Führerschein – 1929


Heutzutage hat beinahe jeder, der es sich leisten kann einen Führerschein. Früher war es zwar verbreitet, daß sich ein Mann, der über einigermaßen technisches Verständnis verfügte und das Geld für einen „Wagen“ hatte, einen Führerschein zulegte.

Bei Frauen sah das jedoch anders aus. Frauen fuhren nicht Auto. Zumindest nicht selbst. Anders meine Oma. Mit 19 legte sie ihre Führerscheinprüfung ab und war seitdem fleißig mit einem der Familienautos unterwegs.

 

Sah sie nicht schmuck aus? Sie war bestimmt fürchterlich stolz auf ihren eigenen Führerschein und den großen Schritt zur emanzipierten Frau (was ja leider später dann nicht wie erhofft verlaufen ist):

 

Aber ein Foto habe ich gerade für euch gefunden. Es zeigt meine Oma am Steuer des (wie ich vermute) Dixi. Eventuell könnte es auch ein alter Horch sein. Die Karosse sieht aus, wie ein Dixi, nur die Kühlerfigur verwirrt mich.

v.l.n.r.: Bruder Werner, Ernst (ihr späterer Ehemann), Waltraut (die kleine Schwester), Apotheker Gustav Lange (Vater), Käthe Lange (geb. Hanel, Mutter), Elfriede (meine Oma), ein Freund oder vielleicht Bruder von Ernst

 

Ein interessantes Detail könnt ihr noch im Führerschein entdecken. Durchgestrichen wurde neben der Erlaubnis zum Führen eines Kraftrades auch der Motorentyp „Elektromotoren“. Es scheint also damals tatsächlich schon Kraftwagen oder Krafträder mit Elektromotoren gegeben zu haben.

 

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Klarer Kopf, geschickte Hand hilft dir fort in Stadt und Land – Führerschein 1937


Seltsam, was ich heute wieder gefunden habe. Ein Lehr-Zeugnis von 1937.

Doch was ich zuerst als Zeugnis nach einer absolvierten Lehrzeit gehalten habe, entpuppte sich als Nachweis der bestandenen Führerscheinprüfung.

Früh übt sich, was ein Meister werden will!

Lehr-Zeugnis 1937Hiermit bestätige ich Herrn Harry Sachse, geb. am: 6.8.05 zu Neukölln, daß er / sie in der Zeit vom 25.10.37 bis zum 8.12.37 einen Kursus als Kraftwagenführer durchgemacht hat, und daß derselbe – dieselbe mit der Handhabung und Einrichtung von Kraftfahrzeugen, deren Antrieb durch Verbrennungsmaschinen der Klassen III u. II erfolgt, gut vertraut ist. Theoretische= sowie Fahr=Kenntnisse sind als gut zu bezeichnen.

Herr / FrauFrl. Harry Sachse legte die amtliche Prüfung unter meiner persönlichen Begleitung ab und gelangte dadurch in den Besitz des Führerscheins.

Berlin SO 36, den 8. Dezember 1937     A. Bachmann – Fahrmeister

Klarer Kopf, geschickte Hand hilft dir fort in Stadt und Land.

Deutsche Auto- u. Motorrad-Fahrschule, Arthur Bachmann, Behördlich zugelassener Fahrmeister, Berlin SO 36 (das ist übrigens Berlin-Kreuzberg), Wiener Strasse 49, Ecke Glogauer Straße a. Görlitzer Bahnhof, Tel.: 68 24 37

 

Den Görlitzer Bahnhof gibt es übrigens nicht mehr, der wurde im Krieg bebombt, später nicht mehr gebraucht und abgerissen. Heute ist er ein beliebter Drogen-Park.

 

 

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