Arbeiterrückfahrkarte


Um zu wissen, was eine Arbeiterrückfahrkarte ist, müsst ihr entweder im Dritten Reich oder in der DDR gelebt haben.

In Zeiten, da der Individualverkehr noch nicht so ausgeprägt war wie heute, also nicht nahezu jede Familie ein eigenes Auto besaß, gab es trotzdem viele Menschen, die in erheblicher Entfernung zu ihrem Wohnort arbeiteten.

In der DDR war es weit verbreitet, während der Woche „auf Montage“ in die Städte – hier hauptsächlich Berlin, die Hauptstadt der DDR – zu reisen, dort zur Untermiete oder in Monteurs-Unterkünften zu wohnen und am Freitag oder Sonnabend wieder nach hause zu fahren. So spartanisch die Unterkünfte waren, man verdiente gutes Geld, dem Alkohol wurde zugesprochen und man befand sich nähre an der Quelle der Versorgung mit Waren, die in DDR-Kleinstädten und auf dem Lande nur schwer zu bekommen waren.

Damit der sauer verdiente Lohn nicht der Deutschen Reichsbahn in den Rachen geworfen wurde, gab es die stark subventionierten Arbeiterrückfahrkarten, also Fahrkarten, mit denen der Arbeiter zurück nach Hause fahren konnte. Der Fahrpreis war hiermit um 50-75% ermäßigt, die Fahrkarte war allerdings personen- und streckengebunden.

 

Auf der Rückseite ist der Entwertungsstempel zu sehen:

Kursbuch


Es ist doch erstaunlich, was man seit dem breitflächigen Einsatz von Computern alles nicht mehr braucht.

Wer früher mit der Bahn verreisen wollte, dem stand eine mühsame, langwierige Suche nach einer geeigneten Zugverbindung bevor. Das Kursbuch der Deutschen Reichsbahn listete alle Strecken, Fahrzeiten, Ankunft, Abfahrt, Zwischenhalte, Zug- und Gleisnummern auf.

 
Kursbuch Deutsche Reichsbahn 1990

Und schon ging die Sucherei los. Wahlweise konnte man sich auch in einer ewig langen Schlange am Bahnhof anstellen und dort den netten Angestellten bei der Fahrplanauskunft um Hilfe bitten.

Zu guter letzt hatte man eine Zugverbindung auf einem Zettel und musste hoffen, daß alle Züge pünktlich abfuhren und ankamen. Weiterhin galt es, darauf zu achten, daß keine Änderungen des Abfahrtgleises vorgenommen wurden und man versehentlich am falschen Gleis auf den Zug wartete, der gerade vom benachbarten Bahnsteig abfuhr.

 

DDR Landkarte Kursbuch

DDR Landkarte Kursbuch

Und für unterwegs gab es noch die kleine Ausgabe:Taschenfahrplan Deutsche Reichsbahn 1975

 

All das braucht man heute nicht mehr. Ein Klick auf bahn.de und beliebige Strecken können gesucht, gebucht und gedruckt werden. Es lebe das Computerzeitalter!

Essen in der Bundesbahn


Was im Osten die Mitropa, war im Westen die DSG.

Während man sich allerdings in den Zügen der Deutschen Reichsbahn zum Mitropa-Wagen durchdrängeln musste, kam der sympathische Roy Black-Verschnitt im Jahre 1977 mit seinem Wägelchen durch die Züge der Deutschen Bundesbahn geschoben. (sagt man – ich durfte ja nicht mitfahren)

Anbei eine Preisliste vom Juni 1977 auf der man gut sehen kann, daß auch damals das Essen und Trinken in der Bahn eine teure Angelegenheit war.

Wer ein wenig genauer hinschaut, kann eine Menge Produkte sehen, die es heute nicht mehr gibt. Auch die alten Verpackungen sind interessant. Man hat „Bi-Fi“ mit Brot und Senf bekommen und der Becher oder Pott hieß noch Doppeltasse.

Deutsche Bundesbahn Mitropa Preisliste 1977

Die Zigaretten in der Automatenpackung kamen zu DM 3,45 (EUR 1,76). Lift war noch Zitronen-Brause von Pepsi und mirinda hieß noch Florida Boy Orange.

Deutsche Bundesbahn Mitropa Preisliste 1977

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