Schweppes Coca oder Coca-Cola – wer hat die Rechte?


Vor einiger Zeit habe ich euch schon Auszüge aus meinen Patent-Büchern vorgestellt. Das waren die gedruckten Ausgaben der eingereichten Registrierungen zum Namens- und Musterschutz.

Verpackungen, Schriftzüge, Namen – all das muß man sich schützen lassen um zu vermeiden, daß jemand unter demselben Namen, gleichen Schriftzügen oder identischen Verpackungen ein minderwertiges Konkurrenzprodukt verkauft. Man erkennt diese geschützten Marken entweder am Zeichen ® oder am  sofern die Marke noch nicht registriert ist.

Aber: Neben den gedruckten Büchern gab es – zumindest in Frankreich – noch eine weitere Sammlung innerhalb des Verzeichnisses zum Markenschutz. Jede Firma, die ein Produkt, eine Marke, einen Schriftzug oder eine Verpackung registrieren lassen wollte, musste ein Exemplar des Etiketts, der Verpackung oder etwas, aus dem das zu schützende Merkmal hervorgeht, einreichen. Es wurde anschließend unter Angabe des Einreichers (der Firma), des Datums und einer vergebenen laufenden Nummer auf lose Seiten geklebt und gesammelt, bis die Informationen in die bekannten Jahrbücher aufgenommen und in gedruckter Form erschienen.

Eine, wie ich finde, sehr interessante Seite daraus, besitze ich. Seht hier: Die Firma Schweppes ließ sich unter der laufenden Nummer 4311 am 9. Juni 1888 ein alkoholfreies Tafelwasser namens COCA registrieren. Patentbuch Trademark 1888 Schweppes Coca

Soweit so gut. Mancher wird sich denken: sollen sie doch auch ein Getränk namens Coca haben. Allerdings ließ sich Herr Asa Griggs Candler erst im Jahr 1893 den Namen COCA COLA in Atlanta (Georgia) registrieren. Das Getränk selbst wurde zwar schon 1886 von Apotheker  John Stith Pemberton erfunden, der Name blieb jedoch ungeschützt.

Diesen Umstand finde ich sehr interessant. Theoretisch hat somit Schweppes die älteren Rechte, einem Getränk den Namen Coca zu geben.

Ich hatte dazu bei der Presseabteilung von Schweppes angefragt, aber die wussten von dieser ganzen Geschichte nichts.

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George’s und Mary’s Hochzeitszeitung


Am 6. Juli 1893 wurde Hochzeit gefeiert. Nicht irgendeine Hochzeit, nein, eine königlich-britische Hochzeit.

Der Bräutigam war Prince George Frederick Ernest Albert, Duke of York, Sohn von Edward VII. und Alexandra von Dänemark (die auch geheiratet hatten und die ich euch hier vorgestellt hatte) und somit Cousin von Kaiser Wilhelm II.

Die Braut konnte mit einem noch längeren Namen aufwarten: Victoria Mary Augusta Louise Olga Pauline Claudine Agnes von Teck, Tochter von Franz von Teck und „Fat Mary“ Prinzessin Mary Adelaide von Großbritannien, Irland und Hannover.

Beide hatten eine spannende Kindheit und Jugend. Lest euch zuerst die von Maria von Teck durch. Falls ihr dabei auf den Begriff „morganantische Ehe“ stoßt, ist die einfachste Erklärung dieser „Trauung zur linken Hand“ wahrscheinlich das „Hinaufheiraten in einen höheren Stand“.

George V. hingegen ist eine geschichtlich weitaus interessantere Person, da er gemeinsam mit seinem Cousin Prinz Heinrich von Preußen (dem Bruder Wilhelms II.) versuchte, den Ausbruch des Ersten Weltkrieges zu verhindern und stattdessen anstrebte, daß lediglich eine militärische Aktion gegen Serbien durchgeführt werden könne, aber auf die Generalmobilmachung verzichtet würde. Bedauerlicherweise scheiterte der Plan an Kaiser Franz Joseph I., dem Gatten von Sisi, der die Generalmobilmachung der k.u.k. Armee verfügte.

Die Hochzeit von George und Mary fand schließlich am 6. Juli 1893 im St. James’s Palace statt. Da die Briten ihre Königsfamilie überaus verehren, wurde dieses Ereignis groß aufgezogen.

Ich habe mir seinerzeit die offizielle Hochzeitszeitung für One Shilling gekauft.

 

Auf jeder zweiten Seite findet man Werbung für alles und jedes. Hier zum Beispiel Kleidung, Hovis-Mehl, Tischtücher und Parfüm. Rechts ein Bild von der Ankunft in der Kirche.

Royal Wedding - 6 July 1893 - Prince George, Duke of York, second son of King Edward VII, was married to Princess Victoria Mary of Teck

 

Queen Victoria trifft ein – die Dame, die meiner Lieblings-Epoche, der viktorianischen Zeit, den Namen gab.

 

Ein Blick auf den Bankettsaal. Das Heirats-Frühstück im Buckingham Palast erscheint mir doch recht opulent ausgefallen zu sein.

 

Die Familie Teck mit dem oben bereits erwähnten Franz von Teck und seiner wohlbeleibten Mary.

 

Die Brautjungfern

 

Eine überaus geschönte Biographie des Lebens der Braut im Vergleich zu der in Wikipedia.

 

Und die Biographie des Duke

 

Die Prozession fährt an der St. Paul’s Cathedral vorbei.

 

Eine informative Anzeige für Spirituosen.

 

Der Duke of York als Kapitän des Torpedo-Boots N° 79. (weitere Infos hier und hier bei TB79)

 

Eine ganzseitige Werbung für Tee der United Kingdom Tea Company. Wie alle anderen beworbenen Artikel konnte sich auch diese Firma damit rühmen, Lieferant am Hofe des britischen Königshauses gewesen zu sein.

 

Werbung für Kakao der Marke Fry

 

Und hier der Grund, wieso ich mir diese Zeitschrift gekauft habe. Sie passt aufgrund ihrer Werbung für Liebig’s Fleisch-Extract hervorragend in meine Sammlung zu diesem Thema. Daneben werden noch Taschenuhren und Silbergeschirr angeboten, aber das ist in diesem Fall nebensächlich.

 

Schweppe’s Tafelwasser, die Firma, über die ich euch hier schon einmal ein beeindruckendes Detail verraten habe.

 

Eine Lithographie der Trauungszeremonie.

 

Und zum Schluß für alle zum Mitsingen: die königliche Hochzeits-Hymne „Father of Life“. Stimmt alle mit ein!

 

 

 

 

 

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