Der Liquidator-Orden


Wer hat ihn schon einmal gesehen? Wer kennt ihn?

Hier seht ihr eine der makabersten Auszeichnungen, die in den letzten Jahrzehnten verliehen wurden.

Was ihr dort oben seht, ist der Orden für die aktive Teilnahme an der Eindämmung der Schäden unmittelbar nach der Explosion des Atomkraftwerkes Tschernobyl vom 26. April 1986.

Nachdem die deutschen und japanischen Roboter, die zur Entfernung des enorm strahlenden Schutts und der Graphitblöcke angeliefert wurden aufgrund der zu hohen Strahlung versagten, wurden Mitarbeiter, Anwohner und Soldaten für diese Arbeit eingesetzt. Die Arbeit sah wie folgt aus: Der Arbeiter lief auf das Dach, warf eine Schaufel Schutt in das Explosionsloch und kam wieder zurückgerannt. Dies durfte nicht länger als 40 Sekunden dauern. Neben dem Orden gab es eine einmalige Entschädigung von 100 Rubeln. Während anfangs überwiegend junge Soldaten, Reservisten, aber auch gewöhnliche Arbeiter aus Weißrussland und der Ukraine zwangsverpflichtet wurden, wurden später Menschen aus der gesamten Sowjetunion nach Tschernobyl beordert. (Quelle für Zusatzinfos: Wikipedia)

Von den circa 200.000 Liquidatoren, die in den Jahren 1986 und 1987 im Einsatz waren, sind bis 2005 mindestens 50.000 verstorben. Nach einem Beschluss, die zulässigen Strahlenwerte um das 40- bis 50-Fache zu erhöhen, wurden die meisten Menschen für gesund erklärt und ohne jegliche Behandlung aus den Krankenhäusern entlassen. Auch durften Strahlungserkrankungen nicht mit dem Einsatz in Tschernobyl in Verbindung gebracht werden.

Da der Auszuzeichnende meines Ordens bedauerlicherweise nicht mehr zur Abholung erscheinen konnte, habe ich nicht nur den Orden, sondern auch den kleinen Anstecker in der Originalqualität.

Das Bild auf dem Orden stellt übrigens einen Blutstropfen dar, durch den die Alpha-, Beta- und Gammastrahlen hindurchgehen.

Der umlaufende Text wird „Utschastnik Likwidazii Posledstwii Awarii“ ausgesprochen, was soviel bedeutet wie „Teilnehmer an der Beseitigung der Folgen der Havarie“.

Die vier Buchstaben am unteren Rand „Чаэс (Tsche A E S) stehen für „Чернобыльская атомная электростанция“ (sprich: Tschernobylskaja Atomnaja Elektrostanzija) Also Tschernobyler Atomkraftwerk (bzw. wörtlich „Atomare ElektrizitätsStation“)

Wer sich dafür interessiert, wie es in Tschernobyl heute aussieht, dem empfehle ich den Besuch der Reiseseite meiner Globetrotter-Freundin. Sie war in Pripjat und dem Umkreis des Atomkraftwerkes. Lest ihren Bericht hier und schaut euch hier ihre Fotos an.

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Dem Kaiser zur Ehr … Deutsch-Französischer Krieg 1870/1871


vor knapp 150 Jahren führte Frankreich Krieg gegen Preußen und seine Verbündeten. Viele Kriege beginnen aus ziemlich dubiosen Gründen. Anlass für den Deutsch-Französischen Krieg war einer der dämlichsten. Lest hier.

Um seinen Ruf zu wahren, ließen die Regierungen 500.000 deutsche und 250.000 französische Soldaten aufmarschieren von denen ca. 43.000 deutsche und sicher ebenso viele französische Bürger ihr Leben im Kriegsgeschehen aushauchten.

Wenn man überlebte, bekam man einen Orden oder eine Medaille, die z.B. so aussah:

 

und auf der anderen Seite:

 

Ich glaube, trotz Sieges gegen Frankreich und reichlicher Beute, sind die kleineren Medaillen nicht mal aus Gold.

Aus der Nähe betrachtet, sieht sie nicht mal hübsch aus:

 

Zusätzlich lag im Kästchen meines Mehrfach-Uropas (Urur.. Ururur…?) diese Spange, die ich mit meinem geringen militärischen Wissen nicht zuordnen kann. Wer etwas darüber weiß, möge einen Kommentar hinterlassen.

 

Diese Spange hingegen verweist auf F.W.IV, also Friedrich Wilhelm IV – König von Preußen über den ihr hier etwas lernen könnt. Sofern es sich dabei um eine Dienstauszeichnung handelte, kann man hier mehr erlesen.

 

Das alles und noch mehr ist in diesem kleinen Kästchen aufgetaucht.

 

Sollte ich noch neue Details herausfinden, werde ich es euch hier wissen lassen.

 

Weimarer Chargierten-Convent


Wieder habe ich etwas amüsantes gefunden.

Mein Urgroßvater, der in mehreren Studentenvereinigungen Mitglied war, hat zwischen all seinen Sachen auch die heute vorgestellte Ansteck-Medaille aufbewahrt.

 

Zuerst dachte ich, es handelt sich um den Weimarer Carnevals-Club, allerdings ließ mich die Leier (Lyra) auf dem rechten Wappen stutzig werden. Ein wenig gegoogelt und gesucht und siehe da, der Weimarer Chargierten-Convent verbarg sich hinter der Abkürzung W.C.C. und dem angegebenen Datum.

Was Chargierte sind, hatte ich euch schon hier erklärt. Und siehe da, auf der Karte in diesem Artikel wird ganz oben von der Gottinga, einer Sängerschaft im Weimarer C.C. gesprochen.

Die Rückseite der Medaille sieht übrigens so aus:

Nun gilt es nur noch, Informationen zum IVten C.C.Fest 1913 herauszufinden.

Die Glut unserer Herzen, die Kraft unserer Hände – Berufswettbewerb DDR 1955


 

In der DDR wurde dem Wettbewerb am Arbeitsplatz mehr Bedeutung beigemessen, als es heute der Fall ist. Während die Werktätigen früher in Brigaden eingeteilt waren, die versuchten, sich in ihren Leistungen gegenseitig zu überbieten, arbeitet man heute artig an der Erfüllung der eigenen Zahlen, sofern man ein Ziel gesetzt bekommen hat. Was die anderen tun, ist dabei oftmals egal.

Mein Onkel hat während seiner Ausbildung im Jahr 1955 eine Bronze-Medaille und die folgende Urkunde bekommen, da er sich als Lehrling im Berufswettbewerb der Deutschen Jugend (so einheitlich hieß sie vor dem Mauerbau noch) guter Leistungen rühmen konnte. Genauer gesagt, hat er wohl durch drittbeste Leistung geglänzt, weil er sonst ja nicht die Bronze- sondern die Gold- oder Silber-Medaille errungen hätte.DDR Auszeichnung Berufswettbewerb der Deutschen Jugend 1955

DDR Auszeichnung Berufswettbewerb der Deutschen Jugend 1955

Tag der Republik – die DDR wird 65


Heute wäre es soweit gewesen, mein nicht mehr existenter Heimatland Geburtsstaat wäre Rentner geworden und hätte in den Westen fahren können. Aufgrund einer Vorruhestandsregelung durfte er das ja nun schon eher, ist drüben geblieben und was ist aus ihm geworden? Blühende Landschaften. Niemamdem-wird-es-chlechter-gehn-abba-viilen-wird-es-bessser-gehn. Es wurde seinerzeit noch mehr Kohl geredet. Was jeder selbst draus gemacht hat, werden wir dereinst in euren Memoiren lesen.

Pünktlich (das funktionierte im Berlin der Planwirtschaft noch!) zum 20. Geburtstag der DDR wurde übrigens der Fernsehturm in Berlin eröffnet. Damals wie heute ein imposanter Bau und überraschenderweise noch nicht kaputt. 365 Meter hoch, für nur zwei Fernsehprogramme! Nicht auszudenken, um wievieles höher er bei der heutigen Programmvielfalt hätte sein müssen. (Bei genauerem Überlegen waren die beiden DDR-Fernsehprogramme der Post 365 Meter wert, also 182,5 Meter pro Kanal. Nach der feindlichen Übernahme durch die Telekom ist er um 3,03 Meter höher geworden, dafür strahlt er aber 84 Fernsehprogramme mehr aus. Das bringt meine Wertermittlung auf 3,6 Zentimeter pro Kanal, also nur der 5069. Teil des Ost-Fernseh-Wertes. Und ich habe es – außer dem Sandmann – nie gekuckt!)

Weil meine Tante ganz vorbildlich bei der Planung des Fernsehturms und dem Aufbau des ihn umgebenden, modernen Plattenbauensembles mitgeholfen hat, erhielt sie seinerzeit diese schöne Medaille:

Die ist ungefähr 6 Zentimeter groß und recht schwer. Weil aber außer meiner Tante noch ganz viele andere Arbeiter aus der ganzen Republik tatkräftig und selbstlos mitgeholfen haben, Berlin zu einem Schmuckstück unserer Heimat zu machen, gibt es sie ziemlich häufig und sie ist, in Geld aufgewogen, nicht viel wert.

Und sie hängt weder an einer Strippe noch hat sie eine Anstecknadel. Sie ist also nur zum Herumliegen gedacht. Das tut sie aber nun seit 45 Jahren ganz vorzüglich.

Medaille 20 Jahre DDR

Nicht unerheblich beteiligt an der Planung der sozialistischen Bauten waren übrigens diese Hilfsmittel, die auch meiner Tante gehörten.

Daher zum Abschluß und zur Feier des Tages, dieses Lied.

Medaille für hervorragende Lebensmittel


Habt ihr euch schon einmal gefragt, was es mit den Medaillen auf sich hat, die gelegentlich auf Lebensmittel-Verpackungen zu finden sind? Egal ob Käse, Saft, Wurst, Sekt oder, wie hier abgebildet – Bier, in allen Kategorien der Lebensmittelbranche findet man sie.

Urkunde Nahrungsmittel-Ausstellung 1899

 

Jedes Jahr werden eine Vielzahl von Lebensmitteln geprüft – in Deutschland beispielsweise von der DLG. Dabei werden Medaillen vergeben, die so aussehen. Einmal verliehen, darf man diese Medaille auf den geprüften Produkten unbegrenzt lange abbilden, sofern das Jahr der Verleihung ersichtlich ist.

Diese Medaillen gibt es schon recht lange. Zusätzlich zu der Medaille erhielt der Hersteller noch eine Urkunde. Eine solche Urkunde habe ich für euch heute rausgekramt. Die ist ganz schön groß und ließ sich deshalb nur recht schwierig fotografieren. Ich hoffe, sie ist trotzdem gut zu erkennen. Klickt mal auf das Bild und schaut euch die große Variante an. Das Original ist ca. 90 x 50 cm groß. Sie stammt von 1899 und wurde Monsieur Cyprien Montluçon zusammen mit der Bronze-Medaille verliehen. Wofür genau, wissen wir leider nicht mehr. Ich habe den Herrn jedoch in einer genealogischen Auflistung gefunden und weiß nun zumindest, daß er am 5. April 1876 in Aubusson geboren wurde, inzwischen tot ist und Konditor war. Allerdings hat die Gesellschaft einen sehr schönen Namen: Union Philanthropique Culinaire et de L’AlimentationUrkunde Nahrungsmittel-Ausstellung 1899Zum Größenvergleich habe ich auf die Kanten 5-DM-Münzen gelegt.

 

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