Saturn N° 2 – das dritte Anker-Legespiel


Gestern gab es das zweite Legespiel meiner kleinen Dreierreihe – das Mosaik. Davor habe ich euch das Täfelchenlegen vorgestellt und heute bildet der Saturn den krönenden Abschluß. Die früher schon vorgestellten Meteor-Baukästen findet ihr übrigens hier.

Ebenso, wie die Mosaik- und Täfelchenlegen- oder auch die großen Meteor-Kästen, haben wir hier einen ca. DIN-A4-großen Holzkasten mit Schiebedeckel.

Das Titelbild habe ich schon etwas gereinigt. Nur die obere rechte Ecke bekomme ich nicht sauber.

Auch die Innenseite musste von Buntstiftverzierungen weitestgehend befreit werden. Das ist inzwischen erledigt. Der Tuscherand unten ist leider für die Ewigkeit.

Dieser Kasten wurde mir von einer Leserin meines Museums zum Kauf angeboten. Sie hatte über meine Tangram-Sammlung gelesen und sich an einen Dachbodenfund erinnert, der schon seit vielen Jahren nutzlos in einer Ecke lag. Ich habe dankbar zugegriffen und ihr auch ihre beiden Überreste zweier Meteor-Kästen sowie 1,7 kg Tonmurmeln abgenommen. Wer weiß, wozu sie mal gut sind.

Einen Saturn-Kasten hatte ich bis dahin noch nie gesehen. Dass es ihn gibt, wusste ich nur aus den letzten Seiten der Legehefte der Meteor-Kästen. Selbst Google kannte nur ein einziges Bild eines Vorlagenheftes. Das wird sich nun ändern.

Besonders erfreut war ich, als ich feststellen musste, dass der neu in meinen Besitz übergegangene Saturn bis auf einen der 180 Steine komplett ist. Das möchte man nach über 100 Jahren erst einmal schaffen.

Rechts seht ihr die vier Schiebeschachteln aus Pappe für die Steine. Links habe ich sie für euch geöffnet. Jeweils 4×3 Steine in den Farben rot, gelb und blau, sowie 3×3 schwarze Steine wohnen in jeder Schachtel.

In der Mitte liegt auf zwei Trägerhölzchen das Spielbrett:

Auch hier gibt es wieder die Gratisbeigabe – ein Mühlebrett.

Das Vorlagenheft erklärt, dass im Unterschied zum Meteor durch die außergewöhnliche Form der Steine im Saturn noch eine besonders interessante Variante möglich ist. Während im Meteor normale Kugeln benutzt wurden, kommt der Saturn mit Scheiben, die in der Mitte einen halbkugelförmigen Aufsatz haben, der auf der Rückseite wiederum nach innen geht. Das sieht aus, wie eine Kugel mit einem Ring drum herum – daher „Saturn“.

Legt man die Steine nun mal mit der Kugelseite und mal mit der Vertiefung nach oben, entstehen schöne Effekte.

Doch damit nicht genug. Die Saturnsteine können aufeinandergestapelt werden. Dadurch entstehen sogenannte Blumenteppiche. Heute würden wir es 3D-Effekt nennen.

Schaut euch das Bild oben rechts an. Seht ihr die schwarzen Steine? Die mussten mit der Kugelseite nach oben aufgelegt werden, während alle anderen mit der hohlen Seite nach oben aufgebaut wurden.

Hier noch mehr Beispiele, bei denen man die unterschiedliche Legeweise gut erkennt.

Die letzte Seite zeigt uns einige Vorlagen, die wir auch aus den Meteor-Legeheftchen kennen und die sich mir bis heute als Rätsel dargestellt haben. Doch wenn man sieht, wie gut sich die Saturn-Steine stapeln lassen, ergeben plötzlich die Zahlen Sinn.

Um euch (und mir) eine Freude zu bereiten, habe ich den Baukasten ein letztes Mal ausgepackt und euch dieses Muster nachgebaut:

schaut her:

Man erkennt die unschöne Angewohnheit der blauen Steine, auszublühen. Was auch immer diesen Steinen zugesetzt wurde, es kristallisiert im Laufe der Jahrzehnte. Das lässt sich abschleifen, ist aber eine miese Arbeit und birgt die Gefahr, dass Steine zerbrechen. Da lasse ich es so und bastele mir stattdessen minimal größere Schachteln für die Steine.

Hier noch eine seitliche Ansicht um den 3D-Effekt zu verdeutlichen:

Der Aufbau war eine ganz schöne Fummelei. Damit waren die Mädchen seinerzeit lange beschäftigt. Wann? Ich schätze das Erscheinungsdatum auf irgendwann zwischen 1910 und 1920.

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Mosaik N° 2 – ein weiteres Anker-Legespiel


Wie versprochen, werde ich euch drei aufeinanderfolgende Artikel über Legespiele der Firma Anker vorstellen. Hier findet ihr den Ersten. Heute folgt der zweite Streich. Der große Kasten Mosaik Nummer 2. Beitrag Nummer drei gibt es dann hier.

Ebenso, wie das Täfelchenlegen kommt das Mosaik in einem schönen Holzkasten mit Schiebedeckel daher.

Dieses Spiel ist ein altes Original aus den Jahren zwischen 1899 und 1928 – ganz genau ist mir die Datierung leider noch nicht gelungen, da es verschiedene Druckermarken gibt.

Leider ist das Anleitungsbüchlein einmal runtergefallen, wodurch der Rücken an der unteren Klammer eingerissen ist. Repariere ich es? Mal sehen.

Anhand der Ecken sieht man deutlich, dass das Spiel nur äußerst selten benutzt wurde. Schade für das Kind, unter dessen Weihnachtsbaum es einmal lag – gut für mich.

Wie pfleglich es behandelt wurde, erkennt ihr auch daran, das selbst die blaue Wellpappe und das Seidenpapier – beides diente dem Schutz der Steine auf dem Weg vom Laden nach hause – noch im Original enthalten sind.

Und was kommt zum Vorschein, wenn die Schutzabdeckung hochgenommen wird? Die erste Lage Steine in 1A-Erhaltung. Sehen sie nicht schön aus? Rechts in der Mitte des Holzrahmens, auf dem die Steine Liegen, seht ihr eine kleine Einkerbung an der Innenseite (der Pfeil aus den beiden roten Dreiecken zeigt darauf). Eine gleiche Einkerbung gibt es auch links. Hier kann man den Rahmen mit dem Daumennagel festhalten und ihn aus dem Kasten heben.

Und was erblickt darunter das Tageslicht? Die zweite Lage Steine. Ebenso gut erhalten und auch vollständig.

Dieser Baukasten war schon früher ein beliebtes Spielzeug – auch hier waren Mädchen die bevorzugte Zielgruppe, denn Jungs bauten ja mit den Ankersteinen in die Höhe. Allerdings hatte dieser Kasten auch damals seinen Preis, weswegen die Stückzahl klein und darum die Häufigkeit, heutzutage einen anzutreffen sehr gering ist. In dieser Erhaltung ist das schon ein Glückstreffer.

Der Kasten wurde von Anker in den letzten Jahren noch einmal zum Preis von 429,- Euro in winziger Stückzahl neu aufgelegt. Schaut mal hier. Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieses Artikels gibt es noch welche.

Täfelchenlegen – ein Anker-Spiel für Mädchen


In den kommenden drei Beiträgen möchte ich euch drei Goldstücke meiner Sammlung vorstellen, die ich erst vor wenigen Tagen und innerhalb weniger Stunden gefunden und gekauft habe.

Den Anfang macht das Täfelchenlegen N°. 2

Der Deckel ist zugegebenermaßen etwas beschabt. Die Ränder des Etiketts sind eingerissen und oben links fehlt ein ganzes Stück. Allerdings ist der Kasten wohl recht alt. Die Grafik ist noch im alten Design. Ich schätze ihn auf die 1910er Jahre. Vielleicht kann mir mein Sammlerfreund anhand der Druckermarke weiterhelfen.

Die Innenseite des Deckels ist besser erhalten:

Interessanterweise handelt es sich um Baukasten Nummer 2, der – wie wir unter dem Titel lesen können – nur mit Baukasten 2B erweiterbar ist. Eine 2A gab es wohl nicht. Aber auch eine Nummer 1 konnte ich bis heute nicht finden, obwohl es eine noch frühere Ausgabe von „Das Täfelchenlegen oder Mosaikspiel“ aus der Leipziger Lehrmittel-Anstalt gab, die von Anker in Rudolstadt ausgeführt wurde. Um die Verwirrung komplett zu machen, gibt es einen Baukasten 3, der nur mit einer Nummer 3A erweitert werden kann. Da soll sich noch jemand zurechtfinden.

Es gibt auf dem Boden des Kastens eine kurze Beschreibung. Das Musterheft ist leider nicht dabei gewesen. Ich bin aber zuversichtlich, dass ich es noch finden werde.

Hier wird auf die Tangram-Spiele verwiesen. Die kennen wir ja schon. Falls nicht, klickt hier.

Weil die Bausteine sehr klein und dünn sind, ist man bei Anker wohl davon ausgegangen, dass einige zerbrechen oder verloren gehen. Darum findet der Kunde auf der Innenseite des Deckels die Artikelnummer jeder verwendeten Steinform. Ihr erkennt die kleinen Zahlen in den oberen Reihen und in der Mitte unten. Man musste also nur die Nummer 3 in blau nachbestellen und schon kam Ersatz. Das funktioniert heute leider nicht mehr so reibungslos. Ich bin seit einigen Jahren mit Mitarbeitern in Kontakt um eine Nachlieferung fehlender Steine aufzugeben. Immer, wenn ich es fast geschafft habe, wird die Firma verkauft und ich beginne von neuem.

Nun aber zum eigentlichen Inhalt. Ich habe für euch das EInpackmuster nachgebaut. Dabei ist mir aufgefallen, dass in meinem Kasten ein winziger Unterschied zur Abbildung enthalten ist. Die beiden grauen Quadrate (auf der Einpackliste in der zweiten Reihe von unten, ganz außen) sind bei mir durch jeweils zwei graue Dreiecke ersetzt worden. (unteres Bild, zweite Reihe von rechts, oben und unten)

Wer ganz genau hinsieht, erkennt meine kleine bauliche Veränderung. Die Steine lagen bei Kauf (und auch auf vielen Bildern anderer Kästen) einfach auf dem Kastenboden. Ich habe mir behelfsmäßig eine dicke Pappe als Unterlage zurecht geschnitten und einen Streifen Chinapapier daruntergelegt. Nun kann man an den beiden Streifen, die ihr oben und unten seht, das ganze Konstrukt aus der Kiste befördern und losspielen.

Beeindruckend finde ich, dass von allen Steinen nach all der langen Zeit nur bei einem einzigen von ihnen eine kleine Ecke fehlt. Ihr seht das gelbe Dreieck in der Mitte des zweiten Musterstreifens von unten (zwischen den schwarzen Quadraten). Alle anderen Steine sind zwar bespielt, aber formtreu.

Über diesen Kauf habe ich mich sehr gefreut.

Die beiden anderen Anker-Spiele findet ihr hier (Mosaik) und hier (Saturn). Den Meteor-Kasten habe ich euch hier vorgestellt.

Anker Meteor Kugel-Spiel


Heute freue ich mich, wenn ihr euch mit mir freut. Ich habe ein lang gesuchtes Spiel der Firma Anker auf dem Flohmarkt zu einem höchst erfreulichen Preis erwerben können.

Meine Liebe zu Anker-Spielzeug abseits der Anker-Steinbaukästen kennt der geneigte Leser schon. Für diejenigen unter euch, denen das neu ist, gibt es hier den Link: Anker-Spiele.

Das Meteor Kugel-Mosaik erschien ab den 1900’er Jahren. Meins sollte aus den 1920’ern sein.

Ein Hinweis an die Eltern:

Wie wurde gespielt? Auf einer Stanzplatte wurden farbige Tonkugeln zu Mustern gelegt und damit das kreative Denken und Spielen, sowie die Motorik trainiert.

Mein Baukasten mit der Nummer 6 (siehe die rechte, untere Ecke des Deckels) ist schon eine größere Ausführung. Die Kästen, die ich bisher finden konnte, sind wie folgt aufgebaut:

  • No.1 – kleiner Karton mit den Farben rot, gelb, grün, blau – sechseckiges Stanzmuster – Kantenlänge: 4
  • No.2 – kleiner Karton mit den Farben rot, gelb, grün, blau – sechseckiges Stanzmuster – Kantenlänge: 5
  • No.2 – mittelgroßer Karton mit den Farben rot, gelb, grün, blau – rautenförmiges Stanzmuster – 5×9, dazwischen 4×8 (vergleichbar mit den Sternen der USA-Flagge)
  • No.3 – kleiner Karton mit den Farben rot, gelb, grün, blau – sechseckiges Stanzmuster – Kantenlänge: 6
  • No.4 – mittlerer Karton mit den Farben rot, gelb, grün, blau – sechseckiges Stanzmuster – Kantenlänge: 7
  • No.5 – mittlerer Karton mit den Farben rot, gelb, grün, blau – sechseckiges Stanzmuster – Kantenlänge: 7 (ich konnte keinen Unterschied zu No.4 finden)
  • No.6 (siehe oben) – mittlerer Karton mit den Farben rot, gelb, grün, blau, lila, weiß – sechseckiges Stanzmuster – Kantenlänge: 7
  • No.7 – noch nicht gefunden
  • No.8 – noch nicht gefunden
  • No.9 – großer Karton mit den Farben rot, gelb, grün, blau, lila, weiß – sechseckiges Stanzmuster – Kantenlänge: 15 waagerecht, 2×9 diagonal

Die Kugelfach-Abdeckungen sind alle noch im Original erhalten.

Und auch die Tonkugeln sind noch fast alle da.

Die Gratisbeigabe – ein Mühle-Spielbrett – ist, wie bei jedem Spiel, das ich bisher gesehen habe, kaputt. Ich habe keine Ahnung, wieso. Immer sind die Ecken abgebrochen. Meins ist zusätzlich noch in der Mitte zerbrochen gewesen.

Nannte man Mühle auch Mühlfahrspiel?

Das Vorlageheft – ich bin mir nicht ganz sicher, ob es da noch ein Deckblatt gab. Meine Vorbesitzerin Lori Beck wird es mir nicht mehr sagen können. Die letzte Seite (hier links) ist übrigens Werbung für ein anderes Legespiel. Den Namen habe ich noch nicht herausgefunden.

Schöne Muster können gelegt werden:

Auf der vorletzten Seite wird ein Spiel „Saturn“ erwähnt. Ich habe keinen blassen Schimmer, was es damit auf sich hat. Wenn man den dargestellten Turm in der Mitte der beiden unteren Figuren anschaut, könnte die Zahl im Kreis die jeweilige Turmhöhe angeben. Das dürfte schon hübsche dreidimensionale Figuren ergeben haben. Update: Ich habe einen Saturn-Kasten bekommen. Schaut mal hier.

Mein Spiel ist in einem edlen Holzkasten mit Kantenverstärkern aus Messing. Das gibt es nicht so oft.

Aber das ganz besondere Highlight ist bestimmt niemandem von euch aufgefallen. Schaut euch noch einmal den Titel des Spiels an:

„The Meteor Kugel-Mosaik“ Und nur, wenn ihr ganz genau hinseht, erkennt ihr, dass die Bezeichnung Kugel-Mosaik über das englische „Marble Game“ geklebt wurde. Dieses Spiel war also offenbar eine für den englischen oder amerikanischen Markt fabrizierte Ausgabe, die dann doch in Deutschland (oder an Deutsche in den USA) verkauft wurde.

In den USA gab es übrigens mehrere Nachahmer. So verkaufte die Firma A.C.Gilbert aus New Haven, Connecticut in den 1920’ern das Meteor Game, das exakt so aussah wie dieses, nur die Verpackung war etwas billiger. Selbst das Vorlagenbuch wurde kopiert, wobei nur die Beschriftung in der Mitte der Seiten weggelassen wurde. Auch wenn Herr Gilbert mein Kugel-Mosaik als Plagiat hergestellt hat, so hatte er doch auch eine nette Ader. Seine Firma war die erste in den USA, die ihre Mitarbeiter am Erfolg beteiligte. Wer sich Bilder zu Gilberts Meteor anschauen möchte, klickt hier.

Ich glaube, dieser Artikel wird im Laufe der Zeit noch einige Ergänzungen erfahren. Sollte jemand Details wissen, oder die fehlenden Meteor-Kästen kennen, schreibt mir. Ich freue mich.

Anker Geduldspiele – Tangram


Vor ziemlich genau drei Jahren gab es einen Artikel mit dem gleichen Titel. Den findet ihr hier.

Seither hat sich einiges in meiner Sammlung getan – Zeit, euch meine aktuelle Ansammlung dieser schönen, alten Geduldsspiele zu präsentieren.

Den Kopfzerbrecher habe ich leider gerade verlegt, weswegen es kein neues Foto gibt.

Tangram

Tangram

Neu ist allerdings das Lösungsheft für ihn.

Daneben seht ihr das Lösungsheft für Alle Neune, das ich (noch) nicht besitze.

Das Kreis-Rätsel gehört in dieser Ausstattung zu den ältesten Ausgaben.

Hier sind im Aufgabenheft noch richtig schöne Figuren vorgegeben, die es nachzubauen galt:

Zum Vergleich ein neueres Aufgabenheft – hier dann nur noch in braun:

Neu ist das Herzrätsel:

Mit Aufgaben- und Lösungsheftchen:

Im Deckel findet man bei allen, bis auf die ganz alten Ausgaben auch stets die Artikelnummern der benötigten Steine. Da immer mal einer kaputt ging, konnte man sie nachbestellen – auch heute noch.

Den Grillentöter habe ich euch im alten Artikel nur theoretisch vorgestellt. Hier kommt er nun mit Bild und allen Heften (zwei verschieden große Lösungshefte links und unten):

Den Blitzableiter kennt ihr schon. Die Einheitsverpackung stammt aus den späten Ausgaben, den 1920-ern. (jetzt neu – auch mit zwei Lösungsheften)

An der ersten Innenseite der Lösungshefte kann man übrigens gut sehen, zu welchem Spiel es gehört. Die Titelseite ist oft abgerissen, aber das erste Rätsel ist immer die Anordnung der Steine in der Packung. Weiterhin steht der Anfangsbuchstabe oder ein Zeichen unten in der Mitte, das uns auf das Spiel schließen lässt. hier: ein Blitz (naja gut, mit Phantasie) und ein G für den Grillentöter.

 

Das Ei des Kolumbus, das hier noch als Wunder-Ei bezeichnet wurde. Update meines Besuchers jupp: Es handelt sich hierbei um das Spiel Nr. 25 „Nur Mut“. Danke für den Hinweis!

Werbung für weitere Anker-Spiele:

inklusive der Anker-Steinbaukästen (bekannt von meinem Artikel über Anker-Steinbaukästen)

Der Zornbrecher:

Es gibt noch ein paar weitere Lösungs- und Aufgabenheftchen, zu denen mir das Spiel fehlt. Hier Der Kobold

mit sehr ungewöhnlichen Steinformen:

In Holland heißt der Kobold Kabouter:

Eine kurze Einleitung:

Zum Schluß der Geduldprüfer:

Auf dänisch (?) heißt Geduld Taalmodighed. Ich frage mich, ob es eine Wortverwandschaft mit dem Talmud gibt.

Und das war’s für heute.

ANKER – Sedlmayers Sandspiel „Arena“ – 1920


Geh im Sand spielen!

Leicht gesagt, wenn man in der Stadt wohnt. Meine Oma und ihre Geschwister haben in den frühen 1920er Jahren dieses schöne Sandspiel „Arena“ der Firma Sedlmayer, vertrieben durch die Anker-Werke in Rudolstadt geschenkt bekommen.

Von innen ist der Deckel in nützlichem Fluß-Blau bemalt.

Leider wurde es tatsächlich stark bespielt und einige Teile habe ich noch selbst verbummelt.

Hier eine Übersicht, was noch vorhanden war, als ich klein war:

  • zwei Schablonen aus Karton: auf den leeren blauen Innendeckel gelegt, leicht mit Sand bestreut, vorsichtig angehoben, fertig waren schöne Bilder (ich erinnere mich an einen Schmetterling und einen Vogel)
  • zwei sehr spannende Gesellschafts-Spiele aus Karton: auf eines der beiden Spielfelder in Form einer 8 und eines O wurde Sand gestreut. Die Rennstrecke (8 oder O) waren mit verschiedenfarbigen Punkten bedeckt, jeder Spieler hat eine Farbe gewählt. In den Sand wurde eine Linie gezogen, die Farbe, die zuerst zum Vorschein kam, fing an. Der Spieler hatte einen kleinen Pinsel mit sehr kurzen Borsten und hat eine Linie gezogen. Sobald er dabei einen Punkt fremder Farbe traf, kam der entsprechende Spieler an die Reihe. So ging es einmal rum. Wer dran war, als die Ziellinie überquert wurde, hatte gewonnen.
  • ein Haus: die anderen und die Kühe habe ich erst vor einigen Jahren in einem Antik-Laden entdeckt und erstanden. Sie stammen sehr wahrscheinlich aus derselben Zeit. Wie man damit spielt erklärt sich von selbst. Sand in den Deckel, einen kleinen Fluß gefegt, Häuser drauf und gut.

Update

Seit ich diesen Artikel angefangen und dann in den Hintergrund gerückt hatte, ist fast ein Jahr vergangen. Inzwischen habe ich für euch zur Veranschaulichung und für mich zur Freude einige der Sandschablonen nachgebastelt. Sie sehen vielleicht nicht ganz so professionell aus, wie die Originale, aber ich denke, die Funktionsweise ist ersichtlich.

Zuerst die Landschaft mit Häusern, Kühen, Teich und Fluß:

Dann die Schablonen:

  1. Schablone auswählen (habe ich mir nicht viel Mühe gegeben?) 
  2. in den Deckel gelegt
  3. Sand drauf 
  4. vorsichtig hochheben (das üben wir nochmal)

Und zum Schluß das Spiel – hier anhand der O Spielbahn erklärt:

  1. Schablone in den Deckel gelegt 
  2. Sand auf die Bahn streuen 
  3. Startlinie ziehen und schauen, wessen Farbe zum Vorschein kommt. Derjenige fängt an. 
  4. und zieht solange seine Linie, bis die Farbe eines gegnerischen Mitspielers auftaucht
  5. nun ist Orange an der Reihe

Grün hat Glück und trifft die eigene Farbe, darf also weiterfahren, bei Rot ist Wechsel und der rote Mitspieler darf weiterfahren, bis er auf den Punkt von Orange trifft.
  • Orange hatte nur kurz Glück, Grün ist an der Reihe
  • usw. usf. – dieses Spiel gewinnt Rot.

  • Glückwunsch!
  • Derjenige, der am Zug ist, bzw. am Pinsel, wenn über die Ziellinie gefahren wird, hat gewonnen.
  • Am Spielfeld mit der 8 bastele ich noch.

    Und weil der Deckel nach ungefähr 100 Jahren schon etwas verzogen ist, ist mir beim Zurückschütten des Sandes eine Menge durch die Ritzen am Rand gerieselt. Und so sieht dann mein Fußboden aus.

    Auf der Unterseite des Kastens

    kann man sogar noch sehen, wo die Omi, als Sie noch kleines Kind statt Großmutter war ihren Namen draufgeschrieben hat.

    Zusammengefasst: Ein schönes Spiel, mit dem man Kinder stundenlang beschäftigen kann. Wenn ich mir den Deckel betrachte, fällt mir ein, daß die kleine Harke auch noch irgendwo herumschwirrt. Und die Spielvariante, die uns der kleine Bube vorführt, nämlich in den glatten Sand zu zeichnen habe ich euch gar nicht vorgestellt.

    Ankerplast


    Gestern Anker, heute Anker. Nanu?

    Nachdem ich euch gestern den Anker-Steinbaukasten vorgestellt habe, kommt heute ein gänzlich anderer Artikel an die Reihe, allerdings aus derselben Firma.

    Wie ich ja gestern erklärte, wurde die Produktion von Anker-Bausteinen 1963 auf Geheiß der DDR-Regierung eingestellt. Stattdessen wurde in der Firma von da an, wie bereits bei Gründung der Firma 1876,  chemisch-pharmazeutische Präparate und Heilmittel hergestellt. Herr Richter war mit seiner Firma sehr vielseitig. Er stellte neben den genannten pharmazeutischen Dingen und den Anker-Bausteinen auch Schokolade, Musikautomaten und Druckerzeugnisse her.

    Einen kleinen unscheinbaren Artikel aus einem alten Auto-Verbandskasten habe ich heute für euch: eine Wundverband-Tasche. Sie stammt aus der Zeit von 1963 – 1967 und war teil eines Verband-Sets. Das Deutsche Hygiene Museum Dresden hat es noch komplett, seht hier. Was ein Wundverband ist, weiß ich, aber eine Wundverband-Tasche …?

     

    DDR Ankerplast Pflaster Auto-Sanikasten

     

    Mehr Artikel der Firma Anker findet ihr hier. Morgen geht es weiter.

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