Achtung, Spoiler! Tricks im Kino


Man wird im Kino von vorn bis hinten veräppelt. Nichts ist, wie es scheint und trotzdem gehen wir immer wieder gern hin um uns etwas vormachen zu lassen.

Tricks im Kino gibt es seit dem zweiten Tag der Filmgeschichte. Der Regisseur wollte das Unmachbare schaffen und seine Crew hatte die guten Ideen. Tolle Beispiele für alte Filme mit vielen Tricks sind Metropolis (1927) oder Die Reise zum Mond von 1902 (beachtet die täuschend echt gemalten Häuser ab 2:16 oder die Landung an 4:35.

Im Jahr 1913 widmete die Liebig’s Fleischextrakt Compagnie eine Sammelbildserie dem Thema. „Hinter den Kulissen des Kinematographen“ verrät uns sechs bis dahin kaum zu durchschauende Tricks der frühen Filmemacher. Die Vorderseite der Karten zeigt uns die Kulisse, auf der Rückseite erfahren wir noch mehr unglaubliche Details. Seht selbst:

 

Ein Automobil-Unfall

 

Die Sirene

 

Ein Eisenbahn-Unglück

 

Der klettergewandte Dieb

 

Die entlaufenen Kürbisse

 

Der Modistin Traum

 

Wer sich übrigens für alte Filme interessiert, dem seien die Stummfilmkonzerte des unermüdlichen Pianisten und Filmbegleiters Stephan Graf von Bothmer sowie der wunderschöne Film Hugo Cabret ans Herz gelegt. Hugo Cabret erzählt die Geschichte von Georges Méliès, zeigt die Entstehung des oben erwähnten Films „Die Reise zum Mond“ inklusive deckungsgleich nachgedrehter Sequenzen und hat Referenzen zu unzähligen anderen Filmen und Büchern der Zeit.

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gelbes Licht für tiefe Photos


Am 11. März 1911 war es soweit: Auguste Lumière schloß sich mit dem Groß-Industriellen Joseph Jougla zusammen. Aus den beiden größten Herstellern von Fotoplatten und Fotopapier wurde Lumière & Jougla mit Auguste Lumière als Präsident und Joseph Jougla als Besitzer der Aktienmehrheit.

Frankreich als Heimat der Fotografie und besonders der Farbfotografie besaß einen wachsenden Markt. Die Brüder Lumière verwendeten bereits um 1900 das selbst erfundene Prinzip der Autochromdiapositiv-Fotografie. Feine Farbpigmente aus Kartoffelstärke, die sie in ein Rußbett legten, werden zur Darstellung von Farben durch stark überbelichtete Negativplatten zur Entwicklung verwendet. Durch die geschickte Vermarktung dieser Technik erlangten sie schnell einen großen Marktanteil. Jougla hingegen verdiente ein Vermögen am Verkauf herkömmlicher Fotopapiere und –platten.

Die neu entstandene Firma

  • Union Photographique Industrielle
  • Lumière & Jougla
  • Reunis

war auf eine Zusammenarbeit von 60 Jahren ausgelegt.

Der heutige Artikel stammt aus der Zeit zwischen 1911 und 1928. Nur in diesem Zeitraum hieß die Firma so. Danach wurde sie in  umbenannt.

Eine sehr hübsches kleines Pappkästchen. Und was ist drin?

Ein Glasfilter um für Fotos durch das herausfiltern von Licht einer bestimmten Farbe größere Tiefe oder besondere Effekte zu erzielen. Der Filterhersteller Schneider aus Kreuznach schreibt: „Gelbfilter können beispielsweise Landschaftsaufnahmen zu mehr Brillanz verhelfen und Pflanzengrün besser differenzieren, Gelb- und Orangefilter aus Wölkchen Wolken und Wolkengebirge zaubern, Rotfilter sie gar bis auf dramatische Gewitterstärke steigern oder Mondlichteffekte bei Tag erzeugen.“

Wolken und Mond hatte ich leider nicht zur Hand, aber das gleiche Foto wie hier oben sieht mit (dilettantisch davorgehaltenem) Gelbfilter so aus:

Mit etwas mehr Ahnung, Zeit und schönem Wetter kann man dank eines Gelbfilters erstaunlich gute Farbfotos anfertigen. Das hatte ich früher schon einmal mit meiner Zeiss Ikonta ausprobiert, die ich euch in diesen beiden Artikeln vorgestellt hatte. Sollte es wieder Frühling werden, verknipse (oh oh, schon durch die Fotografenprüfung gefallen) ich euch meine Rollfilme und stelle das Ergebnis vor.

Die oben vorgestellte Technik der Autochrom-Fotografie habe ich übrigens in der Ausstellung bzw. dem dazugehörigen Katalog „1914 – Welt in Farbe – Farbfotografie vor dem Krieg“ gefunden. Darüber hatte ich bereits in diesem Artikel geschrieben.

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