Der Arzt als Hausfreund


Neben eine gut sortierten Hausapotheke ist eine hilfreiche Rezeptsammlung und ein Erste-Hilfe-Buch von unschätzbarem Wert.

Meine Erste-Hilfe-Bücher habe ich euch schon vor einiger Zeit vorgestellt. Wer sie verpasst hat, klickt hier.

Meine Hausapotheke kommt erst noch, aber andere Artikel zum Thema Apotheke findet ihr hier.

Heute geht es also um Rezepte, Heilmittel und Pulver – wirksam von Ärzten erprobt oder aus dem Koffer des Quacksalbers, das sollt ihr selbst entscheiden. Dazu habe ich euch dieses Büchlein aus dem Regal rausgesucht.

Der Arzt als Hausfreund, ein Deutsches Rezeptbuch mit 700 Hausarzneimitteln zu fast allen vorkommenden Krankheiten der Menschen. Leider ist es mir bisher nicht gelungen, ein Erscheinungsjahr zu finden. Auch ist das Buch in keinem Katalog aufgeführt. Und das, obwohl vor uns bereits die 27. vermehrte und verbesserte Auflage liegt.

Um euch den Lesegenuss so angenehm wie möglich zu gestalten, habe ich euch hier einige der schönsten Krankheiten herausgesucht und hoffe dass ihr mit den angegebenen Behandlungsmethoden den größtmöglichen Erfolg bei euch, euren Verwandten, oder euren Lieben erzielt.

 

Wer kennt nicht den Afterdarm und weiß was zu tun ist, wenn er ausgeht? Natürlich werden leere Schneckenhäuschen, wie man sie im Felde findet, ganz fein zu Pulver gestoßen und gesiebt, daß es gleichsam zu Mehl wird, und der Afterdarm damit bestreut.

Oder aber gegen kurzen Athem: einfach 1/4 Liter frische Wachholderbeere, grüne, halbreife und reife, wie sie vom Stock kommen, zerstoße dieselben, gieße 1 Liter Fruchtbranntwein daran, lasse es an der Sonne einige Zeit stehen, und trinke Morgens, Mittags und Abends jedesmal 1 Eßlöffel voll davon.

Das Aufliegen der Kranken ist besonders bei langer Bettruhe ein nicht zu vernachlässigendes Thema. Man nehme ein Rehfell mit recht langen Haaren, lege dasselbe mit der nackten Seite auf das Bett und zwar das Hinterteil des Felles nach dem Kopfe des Kranken, so daß die Haare des Fells nach dem Rücken des Patienten aufwärts gerichtet sind; über das Fell legt man ein weißes leinenes Tuch mit frischen Hirschtalg bestrichen und auf dieses legt man den Patienten mit bloßem Rücken. Bei schon wund gewordenen Kranken nimmt man zu einer ausgezeichneten Salbe: 30 Gramm Unschlitt, 15 Gramm weißes Wachs, 15 Gramm Provenceröl (das scheint Olivenöl oder auch Baumöl zu sein) und 7 Gramm Bleiextract. Sind Wachs und Unschlitt im Oel auf Kohlenfeuer geschmolzen, so rührt man den Bleiextract dazu, streicht die Salbe auf ein Stück Barchent (Wikipedia macht euch schlau) und läßt den Kranken darauf liegen. Oeftere Erneuerung dieses Barchentstücks ist nöthig.

 

Gegen hitzige, rothe Augen nimm weiße Herbstrosen und weiche sie drei Stunden im Rosenwasser ein, Hernach binde es über die Augen. Man darf aber nicht in die Luft gehen.

Blöde Augen hingegen werden auf drei Arten kuriert: 1. Für blöde Augen ist kein besseres Mitttel als der Fenchelthau der zwischen Ostern und Pfingsten gesammelt wird. 2. Mischt man Borsdorfer-Geist mit Essig, und reibt damit den Wirbel des Kopfes ein, so kann man damit blöde Augen sehr stärken. 3. Anis und Fenchel nach Belieben gegessen. – wer ist noch nicht wusste: mit blöden Augen bezeichnete man früher schwache Augen, also eine Sehschwäche. –

 

Ein wirklich hilfreiches Mittel Gegen den Bienenstich suchen wir alle und vielleicht haben wir es heute gefunden. Gleich nach erhaltenem Stich bringe man so schnell als möglich nur etwa einen Tropfen gewöhnlichen Oels auf die gestochene Stelle, ohne dasselbe einzureiben. Es dauert oftmals keine Minute, so ist der Schmerz vergangen.

 

Ein gutes Rezept, wenn einer auf die Brust gefallen ist. Gib ihm sogleich auf den Fall einen guten Trank Baumöl und Branntwein und hole in der Apotheke ein halbes Loth Drachenblut, nimm ein halbes Gläslein voll Körbelwasser, ein halbes Gläslein von Lindenblüthwasser, thue das Drachenblut in das gebrannte Wasser, mache es warm und gieb es dem Kranken zu trinken.

Eine Salbe zu den bösen Brüsten. Nimm lauter (hier: reine) kalt gegossene Kopflaugen (?) 45 oder 60 Gramm, Eine Messerspitze voll Saffran, lauter Leinöl 30 oder 45 Gramm, 30 Gramm guten Essig, das Weiße von zwei oder drei Eiern, diese Stücke klopfe untereinander, darnach nehme Roggenmehl, das nicht gebeutelt (d.h., durch einen Stoffbeutel gesiebt) ist, rühre es, daß es dick wird, nehme ein weißes Tüchlein, das so groß als die Brust ist, schneide ein Löchlein darein, daß das Wärzlein heraus geht, und streiche die Salbe auf’s Tuch, lege es über die Brust, bis es hart wird; wenn es bald gebraucht wird, vertreibt es die Schmerzen, wenn es aber lange ansteht, so muß es vereitern, die Salbe zieht es auf und heilt es, man darf es nicht meiseln, noch wischen und waschen.

 

Erhitzung. Wenn man sich auf Reisen, oder sonst bei einer Arbeit erhitzt hat, so sei man vorsichtig, sogleich etwas zu trinken, erst, nachdem man einige Zeit ausgeruht hat, löse man ca. 30 Gramm Zucker in einem Glas Wasser auf, dem man 1 Löffel voll Kirschengeist beimischen kann, und trinke es nach und nach.

Erschrecken.  Nach einem Schrecken trinke man gesottene Milch, so warm als man sie trinken kann. Oder: Zuckerwasser gleich nach dem Erschrecken getrunken, dämpft die dadurch erregte Galle und führt sie ab. Wenn man im Schlaf erschrocken ist, so trinke man Wegwartenwasser.

 

Gicht, Rheumatismus und Podagra (letzteres hatte mich beim ersten Lesen neugierig gemacht – es handelt sich dabei um eine Art Gicht, bei der der Fuß (gr.: pod) fest (gr.: agra) wird. lest mehr auf Wikipedia)

  1. Gicht äußert sich in Schmerzen der Gelenke, welche bald umherziehen, bald fest sitzen, und mit oder ohne Fieber auftreten. Denen, die an gichtischer Verderbniß der Säfte leiden, welche anererbt sein können, ist vor allem zu empfehlen: mäßige aber fleißige Bewegung in frischer Luft, ausgenommen bei nasser und nasskalter Witterung. Saure, namentlich scharf gesalzene Speisen, wie geräuchertes Fleisch, Käse etc. müssen vermieden werden. Zum Getränk taucht (!) am besten frisches Quellwasser; nur des Mittags ist etwas guter alter Wein erlaubt. Alle schwächenden Einflüsse, namentlich Kummer, Aergerniß, Langeweile, vorzüglich aber Samenverlust (wie bitte?) sind verderblich. Als Arzneimittel nehme man jeden Vormittag 2 Eßlöffel voll frische Bierhefe (die alte taugt nicht). – Für die Hautkultur sind morgens frühe und Abends Reibungen des ganzen Körpers mit Flanell sehr zweckmäßig.
  2. Die Blätter von der Coolpflanze, besonders von den blauen Häuptern (wovon Sauerkraut gemacht wird) einige Minuten im Wasser gedämpft und auf die kranken Stellen gelegt. Oder:
  3. Jedes Jahr, so oft es reife Erdbeeren giebt, täglich nach Belieben mit Zucker gegessen. Oder:
  4. Die Glieder mit Ameisengeist eingerieben, siehe Bereitung desselben.
  5. Auch der Speisesenf ist allen an Gicht Leidenden nicht genug zu empfehlen. Oder:
  6. Ein geschärftes Pechpflaster angewandt.
  7. Auch die Kaltwasserkur vertreibt Gicht und Rheumatismus oft am sichersten, jedoch ist große Vorsicht nöthig.

Haarwuchs zu befördern. 1. Wenn nach einer Krankheit die Haare ausgegangen sind, so bereite man folgende Pomade zum Einreiben: Man kaufe reines unverfälschtes Kammfett von einem Kleemeister (das ist der Abdecker) oder Leimsieder (der Herr, der aus Tierknochen Leim herstellt), und reibe den Haarboden damit ein, oder mit guten alten Wein.

  1. Wer viel Hitze in der Kopfhaut hat, lege eine Hand voll Rosmarin in Frucht= oder Hefenbranntwein, stelle es an die Sonne, im Winter zum Ofen, und reibe öfter in der Woche etliche Löffel voll auf die Oberfläche des Kopfes ein.

 

Noch ein Podagra-Rezept:

 

Kälte, Schutzmittel dagegen.  Die Füße alle Morgen mit starkem Branntwein gewaschen, mit Fließpapier umwickelt, und die Strümpfe darüber gezogen. Armen Leuten ist anzuempfehlen, mehrere Bögen Fließpapier auf die Brust zu legen, da es sehr gegen die Kälte schützt.

Kinder=Krankheiten. 1. Um kleine Kinder vor Gichtern und manchen Zufällen zu schützen, gebe man einem Kinde bis zum Alter von 16-18 Wochen, auch länger, jeden Abend vor Schlafengehen, ca. einen Achtel=Liter schwachen Camillenthee, mit Zucker gehörig versüßt, lauwarm zu trinken. – Man nimmt etwa so viel Camillenblumen, als man zwischen zwei Fingern fassen kann, brüht sie mit etwas mehr als einem Achtel=Liter kochendem Wasser an, läßt’s eine Viertelstunde gut zugedeckt stehen und seihet hernach den Thee durch reine Leinwand; der Thee muß aber jeden Tag frisch bereitet werden, und scheint er etwas zu stark, so nimmt man einige Blumen weniger.

Nach Verfluß von 18 Wochen hört man mit dem Camillenthee auf und gibt Zuckerwasser. – Werden Kinder bei reinlicher Behandlung also erzogen, so gedeihen Sie zusehends, indem Bauchschmerzen (sogenannten Grimmen) und Gichtern dadurch vorgebeugt und der Schlaf befördert wird.

  1. Gegen Bauchschmerzen – besonders bei Knaben – wird eine Handvoll Kümmel mit ungefähr 60 Gramm Rindschmalz geröstet, hernach durch Leinwand in frisches Wasser gepreßt, das auf dem Wasser erkaltete Fett zum Gebrauch aufgehoben und der Bauch damit eingerieben. Oder gegen Blähungen den Bauch mit Camillenthee eingerieben.

  2. Gegen häufiges Erbrechen bei kleinen Kindern lasse man einen Lebkuchen bei einem Conditor holen, erwärme ihn, gieße Kirschengeist darauf, daß er ziemlich gleich befeuchtet wird, und lege ihn nur so warm als man ihn an das Auge gehalten erleiden kann, – auf das Näbelein. Auch das sanfte Einreiben des Unterleibes mit etwas erwärmtem Kirschengeist ist nebenbei wohlthätig.

  3. Gegen das schwere Zahnen. Die Backen mit süßem Mandelöl oder mit Ziegenbutter öfters bestrichen. – Oder: die Kinder öfters an wohlgeräucherten Speck nollen lassen.

  4. Beim Gliederzahnen. Wenn die Gelenke anschwellen, so legt man ein Viertelpfund Ochsenmark einige Tage in frisches Wasser, welches man einigemal abschüttet und wieder frisches Wasser daran gießt, hernach läßt man das Mark auf einer Gluth in einer messingenen Pfanne zergehen und gießt unter beständigem Rühren ein halben Liter guten alten Wein daran; wenn man nun glaubt, daß sich der Wein mit dem Ochsenmark gehörig unter beständigem Umrühren vereinigt und gekocht habe, so seihet man die Masse warm durch Leinwand und rührt aufs neue so lange schnell (wie bei Fertigung einer Pomade), bis es weiß ist. Das Flüssige, was sich absondert, wird weg geschüttet, und das Mark zum Gebrauche gut verbunden aufbewahrt. Von diesem Fett reibt man alsdann dem Kinde die Gelenke und den Rücken täglich 2 bis 3 mal an der Wärme ein.

 

Wurm am Finger. 1. Frische Ochsengalle siedend heiß gemacht, den kranken Finger, so war mein es erleiden kann, so lange darein gehalten, bis die Galle erkaltet ist. Oder: das Häutchen von einer Schweinsgalle darüber gelegt. Oder:

  1. Man verbrenne Holz von Weinreben zu Asche, thue diese in ein irdenes Gefäß, gieße heißes Wasser darauf und halte den Finger, so heiß man es erleiden kann, darein. Bei Nacht lege man eine gebratene Zwiebel darauf. Will sich dann das Uebel noch nicht heben, so thue man Meliszucker darauf.

Würmer im menschlichen Körper abzutreiben. 1. Bei Abtreibung der Würmer hat man, wenn es Erfolg haben soll, hauptsächlich darauf zu sehen, dass die Mittel angewendet werden, wenn der Mond im Abnehmen ist, und man Tags darauf laxirende Mittel einnimmt, daß die getödteten Würmer abgeführt werden. Wenn man einem Kinde, sowie der Mond abzunehmen beginnt, einen starken Kaffeelöffel Voll Baumöl eingiebt beim Eintritt des letzten Viertels einen zweiten, und beim Eintritt des neuen Lichts einen dritten Löffel voll, so geht der ganze Wurmstock ab. Zu bemerken ist jedoch, daß nicht allen Magen das Baumöl zusagt.

Zahnpulver. (siehe meinen Artikel hier) Das unschädlichste Pulver zur Reinigung der Zähne kann bereitet werden aus 2 Theilen Lindenkohlen und 1 Theil Salbei, welches man so fein als möglich pulverisirt. Gebranntes Brod, sowie auch Kaffeesatz sind ganz unschädlich.

 

Zahnweh.  Ein interessanter Artikel, der uns erklärt, dass man gegen Zahnweh verschiedene Orte am Hals, hinter den Ohren und im Genick behandeln sollte.

 

Ein gut bewährtes Recept, wenn eine Person keinen Stuhlgang hat, daß sie in einer Stunde Oeffnung bekommt. Ein halb Scrupel Virduidem.  – Während ein Scrupel als Maßeinheit leicht zu finden ist (Link), ist Virduidem unauffindbar.

 

Das war’s. Für alle Interessierten hier das Inhaltsverzeichnis. Wer noch ein Rezept braucht, schreibt mir einen Kommentar.

 

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Meine Kochrecepte – Rezeptbuch von 1907


Neulich fand ich im Cooking around the World-Blog von Becky einen Artikel zu einem alten, handgeschriebenen Kochbuch aus dem jüdischen Hamburg. Wer den Artikel lesen möchte, klickt hier. Nach der Lektüre kam mir der Gedanke: „Solche Bücher habe ich doch auch!“ Und ein Entschluss war gefasst. Ich habe aus einem Fach meines Regals einen Packen von neun Büchern herausgeholt und den Abend damit verbracht, nachzuschauen, was ich da eigentlich habe, euch einige spannende Seiten zu fotografieren und darin zu lesen. Vorweg: nicht alle neun sind Rezeptbücher, eins hat mich sehr traurig gestimmt, eins nachdenklich, alle kommen in den nächsten Tagen aus dem Dunkel ans Licht.

Nummer 1

Handgeschriebene Kochbücher sind eine tolle Sache. Ich selbst habe zwei, in die ich früher und heute meine zusammengefundenen Rezepte eintragen habe und noch immer eintrage. Scheinbar packt nicht nur mich ein prickelndes Gefühl, wenn mir eines dieser Bücher in die Hände fällt. Dieses Buch habe ich auf einem Flohmarkt mit dazu bekommen. Kaum jemand kann es heute noch lesen. Der Zustand ist restaurierungsbedürftig.

Meine Kochrecepte

 

Das Geleitwort hat mich sofort überzeugt, dass ich es haben muss. Frau A. Hartz aus der Motzstraße 26 in Berlin hat sich dieses Büchlein selbst angelegt. Sie war eine Hausangestellte. Das Geleitwort hat sie allein eingetragen.

  • Was vermißt dein Vater, dein Freund oder Vetter,
  • Daß schreib auf folgende Blätter!
  • Was niemandes Leibgericht,
  • Das schreibe nicht, –
  • Doch hörst du von einem Rezepte fein,
  • Das schreibe ein!
  • Und hörst du von gutem Geschäft oder Kauf,
  • Das schreibe auf!
  • Oder den Lief’ranten u. Preise für dies und das
  • Und Mittel für Haus u. für Küche,
  • Wer weiß nicht was,
  • Was leicht man vergißt,
  • Und doch gern wüßt,
  • Damit du es findest einst wieder
  • Drum schreib es hier nieder! –
  • Berlin am 11. Dezember 1907.
  • Als Andenken an meine erste Stelle
  • Frau A. Hartz
  • Motzstr. 26
  • Berlin

 

Das Büchlein ist bereits in die gängigsten Rezeptkategorien unterteilt. Ich habe euch die jeweils ersten Seiten fotografiert.

Suppen

Was haben wir hier: Einlauf in Brühsuppe, Stachelbeersuppe (Stachelbeerreste mit Zucker und Zimmt aufkochen, pürieren, ein Glas Weißwein dazu, mit Eigelb abziehen und das geschlagene und gezuckerte Eiweiß vor dem Servieren auflegen), Eierklöße für die Suppe, Schokoladensuppe

Gemüse

Frühlingsgemüse (ein Pfund frische Morcheln, ein Pfund Spargel, Krebse – oha, Frühlingsgemüse sieht bei mir etwas gewöhnlicher aus), Apfelgemüse (Äpfel und Rosinen werden in Brühe gekocht, gekochtes Rindfleisch dazugegeben, kräftig durchkochen und mit Zucker und Essig abschmecken)

Fleischspeisen

Rindfleisch mit saurer Sahne (Man schneidet ein Stück Blume in große Würfel. Suppengrünes schneidet man recht fein und dämpft es in Butter an. Nun legt man die mit Salz und Pfeffer bestreuten Fleischstücke dazu und lässt sie im geschlossenen Topf eine Stunde braten. Dann stäubt man ein bis zwei Esslöffel Mehl darüber, rührt kräftig durch, gießt saure Sahne darüber und kocht das Fleisch langsam weich.), Bouletten und Befstück (das sollte wohl Beefsteak heissen), Heringsklopß (das Rezept ist übrigens das Original der Königsberger Klopse – man nimmt mehr gehacktes rohes Rind, wie Schweinefleisch, eingeweichte Semmeln, geriebene Zwiebel, Salz und Pfeffer tut den gewiegten Hering mit zu. Dann schwitzt man Mehl in Butter gießt Wasser zu und lässt darin die Klopse weich kochen tut zuletzt noch etwas von dem Hering und Saft von Zitrone zu.)

 

Fische

Schlei in Weißbier, Grüne Heringe einzulegen

 

Zu Braten und Wildpret und Geflügel ist ihr leider nichts eingefallen.

Saucen

Weinschaumsauce, Frikasseesauce, Merretigsauce (sic!), Senfsauce

 

Compots und Salate

Rhabarberspeise mit Schlagsahne, Bananenkompott (Grüne Bananen werden geschält und in nußgroße Stücke geteilt. Man legt diese einen Augenblick in siedendes Wasser, hebt sie heraus und schüttet sie in eine kochende Zuckerlösung, die man sogleich vom Feuer nimmt. In dieser lässt man die Bananen erkalten. Ist der Zuckersaft kalt geworden, so gießt man ihn ab, läßt ihn mit Zitronenschale wieder aufkochen und gießt ihn heiß über die Bananen.)

 

Diverses

Wickelklöße, Pochierte Eier (In einem flachen Kochgeschirr wird Wasser, in welchem reichlich Estragonessig und Salz getan wurde zum sieden gebracht. Man schlägt in dieses Wasser schöne große und vor allem frische Eier vorsichtig aus und läßt diese darin pochiert gar werden, bis das Gelbei von dem Weißei vollständig eingehüllt wird.

Eine letzte Seite habe ich euch ausgesucht, weil sie eines der Lieblingsrezepte aus meiner Kindheit enthält:

Arme Ritter – hier in einer mir noch unbekannten Variante (Man weicht alte geröstete Zwieback ein in Milch aber nur so, daß sie so mäßig aufweicht, wälzt sie zuerst in Mehl, dann in Ei und zuletzt in geriebene Semmel und bratet sie in Butter und gibt dazu eine Mussauce)

 

Bekommt man da nicht Lust, etwas neues, altes oder ungewohntes auszuprobieren?

 

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