Es wird Zeit, das nachzuholen. An einem von ihnen war das heutige Relikt angebracht.

Ziemlich groß und ganz schön schwer kommt es daher. Die Aufschrift lautet:

AUTOMOBILCLUB „MITTELTHÜRINGEN“ KÖNIGSEE/THÜRINGEN

15.-16. VI 1929

A.D.A.C. WOCHENENDFAHRT NACH SCHWARZBURG

 

Ich würde die Plakette gern an meinen Kühlergrill anbringen. Allein, mein Auto hat keinen, der groß genug wäre. Außerdem würde man sie mir bestimmt klauen. Also liegt sie in einer Kiste, ungeputzt und ungenutzt.

Milchlieferanten nehmen Margarine – die Dürre im Sommer 1959


Die Alten unter uns erinnern sich vielleicht noch – der Sommer 1959 hielt Mitteleuropa fest im Griff.

Das Bundesarchiv hält für uns eine UFA-Wochenschau vom 14. Juli 1959 bereit. Ab 0:00:05:05 wird über den heißen Sommer berichtet und wir sehen, wie sich die Westberliner über die Hitze retteten.

Ein großes Problem hatten damals im Westen wie im Osten Deutschlands die Bauern mit der anhaltenden Dürre und der Wasserknappheit. Dazu habe ich neulich einen Merkzettel gefunden, der seinerzeit den Bauern in der DDR in die Hand gegeben wurde. Wir alle wissen, dass zu Zeiten von Lebensmittelknappheiten immer die Bauern diejenigen waren, die am Ort der Produktion der benötigten Waren und damit an der Quelle saßen. Nach dem zweiten Weltkrieg wurden Hamsterfahrten ins Umland gemacht, um beim Bauern direkt Lebensmittel (zu unglaublichen Preisen) zu erwerben. Wikipedia weiß Details.

Um dem vorzubeugen, gab es den folgenden Aufruf:

Ob die Bauern diesem Aufruf nachkamen und ob ausreichend Milch gegen Margarine eingetauscht wurde, ist fraglich. Sicher wird sich niemand dieses lohnende Geschäft entgehen lassen haben. Es gab noch immer genug eintauschbare Wertgegenstände bei der Stadtbevölkerung, über die sich ein Bauer sehr gefreut haben dürfte.

Geschichten zum Vorlesen, Nacherzählen und Selbstlesen – Propaganda im Kinderbuch – 1939


Johanna Haarer verfasste vielbeachtete Erziehungsratgeber in der Bundesrepublik der Nachkriegszeit.

„Säuglingspflege für junge Mädchen Ein Unterrichtsbuch für Schulen.“ war ihr erstes Werk, „Kinder auf dem Bauernhof ihre Erziehung in Familie und dörflicher Gemeinschaft.“ ein späteres, „Unsere Schulkinder“, „Mein Strickbuch“ Band 1, 2 und 3 erschienen von 1949 bis 1951 und „Frau sein und gesund bleiben“ 1950.

Ihr Buch „Die Mutter und ihr erstes Kind“ kann noch heute bei Amazon erworben werden. (Link) Es handelt sich dabei um die von nationalsozialistischer Terminologie bereinigte Version von „Die deutsche Mutter und ihr erstes Kind.“ aus dem Jahr 1934.

Denn, was nicht all ihre Leserinnen wussten war, dass Sie in ihrer Rolle als „Gausachbearbeiterin für rassenpolitische Fragen“ der NS-Frauenschaft in München (aus Wikipedia) in den Blütejahren des Nationalsozialismus bereits eine der erfolgreichsten und umsatzstärksten Verfasserinnen von Erziehungsratgebern im Dritten Reich war.

Ihr perfidestes Werk jedoch war „Mutter, erzähl von Adolf Hitler!“

„Dieses kleine Buch über den Führer und das Dritte Reich ist entstanden aus der Beantwortung vieler, vieler Fragen, die ein paar kleine Kinder ihrer Mutter täglich immer wieder stellten: Fragen nach Worten und Begriffen, über die sie die Großen sprechen hörten, Fragen nach der Hakenkreuzfahne, die an der großen Festtagen des Volkes von allen Häusern weht, Fragen nach der Bedeutung des Deutschen Grußes und nach der Stimme des Führers, die so kraftvoll aus dem Lautsprecher tönt und der alle im Hause lauschen. Die Fragen nach dem Warum der großen Aufmärsche und Feiern – welche Mutter kennt sie nicht!“ War dem so? „Welche Mutter kannte sie nicht“?

„Das Kind muß begreifen und verstehen können, was wir ihm antworten, und doch müssen wir andererseits so zu ihm sprechen, daß nichts, was groß und ewig ist, verkleinert, verniedlicht und dadurch verfälscht wird.“ Selbstbewußte Worte, die Frau Dr. Haarer nach dem Ende der Nazizeit sicher ganz anders gemeint haben wollte.

Wie wird diese „großartige Geschichte“ kleinen Kindern vermittelt? „Wir werden das so schonend und kindgemäß wie möglich tun, aber trotzdem der Wahrheit nicht feige ausweichen. Denn niemals können Wahrheit und Wirklichkeit in der Seele der Kinder solchen Schaden anrichten wie Täuschung, Ausflucht und Lüge. Und wenn wir Ihnen, gedrängt durch die Fragen, ein Stück aus der Geschichte unseres Volkes und Vaterlandes erzählen, dann denken wir daran, daß sie ja auch in unseren unvergänglichen deutschen Volksmärchen das Leben manchmal von harten und grausamen Seiten kennenlernen, ohne Schaden zu nehmen.“  Dazu hatte ich euch seinerzeit dieses Buch im Artikel „Märchen – Deutung in der Nazi-Zeit“ vorgestellt.

Das Inhaltsverzeichnis verheißt aufregende Vorlese-, Nacherzähl- und Selbstlesestunden. Ich hätte mich sicher schnell gelangweilt, aber mahnende Worte der nationalstolzen Mutter werden für Ruhe und bedächtiges Lauschen gesorgt haben:

„Heute erzählst du uns vom großen Krieg, Mutter!“

„So kamen die Kinder in der Dämmerstunde bei der Mutter an. Also hört zu. Als der große Krieg ausbrach, war ich selbst noch ein Kind und ich lebte damals bei eurer guten Großmutter in der kleinen Stadt, in der ich auf die Welt gekommen bin.“ Mutter erzählt, wie der Erste Weltkrieg begann, dass alle deutschen Männer singend und feiernd in Erwartung eines kurzen siegreichen Kampfes durch die Straßen zogen.

Der Ladenbesitzer, Herr Schmitthammer, war bereits in Frankreich und hatte seiner Frau, die den Laden nun in seiner Abwesenheit führte einen Feldpostbrief geschickt und geschildert, dass „unsere Soldaten“ „nicht einen einzigen Franzosen“ „ins deutsche Land hereingelassen“ hatten. „Wie herrlich unsere Soldaten kämpften!“

Weiter erzählt uns die Mutter von ihren gelegentlichen Einkauf bei Familie Veilchenstein. „Ihr lacht über den komischen Namen, und wir haben als Kinder auch darüber gelacht.“ „Dann fragte meine Mutter nach Herrn Veilchenstein. Oh, es ging ihm gut. Nein, Frau Veilchenstein brauchte keine Angst um ihn zu haben! Er war ja nicht so weit vorne im Felde, wo geschossen wurde, ihn konnte keine Kugel treffen. Warum nicht? Oh, er war ja so tüchtig! Er kaufte weiter hinten die Lebensmittel ein, die die Soldaten zum Essen brauchten, solche Leute muss es auch geben, man konnte sie nicht entbehren. Und Frau Veilchenstein lächelte vor sich hin. Sie sah ganz anders aus als die arme Frau Schmitthammer, die immer magerer und ernster wurde vor lauter Sorgen. Sie war dick und rundlich, hatte ganz schwarze Haare und viele Ringe an den Fingern.“ „Bei Ihnen war immer Brot im Kasten, das wußte man in der Stadt. Auch Butter, Fleisch und Milch hatten sie zur Genüge, man brauchte sie allesamt ja nur anzusehen. Wir alle mochten die Veilchensteins nicht, auch die Kinder nicht. Sie sahen ganz anders aus als wir und hatten gebogene Nasen und ganz dunkles Haar. Sprach man einmal mit Ihnen, so wurden sie gleich frech und machen sich wichtig. Und je länger der Krieg dauerte, desto mehr sah und hörte man von Ihnen.“

Irgendwann ging der Krieg schließlich zu Ende.

„Aber nicht, wie wir alle gehofft hatten, mit einem großen Sieg! Oft, ach oft haben wir davon gesprochen, wie es sein würde, wenn endlich einmal der Frieden käme! Alle Glocken würden wieder läuten, hatten wir uns ausgemalt, und in langen Zügen, mit Blumen geschmückt, würden unsere Soldaten heimkehren. Nun aber kam es ganz, ganz anders, als wir gedacht hatten. Davon erzähle ich euch das nächste Mal.“

Und das Kart die Mutter auch. Sie erzählt lang und ausführlich vom angeblichen Verrat der Feindesmächte den deutschen Soldaten und dem deutschen Volk gegenüber. Die Dolchstoßlegende in kindlichem Format.

Im Weiteren Verlauf des Buches geht es – wie der Titel vermuten lässt – um die „Heldentaten“ Adolf Hitlers.

„So schrieb Adolf Hitler damals alles nieder, was er sich ausgedacht hatte, um Deutschland zu retten. Er erzählt in diesem Buch auch von seinem eigenen Leben und erklärt uns, warum alles so hat kommen müssen und warum Deutschland so in Not und Elend geriet. Er konnte damals nicht zu den Menschen sprechen, denn er war ja gefangen. Das schrieb eben alles, was er ihnen sagen wollte. Später druckten dann die Buchdrucker die geschriebenen Seiten ab und so entstand sein Buch „Mein Kampf“. „Das wollen wir lesen, Mutter! Sind auch Bilder drin?“ So Riesen die Kinder. Das Buch unseres Führers ist kein Buch für Kinder. Aber wenn ihr größer seid und es verstehen könnt, dann freilich sollt ihr es lesen, nicht nur einmal, nein, viele, viele Male.“

„Wenn Adolf Hitler bei seiner vielen, vielen Arbeit in der Reichskanzlei in Berlin einmal einen Augenblick innehielt und sich in seinem Deutschen Reich umsah, dann muß er sich wohl von Herzen gefreut haben – meint ihr nicht auch? Was hat er in kurzer Zeit nicht alles erreicht für sein Land und für sein Volk! Alle hatten wieder Arbeit, verdienst und Brot, es gab keine Arbeitslosen mehr.“ (Wie es dazu kam und dass es nicht wirklich auf Hitlers Ideen fußte, lest ihr z.B. hier nach.)

In was für eine goldene Zukunft uns Herr Hitler und seine Kameraden geführt hat, weiß jeder, der im Geschichtsunterricht aufgepasst hat. Opas glorifizierenden Reden über den GröFaZ zeugen oft von politischer Demenz und finden im wissensarmen Teil der Bevölkerung begeisterte Anhänger.

Ich bin der Meinung, dass solch glühende Verehrer des Nationalsozialismus wie Frau Dr. Johanna Haarer nach dem Ende des Dritten Reiches keine Erlaubnis zur Veröffentlichung ihrer alten Werke – selbst in überarbeiteter Form – oder neuer Schriften mehr erhalten hätte dürfen.

Zum Abschluß liste ich euch noch das Buchverzeichnis aus dem hinteren Teil dieses Buches auf:

Weiter Bücher zu diesem Thema hatte ich euch bereits hier vorgestellt:

Der Arzt als Hausfreund


Neben eine gut sortierten Hausapotheke ist eine hilfreiche Rezeptsammlung und ein Erste-Hilfe-Buch von unschätzbarem Wert.

Meine Erste-Hilfe-Bücher habe ich euch schon vor einiger Zeit vorgestellt. Wer sie verpasst hat, klickt hier.

Meine Hausapotheke kommt erst noch, aber andere Artikel zum Thema Apotheke findet ihr hier.

Heute geht es also um Rezepte, Heilmittel und Pulver – wirksam von Ärzten erprobt oder aus dem Koffer des Quacksalbers, das sollt ihr selbst entscheiden. Dazu habe ich euch dieses Büchlein aus dem Regal rausgesucht.

Der Arzt als Hausfreund, ein Deutsches Rezeptbuch mit 700 Hausarzneimitteln zu fast allen vorkommenden Krankheiten der Menschen. Leider ist es mir bisher nicht gelungen, ein Erscheinungsjahr zu finden. Auch ist das Buch in keinem Katalog aufgeführt. Und das, obwohl vor uns bereits die 27. vermehrte und verbesserte Auflage liegt.

Um euch den Lesegenuss so angenehm wie möglich zu gestalten, habe ich euch hier einige der schönsten Krankheiten herausgesucht und hoffe dass ihr mit den angegebenen Behandlungsmethoden den größtmöglichen Erfolg bei euch, euren Verwandten, oder euren Lieben erzielt.

 

Wer kennt nicht den Afterdarm und weiß was zu tun ist, wenn er ausgeht? Natürlich werden leere Schneckenhäuschen, wie man sie im Felde findet, ganz fein zu Pulver gestoßen und gesiebt, daß es gleichsam zu Mehl wird, und der Afterdarm damit bestreut.

Oder aber gegen kurzen Athem: einfach 1/4 Liter frische Wachholderbeere, grüne, halbreife und reife, wie sie vom Stock kommen, zerstoße dieselben, gieße 1 Liter Fruchtbranntwein daran, lasse es an der Sonne einige Zeit stehen, und trinke Morgens, Mittags und Abends jedesmal 1 Eßlöffel voll davon.

Das Aufliegen der Kranken ist besonders bei langer Bettruhe ein nicht zu vernachlässigendes Thema. Man nehme ein Rehfell mit recht langen Haaren, lege dasselbe mit der nackten Seite auf das Bett und zwar das Hinterteil des Felles nach dem Kopfe des Kranken, so daß die Haare des Fells nach dem Rücken des Patienten aufwärts gerichtet sind; über das Fell legt man ein weißes leinenes Tuch mit frischen Hirschtalg bestrichen und auf dieses legt man den Patienten mit bloßem Rücken. Bei schon wund gewordenen Kranken nimmt man zu einer ausgezeichneten Salbe: 30 Gramm Unschlitt, 15 Gramm weißes Wachs, 15 Gramm Provenceröl (das scheint Olivenöl oder auch Baumöl zu sein) und 7 Gramm Bleiextract. Sind Wachs und Unschlitt im Oel auf Kohlenfeuer geschmolzen, so rührt man den Bleiextract dazu, streicht die Salbe auf ein Stück Barchent (Wikipedia macht euch schlau) und läßt den Kranken darauf liegen. Oeftere Erneuerung dieses Barchentstücks ist nöthig.

 

Gegen hitzige, rothe Augen nimm weiße Herbstrosen und weiche sie drei Stunden im Rosenwasser ein, Hernach binde es über die Augen. Man darf aber nicht in die Luft gehen.

Blöde Augen hingegen werden auf drei Arten kuriert: 1. Für blöde Augen ist kein besseres Mitttel als der Fenchelthau der zwischen Ostern und Pfingsten gesammelt wird. 2. Mischt man Borsdorfer-Geist mit Essig, und reibt damit den Wirbel des Kopfes ein, so kann man damit blöde Augen sehr stärken. 3. Anis und Fenchel nach Belieben gegessen. – wer ist noch nicht wusste: mit blöden Augen bezeichnete man früher schwache Augen, also eine Sehschwäche. –

 

Ein wirklich hilfreiches Mittel Gegen den Bienenstich suchen wir alle und vielleicht haben wir es heute gefunden. Gleich nach erhaltenem Stich bringe man so schnell als möglich nur etwa einen Tropfen gewöhnlichen Oels auf die gestochene Stelle, ohne dasselbe einzureiben. Es dauert oftmals keine Minute, so ist der Schmerz vergangen.

 

Ein gutes Rezept, wenn einer auf die Brust gefallen ist. Gib ihm sogleich auf den Fall einen guten Trank Baumöl und Branntwein und hole in der Apotheke ein halbes Loth Drachenblut, nimm ein halbes Gläslein voll Körbelwasser, ein halbes Gläslein von Lindenblüthwasser, thue das Drachenblut in das gebrannte Wasser, mache es warm und gieb es dem Kranken zu trinken.

Eine Salbe zu den bösen Brüsten. Nimm lauter (hier: reine) kalt gegossene Kopflaugen (?) 45 oder 60 Gramm, Eine Messerspitze voll Saffran, lauter Leinöl 30 oder 45 Gramm, 30 Gramm guten Essig, das Weiße von zwei oder drei Eiern, diese Stücke klopfe untereinander, darnach nehme Roggenmehl, das nicht gebeutelt (d.h., durch einen Stoffbeutel gesiebt) ist, rühre es, daß es dick wird, nehme ein weißes Tüchlein, das so groß als die Brust ist, schneide ein Löchlein darein, daß das Wärzlein heraus geht, und streiche die Salbe auf’s Tuch, lege es über die Brust, bis es hart wird; wenn es bald gebraucht wird, vertreibt es die Schmerzen, wenn es aber lange ansteht, so muß es vereitern, die Salbe zieht es auf und heilt es, man darf es nicht meiseln, noch wischen und waschen.

 

Erhitzung. Wenn man sich auf Reisen, oder sonst bei einer Arbeit erhitzt hat, so sei man vorsichtig, sogleich etwas zu trinken, erst, nachdem man einige Zeit ausgeruht hat, löse man ca. 30 Gramm Zucker in einem Glas Wasser auf, dem man 1 Löffel voll Kirschengeist beimischen kann, und trinke es nach und nach.

Erschrecken.  Nach einem Schrecken trinke man gesottene Milch, so warm als man sie trinken kann. Oder: Zuckerwasser gleich nach dem Erschrecken getrunken, dämpft die dadurch erregte Galle und führt sie ab. Wenn man im Schlaf erschrocken ist, so trinke man Wegwartenwasser.

 

Gicht, Rheumatismus und Podagra (letzteres hatte mich beim ersten Lesen neugierig gemacht – es handelt sich dabei um eine Art Gicht, bei der der Fuß (gr.: pod) fest (gr.: agra) wird. lest mehr auf Wikipedia)

  1. Gicht äußert sich in Schmerzen der Gelenke, welche bald umherziehen, bald fest sitzen, und mit oder ohne Fieber auftreten. Denen, die an gichtischer Verderbniß der Säfte leiden, welche anererbt sein können, ist vor allem zu empfehlen: mäßige aber fleißige Bewegung in frischer Luft, ausgenommen bei nasser und nasskalter Witterung. Saure, namentlich scharf gesalzene Speisen, wie geräuchertes Fleisch, Käse etc. müssen vermieden werden. Zum Getränk taucht (!) am besten frisches Quellwasser; nur des Mittags ist etwas guter alter Wein erlaubt. Alle schwächenden Einflüsse, namentlich Kummer, Aergerniß, Langeweile, vorzüglich aber Samenverlust (wie bitte?) sind verderblich. Als Arzneimittel nehme man jeden Vormittag 2 Eßlöffel voll frische Bierhefe (die alte taugt nicht). – Für die Hautkultur sind morgens frühe und Abends Reibungen des ganzen Körpers mit Flanell sehr zweckmäßig.
  2. Die Blätter von der Coolpflanze, besonders von den blauen Häuptern (wovon Sauerkraut gemacht wird) einige Minuten im Wasser gedämpft und auf die kranken Stellen gelegt. Oder:
  3. Jedes Jahr, so oft es reife Erdbeeren giebt, täglich nach Belieben mit Zucker gegessen. Oder:
  4. Die Glieder mit Ameisengeist eingerieben, siehe Bereitung desselben.
  5. Auch der Speisesenf ist allen an Gicht Leidenden nicht genug zu empfehlen. Oder:
  6. Ein geschärftes Pechpflaster angewandt.
  7. Auch die Kaltwasserkur vertreibt Gicht und Rheumatismus oft am sichersten, jedoch ist große Vorsicht nöthig.

Haarwuchs zu befördern. 1. Wenn nach einer Krankheit die Haare ausgegangen sind, so bereite man folgende Pomade zum Einreiben: Man kaufe reines unverfälschtes Kammfett von einem Kleemeister (das ist der Abdecker) oder Leimsieder (der Herr, der aus Tierknochen Leim herstellt), und reibe den Haarboden damit ein, oder mit guten alten Wein.

  1. Wer viel Hitze in der Kopfhaut hat, lege eine Hand voll Rosmarin in Frucht= oder Hefenbranntwein, stelle es an die Sonne, im Winter zum Ofen, und reibe öfter in der Woche etliche Löffel voll auf die Oberfläche des Kopfes ein.

 

Noch ein Podagra-Rezept:

 

Kälte, Schutzmittel dagegen.  Die Füße alle Morgen mit starkem Branntwein gewaschen, mit Fließpapier umwickelt, und die Strümpfe darüber gezogen. Armen Leuten ist anzuempfehlen, mehrere Bögen Fließpapier auf die Brust zu legen, da es sehr gegen die Kälte schützt.

Kinder=Krankheiten. 1. Um kleine Kinder vor Gichtern und manchen Zufällen zu schützen, gebe man einem Kinde bis zum Alter von 16-18 Wochen, auch länger, jeden Abend vor Schlafengehen, ca. einen Achtel=Liter schwachen Camillenthee, mit Zucker gehörig versüßt, lauwarm zu trinken. – Man nimmt etwa so viel Camillenblumen, als man zwischen zwei Fingern fassen kann, brüht sie mit etwas mehr als einem Achtel=Liter kochendem Wasser an, läßt’s eine Viertelstunde gut zugedeckt stehen und seihet hernach den Thee durch reine Leinwand; der Thee muß aber jeden Tag frisch bereitet werden, und scheint er etwas zu stark, so nimmt man einige Blumen weniger.

Nach Verfluß von 18 Wochen hört man mit dem Camillenthee auf und gibt Zuckerwasser. – Werden Kinder bei reinlicher Behandlung also erzogen, so gedeihen Sie zusehends, indem Bauchschmerzen (sogenannten Grimmen) und Gichtern dadurch vorgebeugt und der Schlaf befördert wird.

  1. Gegen Bauchschmerzen – besonders bei Knaben – wird eine Handvoll Kümmel mit ungefähr 60 Gramm Rindschmalz geröstet, hernach durch Leinwand in frisches Wasser gepreßt, das auf dem Wasser erkaltete Fett zum Gebrauch aufgehoben und der Bauch damit eingerieben. Oder gegen Blähungen den Bauch mit Camillenthee eingerieben.

  2. Gegen häufiges Erbrechen bei kleinen Kindern lasse man einen Lebkuchen bei einem Conditor holen, erwärme ihn, gieße Kirschengeist darauf, daß er ziemlich gleich befeuchtet wird, und lege ihn nur so warm als man ihn an das Auge gehalten erleiden kann, – auf das Näbelein. Auch das sanfte Einreiben des Unterleibes mit etwas erwärmtem Kirschengeist ist nebenbei wohlthätig.

  3. Gegen das schwere Zahnen. Die Backen mit süßem Mandelöl oder mit Ziegenbutter öfters bestrichen. – Oder: die Kinder öfters an wohlgeräucherten Speck nollen lassen.

  4. Beim Gliederzahnen. Wenn die Gelenke anschwellen, so legt man ein Viertelpfund Ochsenmark einige Tage in frisches Wasser, welches man einigemal abschüttet und wieder frisches Wasser daran gießt, hernach läßt man das Mark auf einer Gluth in einer messingenen Pfanne zergehen und gießt unter beständigem Rühren ein halben Liter guten alten Wein daran; wenn man nun glaubt, daß sich der Wein mit dem Ochsenmark gehörig unter beständigem Umrühren vereinigt und gekocht habe, so seihet man die Masse warm durch Leinwand und rührt aufs neue so lange schnell (wie bei Fertigung einer Pomade), bis es weiß ist. Das Flüssige, was sich absondert, wird weg geschüttet, und das Mark zum Gebrauche gut verbunden aufbewahrt. Von diesem Fett reibt man alsdann dem Kinde die Gelenke und den Rücken täglich 2 bis 3 mal an der Wärme ein.

 

Wurm am Finger. 1. Frische Ochsengalle siedend heiß gemacht, den kranken Finger, so war mein es erleiden kann, so lange darein gehalten, bis die Galle erkaltet ist. Oder: das Häutchen von einer Schweinsgalle darüber gelegt. Oder:

  1. Man verbrenne Holz von Weinreben zu Asche, thue diese in ein irdenes Gefäß, gieße heißes Wasser darauf und halte den Finger, so heiß man es erleiden kann, darein. Bei Nacht lege man eine gebratene Zwiebel darauf. Will sich dann das Uebel noch nicht heben, so thue man Meliszucker darauf.

Würmer im menschlichen Körper abzutreiben. 1. Bei Abtreibung der Würmer hat man, wenn es Erfolg haben soll, hauptsächlich darauf zu sehen, dass die Mittel angewendet werden, wenn der Mond im Abnehmen ist, und man Tags darauf laxirende Mittel einnimmt, daß die getödteten Würmer abgeführt werden. Wenn man einem Kinde, sowie der Mond abzunehmen beginnt, einen starken Kaffeelöffel Voll Baumöl eingiebt beim Eintritt des letzten Viertels einen zweiten, und beim Eintritt des neuen Lichts einen dritten Löffel voll, so geht der ganze Wurmstock ab. Zu bemerken ist jedoch, daß nicht allen Magen das Baumöl zusagt.

Zahnpulver. (siehe meinen Artikel hier) Das unschädlichste Pulver zur Reinigung der Zähne kann bereitet werden aus 2 Theilen Lindenkohlen und 1 Theil Salbei, welches man so fein als möglich pulverisirt. Gebranntes Brod, sowie auch Kaffeesatz sind ganz unschädlich.

 

Zahnweh.  Ein interessanter Artikel, der uns erklärt, dass man gegen Zahnweh verschiedene Orte am Hals, hinter den Ohren und im Genick behandeln sollte.

 

Ein gut bewährtes Recept, wenn eine Person keinen Stuhlgang hat, daß sie in einer Stunde Oeffnung bekommt. Ein halb Scrupel Virduidem.  – Während ein Scrupel als Maßeinheit leicht zu finden ist (Link), ist Virduidem unauffindbar.

 

Das war’s. Für alle Interessierten hier das Inhaltsverzeichnis. Wer noch ein Rezept braucht, schreibt mir einen Kommentar.

 

Fritz Stramm und der schwarze Jim – Eduscho 1932


Heute geht es um Kaffee, genauer gesagt, um ein Werbebüchlein von Eduscho aus dem Jahr 1932.

Wie Fritz Stramm und der schwarze Jim die Menschheit beglücken beschreibt in 16 Episoden die Gewinnung des Bodens, den Anbau, die Ernte, den Transport und die Verarbeitung des guten Eduscho-Kaffees.

 

Das Büchlein ist leider auf ziemlich dickem Papier gedruckt und geheftet, weshalb ich es beim fotografieren nicht ganz geöffnet habe. Aber man sieht, was man sehen soll. Die Bildtexte sind in Sütterlin gehalten. Andere Beiträge findet ihr hier.

Fangen wir mit Bild 1 an:

In Bremen dicht am Kai da treffen sich die Zwei. „Ach sind die Zeiten schlimm wir müssen uns bequemen“ begrüßt den Fritz der schwarze Jim „Und etwas unternehmen.“

 

Bild 2:

Jim ist in langen Jahren im Kaffeebau erfahren. Westindien heißt das Ziel. Es reicht die Reisekasse – sie fahren grad soviel –  per Dampfer vierte Klasse.

 

Bild 3:

Vor allem guter Boden den Urwald auszuroden, das kostet Kraft und Schweiß. Die Kakadus und Affen befremdet solcher Fleiß. Sie schimpfen und sie gaffen.

 

Bild 4:

Jim steckt zuerst die Bohnen, nur allerbeste lohnen. Sind dann die Pflänzchen da, pflanzt er sie auf das Feld. Nicht weit und nicht zu nah, wie er’s für richtig hält.

 

Bild 5:

Nach jahrelangem Mühen beginnt das Feld zu blühen, o, ist das eine Pracht, ein wunderbares Duften. Die alte gute Sonne lacht, belohnt ist alles Schuften.

 

Bild 6:

Glaubt ihr denn etwa auch, die Bohne wächst am Strauch? Ach wirklich, es ist dumm, das hätten alle gerne. Doch leider ist die Kirsche drum, die Bohnen sind die Kerne.

 

Bild 7:

Viel Strecken und viel Bücken gehört zum Früchtepflücken. Die flinken Hände greifen von früh bis abends spät nur die besonders reifen, nur sie sind Qualität.

 

Bild 8:

Die Bohnen werden rasch und fest maschinell herausgepresst, in Behältern umgewühlt, hin und her bewegt geschwind und mit Schläuchen abgespült, bis sie gänzlich sauber sind.

 

Bild 9:

Jetzt kommt das edle Gut in heiße Sonnenglut und trocknet tagelang. Maschinen dann entfernen als letzter Arbeitsgang die Haut von allen Kernen.

 

Bild 10:

Die Frachtendampfer nehmen die Ladung auf nach Bremen. Fritz ist ein ganz Gescheiter, er wird den Schatz begleiten, direkt gibt er ihn weiter, Verluste will er meiden.

 

Bild 11:

„Mein Kaffee ist nicht billig“ denkt Fritz „und deshalb will ich zuerst Eduscho fragen. Das Haus der Qualitäten ich kann es ruhig wagen mit meinen Raritäten.“

 

Bild 12:

Eduscho prüft und probt und schmeckt und kauft und lobt. Fritz folgt darauf dem Leiter, läßt sich genau beschreiben den Anfang und so weiter, wo seine Bohnen bleiben.

 

Bild 13:

Der Kaffeefachmann spricht: „Herr Stramm, sie glauben nicht, wie peinlich wir sortieren, -auslesen ist so wichtig – und wie wir ihn probieren, der Kaffee ist dann richtig!“

 

Bild 14:

Automatisch, ohne Ruh, wiegen Waagen immerzu. Wird der Kaffee abgefüllt und die Tüten unverdrossen zur Verschickung eingehüllt, aller Duft wird eingeschlossen.

 

Bild 15:

Die Post ist mit uns gut, in ihren Händen ruht der tägliche Versand. Nicht ein Paket verschwindet auf seiner Fahrt ins Land, eh‘ es den Kunden findet.

 

Bild 16:

Die edlen Kaffeesorten geh’n heut‘ nach allen Orten, Eduscho schaffte Wandel. Der Kaffee kommt in’s Haus. Man spart den Zwischenhandel und schließt Verteuerung aus.

 

Das Buch enthält noch einige wissenswerte Informationen, die interessante Details liefern. Lest selbst:

 

Die notwendige Rodung des Urwalds sah man damals noch mit anderen Augen.

 

Zuerst werden die Baumriesen gefällt, dann das Unterholz von der Sonne trocknen gelassen, den Rest erledigt das Feuer.

 

Für die Zeit der Ernte wird auf allen Plantagen ein Herr von Aushilfskräften – vielfach auch Frauen und Kinder – angeworben.

 

 

Die Verarbeitung bei Eduscho.

 

Kaffeegeschichte

 

Der Weltkaffeeverbrauch:

 

Und zum Schluß eine Übersicht über den sprunghaften Anstieg der Umsätze mit Eduscho-Kaffee.

 

Heute ist Eduscho (dessen Name sich aus dem Namen des Gründers EDUard SCHOpf zusammensetzt) ein Teil der Tchibo GmbH (deren Name sich wiederum aus dem armenischen Namen des Gründers Carl Tchilinghiryan und dem Bohnenkaffee zusammensetzt). Nur in Österreich gibt es noch Eduscho-Läden. Hier ist die Eduscho GmbH Vertreiberin von Eduscho- und Tchibo-Kaffees. Mehr Details bei Wikipedia.

Ein interessantes Detail ist die Änderung des Blickwinkels, mit dem die Schwarzen aus der Sicht der Weißen gesehen werden. Vor knapp 100 Jahren war es durchaus üblich und salonfähig, „die Neger“ mit dicken Lippen, ärmlicher Kleidung und niedere Arbeiten verrichtend darzustellen. Da hat sich seither bei einem Großteil der Menschen glücklicherweise einiges zum Besseren gewendet.

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