Das verlustreichste Schiffsunglück in der Geschichte der Seefahrt


Wer von euch hat bei der Überschrift gedacht: „Hatte er nicht schon einmal einen Artikel über die Titanic veröffentlicht?“ Ja, hatte er: hier.

Allerdings war der Untergang der Titanic zwar ein medienwirksames Ereignis (Zitat: Im Gegensatz zum Schiff kam der Film in Amerika gut an.), allerdings schafft diese Katastrophe es auf der Liste der Schiffsuntergänge mit den meisten Toten nicht mal unter die ersten 30. Die vorderen Plätze nehmen dabei viele im Zweiten Weltkrieg versenkte japanische Truppentransporter ein.

 

Der mit Abstand größte Verlust eines einzelnen Schiffs ereignete sich gar nicht so weit entfernt. Am 30. Januar 1945 wurde vor der Küste Pommerns die Wilhelm Gustloff versenkt. Dabei handelte es sich ursprünglich um ein Ausflugsschiff der NS-Organisation Kraft durch Freude (KdF). Wie man zu einer Fahrt auf diesem Schiff kam, hatte ich hier schon berichtet. Was zu beachten war, lest ihr hier.

Der heutige Artikel ist ein Dokument aus der Zeit, als an Kreuzfahrten nicht mehr zu denken war. Bereits mit Beginn des Zweiten Weltkrieges wurde das Ausflugsschiff in ein schwimmendes Lazarett umgebaut. In den Jahren 1939 und 1940 wurden, hauptsächlich während der Besetzung Norwegens, verwundete Soldaten, versorgt und in die Heimat gefahren.

Von November 1940 bis Januar 1945 wohnten die U-Boot-Besatzungen der 2. U-Boot-Lehrdivision an Bord des in Gotenhafen vor Anker liegenden Schiffs.

Ein Teil dieser U-Boot-Besatzung war auch Hans-J. Maetze, Mtr Ob Gfr (Matrose Ober-Gefreiter?) über dessen Schicksal mir nichts bekannt ist. Lediglich diese Weihnachtskarte, adressiert an die kleine Ilsetraute Techow aus Berlin-Köpenick, ist erhalten geblieben.

 

20.12.43

Dir liebe Traute von ganzem Herzen ein recht fröhliches Weihnachtsfest, gleichzeitig alles Gute zum Neuen Jahr und werde vernünftig und mach Deiner Mutti keinen Kummer. Sei recht brav und sei mit den innigsten Grüssen bedacht.

Hans

Mtr.Ob.Gfr. H.J.Maetze 6./-2. U. L. D. Gotenhafen „Gustloff“

Wer sich dafür interessiert, was man auf der „Gustloff“ gelernt hat, der kann hier einen Bericht eines Kameraden von Hans Maetze lesen.

Details zur Versenkung weiß Wikipedia. Eine Doku gibt es hier.

 

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Frauenkirche Dresden


Am 3. Tag der Themenwoche zeige ich euch eine alte Postkarte aus Dresden. Sie zeigt die Frauenkirche in Dresden noch in ihrer alten Pracht vor der Zerstörung während des zweiten Weltkrieges.

 

Ich kenne mich nicht gut genug in Dresden aus um zu wissen, ob das Ensemble drum herum genau so wieder aufgebaut wurde, wie auf der Karte. Auf jeden Fall hatten sie einen schönen Springbrunnen, der ebenso schwarz angelaufen war, wie der Sandstein der Frauenkirche. Bis es wieder soweit ist, muß noch ein wenig Schmutz durch die Luft wehen. Oder lag das an der Oxidation?

Vielleicht kann man es auf der Webseite der Frauenkirche nachlesen. Wusstet ihr, das für das Hauptgesims und die Attika genau 666 der aus den Trümmern der Ruine geborgenen 1.110 Steine wiederverwendet wurden?

Die Karte wurde von einem Herrn Zacher an Adolph Tresselt geschickt.

Dresden, 2.11.28 Dürerstr. 9 II

Lieber Herr & Frau Tresselt, Sende Ihnen aus „Elb Florenz“ die besten Grüße. Hier ist es wunderschön!

 

Mehr zu Herrn Zacher gibt es morgen.

Aus Liebe zum Tabak, Tabak aus Liebe


Vor einigen Tagen habe ich euch erklärt, was es mit dem Begriff „trustfrei“ auf sich hat. Dort konntet ihr erfahren, daß Zigaretten, von der Familie oder der Herzallerliebsten ins Feld geschickt, überaus willkommen waren. Diese „Gaben der Liebe“ versorgten die Soldaten nicht nur mit entspannendem Rauchwerk sondern waren auch ein beliebtes Tauschobjekt und Geldersatz.

Heute reiche ich euch noch schnell ein paar Beweisstücke nach, die zeigen, wie begehrt Tabak bei den Soldaten war. Diese Postkarten aus der Zeit des Ersten Weltkrieges waren seinerzeit sehr beliebt.

Mehr Postkarten aus dieser Zeit findet ihr z.B. hier.

Grüße von der einjährigen Omi – 1911


Neulich habe ich euch ein feines, kleines Buch vorgestellt, in das meine Urgroßeltern die Höhepunkte des ersten Lebensjahres meiner Oma eingetragen haben. Wer es verpasst hat, klickt hier.

Aus dem selben Jahr, 1911, stammt die heutige Postkarte, die die stolzen Eltern (meine Urgroßeltern) den Eltern der Mutter (meinen Ururgroßeltern) geschickt haben.

Die Vorderseite ziert ein Bild meiner Oma, aufgenommen zu einer Zeit, als niemand daran dachte, daß sie einmal meine Oma werden würde.

 

 

Den Text auf der Rückseite der am 23. Mai 1911 abgestempelten Karte habe ich euch im Folgenden etwas leserlich abgeschrieben.

Herrn A. Hanel, Oldenburg i.Gr., Ofenerstraße

Erfurt d. 23./5. 11

Meine lieben Eltern! Hoffend, daß Ihr wohlauf seid, senden wir alle Euch recht herzliche Grüße. Uns geht es sehr gut. Anbei die neuste Aufnahme von unserem kleinen Liebling. – Bei Euch ist es jetzt gewiß herrlich. Ich freue mich schon, wenn ich komme. Na, vorher sehen wir uns sicher noch hier. Wann gedenkst Du, lieber Papa ins Bad zu reisen? Wir haben heute unserer Kuni (das war die Haushälterin Kunigunde) Urlaub gegeben. Morgen reist sie ab auf 8 Tage, und darüber ist sie rein aus dem Häuschen. Geht’s Tante …… besser? Hoffentlich laßt Ihr bald mal von Euch hören. Grüßt alle, die wir kennen. Für Euch Lieben nochmals herzlichste Grüße v. Papa, Mama u. Elfriede.

Und ab ging die Post ins Großherzogtum für 5 Pfennige auf der Postkarte mit der neusten Aufnahme.

Sie haben Post – Cartas Postales, Tarjeta Postal


 

Heute gibt es nur einen kurzen Artikel zu zwei schönen alten Postkarten. Leider habe ich keine detaillierten Informationen. Daher kann ich nicht viel dazu berichten. Ich vermute, sie sind aus den 1910-er bis 1920-er Jahren.

Die obere Karte stammt aus Guatemala, die untere aus Costa Rica. Während in Costa Rica 3 Centavos Porto auf die Karte aufgedruckt sind, hüllt sich Guatemala in Schweigen bezüglich der Kosten. Wahrscheinlich gab es dort eine Postkarte für Inlandverkehr und eine für Grüße ins Ausland, wobei sich die Farbe unterschieden haben wird.

 

Mehr kann ich euch nicht berichten. Wenn sich ein Philatelist oder Ganzsachensammler unter euch befindet, zögert nicht, euer Wissen einzubringen.

Gaudeamus igitur! – ein Kartengruß der Sängerfreunde


Mein Urgroßvater war Mitglied der Studentenverbindung Gottinga (Göttingen), die wiederum Mitglied des Weimarer C.C. – des Chargierten-Convent war. Unter Chargierten versteht man Amtsinhaber in Studentenverbindungen. Das waren übrigens die Verbindungen, in denen, wenn es sich um eine schlagende Verbindung handelte, der neu aufgenommene Student – der Fuchs – mit dem Degen, Säbel oder Glockenschläger eine Mensur bekam, die anschließend gepflegt und ein sauberes Verheilen vermieden wurde.

Mitglieder einer Studentenverbandes halten ein Leben lang zusammen. Ähnlich den Freimaurern oder Mitgliedern der Studentenverbindungen amerikanischer Universitäten und auch den studentischen Burschenschaften werden enge Freundschaften zwischen den Mitgliedern geknüpft, die teilweise auch zu gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Beziehungen führen.

Und wenn einer der Brüder verhindert ist und an einer Reise nicht teilnehmen kann, bekommt er von seinen Corps-Freunden eine liebe Karte geschickt.

Deutsche Tat u. Deutsches Wort, kling im Deutschen Liede fort.

Lieber Leibbursch, liebe Frau Leibbursch! Teile Euch mit, daß ich schon 2 Oberlehrer & 1 Mittellehrer erschlagen habe. Heil & Sieg! August

Hinter der ersten Unterschrift – P. Schmuk (?) und dem angefügten Zirkel erkennt ihr übrigens ein xx/xx. Was das bedeutet, lest ihr hier. In der vorletzten Zeile hat neben dem Fechtwart (xx) noch der Sekretär Fr(iedrich?) Stuck unterschrieben und mit Zirkel und xxx gezeichnet.

 

Meyer, Schröder und Wiesenthal

 

Bedauerlicherweise ist die Briefmarke abgelöst, so daß ein Datum nicht mehr sichtbar ist. Die Geschichte der Gottinga ist allerdings hier nachzulesen und lässt die aktive Zeit als Sängerschaft auf die Gründung am 11. Juni 1887 als „Akademischer Gesangsverein“ bis zur 1924 stattgefundenen Umbenennung in „Turnerschaft Gottinga“ eingrenzen.

Mehr studentische Artikel findet ihr übrigens hier.

Heldentod für’s Vaterland


Mit der Wendung des Kriegsglücks Großdeutschlands setzte auch erstmals nach 30 Jahren für Deutschlands Bevölkerung die Allgegenwärtigkeit des Todes ein.

Wurde in den ersten Kriegsjahren ein Expansionskrieg ohne Gleichen und unter Wochenschaugetöse mit stets nach rechts fahrenden deutschen Panzern geführt (um ein Vordringen in den Osten zu verdeutlichen), Gebiet für Gebiet okkupiert und zu Reichsgauen umgewandelt, wandte sich nun das Glück von Führer und Wehrmacht ab und der Angreifer wurde selbst zum Angegriffenen.

Eine Begleiterscheinung der Kriegsverluste, wie das förmliche und gesichtslose Wort dazu lautet, waren die in der Heimat zu Witwen und Waisen gewordenen Familienangehörigen. Und wie es seinerzeit üblich war, wurden Todesanzeigen in der Tageszeitung geschaltet und nach erfolgter Beisetzung des nicht vorhandenen Leichnams Dankeskarten verschickt.

Ein sehr interessanter Befehl der NSDAP war aus diesem Anlass die Anweisung, Aussagen wie „im Krieg gefallen“, „große Trauer“, „unser einziger Sohn verlor sein Leben“ und Ähnliches dem Siegeswillen Widersprechendes in Todesanzeigen zu unterlassen. Vielmehr sollte ein „ruhmreicher“ „Heldentod“ „für Führer, Volk und Vaterland“ in den Vordergrund gestellt werden, der die Überzeugung der Hinterbliebenen verdeutlichte, den Mann oder (und) Sohn gern der großen Sache geopfert zu haben.

So geschah es auch nach dem Tod meines Opas (ich berichtete davon), der weder im Ganzen noch teilweise wieder in die Heimat zurückgekehrt ist. Er liegt heute auf einem Soldatenfriedhof in der Ukraine.

Die Traueranzeige seiner Witwe sah dann entsprechend so aus:

Und wer als Vergleich die letzte Wochenschau des „Reiches“ anschauen möchte, der kann hier klicken.

Einen anderen Artikel zum selben Thema gibt es hier.

Postkarten aus Österreich


Heute soll es mal wieder um Postkarten von Verkäufern an meinen Uropa gehen. Sie stammen aus den Jahren 1909 und 1910 und wurden in Linz, Brünn (Brno – bekannt durch die nebenan gegen Napoleon geführte Schlacht bei Austerlitz) und Troppau (Opava – Schlesien) – letztere beiden in Tschechien – abgesendet.

Die erste Karte ging an einen Mitarbeiter, Herrn Pole, der allerdings aus Deutschland stammte und trägt einen ganz fürchterlichen Fehler in der Anschrift. „Erfurt Sachsen“ trifft wahrscheinlich jeden Thüringer und speziell die Bewohner der Thüringischen Hauptstadt tief ins Mark.

Auf den oberen beiden Karten wurde übrigens noch das alte, französische Wort Droguerie verwendet.

Und worum ging es bei den Karten? Preise, Geschäfte, Werbung. Lest unten die Transkription.

Euer Wohlgeboren!

Ersuche höflichst uns zu benachrichtigen, ob Euer Wohlgeboren im Besitze der echten Hustenlohe zum Einatmen für Lungenleidende nebst Gebrauchsanweisung sind.

Hochachtungsvoll Barmherzige Schwetern v. hl. Carl Borromäus, Linz, Elisabethstr. 23, Ob. Österreich

—————————————

Troppau, am 28. Mai 1909.

Herrn Richard Jacobi G.m.b.H., Elberfeld

In höfl(icher) Beantwortung Ihrer freundl(ichen) Anfrage vom 24. d(es) M(onats) teilen wir Ihnen mit, daß sich an den Preisen für unsere Spezialitäten nichts geändert hat.

—————————————

Brünn 5. 9. 10

Euer Wohlgeboren!

Die Blockkalender gebe ich nur auf Heublumenseife, Insektenpulver Puck und Zahncremé Rübezahl, für welche Artickel sonst keine Reklame gemacht wird. Und da müssen Umsätze gemacht werden, wenn ich auf meine Rechnung kommen soll. Für die Haarmilch mache ich eine kostspielige Zeitungsreklame, da hier eine andere Reklame für den Artickel keinen Zweck hätte.

Hochachtungsvoll Joh. Grolich.

Triumph des Willens


Seit 1923 hielt die NSDAP jedes Jahr im frühen September einen Reichsparteitag ab. Diese Massenaufläufe dienten der Festigung der Verbundenheit zwischen allen Parteigenossen, der Demonstration von Macht und nicht zuletzt der Selbstbeweihräucherung. Wer sich für Details interessiert, der kann Wikipedia befragen. In Zeiten ohne SMS, WhatsApp und Facebook konnte man den Zurückgebliebenen in der Heimat nur Postkarten senden. Das haben auch mehrere teilnehmende Mitglieder der näheren Umgebung meiner Familie getan. Drei dieser Postkarten möchte ich euch heute vorstellen und erneut darauf hinweisen, daß ich der festen Überzeugung bin, diese Art von Großereignissen sowie die damit verbundene geschlossene Zustimmung zu einer beliebigen vermittelten Meinung, würde auch heute problemlos von der Menge angenommen werden. Kurt Tucholsky hatte es seinerzeit so formuliert: „Unterschätze nie die Macht dummer Leute, die einer Meinung sind.“

Ich habe die Swastika unkenntlich gemacht und hoffe, damit der Entschärfung der Grafik Genüge getragen zu haben.

  • 2. 9. 1933
  • An Sturmführer Schneider, Erfurt, Sophienstr. No. 1
  • Herzliche Grüße aus Nürnberg sendet Sturmmann Kötter, Scharführer Berkow

Überraschenderweise handelt es sich bei der ersten Karte um eine Feldpostkarte die in der Form allerdings in Deutschland nur bis 1919 und dann wieder ab 1939 existierte. Hier hatte ich schon einmal über Feldpost geschrieben. Dieser Reichsparteitag stand unter dem Motto „Reichsparteitag des Sieges„.   De folgende Karte verdeutlicht den Personenkult um Hitler, flankiert von Julius Streicher und (vermutlich) Willy Liebel. Streicher, der Herausgeber des Stürmer und großer Hetzer gegen jegliche „Untermenschen“ behauptete von sich selbst übigens, er sei „lediglich ein „Naturfreund“ gewesen, der nur die „Fremdlinge“ aus dem Land haben wollte.“ Willy Liebel war Oberbürgermeister von Nürnberg, Vorsitzender des Zweckverbandes Reichsparteitag und Leiter des Zentralamts im Rüstungsministerium. Desweiteren war er maßgeblich für die Organisation und Durchführung der Deportationen jüdischer Mitbürger verantwortlich

  • 2. 9. 1933
  • An Sturmführer Schneider, Erfurt, Sophienstr. No. 1
  • Herzliche Grüße aus einer fröhlichen Runde sendet  Kötter
  • Sind gut angekommen, heute Appell vom Stabschef.
  • Dem M 4/J 6. ein kräftiges He.. Hit…

Die letzte Karte ist von 1934, in diesem Jahr stand der Reichsparteitag unter keinem Motto, bekam aber später neben den Titeln Reichsparteitag der Einheit und Stärke und Reichsparteitag der Macht den bis heute am häufigsten geführten Namen, der auf den dazugehörigen Titel des Leni Riefenstahl-Filmes Triumph des Willens Bezug nimmt, den man sich auch heute noch, z.B. auf YouTube anschauen kann.

  • Nürnberg, 8. 9. 34
  • Lieber …, Schwager u. Schatz! Euch allen sende ich die herzlichsten Grüße. Die Großartigkeit einer … Tagung werdet ihr aus den Schilderungen und den Zeitungen erfahren. He.. Hit…! Euer …

Und wenn ich das alles richtig verstehe, stammt diese Karte von meinem Großonkel. Um sicher zu gehen muß ich meine Dokumente nochmal nach Details sichten.

Die bundesdeutsche Gefangenenmarke


Am 9. Mai 1953 gab die Deutsche Post der Bundesrepublik Deutschland eine Briefmarke heraus, die später im Michel-Briefmarkenkatalog unter Katalognummer 165 geführt werden sollte. Bekannt geworden ist sie unter dem Namen Kriegsgefangenenmarke und war die meistverkaufte Sondermarke Deutschlands.

Im Jahr 1953, also acht Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges, waren noch immer zahlreiche ehemalige Wehrmachtsoldaten in Kriegsgefangenschaft. Während in der Gefangenschaft der Westalliierten nahezu alle Deutschen bis zum Jahr 1948 zurückgekehrt waren wobei jeder Hundertste Soldat in Gefangenschaft starb, hielt die Sowjetunion bis ins Jahr 1956 deutsche Soldaten gefangen um sie für den Wiederaufbau, zur Förderung von Rohstoffen oder für sonstige Arbeiten heranzuziehen.

Ein paar Zahlen zur Illustration: Deutschland führte im Laufe des Zweiten Weltkrieges 5.700.000 russische Soldaten in deutsche Kriegsgefangenschaft, von denen 3.300.000 Soldaten starben. Wer verdenkt dann den Russen, daß sie umgekehrt von den 3.150.000 in russische Gefangenschaft geratenen Wehrmachtssoldaten (70% aller deutschen Soldaten waren mindestens einmal an der Ostfront) die 2.055.750 Überlebenden (mit 1.094.250 starb jeder Dritte) als Kriegsgefangene für den entstandenen Schaden aufkommen ließen. Quelle

Um die noch immer auf ihre Heimkehr hoffenden Deutschen und ihre Verwandten in der Heimat im Bewusstsein des deutschen Volkes zu verankern, gab die Bundespost eine Briefmarke heraus, die in der DDR, also der sowjethörigen Ostzone alles andere als gern gesehen war.

Während im Spätherbst des Jahres 1953 westdeutschlandweit Ausstellungen zum Thema stattfanden,

 

wurden Briefe und Postkarten, die dieses Thema behandelten – selbst, wenn nur die Briefmarke drauf klebte – unkenntlich gemacht.

links: die Marke im Original; Mitte: eine Marke auf einer in die „Ost-Zone“ geschickten Postkarte; rechts: Marke mit der Berliner Freiheitsglocke (die nicht zum Thema gehört, aber im Album daneben einsortiert ist.

 

Schaut man sich die Marke gegen das Licht an, sieht man die Prägung des Gefangenenkopfes.

 

 

Die Zeitschrift für Briefmarkensammler in der DDR brachte zu dieser Marke übrigens einen Artikel, den ich ebenso wie den oben gezeigten Stempel auf der meinfigaro.de-Seite des Mitteldeutschen Rundfunks gefunden habe:

Quelle: meinfigaro.de des MDR

 

 

Der komplette Beitrag dazu kann übrigens hier gefunden werden.

Deutsche Soldaten aus den ostpreußischen Gebieten wurden übrigens direkt als Sowjetbürger behandelt und standen nie für eine Rückkehr nach Deutschland Ost oder West zur Debatte. Bis 1950 waren von den verbliebenen Deutschen 380.000 (sowjetische Angabe) und 1.300.000 (westdeutsche Anzahl) als verschollen geführt. Quelle

Die letzten Gefangenen kehrten am 16. Januar 1956 nach Deutschland zurück. Ein Wikipedia-Artikel zu den „Heimkehrern“ gibt es hier. Weitere hochinteressante Artikel hier und hier.

 

 

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