Trau keinem Fuchs auf grüner Heid


Der heutige Artikel dient einzig der politischen Aufklärung und Bekämpfung rechten Gedankenguts. Von jeglicher Verherrlichung der Volksfeindlichkeit oder Diskriminierung aufgrund von Hautfarbe oder Religion distanziere ich mich und bitte jeden, dem dies nicht gefällt, meinen Blog zu verlassen und nie wiederzukehren.

1936 erschien im Stürmer Verlag Nürnberg ein Kinderbuch, aufgelegt von der Kindergärtnerin Elvira Bauer, über die ansonsten nichts herauszufinden ist. Dieses Buch fiel mir erstmalig in der Ausstellung des Dokumentationszentrums Reichsparteitagsgelände in Nürnberg in die Hände, dort noch im Original in Sütterlinschrift.

 

Dieses Buch wurde vom – wie ich unterstelle – ziemlich rechtsfreundlichen kleinen Verlag Der Schelm als wissenschaftlicher Quelltext neu herausgegeben. Lest dazu den Verlagstext (Fettdruck von mir – diese m.E. zynische Formulierung weckt in mir die Vermutung der rechten Sympathie des Verlegers):

„Trau keinem Fuchs auf grüner Heid und keinem Jud bei seinem Eid – Ein Bilderbuch für Groß und Klein von Elvira Bauer. Unveränderter Nachdruck (Neusatz in Antiqua) der im Stürmer Verlag, Nürnberg, 1936, erschienenen 1. Auflage. Bibliophile Ausgabe [???]. Der Verlag Der Schelm möchte seinem aufgeklärten Publikum mit diesem antisemitischen Kinderbuch, einem „Prototypen nationalsozialistischer Gestaltungsversuche“ (Aley, Peter: Das Bilderbuch im 3. Reich. 1983, S. 331), vor Augen führen, mit welcher Perfidie die Nationalsozialisten versuchten, bereits bei Kindern volksverhetzend gegen die allgemeine Menschheitsverbrüderung und insbesondere gegen das von Gott auserwählte Volk Israel zu wirken. Die Ablehnung durch zahlreiche etablierte Verlage – selbst durch den parteieigenen Franz-Eher-Verlag – und die Herkunft aus dem Stürmerverlag geben Hinweise darauf, daß es sich nicht um ein repräsentatives Werk handelt, sondern eher um ein „exzeptionelles Produkt“ (Augustinovic/Moll). Das Buch wurde vermutlich nicht in öffentliche Bibliotheken eingestellt und erschien nicht in offiziellen Empfehlungslisten. Es fand auch keine Zustimmung beim Nationalsozialistischen Lehrerbund. In Vorschulen und Kindergärten fand das Buch große Verbreitung und wurde in mindestens sieben Auflagen mit einer Gesamtauflage von etwa 100.000 Exemplaren gedruckt. Da das Buch über Parteiorganisationen kostenlos verbreitet wurde, kann die hohe Auflagenzahl nur bedingt über die Beliebtheit beim Publikum Aufschluß geben. Die Zeitung „Der Stürmer“ hat es in der Ausgabe 48/1936 beworben. Er empfahl das Buch für jeden Weihnachtstisch im Reich. Verfaßt und graphisch gestaltet wurde das vorliegende Buch von der Kindergärtnerin und Kinderbuchillustratorin Theodolinde Elvira Bauer (12. 9. 1915 in Nürnberg; Todesdatum unbekannt). Es erschien 1936 zum ersten Mal.

Ich werde euch einige Seiten unkommentiert hier anfügen. Lest sie euch durch und haltet euch vor Augen, welcher Hass dadurch in Kindern im Vorschul- und Grundschulalter aufgebaut wurde: (auf der ersten Seite wurde das Wort Ihn fälschlich als Hin gelesen.

Der Reim „Trau keinem Fuchs auf grüner Heid und keinem Jud bei seinem Eid“ stammt übrigens von keinem Geringeren als Martin Luther. In seinem Buch Von den Jüden und ihren Lügen (1543) schreibt er:

Trau keinem Wolf auf wilder Heiden // Auch keinem Juden auf seine Eiden // Glaub keinem Papst auf sein Gewissen // Wirst sonst von allen Drein beschissen.

Der Wikipedia-Eintrag zu Elvira Bauer ist hier zu finden.

Eine Filmempfehlung ist der Oscar-prämierte Kurzfilm Spielzeugland, der in YouTube zu finden ist, z.B. hier.

Geld sichern zum Kriegsende – Dresdner Bank 1945


Wer gewinnt immer, egal ob Wirtschaftshoch oder -tief, Friedens- oder Kriegszeiten? Die Banken. Sie verleihen Dir bei Sonne einen Schirm, nur um ihn bei einsetzendem Regen zurückzufordern.

Daß man als Bank keine Skrupel haben darf, wenn man erfolgreich sein möchte, hat eine der großen deutschen Banken ganz besonders deutlich gezeigt – die Dresdner Bank. Einigen von uns wird noch der Werbeslogan „Mit dem grünen Band der Sympathie“ in Erinnerung sein. Und sympathisch waren sie. Sie sympathisierten beispielsweise im Dritten Reich mit der SS und wurden dadurch zur SS-Hausbank über die beinahe alle Arisierungen abliefen. Meine bisherigen Artikel zum Thema Arisierung und arisierte Firmen findet ihr hier. Zur Geschichte der Dresdner Bank im Dritten Reich lest hier.

Die 1943 von der Dresdner Bank übernommene Ostbank AG mit Sitz in Posen (Poznan) war in den letzten Kriegsjahren für Geschäfte im Geschäftsgebiet Ost zuständig. Dazu gehörten offenbar nicht nur die deutschen „Ostgebiete“, sondern auch Berlin und Brandenburg. Mit dem Näherrücken der Alliierten und der anstehenden Niederlage im Zweiten Weltkrieg zog sich die Bank aus den bombardierten Städten zurück und überließ den Niederlassungen in kleineren Städten die Kundenaufgaben.

Der heutige Brief von der OSTBANK Aktiengesellschaft als Tochterunternehmen der Dresdner Bank ist ein schönes Zeugnis, wie sich die Bank im Angesicht einer bevorstehenden Rechtfertigung gegenüber der Kriegssieger bei seinen Kunden abzusichern versuchte. Geschrieben wurde er übrigens nur einen knappen Monat vor der Kapitulation Deutschlands, also zu einer Zeit, als Berlin schon in Schutt und Asche lag. Wildau ist ein kleines Nest südlich von Berlin und wird Wil-dau ausgesprochen.

 

Die Filiale Kalisch meint die Stadt, die heute Kalisz heißt und ca. 100km westlich von Łódź im heutigen Polen liegt. Dieser Landstrich dürfte am 10. April 1945 bereits von den sowjetischen Streitkräften überrannt worden sein, so daß der Brief nicht daher kam, woher er zu kommen schien, sondern vermutlich in Leipzig abgeschickt wurde. Darauf schließe ich, weil Briefpapier der Leipziger Filiale der Dresdner Bank verwendet und nur sehr stümperhaft auf die Ostbank umgeschrieben wurde.

Trotz aller Schwierigkeiten hat es Heinrich Himmlers Lieblingsbank gut durch die Nachkriegszeit geschafft. Zuerst wurde sie in viele kleine Banken zerschlagen, die dann unauffällig wieder fusionierten. Am Ende ging sie über die Allianz an die Commerzbank. Geblieben ist von der Dresdner Bank nicht viel. Eine einzige Filiale gibt es noch – in Dresden. Das hat aber keine nostalgischen Gründe, sondern dient ausschließlich dem Schutz des Markennamens. Das andere Überbleibsel nach der Fusion mit der Commerzbank ist das Logo.

Aus

„Dresdner-Bank-Logo“ von Das Original wurde von Afrank99 in der Wikipedia auf Deutsch hochgeladen

plus

„Commerzbank-Logo“ von unbekannt – nicht angegeben. Lizenziert unter Logo über Wikipedia – https://de.wikipedia.org/wiki/Datei:Commerzbank-Logo.svg#/media/File:Commerzbank-Logo.svg

wurde

„Commerzbank (2009)“ von Lucas de Groot; MetaDesign, Berlin / Commerzbank AG – Eigenes Werk (Originaltext: selbst erstellt). Lizenziert unter Gemeinfrei über Wikimedia Commons – https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Commerzbank_(2009).svg#/media/File:Commerzbank_(2009).svg

 

Victor Klemperer-Tagebücher 1933-1945


Etwas außer der Reihe möchte ich auf den Buchstory-Blog von Pia verweisen. Sie ist 16, liest und rezensiert Bücher und in ihr habe ich dankbar eine Rezensorin meiner Tagebücher von Victor Klemperer gefunden.

Und weil sie das wirklich großartig macht, empfehle ich euch, mal selbst einen Blick in ihren Blog zu werfen. Sie arbeitet die 8 Bände mit was-weiß-ich-wievielen-hundert Seiten durch, ist gerade im Jahr 1939 angekommen und ihr könnt hier ihren Artikel lesen. Es lohnt sich!

Ein Kampf um Deutschland – 1933


* Dieser Artikel setzt sich mit der Propaganda und den Repressalien der Nationalsozialisten gegen die Kommunistische Partei Deutschlands im Jahr 1933 auseinander. Die hier geäußerten Meinungen sind ausschließlich privater Natur und zu geschichtlichen Forschungszwecken bestimmt. Sollte jemand Probleme mit dem Inhalt dieses Artikels haben, bitte ich ihn, sich mit mir in Verbindung zu setzen. Von Kommentaren zur Verherrlichung der Nationalsozialisten oder ihrer Taten bitte ich abzusehen. Diese werden umgehend entfernt.

Wusstet ihr, daß die Kommunisten in Deutschland eine der zahlenmäßig größten Gegner der Nazis waren? Im Unterschied zu heute, waren die Wähler der KPD auch noch nach dem Beginn der Repressalien durch die SA aktiv gegen das Erstarken der rechten Regierung tätig. Wer sich einmal die Zeit nimmt und die Tagebücher des späteren Reichspropagandaministers Joseph Goebbels durchliest, findet bis ins Jahr 1934 oder 1935 immer wieder Einträge, in denen der Kampf „unserer braunen Jungs gegen die rote Flut“ (Zitat) beschrieben wird. Dabei wird ersichtlich, daß es dabei richtig zur Sache ging und viele Opfer auf beiden Seiten, wie ja auch der später glorifizierte Horst Ludwig Wessel, zu beklagen waren.

 

Nachdem die NSDAP in der letzten wirklichen Reichstagswahl zum Sieg fand und ihren bekannten Weg der Wahl zwischen  Gleich- oder Ausschaltung beschritt, wurde massiv gegen die Kommunisten aufgefahren.

Ergebnisse der Reichstagswahl vom 5. März 1933 (Wbt=Wahlbeteiligung; KPD=Kommunistische Partei Deutschlands; DZP=Deutsche Zentrumspartei; DNVP=Deutschnationale Volkspartei; CSVD=CHristlich Sozialer Volksdienst; DDP=Deutsche Demokratische Partei)

Land Wbt NSDAP SPD KPD DZP1 DNVP2 DVP CSVD3 DDP4
Anhalt 93,8 46,1 30,8 11,4 1,3 8,4 1,1
Baden 85,3 45,4 11,9 9,7 25,4 3,6 1,0 1,3 1,5
Bayern5 88,4 43,1 15,5 6,3 27,2 4,1
Braunschweig 92,0 49,0 30,5 8,8 1,7 7,6 1,4
Bremen 89,2 32,7 30,3 13,2 2,3 14,5 5,4 1,0
Hamburg 88,4 38,8 26,9 17,6 1,9 8,0 2,4 3,5
Hessen 90,6 47,4 21,7 10,9 13,6 2,9 1,7 1,0
Lippe 88,8 47,1 28,0 8,2 2,4 6,9 3,1 3,7
Lübeck 92,0 42,8 38,3 8,2 1,1 5,6 2,5 1,0
Mecklenburg-Schwerin 88,5 48,5 24,5 7,3 16,8 1,1
Mecklenburg-Strelitz 87,0 51,6 22,6 7,1 15,9
Oldenburg 88,6 46,5 18,2 6,4 14,8 11,4 1,13 1,10
Preußen 88,7 43,7 17,0 13,2 14,2 9,1 1,0
Sachsen 91,6 45,0 26,3 16,5 1,23 6,5 1,8 1,5 1,22
Schaumburg-Lippe 91,1 43,4 39,1 5,7 7,8 1,6 1,1
Thüringen 90,1 47,6 20,6 15,3 1,2 12,4 1,6
Württemberg6 85,7 42,0 15,0 9,3 16,9 5,2 2,2 3,2
Gesamtergebnis7 88,7 43,9 18,3 12,3 11,2 8,0 1,1 1,0

 

Für euch gibt es heute eine sehr miese Hetzschrift aus dem Jahr 1933. Herausgegeben vom Gesamtverband deutscher antikommunistischer Vereinigungen e.V. trägt das Werk den Titel „Ein Kampf um Deutschland“.

 

Ich bin mir nicht sicher, vermute aber, daß der Titel unter Anlehnung an Felix Dahn’s 1876 erschienenes Buch „Ein Kampf um Rom“ gewählt wurde. Dieses Buch endet mit den Versen: „Gebt Raum, ihr Völker, unsrem Schritt. | Wir sind die letzten Goten. | Wir tragen keine Krone mit, | Wir tragen einen Toten.“ Das würde hervorragend passen.

 

 

Im weiteren Artikel habt ihr die Möglichkeit, die Broschüre durchzulesen. Ich bitte euch, dabei euren gesunden Menschenverstand zu benutzen und den Inhalt ausschließlich zur eigenen Bildung, nicht jedoch zur Propaganda für oder gegen jegliche extreme politische Strömung einzusetzen, weder links noch rechts.

 

 

 

Anfangszitat: „Es gab zu Beginn dieses Jahres Wochen, in denen wir haarscharf am Rande des bolschewistischen Chaos vorbeigekommen sind.“ Reichskanzler Adolf Hitler am 1.9.1933.

Das Bändchen beginnt mit:

Deutsches Volk, hast du einmal darüber nachgedacht was in diesen Worten Deines Führers liegt? – Teils offen, meist aber unterirdisch arbeiten seit 1½ Jahrzehnten Millionen von Kommunisten, verführt und geleitet von volksfremden Verschwörern, an der Entfesselung des bewaffneten Aufstandes.

Im kommunistischen Manifest von 1848 heißt es wörtlich: “ Die Kommunisten verschmähen es, ihre Ansichten und Absichten zu verheimlichen. Sie erklären es offen, dass ihre Zwecke nur erreicht werden können durch gewaltsamen Umsturz aller bisherigen Gesellschaftsordnungen. Mögen die herrschenden Klassen vor einer kommunistischen Revolution zittern. Die Proletarier haben nichts zu verlieren als ihre Ketten. Sie haben eine Welt zu gewinnen. Proletarier aller Länder vereinigt euch!“

Gibt es da nicht gewisse Parallelen zur Vorgehensweise der Nazis nur wenige Jahre später? Ich denke da an Gleichschaltung, Enteignung, Arisierung.

 

 

Auf der nächsten Seite folgt eine Aufstellung der Mitgliederzahlen der KPD und ihrer Unterorganisationen, viele davon unter der jeweiligen „Internationalen“ organisiert. Punkt III. Vorpostenorganisationen: Rote Pioniere, Frauendelegiertinnen, Erwerbslosendelegierte und Rote Sportler. Zu den Roten Sportlern gehörten z.B. die in der DDR verehrten Ernst Grube, Bernhard Almstadt, Werner Seelenbinder, Fritz Lesch und Paul Zobel.

 

Rechts:  Oben: eine Postkarte die Max Hölz inmitten der von ihm abgebrannten Villen darstellt. – Rechts darunter: Brandplakat von Hölz – Mitte: Kommunistische Wandmalerei, die zur Ermordung der Polizeioffiziere Lenk und Anlauf auffordert. – Unten: Kämpfe zwischen Polizei und Rotem Frontkämpferbund.

 

 

 

 

Links: Wie es in Deutschland aussehen würde, wenn der Kommunismus gesiegt hätte, darüber Dir die Augen zu öffnen, sollen die folgenden Seiten dienen. Niemals sollst du vergessen, daß du selbst, deine Familie und das ganze Volk rettungslos verloren gewesen wären, wenn nicht im letzten Augenblick die ganze Nation, zum Widerstand und Aufbau entschlossen, sich hinter den Führer gestellt hätte.

Rechts: Christus mit der Gasmaske von dem bekannten Kulturbolschewisten George Groß („Maul halten und weiter dienen“)

 

 

 

Links: „Gottlosenpropaganda“

Rechts: Ein abgewandeltes Vater unser – angeblich aus einer Revue in der Gott als betrunkener Hausknecht auftritt. Kennt jemand Details dazu?

 

 

 

Links: Schriften der Gottlosenpropaganda (OPIUM, Proletarische Freidenkerstimme, Der kämpfende Gottlose, 5 Jahresplan an der Kulturfront, Der Internationale Proletarische Freidenker, usw.)

Rechts: Zersetzung von Jugend und Familie!  In einem Sowjet-Deutschland, dessen Religion die Gottlosigkeit, dessen Moral die Unsittlichkeit gewesen wäre, hätte es nie eine kraftvolle Jugend und eine gesunde Familie geben können. Familie wäre überhaupt „ein bürgerliches Vorurteil“ gewesen, ein „Hort der schädlichen Selbstständigkeit, Blutsverbundenheit und völkischen Überlieferung“. Sie zu zerstören hätte bedeutet, die kommunistische Gesellschaft verwirklichen. …  So wäre das Schicksal der deutschen Kinder in einem Sowjet-Deutschland gewesen: verhungert, zerlumpt, lasterhaft, durch Alkohol und Geschlechtskrankheit zerrüttet, ein willenloses Werkzeug der kommunistischen Gewalthaber.

 

 

 

 

Links: Der Kinderdiebstahl begann schon auf dem Spielplatz. Unter Anleitung von kommunistischen Funktionären mussten die deutschen Kinder in den Straßen der Städte singen: “ Hammer, Sichel, Sowjetstern, / Sowjet-Russland hab ich gern. / Wen ich zeige mit der Hand, / fährt mit mir in Lenins Land! / Wide, widde, widde, widde, witt / Und Du fährst mit!“

 

 

Links: „Kommunistische Jugendzersetzungsschriften und Kinderspielzeug“ (Die Trommel, Das Rote Signal, Jugend Internationale, Brettspiel: Rund um den Sowjetstern, Der revolutionäre Schulkampf, Proletarisches Spielbuch, usw.)

 

 

Unsittlichkeit! – zum links erwähnten Buch habe ich gefunden, daß es zu den „wichtigen Werken von dem österreichisch-amerikanischen Psychoanalytikers Wilhelm Reich (1897-1957) zu Fragen wie Fortpflanzung, sexuelle Befriedigung, Onanie, Homosexualität, Politisierung der Sexualfrage der Jugend u.v.m. gehört – Der Vorderumschlag zeigt den Blick in einen, sich zur Stadt öffnenden Torweg, in dem ein Pärchen an eine Hauswand gelehnt steht; der Rückumschlag zeigt denselben Blick vom selben Standort, aber diesmal marschieren Jugendliche mit den roten Fahnen der KJ (Kommunistische Jugend) am Betrachter vorbei. (ZVAB)

dazu: Ganz offiziell forderte der kommunistische „Einheitsverband für proletarische Sexualreform und Mutterschutz“ folgende „Ideale“ in einem Sowjet-Deutschland:  Kostenlose Schwangerschafts-Unterbrechung in staatlichen Kliniken; keine Bekämpfung der Prostituierten; hygienisches Sexualleben in den enteigneten Häusern; Abschaffung der Ehe; Vergesellschaftung des Kindes; Abschaffung aller Strafen für Perversiitäten; Begnadigung aller Sexualverbrecher.

Erwähnung findet auch Magnus Hirschfeld

 

 

Links: Hunger und Terror!

Rechts:  Kommunistische Schund- und Schmutzschriften werden vernichtet

 

 

Na, gut daß der Kommunismus nicht gesiegt hat, sonst hätte es in Deutschland Krieg gegeben. Danke Nazis!

 

 

Links: Lloyd George (1. Earl Lloyd-George of Dwyfor war ein britischer Politiker. Er wurde während des Ersten Weltkrieges zum Premierminister gewählt und war der letzte Liberale, der dieses Amt innehatte.) wird als Unterstützer des nationalsozialistischen Deutschland genannt.

 

 

 

 

 

Links: „Die Frage ist gestellt von einer Regierung, die Deutschland und, wenn diese will, die Welt wieder ehrlich gemacht hat. Die Antwort ist schon gegeben. Am 12. November wird Deutschland aufstehen Mann für Mann und auf die Frage Adolf Hitlers mit einem einstimmigen Ja so vieler Millionen antworten, als nie und nirgends noch sich zu einer Regierung bekannten. Dieses Ja eines Volkes soll wie ein Licht über Deutschland stehen und Europa erleuchten.

Das Licht hat man dann ja weithin scheinen sehen.

Rechts: ohne Kommentar

 

 

Und noch einmal eine Anleitung für die ganz Ungeschickten unter den Nachläufern und Zujublern

 

Der Buchrücken illustriert die beiden feindlichen Lager: einerseits die wohlgeordneten, braunen Horden um den grimmig-braunen Braunauer; in der unteren Hälfte die unsortierten Massen, die verblendet das Wohl der glöcklichän, doitschän Farmillje zerstören wollten um Schund, Schmutz und Krieg über unser Wohlergehen zu bringen.

 

 

Gib dem Volk ein Feindbild, das sich gegen den kleinen erreichten Wohlstand wendet und Du hast sie auf Deiner Seite. Das funktionierte schon immer prächtig, nur der Name musste von Zeit zu Zeit ausgetauscht werden: Kommunisten, Juden, Russen, Türken, Ossis/Wessis, Schwaben, Muslime – alle wollen immer nur unser Eigentum stehlen und unser vorbildliches Herrenrasseleben unterminieren.

Wehret den Anfängen!

In einem Polenstädtchen – Liederbuch der Wehrmacht von 1935


Soldatenlieder wurden zu allen Zeiten gesungen. Damals wie heute dienen sie einerseits dazu, die Zeit des Marschierens zu verkürzen, andererseits kann durch das Singen eines Marschliedes der Gleichschritt recht gut geübt werden (sage ich als Ungedienter!).

Daß Soldatenlieder oftmals politisch eingefärbt sind, versteht sich von selbst. Wie viele Versionen eines altbekannten Liedes dabei über die Jahre entstehen, hatte ich im Artikel zum „Kleinen Trompeter“ bereits erwähnt.

Heute stelle ich euch ein Liederbuch der Wehrmacht aus dem Jahr 1935 vor. Es erschien somit zu einer Zeit, als die Nationalsozialisten zwar bereits an der Macht waren, der ganze Irrsinn des Volkshasses jedoch noch nicht so ausgeprägt war, wie wir es später erlebt haben.

Liederbuch der Wehrmacht 1935

Liederbuch der Wehrmacht 1935

erschienen am 10. August 1935Liederbuch der Wehrmacht 1935

Das Vorwort von Oberstleutnant Theodor Plock erklärt den Sinn des Marschliedes noch einmal verständlich.Liederbuch der Wehrmacht

Inhaltsverzeichnis – sollte jemand den Text eines Bestimmen Liedes benötigen, bitte melden. (Achtung! Bitte keine Anfragen um Lobgesänge anzustimmen!)Liederbuch der Wehrmacht 1935

Liederbuch der Wehrmacht 1935

Liederbuch der Wehrmacht 1935

Liederbuch der Wehrmacht 1935

Ein schönes Beispiel für Lieder, die über die Zeiten hinaus fortdauern. „Auf, auf, zum Kampf!“ kannte ich bisher nur als DDR-Kampflied. Daher war ich überrascht zu sehen, daß es bereits bei der Wehrmacht ein beliebtes Weihelied war. Liederbuch der Wehrmacht 1935 Auf, auf, zum KampfWer sich für die verschiedenen Versionen aus dem Ersten Weltkrieg, der Version der Kommunisten von 1919 und der Version der SA interessiert, klicke bitte hier.

Wer hingegen den Originaltext der deutschen Nationalhymne noch einmal lesen möchte, der schaue auf das folgende Bild. Ich finde es irgendwie bemerkenswert, daß beide deutsche Staaten Nationalhymnen besaßen / besitzen, deren Text sie entweder überhaupt nicht (DDR)  oder nur bruchstückhaft singen dürfen und deren komplette Rezitation unter Strafe stand / bzw. nicht erwünscht ist. (Wikipedia weiß von einer gelungenen Alternative zu berichten: Als Konrad Adenauer kurz nach dem Zweiten Weltkrieg Chicago besuchte, spielte man mangels einer Nationalhymne stattdessen „Heidewitzka, Herr Kapitän“)Liederbuch der Wehrmacht 1935 Deutschlandlied

 

 

Das Lied „In einem Polenstädtchen“ ist vielleicht  bekannt. Ich habe unter dem Bild den Originaltext abgedruckt. Im Anschluß daran habe ich noch zwei Strophen hinzugefügt, die in den Jahren des Zweiten Weltkrieges nachgedichtet wurden. Mir war davon bisher nur die erste bekannt. Es ist ein anschauliches Beispiel, wie aus einem doch recht hübschen Liedchen eines werden kann, daß den Sinneswandel der Menschen durch Klumpfüßchens Propagandageschwafel gut illustriert.

In einem Polenstädtchen,
da wohnte einst ein Mädchen,
das war so schön.
Sie war das allerschönste Kind,
das man in Polen find´t
aber nein, aber nein sprach sie,
ich küsse nie.

Wir spielten Schach und Mühle,
in jedem dieser Spiele
gewann nur ich.
Bezahle Deine, Deine Schuld
durch eines Kusses Huld.
Aber nein, aber nein sprach sie,
ich küsse nie.

Ich führte sie zum Tanze,
da fiel aus ihrem Kranze,
ein Röslein rot.
Ich hob es auf von ihrem Fuß,
bat sie um einen Kuß,
aber nein, aber nein sprach sie,
ich küsse nie.

Und als der Tanz zu Ende,
da nahm sie meine Hände,
zum erstenmal.
Sie lag in meinem Arm,
mir schlug das Herz so warm,
aber nein, aber nein spach sie,
ich küsse nie.

Und in der Trennungsstunde,
da kam aus ihrem Munde,
das schönste Wort.
So nimm Du stolzer Grenadier,
den ersten Kuß von mir,
vergiß Maruschka nicht,
das Polenkind.

und die nachgedichteten Strophen:

Und unter einer Eiche
da fand man ihre Leiche
sie war so schön, so wunderschön
Sie hielt ´nen Zettel in der Hand
worauf geschrieben stand:
Ich hab´s einmal probiert und bin krepiert.

Und eine Eiche weiter
da lag ein Stabsgefreiter
er war so tot, so mausetot
Er hielt ´nen Zettel in der Hand
worauf geschrieben stand:
Ich hab gesoffen wie ein Stier
nun lieg ich hier

wen interessiert's?

  • 117,782 Klicks (bis jetzt)

Menü

Member of The Internet Defense League

aus dem Archiv

Blick in die Parallelwelt: Moppis Reise-Blog

Wanderung durch das Bjørndal und auf den Vogelfelsen

Heute, am 26.7. ging es zur (Geburtstags-)Feier des Tages auf eine Wanderung ins Gebiet außerhalb der befriedeten Zone. Ab hier darf man nur mit ortskundiger Person und Waffe unterwegs sein. Auf Spitzbergen gibt es 2500 Einwohner und 3500 Eisbären. Unsere beiden Führer Doreen, die ursprünglich aus Stralsund kommt und Rønar, ein Einheimischer, waren uns eine […]

Husky Tour – 25. Juli 2015

Heute stand eine Husky-Tour auf dem Plan. Zuerst einmal machen wir uns mit den Hunden bekannt. Hillfrid, die leider nicht mitlaufen durfte. Ike, neben dem man sich wie Rotkäppchen fühlt. Keino, mit 15 Jahren der älteste Hund im Hof, der aber noch immer ein guter Zughund ist, was ihm sein Dasein sichert, da es hier […]

Svalbard – Spitzbergen – Longyearbyen

Die ersten Fotos vom Urlaub oberhalb des Polarkreises. Die Temperaturen liegen kurz oberhalb des Gefrierpunktes. Manchmal nieselt es ein wenig, aber im Großen und Ganzen ist es sehr angenehm.

Pashupatinath – Verbrennung der Toten

Ungefähr eine Stunde braucht der Spaziergänger, um vom Stadtzentrum Kathmandus nach Pashupatinath zu gelangen. Hat man erstmal die richtige Straße gefunden, geht es irgendwie immer geradeaus. Vorbei an durchaus lustigen Schildern an einem Haus, von dem ich leider vergessen habe, wofür es dort steht,   einem hübschen, kleinen Wasserbecken. Manche Ecken sind nicht ganz so schön und […]

%d Bloggern gefällt das: