Was freuen sich die Erben auf’s Sterben – das Testament des Preußischen Consuls Georg Berkenbusch 27. Juni 1901


Da habe ich mich heute für ein altes Testament entschieden, das ich euch vorstellen möchte. Als fleißiger Museumsverwalter bin ich ja stets bemüht, euch Hintergrundinformationen zu beschaffen, damit ihr immer etwas lernt.

Und was wird passieren? Ich suche nach dem Herrn, der dieses Testament 1901 verfasst hat und finde heraus, daß es sich um den ehemaligen Preußischen Konsul von Mexiko handelt – seht hier unter Nr 371 – 6. Wie durch Zauberhand ist derselbe mit der uns bereits bekannten Familie von Damm verwandt. Er war der Schwiegervater des Reichstagsabgeordneten Karl Albert Kurd von Damm. Desweiteren waren Herr Berkenbusch und seine Brüder sowie sein Vater maßgeblich bei der Gründung der ersten deutschen Portland-Zement-Fabrik in Stettin beteiligt. Und der gute Mann hatte seine Finger im Mehlgeschäft. Die Mühle Rüningen stand dabei unter seiner und von Damm’s Ägide. seht hier.

 

Und so sah das Testament aus – immerhin ging es um einen Vermögenswert von 3,117 Mio Mark – das war 1901 eine erstaunlich hohe Summe. Testament des Weiland Consuls Georg Berkenbusch 27. Juni 1901

 

Zuerst wird das ganze rechtliche Drum und Dran geklärt: Zeugen, Notar etc.Testament des Weiland Consuls Georg Berkenbusch 27. Juni 1901

Testament des Weiland Consuls Georg Berkenbusch 27. Juni 1901

 

Dann kommt das eigentliche Testament:Testament des Weiland Consuls Georg Berkenbusch 27. Juni 1901

  1. Die Ehefrau
  2. – 7. die sechs Töchter Julita (wohnhaft in Honululu), Anita (Königslutter), Guillermina, genannt Minita (Wolfenbüttel), Margaretha (Hannover), Marie ( Hamburg), Magdalena (Wolfenbüttel)

 

 

Hinweise, daß fast alle Kinder bereits Teile ihres Erbteils zum Zwecke der Verehelichung erhalten haben:Testament des Weiland Consuls Georg Berkenbusch 27. Juni 1901

Testament des Weiland Consuls Georg Berkenbusch 27. Juni 1901

 

 

Wer bekommt was?  Die Wohnhäuser in Hamburg und Braunschweig nebst Gärten und allem Interieur gehen an die Gattin, der Rest zu gleichen Teilen an die Töchter. Interessant: Das Vermögen soll  nicht von der Ehefrau, sondern von den Testamentsvollstreckern verwaltet werden.Testament des Weiland Consuls Georg Berkenbusch 27. Juni 1901

Testament des Weiland Consuls Georg Berkenbusch 27. Juni 1901

 

 

 

Kleinere Zuwendungen für Schwester, Schwägerinnen, Gärtner und Patenkinder:Testament des Weiland Consuls Georg Berkenbusch 27. Juni 1901

 

Auch zwei armenische Kinder bekommen ihr jährliches Erziehungsgeld von 105 Mark weiter, „bis die Erziehung jedes der Kinder beendigt ist.“Testament des Weiland Consuls Georg Berkenbusch 27. Juni 1901

Testament des Weiland Consuls Georg Berkenbusch 27. Juni 1901

Testament des Weiland Consuls Georg Berkenbusch 27. Juni 1901

 

Abschlußklausel, Anwesende und Ende.Testament des Weiland Consuls Georg Berkenbusch 27. Juni 1901

Testament des Weiland Consuls Georg Berkenbusch 27. Juni 1901

 

Stempel, Siegel, Beglaubigung – das ist doch mal ein Testament.Testament des Weiland Consuls Georg Berkenbusch 27. Juni 1901

 

Diesmal habe sogar ich wieder etwas gelernt. Mein auf dem Trödelmarkt erstandenes Schriftstück-Konvolut der Familie von Damm entpuppt sich immer mehr als Fundgrube toller Akten.

 

Wer es nicht selbst lesen kann, aber etwas wissen möchte, der möge fragen.

 

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