Liebig Haulshaltungskalender 1902


Bald habe ich sie komplett – die Haushaltungskalender der Firma Liebig’s Fleischextrakt.

Alle vor 1900 erschienen habe ich euch hier schon vorgestellt.

Alle ab 1900 erschienenen gibt es hier.

Jetzt kommt der soeben neu erworbene Kalender aus dem Jahr 1902 dazu.

 

Im schönsten Jugendstil mit geschwungenen Mustern und Blumenranken verziert, hebt er sich von den Vorgängern deutlich ab.

Aber nicht nur der Umschlag ist mit den Mustern versehen, auch innen gibt es viele davon. Vielfalt ist das Schlagwort, denn keins sollte mehr als einmal benutzt werden.

 

Der Jahreskalender steht gleich am Beginn.

 

Die Feiertage und die drei großen Männer, die uns das Fleischextract gebracht haben: Justus von Liebig, Max von Pettenkofer und Carl v. Voit

 

Weiter geht es mit den Monatsblättern. Bitte beachtet die schönen Verzierungen auf der NOTIZEN-Seite:

 

Kann mir jemand erklären, was man früher im September so gemacht hat? Hat man Krieg gespielt?

 

Allerhand nützliche Tipps für jeden Monat:

Damals gab es noch keine Kühlkette, die uns zu jeder Zeit Lebensmittel aus der ganzen Welt geliefert hat. Man musste noch warten, bis das jeweilige Tier, Gemüse oder Obst verfügbar war und hat sich dann entweder den Bauch so vollgeschlagen, daß man das jeweilige Gericht ein Jahr lang nicht mehr sehen konnte, oder man hat durch Einwecken Vorräte angelegt.

 

Und mit dieser kleinen Inhaltsauswahl möchte ich den Blick in das 115 Jahre alte Haushaltsbuch beenden.

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Masken und Photos


Was man heute mit jedem Smartphone durch einige Fingerschmierstriche erreichen kann, war früher mit ziemlichem Aufwand verbunden.

Könnt ihr euch noch an mein Omi-Bild aus dem Artikel „Grüße von der einjährigen Omi – 1911“ erinnern?

Um dieses Foto so schön oval zurechtzuschneiden bedurfte es einer Vignette oder Maske. Die sahen so aus und erfüllten alle Wünsche nach kleinen und großen, runden, ovalen oder eckigen Bildern:

Eine Vielzahl stand zur Verfügung:

Sie wurden z.B. aus Zelluloid hergestellt:

oder aus dieser roten Folie (die vielleicht auch eine Art Zelluloid ist)

Eine weniger haltbare Variante waren Papiermasken aus einem Abreiß-Heftchen

Ein sich mir noch nicht ganz erschlossenes Exemplar gibt es hier. Ich vermute, es diente dazu, auch die schönen Jugendstil-Ornamente auf’s Fotopapier zu bringen. Wie genau das allerdings durch das Pergament-Papier funktioniert haben soll, weiß ich nicht.

zugeklappt

geöffnet

Noch verzwickter und für mich rätselhafter ist diese Kopierrahmenscheibe mit verstellbaren Randmasken

Wie immer bin ich für Tipps und Details dankbar.

Wer sich übrigens schon immer gefragt hat, wie man Fotografien mit nach außen blasser werdenden Rändern angefertigt hat, dem kann ich weiterhelfen. Auch hier wurde eine Maske verwendet, die allerdings etwas kleiner als das gewünschte Foto sein musste. Während der Belichtungszeit des Fotopapiers (also die Zeit, in der das negative Foto vom Film auf das spätere Foto belichtet wurde) bewegte man eine Maske kreisend über das Fotopapier. Das Zentrum des Motivs wurde somit ständig belichtet, während die Ränder länger von der Maske verdeckt wurden, je weiter nach außen, desto weniger Belichtung. Das Ergebnis hier zum Vergleich (das sind übrigens meine Oma und mein Opa):

feste Maske

bewegte Maske

Aus dem Füllhorn der edlen deutschen Musica


Gerade habe ich erwähnt, dass irgendwo noch ein weiteres Notenbuch herumschwirren müsste, da fällt es mir auch schon ins Auge. Es lag in der Reparaturabteilung, weil es einige sehr unschöne Zerfallserscheinungen aufweist. Das ist aber sicher ein Zeichen für regen Gebrauch und damit für hohe inhaltliche Qualität.

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Das Vorwort und der Titel sprechen eine etwas volksüberzeugte Sprache.

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Wird tatsächlich bevorzugt in der deutschen Familie die Pflege der Musik betrieben? Ist das die einst salonfähig gewesene Deutschland-über-alles-Mentalität oder schlicht der gesunde Nationalstolz, den jedes Volk haben sollte, der bei uns aber durch doppelte Kriegsschuld alliiert ausgemerzt wurde?

Der Inhalt:

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Ich rufe euch zu: „Froher Mut zum musizieren!“

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Hier einige Auszüge um in euch die Lust an der edlen deutschen Musica zu wecken.

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Und den Rest des Tages lest ihr im ersten Artikel weiter.

Den Krümeln keine Chance – ein Tisch-Besen


Gibt es so etwas heute eigentlich noch? Meine Oma hatte gleich zwei Garnituren dieses schönen Utensils. Später kam noch eine Schwungradvariante aus DDR-Produktion hinzu. Aber so richtig schön sieht nur unser heutiger Artikel des Tages aus.

Es handelt sich um eine Schaufel und eine Bürste aus Silber mit echten Borsten.

Krümelbesen

 

 

Früher gehörte so etwas zur Ausstattung und hing in der Nähe des Eßtisches oder in der Küche. Nach dem Essen wurden die Krümel auf die Schaufel gefegt und in den Mülleimer oder jahreszeitabhängig ins Vogelhäuschen gekippt. Keine Ahnung, wieso man so etwas heute nicht mehr macht. Weniger gekrümelt wird heute bestimmt nicht und so hungrig, daß wir alle Krümel aufessen sind wir auch nicht.

Was macht ihr mit euren Krümeln?

Zum Alter dieses Krümelbürsten-Sets kann ich nichts sagen, würde aber anhand der Form auf irgendwo im Jugendstil tippen, 1910 vielleicht.

 

 

Reichsmark-Banknoten


In der Serie deutscher Banknoten ist heute das Papiergeld des Deutschen Reiches aus der Zeit vor der Inflation an der Reihe, vorgestellt zu werden. Vereinzelt sind ein paar Scheine dabei, die nach überwundener Inflation ausgegeben wurden.

Ich habe für euch die Scheine nicht nach Ausgabejahr sortiert. Stattdessen erschien mir eine Sortierung nach Wert sinnvoller.

Die Zeit um den Ersten Weltkrieg zeichnete sich dadurch aus, daß Banknoten immer häufiger in Gebrauch kamen. Heute weitestgehend vergessen ist, daß sogenannte Geldscheine genau genommen kein Geld sind. Sie sind eigentlich nichts weiter als Quittungen über die Einlieferung einer bestimmten Menge Münzgeldes. Aus Gewichts- und Sicherheitsgründen gab man Silber- und Goldmünzen bei Banken ab und bekam dafür eine Banknote – eine Banknotiz.

In Zeiten des Krieges und nach verlorenen Kriegen ersetzten Geldscheine das Münzgeld nicht zuletzt aus Metallmangel. Banknoten zu drucken ist preiswerter als das Prägen der Münzen. Daher war im Deutschland um den Ersten Weltkrieg bereits Papiergeld in Stückelungen von einer und zwei Mark üblich. Seht selbst.

Reichsbank 1 Mark 1920 1924

1 Mark – 1920, 1924, 1914

 

Reichsbank 2 Mark

2 Mark – 1914, 1920, 1924

 

Während die Banknoten in den 1910er Jahren noch reich verziert und verschnörkelt waren,

Reichsbank 5 Mark 1917 1914

5 Mark – 1917, 1914 (jeweils Vorder- und Rückseite)

 

kamen in den 1920er Jahren Jugendstilelemente in Mode.

Reichsbank 10 Mark 1920

10 Mark – 1920 (vorn, hinten)

 

1908 – letzte Ausläufer des Historismus. Kräftige Frauen lehnten an schöner Architektur.

Reichsbank 10 Mark 1908

10 Mark – 1908 (Rückseite)

Reichsbank 10 Mark 1908

10 Mark – 1908 (Vorderseite)

Reichsbank 20 Mark 1908

20 Mark – 1908 (Vorderseite)

Reichsbank 20 Mark 1908

20 Mark – 1908 (Rückseite)

Reichsbank 20 Mark 1914 1918

20 Mark – 1914 (Rückseite), 1915 (Vorderseite)

Reichsbank 20 Mark 1914 1918

20 Mark – 1914 (Vorderseite), 1915 (Rückseite)

Reichsbank 20 Mark 1918

20 Mark 1918

Reichsbank 50 Mark 1906 1914

50 Mark – 1906

Reichsbank 50 Mark 1906 1914

50 Mark 1914

Reichsbank 50 Mark 1919

50 Mark – 1919

50 Reichsmark 1920

50 Mark – 1920 (Vorderseite)

50 Reichsmark 1920

50 Mark – 1920 (Rückseite)

100 Reichsmark 19080207

100 Mark – 1908 (vorn)

100 Reichsmark 19080207

100 Mark – 1908 (hinten)

100 Reichsmark

100 Mark – 1910 (vorn)

100 Reichsmark

100 Mark – 1910 (hinten)

100 Reichsmark 19201101

100 Mark – 1920

 

1922 – die Inflation näherte sich rasant. Hundertmarkscheine wurden in großen Mengen benötigt – für ein aufwändiges Design war keine Zeit mehr.

 

 

100 Reichsmark 19220804

100 Mark – 1922

 

Auf den letzten Schein ist der ursprüngliche Zweck einer Banknote noch aufgedruckt:

Reichsbanknote (Notiz) – Einhundert Mark zahlt die Reichbankhauptkasse in Berlin gegen diese Banknote dem Einlieferer. Vom 1. Januar 1923 ab kann diese Banknote aufgerufen und unter Umtausch gegen andere gesetzliche Zahlungsmittel eingezogen werden. Berlin, den 4. August 1922, Reichsbankdirektorium

 

Willst Du dieses Datum wieder schreiben, mußt 100 Jahre Du am Leben bleiben. 12.12.12


Heute ist der 14.12.14 und der Artikel kommt erst um 12:14 Uhr.  Solche lustigen Daten haben mir schon immer gut gefallen. Ich habe meine Frau an einem 11.11. kennengelernt, 11 Jahre, bevor wir uns getrennt haben und wir haben an einem 8.8. geheiratet, 8 Jahre vor der Trennung. Zugegeben, die beiden Daten hatten mir dann seinerzeit weniger gut gefallen, aber generell finde ich Zahlenspielereien äußerst amüsant.

Daß ich damit nicht der Einzige bin, kann man an zwei alten Postkarten erkennen, die euch den heutigen Tag verschönern und euch an das seltene Datum erinnern sollen.

Der 11.12.(19)13 war ein Donnerstag und bis auf weiteres der letzte Tag, an dem man mit Hilfe der Jahreszahl ein sequentiell fortlaufendes oder in allen Zahlen identisches Datum darstellen konnte. Das ging dann erst wieder am 01.01.(20)01 bzw. am 01.02.(20)03. Lustigerweise wurde mein Großonkel 11.12.1913 geboren und konnte sich zeitlebens sicher sein, daß jeder wusste, wann er Geburtstag hat und wie alt er wird.

Die rechte Karte ist schon etwas abgegriffen. Die Goldschrift lautete (siehe Titel):

12.12.12. Willst Du dieses Datum wieder schreiben, mußt 100 Jahre Du am Leben bleiben. 

Hat bestimmt kaum jemand hinbekommen.

 

Die Kakao-Kanne


Was gibt es an kalten Tagen besseres, als eine leckere Tasse heißen Kakao. (oder Kaukau)

Wenn, ja, wenn da nicht die widerliche Haut auf der Milch wäre. Da die meisten Menschen (außer meiner Mutter) diese Haut eklig finden, hat ein kluger Kopf diese tolle Kanne erfunden. Das Design läßt mich auf ca. 1920 schließen.

Kakao-Kanne

Bei Villeroy & Boch (und sicher auch noch anderen) wurde sie hergestellt. Kakao-Kanne

Der Clou an der Kanne ist der Deckel, der nicht nur verflixt gut passt und beim Eingießen nicht abfallen kann, sondern auch eine Art Sieb hat, das die Haut zurückhält.

Kakao-Kanne

Kakao-Kanne

Der Deckel erinnert mich ein wenig an einen Gladiatoren-Helm..Kakao-Kanne

Für Tee ist das Sieb allerdings zu groß. Ich hatte zuerst auf eine Teekanne getippt, wurde aber eines Besseren belehrt.

Es gibt übrigens noch eine zweite Variante, Kakao in Kannen zu servieren und die Milch-Haut zu umgehen. Dazu benutzt man eine Kanne mit tiefsitzender Tülle.

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