Verhütung am Arbeitsplatz – ein Unfallverhütungskalender von 1930


Jeder, der in einer Firma arbeitet, kennt die Unterweisungen zur Unfallverhütung. Keine losen Steckdosen, keine herumliegenden Teile oder Werkzeuge und – in der Adventszeit – kein offenes Feuer oder Lichterketten ohne Prüfsiegel.

Auch 1930 sollte der Arbeiter auf Sicherheit am Arbeitsplatz achten. Hier kam die Unfallverhütungsbild GmbH beim Verband der Deutschen Berufsgenossenschaften mit diesem Kalender ins Spiel.

 

Dass sich seitdem vieles geändert hat, trotzdem aber noch immer Hinweise aktuell wie eh und je sind, werdet ihr gleich sehen.

 

Nach einigen einleitenden Worten und dem Verweis auf weitere Bücher des Verlags, folgt sogleich der Kalender. Auf jedem Blatt seht ihr am oberen Rand ein kleines Bild, das jeweils eine Gefahr aufzeigt. Der Januar startet mit einer Schlitterbahn. Während die Kinder fröhlich auf der vereisten Straße schlittern, ist der arme alte Mann ausgerutscht und hingefallen. Das hätte vermieden werden können. Am unteren Rand lest ihr den Spruch des Monats: „Wir müssen alle zusammen arbeiten, um Unfällen vorzubeugen!“


 

Der Februar und März warnen vor Unfällen beim Schlittenfahren („Geh‘ ausgeruht an dein Tagewerk!“) und das Toben auf der Fahrbahn (Eigene Vorsicht – bester Unfallschutz.“).

 

August und September möchten zur Verhütung von Badeunfällen (“ Gesunder Körper und klarer Verstand sind der beste Unfallschutz!“) und zum Mitführen ausreichender Rettungsgeräte bei Bootspartien anhalten. („Ordnung und Sauberkeit an Deiner Arbeitsstätte schützen Dich vor Unfällen.“)

 

Dieser Kalender wartet mit zahlreichen, unheimlich langen Substantiven auf. Hier sehen wir einen Bericht über die Reichsunfallversicherung. Verhüte! Heile!

 

Entschädige!

 

Weiter geht es mit der Unfallverhütungsbildpropaganda.

 

Belehre den Neuling!

 

Weiter geht es mit vielen Plakaten, die bei der Unfallverhütungsbild GmbH bestellt werden konnten. „Der Kluge seilt sich an!“

 

„Nägel, Späne, Scherben bringen leicht Verderben“, „Kranführer! Denk“ an die Sicherheit auch deiner Mitarbeiter“

 

Sehr bedenklich erscheint mir das folgende Plakat. Offenbar hängen 1930 viele Lasten an selbstgeknoteten Seilen über unseren Köpfen. „Das hält nicht! Lerne richtig knoten!“

 

„Lies Unfallverhütungsvorschriften nicht erst im Krankenhaus!“ Das Preisausschreiben auf der rechten Seite berichtet von einem misslungenen Plakat des Vorjahres. Um es im nächsten Jahr besser zu machen, werden die Leser aufgerufen, eigene Entwürfe einzusenden. Es winken Preise im Wert von 200, 300 oder sogar 500 Reichsmark.

 

Heute allgemein bekannt, wurde damals noch ausdrücklich hingewiesen: „Wasser–, Gas–, Dampf–Rohre leiten den elektrischen Strom.“. „Das darfst du nie tun! Auch der kleinste Wasserstrahl auf die Starkstromleitung ist lebensgefährlich“

 

Die Feilen waren 1930 traditionell nur leicht in ihre Hefte gesteckt. Daher war ein aufrechtes Tragen von Wichtigkeit.

 

„in das Holz nicht in den Fuß“ und „Rollende Gegenstände richtig lagern!“

 

„Das konnte schlimm Enden!“

 

Das Plakat auf der rechten Seite ist in meinen Augen vollkommen falsch aufgebaut. Der korrekte Arbeitsablauf ist oben links klein dargestellt während der falsche auf dem großen Bild zu sehen ist. Ein abgerissener Arm ist vorprogrammiert. „Wachst auf der Ablaufseite bei langsamen Gang. Nicht die Scheibe, nicht am Einlauf erwachsen!“ (heißt es nicht auch „bei lagsamem Gang“?

 

Einige Verkehrsregeln für Radfahrer, Fuhrwerksbesitzer

 

Kraftwagenführer. „Sieh dich um ehe du wirfst“

 

„Geflickte Sicherungen gefährden Haus u. Hof. Gebrauche nur vorschriftsmäßiges Material!“, „Notausgang stets frei halten!“

 

Einige Wundarten und ein Artikel über die Unfallverhütung im Baugewerbe

 

Erste Hilfe bei Unglücksfällen „Schwerverletzte nur von Kundigen aufnehmen“

 

Ein recht informatives Kalenderbüchlein aus einer Zeit, in der begonnen wurde, sich für das Symbol des Arbeiters einzusetzen. Heute ist die Belehrung der Arbeiter eine jährlich wiederkehrende Pflicht des Arbeitgebers. Denkt daran!

Werbeanzeigen

Gib deine E-Mail-Adresse ein, um diesem Blog zu folgen und per E-Mail Benachrichtigungen über neue Beiträge zu erhalten.

Schließe dich 102 Followern an

wen interessiert's?

  • 362.713 Klicks (bis jetzt)

Menü

Member of The Internet Defense League

aus dem Archiv

Blick in die Parallelwelt: Moppis Reise-Blog

Wanderung durch das Bjørndal und auf den Vogelfelsen

Heute, am 26.7. ging es zur (Geburtstags-)Feier des Tages auf eine Wanderung ins Gebiet außerhalb der befriedeten Zone. Ab hier darf man nur mit ortskundiger Person und Waffe unterwegs sein. Auf Spitzbergen gibt es 2500 Einwohner und 3500 Eisbären. Unsere beiden Führer Doreen, die ursprünglich aus Stralsund kommt und Rønar, ein Einheimischer, waren uns eine […]

Husky Tour – 25. Juli 2015

Heute stand eine Husky-Tour auf dem Plan. Zuerst einmal machen wir uns mit den Hunden bekannt. Hillfrid, die leider nicht mitlaufen durfte. Ike, neben dem man sich wie Rotkäppchen fühlt. Keino, mit 15 Jahren der älteste Hund im Hof, der aber noch immer ein guter Zughund ist, was ihm sein Dasein sichert, da es hier […]

Svalbard – Spitzbergen – Longyearbyen

Die ersten Fotos vom Urlaub oberhalb des Polarkreises. Die Temperaturen liegen kurz oberhalb des Gefrierpunktes. Manchmal nieselt es ein wenig, aber im Großen und Ganzen ist es sehr angenehm.

Pashupatinath – Verbrennung der Toten

Ungefähr eine Stunde braucht der Spaziergänger, um vom Stadtzentrum Kathmandus nach Pashupatinath zu gelangen. Hat man erstmal die richtige Straße gefunden, geht es irgendwie immer geradeaus. Vorbei an durchaus lustigen Schildern an einem Haus, von dem ich leider vergessen habe, wofür es dort steht,   einem hübschen, kleinen Wasserbecken. Manche Ecken sind nicht ganz so schön und […]

%d Bloggern gefällt das: