ein Parteiprogramm von 1920


Ich habe lange überlegt, ob man das heutige Schriftstück vorzeigen soll und darf oder nicht. Ich habe mich dazu entschlossen, es euch zu zeigen, da es sich hierbei nicht um Glorifizierung oder Werbung für den Inhalt handelt, sondern vielmehr um den Versuch, aufzuzeigen, daß Ideen und Forderungen, die auf den ersten Blick „gar nicht so schlecht“ klingen, bei genauer Betrachtung und Vergleichen sehr wohl schlechte Ergebnisse mit sich bringen.

Da gerade jetzt in Deutschland wieder eine Partei die Ängste und heimlichen Wünsche großer Teile der Bevölkerung mit einfachen Worten adressiert, sie damit enormen Zulauf verzeichnen können und viele Mitbürger ein schlechtes Bauchgefühl in Anbetracht der bevorstehenden Wahlen haben, möchte ich alle Besucher meines Museums auffordern: Lest euch das Parteiprogramm durch, sucht Parallelen zu modernen Wiederholungen und haltet euch das Ergebnis der Erfüllung der Forderungen vor Augen! Es ist gerade einmal 70 Jahre her und ich möchte Ovid zitieren: „Wehre den Anfängen!“ (auch wenn das ursprüngliche „Principiis obsta.“ die unglückliche Liebe als Thema hatte)

Wer auf das Bild klickt, kann es sich in höherer Auflösung durchlesen. Die 25 Punkte solltet ihr euch mit einer gesunden Distanz durchlesen. Ich hoffe, keiner meiner Leser wird durch dieses Flugblatt zum Anhänger einer rechtsgesinnten Partei.

Einige Dinge für euch kurz erklärt:

München, den 24. Februar 1920 – an diesem Tag wurde mit der Umbenennung der Deutschen Arbeiterpartei (DAP) in die Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei.

Als Verfasser wird laut Wikipedia der DAP-Gründer Anton Drexler vermutet. Adolf Hitler soll nur redaktionelle Mitarbeit geleistet haben.

Unter Anmerkung findet ihr einen Zusatz vom 13. April 1928 (auf den ich das Papier datiere). Die Erklärung dazu lest ihr am besten auch bei Wikipedia durch.

Über konstruktive Kommentare zu diesem Artikel freue ich mich. Sofern jemand Probleme mit der Veröffentlichung hat, möge er sich mit mir in Verbindung setzen.

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Fünf Jahre gestohlene Jugend – KZ-Entlassungsschein 1938


Bei der Recherche zu meinem heutigen Artikel bin ich auf interessante Internetseiten gestoßen, die mir gezeigt haben, wie wenig sich manche Zeitgenossen mit einem Thema beschäftigt haben, bevor sie beginnen viel Meinung dazu öffentlich kundzutun. Dazu mehr am Schluß des heutigen Beitrages.


Herr Bernd Viet lebte in den 1930er Jahren in Strausberg, einer beschaulichen Kleinststadt vor den Toren Berlins. Er arbeitete als Drogist und war sehr wahrscheinlich an einem gerechten Leben für alle interessiert. Leider konnte ich bis jetzt nichts zu seiner Person herausfinden, versuche mir aber meinen Reim auf das heutige Ausstellungsstück zu machen.

Ich vermute, Herr Viet war Mitglied der KPD oder einer anderen linksgesonnenen Vereinigung. Nach der Machtergreifung Hitlers und der Gleichschaltung bzw. des Verbots aller Parteien neben der NSDAP wurde die Jagd auf unliebsame Mitbürger eröffnet. Heute ist meist nur die Verfolgung der jüdischen Bevölkerung im Gedächtnis, allerdings handelte es sich bei der zweitgrößten Gruppe Verfolgter um die Kommunisten und Sozialisten. (hier hatte ich darüber schon einmal geschrieben)

Herr Viet wurde zwei Wochen nach seinem 19. Geburtstag, am 4. Dezember 1933 verhaftet und ins KZ Sachsenhausen gebracht. Der Weg dorthin war zweifellos gepflastert mit Verhören und Misshandlung. Erst nach 5 Jahren und einen Monat nach seinem 24. Geburtstag wurde er aus dem KZ entlassen. Davon zeugt dieser Entlassungsschein.

Kommandantur des Staatl. Konzentrationslagers Sachsenhausen

Oranienburg, den 21. XII 1938

Entlassungsschein 221751

Der Drogist Viet, Bernd geb. am 22. November 1914in Strausberg / Kreis Nieder Barnim war in der Zeit vom 4. Dezember 33 bis 22. XII. 38 in einem Konzentrationslager untergebracht, die Entlassung erfolgte am 23. Dezember 1938. Seine Führung war -befriedigend-

Auflage: Sie haben sich bis auf Widerruf jeden 3. Werktag bei der Ortspolizeibehörde Ihres Wohnortes mit Ihren Arbeitspapieren zu melden.

Die Unterschriften des Lagerkommandanten und des SS-Oberführers kann ich leider nur bedingt entziffern Erstes sieht aus wie Gerlach, zweites wie Julemann. Beide Unterschriften stammen aber definitiv nicht von den KZ-Kommandanten des Jahres 1938 Hans Helwig (lesenswerter Artikel!) oder seinem Nachfolger Hermann Baranowski (der Ausbilder des späteren Auschwitz-Kommandanten Rudolf Höß).


Zum Schluß:

Im Internet gibt es zahllose Foren in denen KZ-Entlassungsscheine wie dieser als Fälschung dargestellt wurden. Dabei wird oft versäumt, zwischen der Verwahrung politisch unliebsamer Menschen und den unter dem Programm der „Endlösung“ der Vernichtung zugedachten Personen zu unterscheiden. Viele der Konzentrationslager und deren Unmengen Unterlager dienten der Beschaffung billigster Arbeitskräfte, deren Nutzen rücksichtslos ausgebeutet werden konnte. Eine Tötung bzw. Vernachlässigung mit Billigung des Todes fand nur statt, wenn kein Nutzen mehr bestand. Im Gegensatz dazu gab es die reinen Vernichtungslager in denen alle Menschen, egal ob arbeitsfähig oder nicht, getötet wurden.

Der heute gezeigte Artikel ist echt und stammt nicht aus einem Vernichtungslager. Das KZ Sachsenhausen war ein Konzentrationslager, das gleichzeitig durch seine Brutalität wie auch durch die große Zahl inhaftierter bekannter Persönlichkeiten (Stalins Sohn Jascha DschugaschwiliRudolf BreitscheidErwin Geschonneck, Kurt Schuschnigg und viele andere) bekannt wurde. Details zum Lager hier.

Triumph des Willens


Seit 1923 hielt die NSDAP jedes Jahr im frühen September einen Reichsparteitag ab. Diese Massenaufläufe dienten der Festigung der Verbundenheit zwischen allen Parteigenossen, der Demonstration von Macht und nicht zuletzt der Selbstbeweihräucherung. Wer sich für Details interessiert, der kann Wikipedia befragen. In Zeiten ohne SMS, WhatsApp und Facebook konnte man den Zurückgebliebenen in der Heimat nur Postkarten senden. Das haben auch mehrere teilnehmende Mitglieder der näheren Umgebung meiner Familie getan. Drei dieser Postkarten möchte ich euch heute vorstellen und erneut darauf hinweisen, daß ich der festen Überzeugung bin, diese Art von Großereignissen sowie die damit verbundene geschlossene Zustimmung zu einer beliebigen vermittelten Meinung, würde auch heute problemlos von der Menge angenommen werden. Kurt Tucholsky hatte es seinerzeit so formuliert: „Unterschätze nie die Macht dummer Leute, die einer Meinung sind.“

Ich habe die Swastika unkenntlich gemacht und hoffe, damit der Entschärfung der Grafik Genüge getragen zu haben.

  • 2. 9. 1933
  • An Sturmführer Schneider, Erfurt, Sophienstr. No. 1
  • Herzliche Grüße aus Nürnberg sendet Sturmmann Kötter, Scharführer Berkow

Überraschenderweise handelt es sich bei der ersten Karte um eine Feldpostkarte die in der Form allerdings in Deutschland nur bis 1919 und dann wieder ab 1939 existierte. Hier hatte ich schon einmal über Feldpost geschrieben. Dieser Reichsparteitag stand unter dem Motto „Reichsparteitag des Sieges„.   De folgende Karte verdeutlicht den Personenkult um Hitler, flankiert von Julius Streicher und (vermutlich) Willy Liebel. Streicher, der Herausgeber des Stürmer und großer Hetzer gegen jegliche „Untermenschen“ behauptete von sich selbst übigens, er sei „lediglich ein „Naturfreund“ gewesen, der nur die „Fremdlinge“ aus dem Land haben wollte.“ Willy Liebel war Oberbürgermeister von Nürnberg, Vorsitzender des Zweckverbandes Reichsparteitag und Leiter des Zentralamts im Rüstungsministerium. Desweiteren war er maßgeblich für die Organisation und Durchführung der Deportationen jüdischer Mitbürger verantwortlich

  • 2. 9. 1933
  • An Sturmführer Schneider, Erfurt, Sophienstr. No. 1
  • Herzliche Grüße aus einer fröhlichen Runde sendet  Kötter
  • Sind gut angekommen, heute Appell vom Stabschef.
  • Dem M 4/J 6. ein kräftiges He.. Hit…

Die letzte Karte ist von 1934, in diesem Jahr stand der Reichsparteitag unter keinem Motto, bekam aber später neben den Titeln Reichsparteitag der Einheit und Stärke und Reichsparteitag der Macht den bis heute am häufigsten geführten Namen, der auf den dazugehörigen Titel des Leni Riefenstahl-Filmes Triumph des Willens Bezug nimmt, den man sich auch heute noch, z.B. auf YouTube anschauen kann.

  • Nürnberg, 8. 9. 34
  • Lieber …, Schwager u. Schatz! Euch allen sende ich die herzlichsten Grüße. Die Großartigkeit einer … Tagung werdet ihr aus den Schilderungen und den Zeitungen erfahren. He.. Hit…! Euer …

Und wenn ich das alles richtig verstehe, stammt diese Karte von meinem Großonkel. Um sicher zu gehen muß ich meine Dokumente nochmal nach Details sichten.

Ein Kampf um Deutschland – 1933


* Dieser Artikel setzt sich mit der Propaganda und den Repressalien der Nationalsozialisten gegen die Kommunistische Partei Deutschlands im Jahr 1933 auseinander. Die hier geäußerten Meinungen sind ausschließlich privater Natur und zu geschichtlichen Forschungszwecken bestimmt. Sollte jemand Probleme mit dem Inhalt dieses Artikels haben, bitte ich ihn, sich mit mir in Verbindung zu setzen. Von Kommentaren zur Verherrlichung der Nationalsozialisten oder ihrer Taten bitte ich abzusehen. Diese werden umgehend entfernt.

Wusstet ihr, daß die Kommunisten in Deutschland eine der zahlenmäßig größten Gegner der Nazis waren? Im Unterschied zu heute, waren die Wähler der KPD auch noch nach dem Beginn der Repressalien durch die SA aktiv gegen das Erstarken der rechten Regierung tätig. Wer sich einmal die Zeit nimmt und die Tagebücher des späteren Reichspropagandaministers Joseph Goebbels durchliest, findet bis ins Jahr 1934 oder 1935 immer wieder Einträge, in denen der Kampf „unserer braunen Jungs gegen die rote Flut“ (Zitat) beschrieben wird. Dabei wird ersichtlich, daß es dabei richtig zur Sache ging und viele Opfer auf beiden Seiten, wie ja auch der später glorifizierte Horst Ludwig Wessel, zu beklagen waren.

 

Nachdem die NSDAP in der letzten wirklichen Reichstagswahl zum Sieg fand und ihren bekannten Weg der Wahl zwischen  Gleich- oder Ausschaltung beschritt, wurde massiv gegen die Kommunisten aufgefahren.

Ergebnisse der Reichstagswahl vom 5. März 1933 (Wbt=Wahlbeteiligung; KPD=Kommunistische Partei Deutschlands; DZP=Deutsche Zentrumspartei; DNVP=Deutschnationale Volkspartei; CSVD=CHristlich Sozialer Volksdienst; DDP=Deutsche Demokratische Partei)

Land Wbt NSDAP SPD KPD DZP1 DNVP2 DVP CSVD3 DDP4
Anhalt 93,8 46,1 30,8 11,4 1,3 8,4 1,1
Baden 85,3 45,4 11,9 9,7 25,4 3,6 1,0 1,3 1,5
Bayern5 88,4 43,1 15,5 6,3 27,2 4,1
Braunschweig 92,0 49,0 30,5 8,8 1,7 7,6 1,4
Bremen 89,2 32,7 30,3 13,2 2,3 14,5 5,4 1,0
Hamburg 88,4 38,8 26,9 17,6 1,9 8,0 2,4 3,5
Hessen 90,6 47,4 21,7 10,9 13,6 2,9 1,7 1,0
Lippe 88,8 47,1 28,0 8,2 2,4 6,9 3,1 3,7
Lübeck 92,0 42,8 38,3 8,2 1,1 5,6 2,5 1,0
Mecklenburg-Schwerin 88,5 48,5 24,5 7,3 16,8 1,1
Mecklenburg-Strelitz 87,0 51,6 22,6 7,1 15,9
Oldenburg 88,6 46,5 18,2 6,4 14,8 11,4 1,13 1,10
Preußen 88,7 43,7 17,0 13,2 14,2 9,1 1,0
Sachsen 91,6 45,0 26,3 16,5 1,23 6,5 1,8 1,5 1,22
Schaumburg-Lippe 91,1 43,4 39,1 5,7 7,8 1,6 1,1
Thüringen 90,1 47,6 20,6 15,3 1,2 12,4 1,6
Württemberg6 85,7 42,0 15,0 9,3 16,9 5,2 2,2 3,2
Gesamtergebnis7 88,7 43,9 18,3 12,3 11,2 8,0 1,1 1,0

 

Für euch gibt es heute eine sehr miese Hetzschrift aus dem Jahr 1933. Herausgegeben vom Gesamtverband deutscher antikommunistischer Vereinigungen e.V. trägt das Werk den Titel „Ein Kampf um Deutschland“.

 

Ich bin mir nicht sicher, vermute aber, daß der Titel unter Anlehnung an Felix Dahn’s 1876 erschienenes Buch „Ein Kampf um Rom“ gewählt wurde. Dieses Buch endet mit den Versen: „Gebt Raum, ihr Völker, unsrem Schritt. | Wir sind die letzten Goten. | Wir tragen keine Krone mit, | Wir tragen einen Toten.“ Das würde hervorragend passen.

 

 

Im weiteren Artikel habt ihr die Möglichkeit, die Broschüre durchzulesen. Ich bitte euch, dabei euren gesunden Menschenverstand zu benutzen und den Inhalt ausschließlich zur eigenen Bildung, nicht jedoch zur Propaganda für oder gegen jegliche extreme politische Strömung einzusetzen, weder links noch rechts.

 

 

 

Anfangszitat: „Es gab zu Beginn dieses Jahres Wochen, in denen wir haarscharf am Rande des bolschewistischen Chaos vorbeigekommen sind.“ Reichskanzler Adolf Hitler am 1.9.1933.

Das Bändchen beginnt mit:

Deutsches Volk, hast du einmal darüber nachgedacht was in diesen Worten Deines Führers liegt? – Teils offen, meist aber unterirdisch arbeiten seit 1½ Jahrzehnten Millionen von Kommunisten, verführt und geleitet von volksfremden Verschwörern, an der Entfesselung des bewaffneten Aufstandes.

Im kommunistischen Manifest von 1848 heißt es wörtlich: “ Die Kommunisten verschmähen es, ihre Ansichten und Absichten zu verheimlichen. Sie erklären es offen, dass ihre Zwecke nur erreicht werden können durch gewaltsamen Umsturz aller bisherigen Gesellschaftsordnungen. Mögen die herrschenden Klassen vor einer kommunistischen Revolution zittern. Die Proletarier haben nichts zu verlieren als ihre Ketten. Sie haben eine Welt zu gewinnen. Proletarier aller Länder vereinigt euch!“

Gibt es da nicht gewisse Parallelen zur Vorgehensweise der Nazis nur wenige Jahre später? Ich denke da an Gleichschaltung, Enteignung, Arisierung.

 

 

Auf der nächsten Seite folgt eine Aufstellung der Mitgliederzahlen der KPD und ihrer Unterorganisationen, viele davon unter der jeweiligen „Internationalen“ organisiert. Punkt III. Vorpostenorganisationen: Rote Pioniere, Frauendelegiertinnen, Erwerbslosendelegierte und Rote Sportler. Zu den Roten Sportlern gehörten z.B. die in der DDR verehrten Ernst Grube, Bernhard Almstadt, Werner Seelenbinder, Fritz Lesch und Paul Zobel.

 

Rechts:  Oben: eine Postkarte die Max Hölz inmitten der von ihm abgebrannten Villen darstellt. – Rechts darunter: Brandplakat von Hölz – Mitte: Kommunistische Wandmalerei, die zur Ermordung der Polizeioffiziere Lenk und Anlauf auffordert. – Unten: Kämpfe zwischen Polizei und Rotem Frontkämpferbund.

 

 

 

 

Links: Wie es in Deutschland aussehen würde, wenn der Kommunismus gesiegt hätte, darüber Dir die Augen zu öffnen, sollen die folgenden Seiten dienen. Niemals sollst du vergessen, daß du selbst, deine Familie und das ganze Volk rettungslos verloren gewesen wären, wenn nicht im letzten Augenblick die ganze Nation, zum Widerstand und Aufbau entschlossen, sich hinter den Führer gestellt hätte.

Rechts: Christus mit der Gasmaske von dem bekannten Kulturbolschewisten George Groß („Maul halten und weiter dienen“)

 

 

 

Links: „Gottlosenpropaganda“

Rechts: Ein abgewandeltes Vater unser – angeblich aus einer Revue in der Gott als betrunkener Hausknecht auftritt. Kennt jemand Details dazu?

 

 

 

Links: Schriften der Gottlosenpropaganda (OPIUM, Proletarische Freidenkerstimme, Der kämpfende Gottlose, 5 Jahresplan an der Kulturfront, Der Internationale Proletarische Freidenker, usw.)

Rechts: Zersetzung von Jugend und Familie!  In einem Sowjet-Deutschland, dessen Religion die Gottlosigkeit, dessen Moral die Unsittlichkeit gewesen wäre, hätte es nie eine kraftvolle Jugend und eine gesunde Familie geben können. Familie wäre überhaupt „ein bürgerliches Vorurteil“ gewesen, ein „Hort der schädlichen Selbstständigkeit, Blutsverbundenheit und völkischen Überlieferung“. Sie zu zerstören hätte bedeutet, die kommunistische Gesellschaft verwirklichen. …  So wäre das Schicksal der deutschen Kinder in einem Sowjet-Deutschland gewesen: verhungert, zerlumpt, lasterhaft, durch Alkohol und Geschlechtskrankheit zerrüttet, ein willenloses Werkzeug der kommunistischen Gewalthaber.

 

 

 

 

Links: Der Kinderdiebstahl begann schon auf dem Spielplatz. Unter Anleitung von kommunistischen Funktionären mussten die deutschen Kinder in den Straßen der Städte singen: “ Hammer, Sichel, Sowjetstern, / Sowjet-Russland hab ich gern. / Wen ich zeige mit der Hand, / fährt mit mir in Lenins Land! / Wide, widde, widde, widde, witt / Und Du fährst mit!“

 

 

Links: „Kommunistische Jugendzersetzungsschriften und Kinderspielzeug“ (Die Trommel, Das Rote Signal, Jugend Internationale, Brettspiel: Rund um den Sowjetstern, Der revolutionäre Schulkampf, Proletarisches Spielbuch, usw.)

 

 

Unsittlichkeit! – zum links erwähnten Buch habe ich gefunden, daß es zu den „wichtigen Werken von dem österreichisch-amerikanischen Psychoanalytikers Wilhelm Reich (1897-1957) zu Fragen wie Fortpflanzung, sexuelle Befriedigung, Onanie, Homosexualität, Politisierung der Sexualfrage der Jugend u.v.m. gehört – Der Vorderumschlag zeigt den Blick in einen, sich zur Stadt öffnenden Torweg, in dem ein Pärchen an eine Hauswand gelehnt steht; der Rückumschlag zeigt denselben Blick vom selben Standort, aber diesmal marschieren Jugendliche mit den roten Fahnen der KJ (Kommunistische Jugend) am Betrachter vorbei. (ZVAB)

dazu: Ganz offiziell forderte der kommunistische „Einheitsverband für proletarische Sexualreform und Mutterschutz“ folgende „Ideale“ in einem Sowjet-Deutschland:  Kostenlose Schwangerschafts-Unterbrechung in staatlichen Kliniken; keine Bekämpfung der Prostituierten; hygienisches Sexualleben in den enteigneten Häusern; Abschaffung der Ehe; Vergesellschaftung des Kindes; Abschaffung aller Strafen für Perversiitäten; Begnadigung aller Sexualverbrecher.

Erwähnung findet auch Magnus Hirschfeld

 

 

Links: Hunger und Terror!

Rechts:  Kommunistische Schund- und Schmutzschriften werden vernichtet

 

 

Na, gut daß der Kommunismus nicht gesiegt hat, sonst hätte es in Deutschland Krieg gegeben. Danke Nazis!

 

 

Links: Lloyd George (1. Earl Lloyd-George of Dwyfor war ein britischer Politiker. Er wurde während des Ersten Weltkrieges zum Premierminister gewählt und war der letzte Liberale, der dieses Amt innehatte.) wird als Unterstützer des nationalsozialistischen Deutschland genannt.

 

 

 

 

 

Links: „Die Frage ist gestellt von einer Regierung, die Deutschland und, wenn diese will, die Welt wieder ehrlich gemacht hat. Die Antwort ist schon gegeben. Am 12. November wird Deutschland aufstehen Mann für Mann und auf die Frage Adolf Hitlers mit einem einstimmigen Ja so vieler Millionen antworten, als nie und nirgends noch sich zu einer Regierung bekannten. Dieses Ja eines Volkes soll wie ein Licht über Deutschland stehen und Europa erleuchten.

Das Licht hat man dann ja weithin scheinen sehen.

Rechts: ohne Kommentar

 

 

Und noch einmal eine Anleitung für die ganz Ungeschickten unter den Nachläufern und Zujublern

 

Der Buchrücken illustriert die beiden feindlichen Lager: einerseits die wohlgeordneten, braunen Horden um den grimmig-braunen Braunauer; in der unteren Hälfte die unsortierten Massen, die verblendet das Wohl der glöcklichän, doitschän Farmillje zerstören wollten um Schund, Schmutz und Krieg über unser Wohlergehen zu bringen.

 

 

Gib dem Volk ein Feindbild, das sich gegen den kleinen erreichten Wohlstand wendet und Du hast sie auf Deiner Seite. Das funktionierte schon immer prächtig, nur der Name musste von Zeit zu Zeit ausgetauscht werden: Kommunisten, Juden, Russen, Türken, Ossis/Wessis, Schwaben, Muslime – alle wollen immer nur unser Eigentum stehlen und unser vorbildliches Herrenrasseleben unterminieren.

Wehret den Anfängen!

Veronika, der Wenz ist da


Mit diesem Spruch warb bis vor einigen Jahren das Versandhaus Wenz aus Pforzheim. 1926 gegründet, ist es neben Bader und Klingel eines der drei ansässigen Versandhändler.

In meiner Jugend – also vor dem Internet-Zeitalter – lagerten in jedem (west-)deutschen Haushalt kubikmeterweise Versandhauskataloge. Quelle, Neckermann und Otto waren die dicksten unter ihnen mit tausenden Seiten und einem Gewicht von stets mehr als einem Kilogramm. Wenz kam etwas dünner daher, war aber auch auf textile Waren spezialisiert.

Im Jahr 1940 hatte der Wenz-Katalog nur (oder schon) 128 Seiten. Woher ich das weiß? Von dieser Bestellkarte.

Zehntausende Beamte nützen die Einkaufsvorteile schon seit vielen Jahren. Schon damals gab es portofreie Lieferung, Teilzahlung, Rückgaberecht und die Möglichkeit, die Sachen zu hause in Ruhe anzuprobieren und zurückzusenden, was nicht gefiel.

Die Bestellkarte stammt aus diesem Beamten=Kalender von 1940.

Und wo ich mir das Foto genau ansehe, glaube ich, das Programm der NSDAP auf der linken Seite ist durchaus zu Bildungszwecken mal lesbar um zu wissen, was die schlammfarbenen Kameraden (Schlammeraden?) auf ihr voranflatterndes Fähnlein geschrieben hatten. Aber bitte nicht nachmachen und „es war nicht alles schlecht!“ brüllen, sonst gibt’s was auf die nicht vorhandenen Haare!

Ich werde den Kalender inklusive der darin abgedruckten Programme demnächst mal ausführlicher behandeln. Da bekommen dann aber alle, deren Hirn noch in den Grenzen von 1937 dahindümpelt Blogverbot.

(bei der Gelegenheit: Wikipedia hat mich aufgeklärt „Aufgrund der völkerrechtlichen Kontinuität des Deutschen Reiches in Form der Bundesrepublik Deutschland erhob diese bis zum Warschauer Vertrag (1970) Ansprüche auf die Ostgebiete des Deutschen Reiches, die seit der Aufteilung des Reiches formal lediglich unter polnischer und sowjetischer Verwaltungshoheit standen. Mit der deutschen Wiedervereinigung 1990 und dem Inkrafttreten völkerrechtlicher Verträge wurde die Frage der Grenzen Deutschlands abschließend geklärt.“ Bis 1970 war also das geflügelte Wort „Noch ist Polen nicht verloren!“ nicht nur salonfähig, sondern sogar politisch auf der Linie. Ich bin erstaunt!)

Wer mag, kann sich hier über weitere Kataloge aus dieser Zeit informieren, die ich früher schon vorgestellt hatte.

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